Vorsorge-Journey: Wie wir Prävention endlich alltagstauglich machen
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Wir wissen, was gut für uns wäre – und machen es oft trotzdem nicht. In einer Welt, in der wir jeden Schritt tracken können, scheitern wir bei unserer wichtigsten Aufgabe: unserer eigenen Gesundheit. Warum wurde „Longevity“ ein globaler Lifestyle-Trend, während „Prävention“ nach einem lästigen Pflichttermin und Verzicht klingt?
In dieser Podcastfolge spricht Uta-Maria Ohndorf mit Edith Lachinger (Geschäftsführerin Mavie Med) darüber, wie wir die Lücke zwischen Vorsatz und Handeln schließen – und warum Vorsorge endlich radikal einfach werden muss.
Auf einen Blick:
Warum Wissen allein das Verhalten nicht ändert.
Die „Vorsorge-Journey“: Schritt für Schritt zum Befund.
Digitalisierung als Enabler für mehr Zeit am Patienten.
Longevity: Hype oder echte Chance, um Prävention voranzutreiben?
Die „Implementation Gap“: Wissen reicht nicht aus
Warum gehen so wenige Menschen zur Vorsorge, obwohl sie kostenlos zur Verfügung steht? Für Edith Lachinger ist das Problem nicht mangelnde Information, sondern fehlende Relevanz im Alltag. Wir verwalten Gesundheit, statt sie zu gestalten.
Das Kernproblem: Prävention ist oft wenig greifbar, weil ihr Nutzen erst Jahre später sichtbar wird. Unser Gehirn ist jedoch auf das „Jetzt“ programmiert. Die Lösung liegt nicht in mehr Appellen an das Gewissen, sondern in besseren Strukturen.
Drei Hebel für mehr gesunde Lebensjahre
Im Gespräch kristallisierten sich drei Ansätze heraus, wie Prävention in Österreich vom Nischenthema zum Standard wird:
Vorsorge muss niederschwellig sein, damit sie funktioniert: Wenn Gesundheit zum administrativen Marathon wird, verlieren wir die Menschen. Ob Online-Terminbuchung, digitale Anamnese oder positive Beispiele wie das „Health Mobil“ – die Hürden müssen so niedrig wie möglich sein.
Gesundheitskompetenz ist Bildung: Wir können nicht warten, bis jemand 40 ist. Gesundheitsbewusstsein muss bereits in Kindergärten und Volksschulen verankert werden.
Systemverantwortung statt reiner Eigenverantwortung: Ein funktionierendes System muss Rahmenbedingungen schaffen, die es dem Individuum leicht machen, gesund zu bleiben. Das bedeutet auch: Daten müssen sektorenübergreifend fließen (Stichwort: ELGA), um medizinische Prozesse effizienter zu gestalten.
Prävention als Lifestyle-Entscheidung
Das „Health Mobil“, mit dem Mavie Med direkt zu Unternehmen fährt, zeigt, wo die Reise hingeht: Gesundheit kommt dorthin, wo wir leben und arbeiten.
Edith Lachingers Appell an alle:
„Prävention muss kein komplizierter Kraftakt sein.“
Der wichtigste erste Schritt ist oft die Entscheidung, den Vorsorgetermin genauso verbindlich in den Kalender einzutragen wie ein wichtiges Meeting. Denn am Ende des Tages entstehen gesunde Lebensjahre nicht durch Zufall, sondern durch konsequente, einfache Schritte, die fest im Alltag integriert sind.
„Prävention muss im Alltag integrierbar sein, dann erreicht man auch Menschen, die man sonst nicht erreicht.“
Daten und Zusammenarbeit als Schlüssel der Zukunft
Für Edith Lachinger steht fest: Die Zukunft der Prävention liegt in integrierten Datenstrukturen und besserer Zusammenarbeit im Gesundheitssystem. Mit Plattformen wie ELGA sind wichtige Grundlagen bereits vorhanden. Entscheidend ist nun, Daten nicht länger isoliert in einzelnen Systemen zu speichern, sondern sektorenübergreifend nutzbar zu machen. Denn: Daten haben nur dann einen Mehrwert, wenn man eine integrierte Datenlage hat.
Ihr Wunsch an das österreichische Gesundheitssystem: unterschiedliche Stakeholder an einen Tisch zu bringen und gemeinsam an einem übergeordneten Präventionsplan für Österreich zu arbeiten.