Medienmitteilung

Wien, 03.06.2016

Innovatives Patientenselbstmanagement: Roche stärkt Selbstkontrolle mit neuem Gerinnungsmessgerät

CoaguChek INRange System leistet einen wichtigen Beitrag zur Therapieoptimierung.

Mit der Markteinführung des CoaguChek® INRange Systems ist das erste Bluetooth-fähige Messgerät für das Patientenselbstmanagement der Blutgerinnung (PT/INR) verfügbar. Es ermöglicht Betroffenen und ihren Ärzten eine bessere Kontrolle des Gerinnungsstatus und die Überwachung der Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten (VKA). Regelmäßige Selbstkontrollen bieten sowohl einen klinischen Nutzen, als auch Vorteile für die Patienten.
Es hat sich gezeigt, dass Patienten, die ihre Therapie selbst überwachen, länger im therapeutischen Bereich liegen und dies zu weniger Schlaganfällen[1] oder Blutungen[2] führt. Es wurde zudem nachgewiesen, dass bei einmal monatlicher INR-Kontrolle 50–60% der Patienten in ihrem Zielbereich bleiben, und die Quote auf 77–85% steigt, wenn der INR-Wert wöchentlich kontrolliert wird. Die Quote erhöht sich auf bis zu 92% der Patienten, wenn alle drei Tage gemessen wird.[3] Patienten, deren Gerinnungswert die meiste Zeit (> 70%) im therapeutischen Bereich liegt, erreichen bessere klinische Ergebnisse.[4,5]

Belegt ist auch, dass Patienten, die in engem Kontakt mit Ihrem Arzt stehen, ihre Gerinnungstherapie besser einhalten.[3] Betroffene entwickeln durch regelmäßige Selbstkontrollen ein besseres Verständnis ihrer PT/INR-Messwerte und können gemeinsam mit den Ärzten ihre Therapieentscheidungen verlässlicher optimieren.

„Wir können mit unseren Diagnostika einen Beitrag zur besseren medizinischen Versorgung der Patienten bei gleichzeitiger Kostensenkung für die Allgemeinheit leisten,“ so Dr. Andrijka Kashan, Geschäftsführerin von Roche Diagnostics Österreich, anlässlich der Produkteinführung.

Die übliche Betreuung von Patienten unter VKA-Therapie erfordert häufige Besuche im Krankenhaus oder beim Hausarzt zur Bestimmung des PT/INR-Wertes, eine Blutentnahme aus der Vene und bis zu 2-3-tägigem Warten auf die Laborergebnisse. Das CoaguChek INRange System bindet die Patienten aktiv in ihre Therapie ein. Die einfache Blutentnahme aus der Fingerbeere und eine nur 60 Sekunden dauernde Messung geben den Patienten die Unabhängigkeit, ihre normalen täglichen Aktivitäten und ihre Lebensqualität aufrechtzuerhalten und dennoch kontinuierlich mit ihrem behandelnden Arzt in Verbindung zu stehen.

„Die Erfahrung zeigt: Selbstmanager haben die beste Therapiequalität,“ erklärt Priv. Doz. Dr. Benjamin Dieplinger, Präsident der Österreichischen Arbeitsgruppe für das Selbstmanagement der oralen Antikoagulation.

Das neue CoaguChek® INRange System weist hohe Benutzerfreundlichkeit auf: Durch die Speicherung der unterschiedlichen Messergebnisse wird eine bessere Dokumentation der Werte erreicht. Das System ist zudem mit einer Erinnerungsfunktion für die Messung und die Medikamenteneinnahme ausgestattet und verfügt über ein übersichtliches Display, mit dem der Therapiealltag unterstützt wird.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unseren Innovationen für den Diagnostikbereich einen Mehrwert für das gesamte Gesundheitssystem leisten,“ endet Kashan.

Über das CoaguChek INRange System

Seit 1993 setzen CoaguChek® Systeme von Roche Maßstäbe in der Point-of-Care-Gerinnungsüberwachung für Patienten unter oraler Antikoagulanzientherapie und geben Ärzten Sicherheit bei wichtigen Therapieentscheidungen.

Das CoaguChek INRange System hilft Patienten mit minimalem Schulungsaufwand, länger im therapeutischen Bereich zu bleiben. Es bietet Erinnerungshilfen für Medikamenteneinnahme und Messungen, erlaubt die Markierung von Messwerten in Bezug auf den Zielbereich und die optionale Eingabe von Kommentaren zu den Messergebnissen. Das tragbare Messgerät für den häuslichen Gebrauch ermöglicht die komfortable Messung der PT/INR-Werte dank einer intuitiven Benutzeroberfläche und gewährleistet über Bluetooth-Technologie eine flexible Verbindung zum medizinischen Fachpersonal. Trendanalysen zeigen Patienten und Ärzten einen Verlauf der Gerinnungswerte über die Zeit und ermöglichen so ein optimales Therapiemanagement.[6] Weitere Informationen über das CoaguChek INRange System finden Sie unter www.coaguchek.com. Weitere Informationen über die Patientenselbstkontrolle finden Sie unter www.ich-messe-selbst.at.

Über die Antikoagulationstherapie

Millionen von Patienten weltweit nehmen Vitamin-K-Antagonisten (VKA) zur Gerinnungshemmung bei verschiedenen Indikationen wie Vorhofflimmern (VHF), tiefe Venenthrombose (TVT), Lungenembolie (LE) und implantierte künstliche Herzklappe ein. Zur besseren Überwachung der Wirksamkeit der VKA muss regelmäßig die Prothrombinzeit (PT bzw. INR) gemessen werden. Diese Messung kann vom Patienten selbst zu Hause mit einem kleinen Blutstropfen aus der Fingerbeere durchgeführt werden. Verglichen mit der üblichen Gerinnungskontrolle im Krankenhaus oder beim Hausarzt führt die Patientenselbstkontrolle zu einer längeren Zeit im therapeutischen Bereich,[7-9] weniger sehr hohen oder sehr niedrigen INR-Werten,[9] weniger unerwünschten thromboembolischen Ereignissen,[1,10] weniger schweren Blutungen,[10] niedrigerer Sterblichkeit,[10] besserer Lebensqualität der Patienten[10,11] und höherer Zufriedenheit mit der Therapie.[11,13]

Über PT/INR

Die Einnahme der korrekten Dosis ist entscheidend für eine effiziente Gerinnungstherapie. Die korrekte Dosis richtet sich danach, wie lange es dauert, bis das Blut gerinnt. Die Blutgerinnungszeit wird als International Normalised Ratio (INR) gemessen. Die Zeit, in der die INR-Werte zwischen dem oberen und unteren Zielwert liegen, wird als Zeit innerhalb des therapeutischen Bereichs (Time in Therapeutic Range, TTR) bezeichnet. Dieses Therapieziel ist wichtig, denn je länger die Gerinnungswerte der Patienten im therapeutischen Bereich liegen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen wie die Entwicklung von Blutgerinnseln oder starken Blutungen.

Literatur

1. Heneghan C, Ward A, Perera R, et al. Self-monitoring of oral anticoagulation: systematic review and meta-analysis ofindividual patient data. Lancet. 2012;379:322-334.

2. Heneghan, C., Alonso-Coello, P., Garcia-Alamino, J.M., Perera, R., Meats, E., Glasziou, P. (2006).Self-monitoring of oral anticoagulation: a systematic review and meta-analysis. Lancet 367, 404–411.

3. Khan TI, Kamali F, Kesteven P, Avery P, Wynne H.The value of education and self-monitoring in the management of warfarin therapy in older patients with unstable control of anticoagulation.Br J Haematol. 2004;126(4):557-654.

4. Gallagher, A.M., Setakis, E., Plumb, J.M., Clemens, A., van Staa, T.-P. (2011). Risks of stroke and mortality associated with suboptimal anticoagulation in atrial fibrillation patients. ThrombHaemost 106, 968–977.

5. Wan, Y., Heneghan, C., Perera, R., Roberts, N., Hollowell, J., Glasziou, P. et al. (2008). Anticoagulation control and prediction of adverse events in patientswithatrial fibrillation: a systematic review. CircCardiovascQual Outcomes 1, 84–91.

6. Ward A, Tompson A, Fitzmaurice D, Sutton S, Perera R, Heneghan C. Cohort study of Anticoagulation Self-Monitoring (CASM):a prospective study of its effectiveness in the community. Br J Gen Pract. 2015;65(636):e428-437.

7. Bereznicki, L.R.E., Jackson, S.L., Peterson, G.M. (2013).Supervised patient self-testing of warfarin therapy using an online system.J Med Internet Res 15, e138.

8. Christensen, H., Lauterlein, J.-J., Sørensen, P.D., Petersen, E.R.B., Madsen, J.S., Brandslund, I. (2011). Home management of oral anticoagulation viatelemedicine versus conventional hospital-based treatment.Telemed J E-Health Off J Am TelemedAssoc 17, 169–176.

9. Bussey, H.I., Bussey M., Bussey-Smith K.L., Frei, C.R. (2013).Evaluation of warfarin management with international normalized ratio self-testing and onlineremote monitoring and management plus low-dose vitamin k with genomic considerations: a pilot study. Pharmacotherapy 33, 1136–1146.

10. Heneghan, C., Alonso-Coello, P., Garcia-Alamino, J.M., Perera, R., Meats, E., Glasziou, P. (2006).Self-monitoring of oral anticoagulation: a systematic reviewand meta-analysis. Lancet 367, 404–411.

11. Matchar, D.B., Jacobson, A., Dolor, R., Edson, R., Uyeda, L., Phibbs, C.S., et al.; THINRS Executive Committee and Site Investigators.(2010). Effect of hometesting of international normalized ratio on clinical events. N Engl J Med 363, 1608–1620.

12. Salvador, C.H., Ruiz-Sanchez, A., González de Mingo, M.A., Carmona Rodríguez, M., Carrasco, M.P., Sagredo, P.G., et al. (2008). Evaluation of a telemedicinebasedservice for the follow-up and monitoring of patients treated with oral anticoagulant therapy. EEE Trans InfTechnol Biomed 12, 696–706.

13. Gardiner, C., Williams, K., Mackie, I.J., Machin, S.J., Cohen, H. (2005). Patient self-testing is a reliable and acceptable alternative to laboratory INRmonitoring. Br J Haematol 128, 242–247.

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