Austrian Patient Safety Award 2015

Von Maximilian Kunz, MAS, MBAl | Dezember 2015 | Periskop Ausgabe 66

Im Rahmen der Tagung „E-Health – Chancen und Risiken für PatientInnen- und MitarbeiterInnensicherheit“ wurden vergangenen Herbst die Preisträger des Austrian Patient Safety Award 2015 präsentiert. Dieser Preis, der im Rahmen der 48. Welldone Lounge am 12. Oktober in der Österreichischen Nationalbibliothek überreicht wurde, wird alle zwei Jahre von der Plattform für Patientensicherheit vergeben und richtet sich an innovative Leistungen zur Erhöhung von Patientensicherheit und Qualität in Gesundheitseinrichtungen. Ziel ist es, herausragende Projekte der Öffentlichkeit zu präsentieren und damit für das Thema zu sensibilisieren.

Die Gewinner in der Kategorie Simulation

„Aufbau eines Trainingszentrums für simulationsbasiertes Crisis Ressource Management Training in der Medizin“ Prim. Dr. HELMUT TRIMMEL, Msc, Landesklinikum Wiener Neustadt

Seit 2009 werden am Landesklinikum Hochegg simulationsbasierte CRM-Teamtrainings (Crisis Ressource Management Trainings) durchgeführt. Dabei werden vor allem Führungskompetenz, Teamarbeit und Kommunikation in akutmedizinischen Stresssituationen trainiert. 

„Fokus Geburtshilfe: interdisziplinäres Teamtraining zur Versorgung von Müttern und Kindern während geburtshilflicher Notfallsituationen“ Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. BERNHARD RÖSSLER, MIH, und Univ.-Prof. Dr. Dagmar Bancher-Todesca, Medizinische Universität Wien

Im Rahmen von In-situ-Trainings direkt im Kreißsaal werden interprofessionelle Teams gemeinsam auf Stresssituationen bei problematischen Geburten vorbereitet. Dabei werden Wissen und Fertigkeiten vermittelt und wird das richtige Verhalten erprobt.

Die Gewinner in der Kategorie Hygiene

„Vermeidung postoperativer Wundinfektionen bei Sectio
caesarea (Kaiserschnitt)“ OA Priv.-Doz. Dr. BENJAMIN DIEPLINGER, Konventhospital der Barmherzigen Brüder, Linz 

Mit einem evidenzbasierten Maßnahmenbündel ist es gelungen, die Wundinfektionsrate von 1,36 Prozent im Jahr 2013 auf 0,28 Prozent im laufenden Jahr zu senken.

„Multiresistente Krankheitserreger – Herausforderung angenommen!“ Prim. Dr. GERALD PICHLER, MSc, und DGKP CHRISTIAN PUX, Albert Schweitzer Klinik, Geriatrische Gesundheitszentren, Graz

Durch eine Optimierung des Hygienemanagements konnten 68 Prozent der auftretenden MRSA-Keime antibiotikafrei dekontaminiert werden.

Die Gewinner in der Kategorie CIRS

„Risikomanagement/CIRS – neue Wege in der CIRSMeldungsbearbeitung“ DI DANIELA WALTRITSCH, BSc, und Volker Hübl, MSc, Kardinal Schwarzenberg’sches Krankenhaus, Schwarzach

Durch die Schulung und Installation von 40 gut ausgebildeten RisikomanagerInnen in allen Abteilungen konnte die Fehlerkultur massiv verbessert und die Anzahl der CIRS-Meldungen signifikant gesteigert werden. 

Anerkennungspreis

„Pharmazeutisch/medizinischer Medikationscheck bei der Problempatientin mit Polymedikation in der Ordination“ Dr. MARTINA WÖLFL und Mag. MARTINA ANDITSCH, Wölfl Intern. Zentrum Brigittenau OG

Apothekerin und Ärztin überprüfen gemeinsam die Medikation multimorbider PatientInnen. Damit ist es gelungen, die Medikation zu optimieren und um durchschnittlich 2,7 Medikamente pro PatientIn zu reduzieren.

Die Preisverleihung in der Österreichischen Nationalbibliothek im Rahmen der 48. Welldone Lounge mit dem Titel „Sicherheit“ wurde von der VAMED AG und Roche Austria unterstützt. 

Mag. Gottfried Koos, Vorstandsmitglied der VAMED AG: „Für die VAMED als führenden internationalen Gesundheitsdienstleister steht die Gewährleistung von Patientensicherheit an vorderster Stelle bei allen Maßnahmen und Projekten in den Bereichen Prävention, Akutversorgung, Rehabilitation und Pflege. Die Patientensicherheit ist dabei ein Resultat aus der Kompetenz bei Planung, Ablauforganisation und Prozessmanagement von Gesundheitseinrichtungen. Besonderes Augenmerk gilt der laufenden Sicherung des hohen Qualitätsniveaus im täglichen Zusammenspiel zwischen den Mitarbeitern und den Patienten durch bewusstseinsbildende Schulungsprogramme und klare Kommunikation. Entsprechend dem „we care“ Prinzip, fördert die VAMED durch ihr International Medical Board auch ganz gezielt den internationalen Erfahrungsaustausch und die Umsetzung von Best- Practice-Lösungen im Bereich Patientensicherheit.“

Dr. Klaus Schuster, Market Access Director von Roche Österreich, betonte die Notwendigkeit zu mehr Awareness in diesem Bereich: „Für Roche als Arzneimittelhersteller ist Patientensicherheit oberstes Gebot – das heißt, Medikamente müssen wirksam und sicher sein. Dafür tragen wir einerseits durch umfangreiche Studien Sorge, andererseits indem wir unsere hochsensiblen Medikamente als Originalhersteller direkt und lückenlos kontrolliert an Apotheken und Krankenhäuser liefern. Durch unsere Unterstützung bei der Verleihung des zweiten Austrian Patient Safety Awards möchten wir die Sicherheitskultur im Sinne der Patienten weiter fördern.“

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