Europe innovates – Warum Standortpolitik über die Zukunft unserer Gesundheit entscheidet
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Wie entstehen mehr gesunde Lebensjahre? Die Antwort liegt oft tief im „Maschinenraum der Republik“. In einer neuen Folge von „Dialog Gesundheit“ spricht Uta-Maria Ohndorf mit Paul Rockenbauer, Kabinettschef im Wirtschaftsministerium, darüber, warum Standortpolitik in Wahrheit Gesundheitspolitik ist und wie Daten den Gesundheitsstandort Österreich transformieren können.
Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage: Wie schaffen wir Rahmenbedingungen, damit neue Technologien schneller bei den Menschen ankommen?
Auf einen Blick:
Life Sciences und Künstliche Intelligenz zählen zu den wichtigsten Zukunftstechnologien Österreichs.
Innovation braucht schnellere Genehmigungs- und Umsetzungsprozesse.
Daten können Prävention und Versorgung grundlegend verbessern.
Europa muss stärker auf Innovation und Wettbewerbsfähigkeit setzen.
Gesundheit als Zukunftsmarkt
Für Paul Rockenbauer sind Life Sciences, Biotechnologie und Medizintechnik weit mehr als ein Gesundheitsthema. Sie gehören zu den zentralen Wachstumsfeldern der kommenden Jahrzehnte.
„Das Schöne am Bereich Life Science ist: Man verbindet Purpose und Wachstum. Bessere Gesundheit trifft auf einen boomenden Industriezweig.“
Die Branche schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze, stärkt den Forschungsstandort Österreich und trägt gleichzeitig dazu bei, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern. Genau deshalb wurden Life Sciences als eine der zentralen Schlüsseltechnologien der österreichischen Industriestrategie definiert.
Die Innovationsbremse lösen: Innovation in Life Sciences beschleunigen
Der Satz „Europe regulates“ darf nicht zum Todesstoß für den Fortschritt werden. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis macht das Dilemma deutlich: Ein Team entwickelt eine KI, die Schlaganfälle auf MRT-Bildern doppelt so schnell erkennt wie das menschliche Auge. Die Entwicklung dauert 12 Monate – doch danach folgt ein 18-monatiger bürokratischer Stillstand für Audits. Wenn die Technologie nach drei Jahren endlich beim Patienten ankommt, ist sie bereits veraltet. Wir zwingen Mediziner so, mit Technologie von gestern zu arbeiten, während Zeit bei einem Schlaganfall über Leben entscheidet.
Gerade im Gesundheitsbereich entscheidet Geschwindigkeit häufig über Lebensqualität. Die Herausforderung besteht deshalb darin, Schutz und Innovation nicht als Gegensätze zu betrachten, sondern beides zu ermöglichen. Das Ziel ist klar: Ein Europa, das nicht für seine Bürokratie bekannt ist, sondern für seine Innovationskraft.
Digitalisierung im Gesundheitswesen: Daten sind ein Goldschatz
Gesundheitsdaten sind kein Risiko, das man wegsperren muss, sondern ein Goldschatz für die Prävention. Wir dürfen uns nicht hinter Datenschutz-Debatten verstecken, während die echte Barriere eine mangelhafte digitale Infrastruktur ist. Daten müssen fließen, damit Patienten gefunden werden, bevor sie krank werden – etwa durch Bluttests, die Alzheimer Jahrzehnte vor den ersten Symptomen erkennen.
„Daten sind ein riesiger Goldschatz“, so Paul Rockenbauer.
Gerade im Gesundheitsbereich eröffnet die intelligente Nutzung von Daten enorme Chancen. Früherkennung, personalisierte Medizin und gezielte Prävention werden dadurch zunehmend möglich. Das Ziel: Eine Verwaltung und Gesundheitsversorgung, in der Informationen dort verfügbar sind, wo sie benötigt werden, statt in einzelnen Datensilos verborgen zu bleiben.
Attraktiver Gesundheitsstandort Österreich für Talente
Innovationen entstehen durch Menschen. Deshalb spielt der internationale Wettbewerb um Fachkräfte eine entscheidende Rolle. Österreich punktet mit hoher Lebensqualität, Sicherheit und einem starken Forschungsumfeld. Für innovative Unternehmen reicht das allein jedoch nicht aus.
„Wir brauchen Forschung, Produktion und Marktzugang. Dieses Dreieck muss funktionieren“, so Paul Rockenbauer.
Wer in Österreich forscht und entwickelt, sollte Innovationen möglichst auch hier zur Anwendung bringen können. Nur so entsteht ein attraktives Umfeld für Gründer:innen, Forschende und Unternehmen.
Mehr Ambition für die Zukunft
Zum Abschluss richtet Rockenbauer den Blick nach vorne. Österreich verfügt über hervorragende Voraussetzungen – von starken Forschungseinrichtungen bis zu innovativen Unternehmen. Entscheidend sei nun, diese Stärken konsequent auszubauen und Zukunft aktiv zu gestalten.
Mehr Innovationstempo, bessere Nutzung von Daten und ein klarer Fokus auf Zukunftstechnologien können dazu beitragen, Österreich nicht nur als Wirtschaftsstandort, sondern auch als Gesundheitsstandort weiterzuentwickeln.
Denn mehr gesunde Lebensjahre entstehen dort, wo Innovation nicht ausgebremst wird, sondern ihren Weg in die Praxis findet.