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Glossar

A
ACE - Hemmer

 ACE-Hemmer ist die Kurzbezeichnung für Hemmstoffe des Enzyms ACE (Angiotensin-converting-Enzym).

Wirkungen
ACE-Hemmer senken den Blutdruck und die Vorlast und Nachlast des Herzens.

Verwendung
Bei essentiellem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz,  nach Herzinfarkt (vorbeugend gegen erneuten Infarkt).

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure ist eine Chemische Verbindung mit schmerzstillender, fiebersenkender und entzündungshemmender Wirkung. Acetylsalicylsäure hemmt darüber hinaus die Zusammenballung der Blutplättchen (Thrombozyten), die zu Blutgerinnseln führen können.

Adenom

Adenom
Von den oberflächlichen Zellen (Epithelgewebe) der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes oder der Drüsen ausgehende, zunächst gutartige Neubildung, die aber bösartig entarten kann.

Entsprechend dem Aussehen werden folgende Formen unterschieden:

1. tubuläres Adenom, mit röhrenförmiger Anordnung des Epithelgewebes, z. B. Polypen.
2. trabekuläres Adenom, bei dem das Epithelgewebe balkenförmig angeordnet ist.
3. follikuläres Adenom, bei dem sich kleine Zellbläschen bilden, in denen z. B. in der Schilddrüse Hormone produziert oder auch abgegeben werden können.
4. Adenome mit Ausbildung eines größeren Hohlraums, z. B. in den Eierstöcken.
5. Fibroadenome mit vermehrtem Wachstum von Bindegewebszellen, besonders in der weiblichen Brust.

Adipositas

Adipositas
Körpergewicht mit einem Body-mass-Index ab 30 kg/m2, d. h. starkes Übergewicht, das zu gesundheitlicher Beeinträchtigung führt. Adipositas ist ein Risikofaktor für Folgeerkrankungen (besonders metabolisches Syndrom mit Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Hypercholesterolämie, Bluthochdruck, Arteriosklerose).

Adjuvante Behandlung

Adjuvante Behandlung
Eine adjuvante Behandlung erfolgt im Anschluss an die operative Entfernung eines Tumors, um die Gefahr eines Rückfalls zu verringern.

Akkommodationslähmung

Unter einer Akkommodationslähmung versteht man den teilweisen, selten vollständigen Ausfall der Akkommodation des Auges, d. h. das Auge kann einen fixierten Gegenstand nicht mehr scharf auf der Netzhaut abbilden.  Eine Akkommodationslähmung tritt häufig zusammen mit einer Störung der Bewegungsfähigkeit der Pupillen auf. Vgl. Okulomotoriuslähmung.

Ursachen
Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, Entzündung der Iris und des Ziliarkörpers, grüner Star und andere Erkrankungen können eine Akkommodationslähmung verursachen.

Alaninaminotransferase

Alaninaminotransferase wird auch Glutamat-Pyruvat-Transaminase genannt. Es ist ein Enzym, das in der Leber vorkommt und z.B. bei akuter Hepatitis oder Leberschädigung erhöht ist.

Alfacalcidol

Alfacalcidol ist ein Zwischenprodukt des Vitamin-D-Stoffwechsels. Alfacalcidol wird in der Leber in die eigentlich wirksame Substanz 1,25-Dihydroxycolecalciferol (Calcitriol) umgewandelt. Es wird zur Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose und renalen Osteopathie verwendet.

Alveolen

Alveolen sind die so genannten Lungenbläschen, an denen der Gasaustausch bei der Lungenatmung stattfindet. Eine Alveole hat einen Durchmesser von 100-300 Mikrometer. Die Gesamtoberfläche aller Alveolen der menschlichen Lunge beträgt 70-80 m2. Alveolen sind von elastischem Fasergerüst und dem Kapillarnetz der Lungenarterien umgeben und untereinander durch Poren der Alveolarwand verbunden. An den Alveolen wird über Diffusion durch die so genannte alveolokapilläre Membran Sauerstoff in das Blut aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben.

Anabolika

Anabolika sind Substanzen, die zu verstärkter Proteinbildung im Körper, z. B. in der Muskulatur, führen und Wachstumsprozesse beschleunigen.

Verwendung
Anabole Steroide z. B. werden bei Blutarmut aufgrund einer krankhaften Verminderung des blutbildenden Knochenmarks und Osteoporose eingesetzt. Anabolika werden häufig zum Muskelaufbau missbraucht (so genanntes Doping).

Analkarzinom

Analkarzinom
Von bestimmten oberflächlichen Zellen (Epithelzellen) des Analrandes oder des Analkanals ausgehender bösartiger Tumor. Bei diesem Tumor kommt es frühzeitig zu Metastasen in den umgebenden Lymphknoten, den Leistenlymphknoten und den Lymphknoten im Bereich des Darmbeins.

Allgemeine Häufigkeit: ca. 0,5 Erkrankte auf 100 000 Einwohner. Der Tumor tritt gehäuft nach dem 60. Lebensjahr auf. 1-3 % aller Tumore des unteren Verdauungstraktes sind Analkarzinome.

Symptome
Erst relativ spät kommt es zu Juckreiz, Stuhlinkontinenz, Schmerzen oder Blutungen.

Diagnose
Inspektion und Abtasten der Analregion, Untersuchung mit einem schlauchförmigen Untersuchungsgerät mit Kamera und Greifmöglichkeit (Rektoskopie) mit Entnahme einer Gewebeprobe, Ultraschall, Röntgenuntersuchungen (Computertomographie, Kernspintomographie).

Anämie, autoimmunhämolytische

autoimmunhämolytische Anämie -   
ist eine Form der Anämie, die durch Antikörper hervorgerufen wird, die mit den roten Blutkörperchen reagieren. Die Zerstörung verursacht akute oder chronische Entzündungen der Nieren.

Anämie, hämolytische

hämolytische Anämie -
ist eine Anämie, die durch übermäßige Zerstörung von roten Blutkörperchen verursacht wird.

Anämie, megaloblastische

megaloblastische Anämie -
ist eine Anämie, bei der die produzierten Erythrozyten unreif und abnormal groß sind; die megaloblastische Anämie hängt normalerweise mit einem Mangel an Folsäure und Vizamin B 12 zusammen.

Anaphylaxie

Anaphylaxie ist eine schwerwiegende, manchmal tödliche allergische Reaktion auf eine Substanz; Symptome sind Kurzatmigkeit, niedriger Blutdruck und Hautausschläge, manchmal mit Bläschenbildung oder Nesselausschlag.

Antigen

Ein Antigen ist eine Substanz, die von einem Organismus als fremd erkannt wird und eine spezifische, d. h. nur gegen dieses Antigen gerichtete Immunantwort mit der Bildung von Antikörpern auslöst. Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen sowie körperfremde Proteine können als Antigene wirksam werden.
siehe auch Influenza-Virus

Antigenshift

Antigenshift ist eine plötzlich auftretende, meist erhebliche Veränderung der Eigenschaften eines Antigens bei Mikroorganismen (insbesondere Viren), wodurch neue Subtypen entstehen können. So wird z. B. bei dem Influenza-Virus (Typ A) durch einen gewissen Austausch des Genmaterials zwischen zwei Subtypen ein Antigenshift ausgelöst, der in der Regel zu einer neuen Pandemie führt, da die bereits im Körper des Menschen vorhandene Antikörper gegen den neuen Influenza-Virus-Subtypen nicht mehr wirken. Vgl. Antigendrift.

Antikörper

Antikörper
Gruppe von Glykoproteinen (Immunglobuline), die vom Immunsystem nach Kontakt mit Antigenen von weißen Blutkörperchen des Immunsystems (so genannten B-Lymphozyten) und Plasmazellen gebildet werden und ausschließlich mit dem entsprechenden Antigen reagieren (Antigen-Antikörper-Reaktion). Antikörper binden fremde (vor allem krankmachende Mikroorganismen) und körpereigene Antigene (z. B. Tumorzellen).

Antikörper sind spezifische Eiweisse, die vom Immunsystem des menschlichen Körpers produziert werden, wenn der Organismus auf Stoffe trifft, die er als fremd erkennt, z.B. auf Bakterien oder Viren. Bei erneutem Kontakt mit dem Erreger können die Antikörper diesen erkennen und zerstören.

Arteriosklerose

Arteriosklerose wird auch Atherosklerose und umgangssprachlich Arterienverkalkung genannt.

Wichtigste und häufigste krankhafte Veränderung der Arterien mit Verhärtung, Verdickung, Elastizitätsverlust und Einengung.

Ursachen
Zahlreiche Giftstoffe bzw. Krankheiten werden, z. T. durch tierexperimentelle, klinische und bevölkerungsweite Beobachtungen gestützt, für die Auslösung bzw. Förderung der Arteriosklerose verantwortlich gemacht. Zu diesen Krankheiten gehören z. B. Bluthochdruck (Hypertonie), Blutfetterhöhung (insbesondere Hypercholesterinämie), Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes), Nikotin, Antigen-Antikörper-Komplexe, Entzündungen, Sauerstoffmangel (im Gewebe), psychischer Stress, Alter und familiäre Belastung.

Arteriovenöse Fistel

Eine arteriovenöse Fistel ist ein Kanal oder Durchlass zwischen einer Arterie und einer Vene, der operativ geschaffen wurde

arteriovenöses Transplantat

Ein arteriovenöses Transplantat ist ein Durchlass zwischen einer Arterie und einer Vene mittels eines künstlichen Röhrchens.

Arthrose

Arthrose wird auch Arthrosis deformans genannt.

Degenerative Gelenkerkrankung, die vorwiegend bei einem Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile und -gewebe entsteht.

Symptome
Zunächst besteht Spannungsgefühl und Steifigkeit in den betroffenen Gelenken, dann Anfangsbewegungsschmerz, Belastungsschmerz und schliesslich Dauerschmerz. Es kann zu Gelenkgeräuschen bei Bewegung kommen, ferner zu Gelenksinstabilität und Muskelschwund.

Diagnose
Röntgenuntersuchung

Arzneimittelikterus

: Beim Arzneimittelikterus handelt es sich um eine Gelbsucht die infolge einer allergischen oder zellschädigenden Leberschädigung durch Arzneimittel entsteht.

 
Asterixis

Ein Asterixis ist ein abnormaler Tremor, der mit einem unwillkürlichen Zucken, besonders der Hände, verbunden ist; tritt häufig kurz vor einem Leberkoma und mit anderen Formen von Stoffwechselstörungen im Gehirn auf.

Asthenie

Als Asthenie bezeichnet man den Mangel oder Verlust von Körperkraft.

Aszites

Als Aszites (auch Bauchwassersucht genannt) bezeichnet man eine Ansammlung von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle.

Atemwege

Atemwege
Die oberen Abschnitte der Atemwege umfassen die Nasenhöhle mit ihren Nebenhöhlen und den Rachen, wo sich der Luftweg mit dem Nahrungsweg kreuzt. Die unteren Atemwege beginnen mit dem Kehlkopf, es folgt die Luftröhre und danach die gesamte Aufzweigung des Bronchialbaums (Bronchus, Bronchiolen) bis hin zu den Lungenbläschen (Alveolen).

Autoimmunerkrankung

Autoimmunerkrankung ist in der Medizin ein Überbegriff für Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ist.

Autointoxikation

Eine Autointoxikation ist eine Selbstvergiftung durch Stoffwechselprodukte des eigenen Körpers, z. B. bei schwerer Leber - und Niereninsuffizienz oder diabetischem Koma.

B
Bakterien

Bakterien sind einzellige Kleinlebewesen ohne echten Zellkern. Sie können die Form von Kugeln (Kokken), Stäbchen (Bazillen) und Schrauben (Spirochäten) haben. Bakterien vermehren sich durch Zellteilung, bei der zwei identische Zellen entstehen. Manche Bakterien können bei ungünstigen Bedingungen so genannte Sporen (Dauerstadien) bilden, mit denen sie z. B. extreme Temperaturen überdauern. Viele Bakterien sind Auslöser von Infektionen, während andere Bakterien wichtig für die Bildung der menschlichen Darm- und Hautflora sind.

Bakterien

Bakterien sind einzellige Kleinlebewesen ohne echten Zellkern. Sie können die Form von Kugeln (Kokken), Stäbchen (Bazillen) und Schrauben (Spirochäten) haben. Bakterien vermehren sich durch Zellteilung, bei der zwei identische Zellen entstehen. Manche Bakterien können bei ungünstige Bedingungen so genannte Sporen (Dauerstadien) bilden, mit denen sie z. B. extreme Temperaturen überdauern. Viele Bakterien sind Auslöser von Infektionen, während andere Bakterien wichtig für die Bildung der menschlichen Darm- und Hautflora sind.

Basaliom

Ein Basaliom ist ein Teilbösartiger Tumor der Haut. Das Basaliom wächst langsam in das umgebende Gewebe  hinein, bildet aber keine Metastasen. Es befindet sich meist an Körperstellen, die dem Licht ausgesetzt sind (Gesicht, Hände).

 

Therapie: Chirurgische Entfernung mit Schnittrand im gesunden Gewebe, eventuell Röntgenbestrahlung.

Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist eine 15-20 cm lange Drüse mit einem Gewicht von ca. 70-80 g.
Der Hauptausführungsgang (Ductus pancreaticus) mündet gemeinsam mit dem Gallenausführungsgang (Ductus choledochus) in den Dünndarm. Das Pankreas besteht aus einem exokrinen (Enzym produzierenden) und endokrinen (Hormon produzierenden) Anteil. Das endokrine Pankreas wird von der Gesamtheit der Langerhans-Inseln (so genannter Inselapparat) gebildet.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs oder auch Pankreaskarzinom ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse und dritthäufigster Tumor des Verdauungstraktes. Der Häufigkeitsgipfel liegt im 5. und 6. Lebensjahrzehnt, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Die genauen Ursachen sind unbekannt, Risikofaktoren sind Rauchen, Alkoholmissbrauch, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) sowie das Vorkommen von Pankreaskarzinomen in der Familie (können genetisch bedingt sein). Das Pankreaskarzinom bildet frühzeitig Metastasen.

Behandlung, palliative

Eine palliative Behandlung ist eine  Lindernde Behandlung im Gegensatz zur heilenden Behandlung. Z. B. bei der Behandlung von Tumoren, die nicht mehr zu operieren sind oder Metastasen gebildet haben, die eine Heilung nicht möglich machen.

Benigne

Benigne bedeuted gutartig; der Gegensatz hierzu ist maligne - bösartig.

Berufskrebs

Als Berufskrebs bezeichnet man eine als Berufskrankheit anerkannte Krebserkrankung, die vor allem durch krebserzeugende Stäube (z. B. Asbest), Gefahrstoffe (z. B. aromatische Amine bei Chemiearbeitern) und ionisierende Strahlung (z. B. Röntgenstrahlen) verursacht wird.

Betablocker

Ein Betablocker ist ein Arzneimittel, welche Noradrenalin und Adrenalin an den Rezeptoren des jeweiligen Erfolgsorgans hemmen.

Bilirubin

Bilirubin ist ein Abbauprodukt eines Bestandteils des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin). Bilirubin wird in der Leber an einen Trägerstoff gebunden und über die Gallenflüssigkeit in den Darm ausgeschieden. Bei bestimmten Erkrankungen der Leber (z. B. akute Hepatitis, chronische Hepatitis, Leberzirrhose) ist die Ausscheidung von Bilirubin gestört und es kommt zu einer Erhöhung im Blut, in der Haut und in der Bindehaut des Auges. Es kommt dann zur typischen Gelbfärbung von Haut und Augen.

Biologicals

Biologicals auch Biologics, Biologika oder Biopharmazeutika genannt, sind um ein Vielfaches komplexer als die chemisch klar definierten kleinen Moleküle, die nach wie vor den Großteil der Arzneimittel ausmachen. Biologicals können aus Proteinen (insbesondere Antikörpern), DNA oder RNA bestehen und werden durch biotechnologische Herstellungsverfahren aus lebenden Organismen gewonnen.

Biomarker

Biomarker sind biologische Indikatoren, welche gemessen und verwendet werden können, um normale biologische und/oder Krankheitsprozesse oder Reaktionen auf Medikamente oder Therapien beurteilen zu können.

Diese weitgefasste Definition schliesst alle diagnostischen Tests, Bildgebungsverfahren und sonstigen objektiven Messgrößen für den Gesundheitszustand eines Menschen ein. Biomarker sind also nichts Neues, doch zahlreiche neue Werkzeuge wie etwa die Proteomik und die Genomik helfen Forschern dabei immer neue Marker zu entdecken, die sich möglicherweise noch mehr dafür eignen die Arzneimittelentwicklung und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Biopsie

Bei der Biopsie wird Gewebe für medizinische (histologische) Untersuchungen entnommen.

Biosimilars

Biosimilars, auch Follow-on Biologics (FOB).
Neue biologische Arzneimittel, die als einem Referenzarzneimittel 'ähnlich' deklariert werden und für die ein unabhängiger Hersteller eine Zulassung beantragt, nachdem das Patent für das Präparat des Originalherstellers abgelaufen ist.

Während kleine chemische Moleküle relativ einfach zu kopieren sind, erfordert es einiges mehr, biologische Arzneimittel zu kopieren, da diese durch äußerst komplexe Herstellungsprozesse in lebenden Zellen gewonnen werden, die schwer reproduzierbar sind. Deshalb können diese nachgemachten so genannten 'second-entry biologics' nicht als Generika betrachtet werden. Aus diesem Grund bezeichnen diese Behörden die nachgemachten biologischen Arzneimittel als 'ähnliche biologische Arzneimittel' oder 'Biosimilars'.

Biosynthese

Biosynthese ist der Aufbau organischer Verbindungen durch lebende Zellen zur Aufrechterhaltung der physiologischen Funktionen des Gesamtorganismus; vgl. Stoffwechsel.

Bisphosphonate

Bisphosphonate sind pharmakologische Substanzen, die als Regulatoren des Calciumstoffwechsels (s. Calcium) therapeutisch genutzt werden.

Wirkung
Bisphosphonate hemmen sowohl den Knochenabbau durch Osteoklasten als auch die Bildung neuer Osteoklasten.

Anwendung
Bei Knochentumoren, bei Symptomen einer erhöhten Calciumkonzentration im Blut (Hyperkalzämiesyndrom), Osteodystrophia deformans und Osteoporose.

Blasenkarzinom

Ein Blasenkarzinom ist ein von den oberflächlichen Zellen der Harnblasenschleimhaut ausgehender bösartiger Tumor.

Vorkommen: vor allem nach dem 60. Lebensjahr, bei Männern häufiger als bei Frauen.

Symptome: Blutiger Urin mit oder ohne Schmerzen, erschwertes und schmerzhaftes oder häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen, Schmerzen in der Leistengegend, Harnstauung.

 
Blasentumor

Blasentumore gehen meist von den die Blase auskleidenden Zellen aus. Sie liegen häufig an dem Blasengrund, der dem Damm zugekehrt ist, können aber auch gleichzeitig an mehreren Stellen vorkommen. Sie treten besonders im höheren Lebensalter auf.

Symptome: Auftreten von Blut im Urin, Harnwegsinfektionen, häufiger Harndrang und eventuell Schmerzen oder Druckgefühl.

Blutharnstoffstickstoff

Blutharnstoffstickstoff ein Test, anhand dessen der im Harnstoff enthaltene Stickstoffgehalt im Blut gemessen wird; damit wird die Stoffwechselfunktion der Leber und die exkretorische Funktion der Nieren beurteilt.

Blutzucker

Als Blutzucker wird die Konzentration von Glukose im (venösen) Vollblut, Kapillarblut, Blutplasma oder -serum bezeichnet. Glukose wird über das Blut zu den Zellen transportiert, in denen sie zur Energiegewinnung abgebaut wird. Die Regulation der Blutzuckerkonzentration erfolgt durch die Hormone Insulin, Glucagon, Adrenalin, Cortisol und STH. Die Blutzuckerkonzentration liegt normalerweise zwischen 3,6-5,6 mmol/l. Erkrankungen können zu erniedrigter oder erhöhter Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie, Hyperglykämie) führen. Vgl. Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, Glukose-Toleranztest.

Bronchiolen

Bronchiolen sind feinere Verzweigungen der Bronchien. Sie haben einen Durchmesser von 0,7-1 mm. Ihre Wand ist knorpel- und drüsenfrei, enthält reichlich elastische Fasern und schraubig angeordnete glatte Muskulatur. Bronchiolen sind durch ein Flimmerepithel ohne Schleim absondernde Becherzellen ausgekleidet.

Bronchitis, akute

Akute Bronchitis ist eine plötzlich einsetzende entzündliche Infektion der unteren Atemwege (vgl. Bronchus), zumeist als Folge viraler Infekte. Eine durch Bakterien ausgelöste Bronchitis ist eher selten.

Symptomatik
Husten, zäher Auswurf, Erhöhung der Körpertemperatur, Schmerzen im Brustkorb.

Bronchus

Bronchus ein Teil der unterem Atemwege; Fortsetzung der Luftröhre.

Der Bronchus teilt sich vor dem 4. Brustwirbel in den rechten und linken Stammbronchus. Die Stammbronchien verzweigen sich entsprechend den Lungenlappen rechts in drei, links in zwei Lappenbronchien, diese wiederum in die Segmentbronchien entsprechend der Zahl der Lungensegmente.
Die Wand der Bronchien ist mit einem Flimmerepithel bedeckt. Im Flimmerepithel sitzen Becherzellen, die Schleim absondern, welcher sich durch die Bewegung der Flimmerhärchen rachenwärts bewegt. Auf diesem Weg werden Fremdpartikel aus den Bronchien hinausbefördert. Die Bronchialmuskulatur ist glatt und zirkulär, in kleinen Bronchien schraubig angeordnet.

Brustkrebs

Brustkrebs oder auch Mammakarzinom
Das Mammakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor der Frau. Es tritt vor allem zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr auf.

Symptome
Meist schmerzlose, aber deutlich tastbare Knoten. Frühsymptome sind verdächtige Tastbefunde, die in der Regel bei der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sowie bei regelmäßiger Selbstuntersuchung der Brust auffallen. Außerdem kann es z.B. zu Hautveränderungen kommen (Einziehung der Haut oder Unverschieblichkeit über einer Verhärtung, Grobporigkeit) oder auch zur Einziehung der Brustwarze, Sekretabgabe der Milchdrüsen u.a.

Verlauf: abhängig von Tumorstadium bei der Diagnose (v.a. vom Lymphknotenbefall, vgl. Metastasen) und Bösartigkeit des Tumors (s. Grading).

Diagnose
Tastbefunde, Ultraschalldiagnostik, Röntgenuntersuchung (Mammographie), Magnetresonanztomographie sowie Untersuchung von entnommenem Gewebe (s. Mammabiopsie).

B-Zellen

B-Zellen (auch B-Lymphozyten genannt) gehören zu den weissen Blutkörperchen. Sie werden in Knochenmark, Lymphknoten, Thymus und Milz gebildet. Sie haben die Funktion, im Rahmen der Immunantwort des menschlichen Organismus Antikörper zu produzieren. Sie sind Vorstufen der Plasmazellen.

C
Chemotherapie

Chemotherapie ist ein Einsatz von Medikamenten, die Krankheitserreger und Tumorzellen durch eine Hemmung des Stoffwechsels möglichst selektiv schädigen. Im Rahmen der Krebsbehandlung unterscheidet man die so genannte adjuvante Chemotherapie im Anschluss an eine Operation oder eine Strahlentherapie von der neoadjuvanten Chemotherapie, die vor einer geplanten Operation oder Strahlentherapie zur Schädigung des Tumors oder der Metastasen oder zur Verminderung der Tumormasse eingesetzt wird.

Chemotherapie

Chemotherapie -
Einsatz von Medikamenten, die Krankheitserreger und Tumorzellen durch eine Hemmung des Stoffwechsels möglichst selektiv schädigen. Im Rahmen der Krebsbehandlung unterscheidet man die so genannte adjuvante Chemotherapie im Anschluss an eine Operation oder eine Strahlentherapie von der neoadjuvanten Chemotherapie, die vor einer geplanten Operation oder Strahlentherapie zur Schädigung des Tumors oder der Metastasen oder zur Verminderung der Tumormasse eingesetzt wird.

chronische Polyarthritis

chronische Polyarthitis (cP) -
Siehe rheumatoide Arthritis (RA)

Citratzyklus

Der Citratzyklus wird auch Zitronensäurezyklus, Tricarbonsäurezyklus oder Krebs-Zyklus genannt und ist die zyklische Abfolge chemischer Reaktionen des Stoffwechsels in einer Zelle, die sich unter anderem der Glykolyse anschließen kann. Funktionen sind Abbau von Kohlenhydraten, Aminosäuren und Fettsäuren zur Energiegewinnung und Bereitstellung von Zwischenprodukten für Biosynthesen. Der Citratzyklus liefert Moleküle, die in die so genannte Atmungskette zur weiteren Energiegewinnung eingehen.

Cortisol

Cortisol ist ein zu den Glukokortikoiden gehörendes, in der Nebennierenrinde gebildetes Hormon und Gegenspieler des Hormons Insulin. Es fördert die Produktion von Glukose im Körper (Glukoneogenese) mit Erhöhung der Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie) und Abbau von Proteinen. Cortisol wird auch Kortisol oder Hydrocortison genannt.

D
Diabetes

Diabetes
Diabetes ist eine lebenslange Erkrankung, die gekennzeichnet ist durch hohe Blutzuckerwerte; sie kann hervorgerufen werden durch zu wenig Insulin (ein in der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon zur Blutzuckerregulierung), durch Resistenz gegenüber Insulin, oder durch beides.
siehe Typ 1 Diabetes; Typ 2 Diabetes

diabetisches Koma

diabetisches Koma wird auch Coma diabeticum genannt

Hyperglykämisches Koma, d. h. Koma aufgrund von erhöhter Blutzuckerkonzentration bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes, ausgelöst durch Mangel an Insulin, Insulinresistenz, Hunger oder Infektion.

Dialyse

Bei der Dialyse werden mit Hilfe von Maschinen Substanzen, die der gesunde Körper über die Niere ausscheidet, durch Blutreinigungsverfahren aus dem Blut entfernt. Die Dialyse wird beim akuten Nierenversagen und zur Behandlung bei Vergiftungen mit bestimmten Substanzen angewandt. Sie dient als Überbrückung bis zu einer Nierentransplantation, kann aber auch als lebenslange Ersatztherapie angewandt werden.
Bei längerfristiger Dialysebehandlung drohen Stoffwechselerkrankungen v.a. des Knochen-, Eisen-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels sowie des Elektrolyt-, Wasser- und Säure-Basen-Haushalts.

Dickdarmkrebs

Dickdarmkrebs ist eine Tumorerkrankung des Dickdarms. Man unterscheidet gutartige, wie z. B. Polypen, und bösartige Dickdarmtumore. - Vgl. Darmtumor, Kolonkarzinom

Dickdarmtumor

Dickdarmtumor -
Siehe kolorektales Karzinom.

Dignität

Dignität ist eine Biologische Wertigkeit z. B. eines Tumors im Sinne von gutartig (benigne) oder bösartig (maligne).

DNS/DNA

DNS - Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure
DNA - englische Abkürzung für deoxyribonucleic acid; 

Die DNA ist Träger der genetischen Information. Sie ist vorwiegend im Zellkern und dort in den Chromosomen lokalisiert. DNA ist aus einzelnen Nukleotiden aufgebaut, die zu grossen Molekülen (Polynukleotiden) verbunden sind. Die Nukleotide enthalten den Zuckerbaustein Desoxy-Ribose und sind über 3',5'-Phosphodiesterbindungen verknüpft. Hauptsächliche Basen sind Adenin, Guanin (Purinbasen), Cytosin und Thymin (Pyrimidinbasen). Die Reihenfolge der Basen (genetischer Code) verschlüsselt die Information für das spätere Genprodukt, meist ein Protein (Strukturprotein oder Enzym). DNA bildet bei den meisten Lebewesen (mit Ausnahme der so genannten RNA-Viren) das genetische Material, d.h. sie ist Träger der Erbanlagen. Sie liegt meist als Doppelstrang vor, der aus zwei Polynukleotidketten entgegengesetzter Polarität besteht und durch die so genannte Basenpaarung zwischen zwei Basen zustande kommt. Die besondere geschraubte Struktur des DNA-Doppelstrangs wird Doppelhelix genannt. Die Basenfolge in einem Strang legt vollständig die des gegenüber liegenden Strangs fest. Mit Hilfe der RNA werden genetischen Informationen aus dem Zellkern hinaus transportiert und Genprodukte hergestellt.

Drosselniere

Drosselniere ist die Bezeichnung für eine durchblutungsgestörte Niere mit Bluthochdruck als Folge. Die verminderte Durchblutung kann zur so genannten Schrumpfniere führen.

Dukes-Klassifikation

Die Dukes-Klassifikation ist die Einteilung des kolorektalen Karzinoms. Wichtige Faktoren sind die Eindringtiefe des Tumors in die Darmwand und das Vorhandensein von Metastasen in den benachbarten Lymphknoten.
Dukes A: Tumor ist auf die Darmwand beschränkt.
Dukes B: Tumor durchdringt die Darmwand und wächst in benachbarte Gewebe ein.
Dukes C1: Metastasen in 1-3 benachbarten Lymphknoten.
Dukes C2: Metastasen in mehr als 3 benachbarten Lymphkonten oder entlang großer Gefäße.
Dukes D: Metastasen in weit entfernten Lymphkoten und Organen.

Dünndarmtumor

Die bösartigen Dünndarmtumore machen ca. 1-3 % der bösartigen Tumore des Verdauungstraktes aus.

Symptome: Luftansammlung im Darm oder Bauchraum (Meteorismus), krampfartige Schmerzen, Erbrechen, tastbare Vergrößerung im Bauchraum, Stuhlstau durch Einengung des Darms, Blutarmut (Anämie).

Therapie: Operative Entfernung des betroffenen Darmabschnittes, bei bösartigen Tumoren einschließlich der benachbarten Lymphknoten, und Zusammenführen der beiden dabei entstandenen freien Darmenden.

Dysplasie

Eine Dysplasie ist eine abnormale anatomische Struktur, bedingt durch abnormales Wachstum und abnormale Entwicklung von Organen oder Zellen.

E
Eierstockkrebs

Beim Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) handelt es sich um eine bösartige Veränderung des Eierstockgewebes. Da die Eierstöcke aus vielen verschiedenen Zellarten bestehen, gibt es je nach Ursprungszellen zahlreiche Tumorformen, die gutartig oder bösartig sein können. Zu den gutartigen (benignen) Tumoren zählt z.B. das Ovarialfibrom. Die Mehrzahl der Ovarialtumoren sind bösartig (maligne). 

Symptome
Im Frühstadium führt Eierstockkrebs zu gar keinen oder nur vagen Symptomen wie Schmerzen im Unterleib und Völlegefühl. Eierstockkrebs wird deshalb oft zufällig entdeckt, meist erst im fortgeschrittenen Stadium.

Diagnose
Tastbefunde, Ultraschalliagnostik, Computer- oder Magnetresonanztomographie, Untersuchung von entnommenem Gewebe (Biopsie), Bauchspiegelung.

Elektronentherapie

Die Elektronentherapie ist eine Form der Strahlentherapie. Sie bietet den Vorteil einer regelbaren Eindringtiefe der Strahlen in das Gewebe und eines steilen Dosisabfalls hinter der therapeutischen Reichweite.

Embryofetopathia diabetica

Eine Embryofetopathia diabetica vorgeburtliche Entwicklungsstörung infolge eines unerkannten, schlecht eingestellten oder entgleisten Diabetes mellitus der Mutter während der Schwangerschaft.
Entstehung
Die durch Diabetes verursachte gesteigerte Glukoseübertragung über die Plazenta zum Fetus führt zu einem überhöhten Insulinspiegel des Ungeborenen. Daraus kann eine funktionelle Unreife der kindlichen Organe (z. B. Lunge, Leber) folgen und eine so genannte Insulinmast (Vergrößerung der Organe und des Fetus, Riesenkind) entstehen.

Endometriumkarzinom

Ein Endometriumkarzinom ist ein bösartiger Tumor der inneren Zellschicht der Gebärmutter.

Endosom

Als Endosom bezeichnet man ein per Endozytose in die Zelle aufgenommenes Partikel.

Endothel

Endothel
Das Endothel (engl. endothelium) ist eine Schicht aus Plattenephithelzellen, die die Innenseite von Blut- und Lymphgefäßen auskleidet.

Endothelzelle

Endothelzellen
Die Endothelzellen sind spezialisierte, flache Zellen, welche die Innenseite der Blutgefäße auskleiden. Sie bilden ein einschichtiges Plattenephithel, das Endothel.

Entzündung

Eine Entzündung ist eine Reaktion des Gewebes auf eine Verletzung oder Reizung; sie ist gekennzeichnet durch die Aktivierung der weißen Blutkörperchen und Antikörper, durch Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen; eine Entzündung kann ein bestimmtes Organ oder Gewebe oder den ganzen Körper befallen und akut oder chronisch sein.

Epidemie

Eine Epidemie ist ein stark gehäuftes, örtlich und zeitlich begrenztes Vorkommen einer Erkrankung (vor allem Infektionskrankheit). Explosivepidemien zeigen einen steilen Anstieg und Abfall der Zahl der Erkrankten (Wasser- und Milchepidemien), bei Tardivepidemien steigen und fallen die Erkrankungsfälle langsam.

Epithel

Epithel
Es handelt sich um ein - oder mehrlagige Zellschichten, die alle inneren und äußeren Oberflächen des Körpers bedecken.

Epitheliom

Ein Epitheliom ist ein gutartiger oder bösartiger Tumor aus Epithelzellen (Zellen, die innere oder äußere Köroeroberflächen wie Haut, Harnblase, Darm auskleiden). Zu dem Epitheliom gehören Papillom, Adenom, Epithelzyste, Karzinom.

Epithelzelle

Epithelzelle
Platte, kubische oder prismatische, allgemein teilungsfähige Zelle eines Epithels.
Die Epithelzelle ist im Zellverband durch schmale Interzellularspalten von Nachbarzellen getrennt, mit denen sie durch Gebilde des Verbinungskomplexes der Zellmembranen zusammengehalten wird.

Erhaltungstherapie

Erhaltungstherapie
Ziel der Erhaltungstherapie ist die Verhinderung des Fortschreitens einer Krankheit bzw. des Wiederauftretens einer nach der Erstlinientherapie nicht mehr nachweisbaren Krebserkrankung.

Erstlinientherapie

Erstlinientherapie
Die erste Therapie nach Diagnosestellung bei einem Patienten. Hierzu zählt auch die erste Behandlung nach der Diagnose von metastasierendem Krebs, also der Ausbildung von Tochtergeschwülsten.

extrazellulär

extrazellulär bedeutet "außerhalb der Zelle".
Das Gegenteil von extrazellulär ist intrazellulär.

Exzision

Eine Exzision ist eine Ausschneidung von Gewebeteilen z. B. bei der Operation gutartiger oder bösartiger Tumore oder Ausschneidung von Wundgewebe.

F
Fernbestrahlung

Eine Fernbestrahlung ist eine Bestrahlung mit einem großen Abstand zwischen Strahlenquelle und Haut, z.B. der Ganzkörperbestrahlung.

Fettleberhepatitis

Fettleberhepatitis ist eine entzündliche Lebererkrankung mit Schädigung und /oder Zerstörung der Leberzellen.
Einteilung: Zwei Formen der Fettleberhepatitis: 1. Alkoholhepatitis bei Alkoholkrankheit in mehr als 25 % der Fälle. 2. nichtalkoholische Fettleberhepatitis (auch nichtalkoholische Steatohepatits, Abk. NASH): tritt auf bei Diabetes mellitus, krankhafter Fettleibigkeit, Eiweiß Unterernährung, schweren auszehrenden Krankheiten, Gicht, Fettstoffwechselstörungen oder Arzneimitteleinnahme.

Fistelkarzinom

Ein Fistelkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der von den Deckzellen ausgeht, die eine Fistelwand auskleiden. Fisteln verbinden Körperhöhlen bzw. Hohlorgane untereinander oder mit der Körperoberfläche.

Fraktur, Pathologische

Eine Pathologische Fraktur wird auch Spontanfraktur genannt und ist ein ohne entsprechende Gewalteinwirkung auftretender Knochenbruch bei vorgeschädigtem Knochengewebe, z. B. bei Osteoporose, Osteodystrophia deformans, Marmorknochenkrankheit und Osteogenesis imperfecta. Sie kann auch in Zusammenhang mit unsachgemäßen ärztlichen Maßnahmen auftreten, z. B. als ungewollte Unterkieferfraktur bei chirurgischer Zahnentfernung.

Fuß, Diabetischer

Ein diabetischer Fuß ist eine Spätkomplikation bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes infolge Gefäß- sowie Nervenerkrankungen.

Symptome: Schmerzloser Hautdefekt bis zum völligen Absterben des Gewebes als Folge von Durchblutungsmangel.

G
Gallenblasenkarzinom

Ein Gallenblasenkarzinom ist ein von den die Gallenblase auskleidenden Zellen ausgehender, am häufigsten im Gallenblasenhals gelegener bösartiger Tumor, der meist ab dem 60. Lebensjahr und besonders häufig bei Frauen auftritt. Metastasen entstehen häufig in Leber und Bauchfell. Als mögliche Ursachen wird eine Gallensteinkrankheit mit chronischer Gallenblasenentzündung diskutiert.

 

Symptome: Krankheitszeichen treten meist erst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf auf, gelegentlich wird der Krebs zufällig bei Vorliegen einer Gallenblasenentzündung entdeckt. Häufig findet man einen schmerzlosen Tastbefund im Oberbauch, weiterhin können Gelbsucht und Gewichtsabnahme auftreten. Bei Lebermetastasen kann es zu einer Vergrößerung der Leber kommen.

 

Therapie: Im Frühstadium erfolgt die komplette Entfernung der Gallenblase, ggf. einschließlich Teile der Leber.

Gallengangadenom

Ein Gallengangadenom ist ein gutartiger, in der Leber vorkommender, höchstens kirschgroßer Tumor, der von den Gallengängen ausgeht und selbst ebenfalls aus verzweigten Gängen aufgebaut ist.

Gangrän, diabetische

Gangrän, diabetische -

Absterben von Gewebe als Folge von Durchblutungsmangel. Erst trockene Gangrän der Zehen mit Eintrocknung und Schrumpfung des Gewebes infolge Wasserverlustes, dann feuchte Gangrän (so genannter Faulbrand) mit Untergang des Gewebes mit bläulicher Verfärbung und anschließender Verflüssigung durch Bakterien. Eine Gangrän kann (Spät-) Folge der bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes häufigen und schweren arteriosklerotischen Veränderungen der Fuß Arterien bzw. einer diabetischen sein.

Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs wird auch Zervixkarzinom gennant und ist ein bösartiger Tumor der Gebärmutter, der von der obersten Zellschicht der Gebärmutterschleimhaut ausgeht. Man unterscheidet nach Lage das Portiokarzinom (am Muttermund gelegen) und das Zervixhöhlenkarzinom (Gebärmutterhals).

Vorkommen: Der Gebärmutterhalskrebs ist nach dem Uteruskarzinom das zweithäufigste Genitalkarzinom der Frau. Bei der Entstehung sind verschiedene Typen des Papillomavirus von Bedeutung.

 

Therapie: Chirurgisch, wobei in einem frühen Stadium und bei Kinderwunsch nur Bereiche der Gebärmutter entfernt werden. Besteht kein Kinderwunsch mehr oder bei schwereren Erkrankungen wird die gesamte Gebärmutter (sog. Hysterektomie) entfernt, evtl. inklusive des Bindegewebsraums um die Gebärmutter (Parametrium) und mehr, je nach Erkrankungsgrad und Rezidiven. Als zusätzliche Therapie kann vor der Operation eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie zur Verkleinerung des Tumors notwendig sein.

Gegenregulation, diabetische

Als diabetische Gegenregulation wird die Erhöhung der Blutzuckerkonzentration durch Hormone (Glucagon, Adrenalin, Cortisol, STH) bezeichnet. Sie erfolgt reaktiv auf eine verminderte Blutzuckerkonzentration, die durch Insulin ausgelöst wurde, und wirkt dem entgegen. Vgl. Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, Somogyi – Effekt.

Gen

Gen wird auch Erbfaktor, Erbeinheit oder Erbanlage genannt.

Ein Gen ist eine funktionelle Einheit, welche die genetische Information für ein Genprodukt (z. B. ein Enzym) enthält. Gene sind in den Chromosomen linear aneinandergereiht. Mehrere Gene können gemeinsam an der Ausbildung eines Merkmals beteiligt sein oder ein Gen kann die Ausprägung verschiedener Merkmale beeinflussen. Vgl. DNA.

Genom

Genom ist die Gesamtheit des genetischen Materials (vgl. Gen) einer Zelle oder eines Organismus.

Genomik

Genomik beschäftigt sich mit der Struktur und der Funktion des Genoms und aller Gene.

Gesamtüberlebenszeit

Die Gesamtüberlebenszeit ist der Zeitraum ab Beginn der Behandlung bis zum Tod des Patienten.

Gesationsdiabetes

Gestationsdiabetes -

Diabetes mellitus, der erstmals während einer Schwangerschaft auftritt. Vorkommen bei ca. 1-2 % aller Schwangerschaften. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Frauen mit Übergewicht und bei familiär gehäuft auftretendem Diabetes mellitus.

Glomerulosklerose, Diabetische

Eine Diabetische Glomerulosklerose ist eine Schädigung der glomerulären Haargefäße (feinste Blutgefäße) der Niere bei langjährigem, meist länger als zehn Jahre bestehendem Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes, vor allem bei falscher Blutzuckereinstellung. Die diabetische Glomerulosklerose kommt in unterschiedlich starker Ausprägung bei ca. einem Drittel der Diabetiker, meist zusammen mit Retinopathia-diabetica vor.

 

Symptome
Zunächst kommt es zu einem verstärkten Flüssigkeitsdurchtritt durch die glomerulären Haargefäße mit erhöhter Vorharnbildung und etwas erhöhter Ausscheidung des Proteins Albumin im Harn (Albuminurie), später folgt eine ausgeprägte Erhöhung der Proteinausscheidung im Harn, eine verminderte Proteinkonzentration im Blut und erhöhte Blutfettwerte. Es kommt zu zunehmender Nierenfehlfunktion. Die diabetische Glomerulosklerose ist die häufigste Ursache für eine Dialyse-Behandlung.

Glucosurie

Glucosurie ist eine abnormal hohe Menge an Zucker im Urin.

Vorkommen
Bei Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes  und nach kohlehydratreicher Mahlzeit, bei renaler Glukosurie (Funktionsstörung der Nieren) oder durch Arzneimittel bedingt

Glukose

Glukose wird auch Traubenzucker, Dextrose, D-Glucopyranose genannt.

Glukose ist der wichtigste Zucker (Monosaccharid) im tierischen und pflanzlichen Kohlenhydratstoffwechsel und kann zur Gewinnung von Energie im Stoffwechsel direkt verwertet werden. Sie kommt in süßen Früchten, Pflanzensaft, Honig, tierischem Gewebe und Blut (Blutzucker) vor. Glukose ist Bestandteil von Oligo- und Polysacchariden (z. B. Stärke, Glykogen, Zellulose) sowie von Disacchariden (z. B. Saccharose, Maltose) und in vielen anderen Biomolekülen enthalten. Therapeutisch wird Glukose z. B. durch Infusion zur Ernährung unter Umgehung des Verdauungskanals, zur Therapie und Vorbeugung von Austrocknung durch Wasserverlust und zur Therapie des hypoglykämischen Schocks eingesetzt.

Glukose-Toleranztest

Ein Glukose-Toleranztest (GTT) ist ein Verfahren zur Früherkennung von Übergangsstadien zwischen normalem Kohlenhydratstoffwechsel und Typ 2 Diabetes bzw. Typ 1 Diabetes. Die Glukosetoleranz ist das Vermögen des Körpers, Glukose aufzunehmen, ohne dass es zu krankhaft erhöhter Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie) oder Zuckerausscheidung durch die Nieren (Glukosurie) kommt. Eine gestörte Glukosetoleranz lässt sich mit dem Glukose-Toleranztest nachweisen.

Prinzip
Die Blutzuckerkonzentration im Blut und Urin wird nach drei Tagen kohlenhydratreicher Ernährung (ca. 200 g Kohlenhydrate/Tag) nüchtern und 1, 2 (evtl. 3) Stunden nach Glukosebelastung (Trinken einer Glukoselösung mit 75 oder 100 g Glukose) bestimmt. Die Messwerte lassen Normalbefund, gestörte Glukosetoleranz und Typ 2 Diabetes bzw. Typ 1 Diabetes unterscheiden. Nüchtern liegt die Blutzuckerkonzentration bei Normalbefund unter 110 mg/dl, zwei Stunden nach Glukoseaufnahme unter 140 mg/dl. Bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes liegt die Blutzuckerkonzentration nüchtern bei ca. 126 mg/dl und zwei Stunden nach der Glukoseaufnahme bei ca. 200 mg/dl.

Grading

Grading ist eine aus dem englischen stammende Bezeichnung (to grade -> einteilen) für die Einteilung bösartiger Tumore nach dem Grad ihrer Bösartigkeit (Malignitätsgrad). Dabei werden vier Stufen (G1-G4) unterschieden, je höher die Gradzahl, desto höher ist der Malignitätsgrad.

Wenn man den Grad nicht feststellen kann, wird die Einteilung GX angegeben.

Granulom, eosinophiles

Eine eosinophiles Granulom ist eine im Knochen lokalisierte Verlaufsform einer Blutkrebserkrankung, bei der es durch bestimmte weiße Blutkörperchen (Histiozyten und eosinophile Granulozyten) zur Zerstörung des Knochens kommt. Die Knochenherde liegen meist im Schädel, im beckennahen Oberschenkelknochen, im Becken oder in der Wirbelsäule. Die Krankheit tritt vor allem bei Kindern auf und ist häufig von Nachtschmerz, evtl. mit Schwellung und Überwärmung begleitet. Unter Umständen kann es an den befallenen Knochen zu einem Bruch kommen.

Grenzwerthypertonie

Grenzwerthypertonie wird auch Borderline-Hypertonie genannt und ist die Bezeichnung für einen leicht erhöhten Blutdruck (systolisch 140-159 mmHg, diastolisch 90-94 mmHg).

Grippe

Grippe auch Virusgrippe oder Influenza genannt
Die Grippe ist eine akute, endemisch, epidemisch oder pandemisch auftretende Infektion der Atemwege. (Vgl. Endemie, Epidemie, Pandemie).

Die Grippe wird durch das so genannte Influenza-Virus hervorgerufen. Es gibt Influenza- oder Grippe-Viren der Typen A, B und C. Das Influenza-Virus des Typs A ist für die großen Grippewellen verantwortlich, da es über eine hohe Veränderlichkeit verfügt (s. Antigendrift, Antigenshift). Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion, d. h. durch Niesen, Husten, aber auch durch Sprechen und direkten Kontakt übertragen. Nach einer Infektion zerstören sie die oberste Schleimhautschicht von der Nase bis zu den Bronchien. Dadurch können bakterielle Folgeinfektionen vor allem mit Haemophilus influenzae, Staphylokokken und Streptokokken entstehen. Vgl. Viren.

Grippeschutzimpfung

Bei der Grippeschutzimpfung handelt es sich um eine Schutzimpfung mit aktiver Immunisierung, d. h. der Körper muss die Antikörper gegen das Influenza-Virus selbst produzieren. Der Impfstoff besteht aus inaktivierten Influenza-Viren, meist A und B kombiniert oder Impfstoff aus Virusbestandteilen (Neuraminidasen, Hämagglutinine). Die Impfstämme sollen mit den aktuellen Erregern möglichst identisch oder nahe verwandt sein, damit eine entsprechende Bildung von Antikörpern erfolgt. Der Antigendrift des Influenza-Virus macht eine ständige Anpassung des Impfstoffs notwendig. Die Impfung sollte vor Beginn der Grippesaison erfolgen. Da der Impfschutz für maximal ein Jahr besteht, ist eine jährliche Wiederimpfung angezeigt. Vgl. Impfkalender.

Grippewelle

Eine Grippewelle ist ein gehäuftes Auftreten von Grippeerkrankungen. Kennzeichnend für die Grippe ist, dass sie zu bestimmten Zeiten in bestimmten Gegenden verstärkt auftritt, so dass jedes Jahr mit einer Häufung von Grippeerkrankungen in den Wintermonaten zu rechnen ist. Eine Länder oder Kontinente übergreifende Ausbreitung (Pandemie) ist in Abständen von Jahrzehnten zu beobachten. Pandemische Grippewellen waren die 'spanische Grippe', die 'asiatische Grippe' und die 'Hongkong-Grippe'. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt in Epidemiezentren bei ca. 30 %, in Pandemiegebieten höher.

H
Haarzell-Leukämie

Haarzell-Leukämie ist eine Form der Leukämie (Blutkrebs). Der Name kommt von den im Blut auftretenden krankhaften Lymphzellen, die haarförmige Zellfortsätze aufweisen.
Im Verlauf der Krankheit kommt es zu einer Vergrößerung der Milz und einem allgemeinen Mangel an funktionstüchtigen weißen Blutkörperchen mit Verschlechterung der körpereigenen Abwehr. Die Diagnose erfolgt durch Nachweis bestimmter Enzyme in den Haarzellen. Die Therapie besteht in der Entfernung der Milz, evtl. können auch Interferone gegeben werden. Der Krankheitsverlauf ist oft langfristig und symptomarm. Wegen der gestörten Abwehrlage kann es zu gehäuften Infektionen (v.a. Lungenentzündung) kommen.

Hämagglutinin

Hämagglutinine bezeichnet man in der Medizin Stoffe, die eine Verklumpung (Agglutination) der Blutkörperchen bewirken.

Hämodialyse

Eine Hämodialyse ist der Prozess, der die Blutentnahme aus einer Arterie, Reinigung des Blutes mittels Dialyse, Zugabe von wichtigen Substanzen und Rückführung des Blutes in eine Vene umfasst.

Hautkrebs

Hautkrebs ist eine von der Haut ausgehende bösartige Neubildung. Man unterscheidet die Tumore entsprechend der Zellen, von denen sie ausgehen: z. B. Tumore der Hautzellen, Tumore der Muskeln (Leiomyosarkome), Tumore des Fettgewebes (Liposarkom).

Hepatitis

Hepatitis ist eine beim Menschen auftretende, ansteckende Allgemeininfektion, die sich unter anderem in der Leber abspielt (akute Hepatitis, chronische Hepatitis).

Hepatitis-Schutzimpfung

Eine Hepatitis-Schutzimpfung ist eine Impfung gegen durch Viren verursachte Leberentzündung (vgl. akute Hepatitis, Hepatits-A-Vakzine, Hepatits-B-Vakzine).

Die Impfstoffe gegen Hepatitis werden inzwischen meist gentechnisch hergestellt. Sie enthalten entweder inaktivierte Eiweiss-Stoffe von Hepatitis-A-Viren, die den Körper zum Aufbau einer Immunabwehr anregen, ohne das er erkrankt oder sie bestehen aus dem Antigen von der Oberfläche der Hepatitis-B-Viren.

Hepatozyten

Hepatozyten ist der Medizinische Ausdruck für Leberzellen. In den Leberzellen finden zahlreiche wichtige chemische Vorgänge statt.

Herz

Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan mit der Aufgabe, durch wechselnde Kontraktion (Systole) und Erschlaffung (Diastole) von Vorhöfen und Kammern den Blutstrom in den Gefäßen in Bewegung zu halten (vgl. Blutkreislauf). Das Herz liegt umgeben vom Herzbeutel auf dem Zwerchfell und zwischen den Lungen. Durch eine Scheidewand (Septum) wird das Herz in eine linke (linkes Herz) und eine rechte Hälfte (rechtes Herz) geteilt, jede Hälfte wieder in eine obere, muskelschwächere Abteilung, den Vorhof (Atrium), und eine untere, muskelstärkere Abteilung, die Kammer (Ventriculus; dabei ist die linke Kammer muskelstärker als die rechte).

Die Herzwand besteht aus drei Schichten: Herzinnenwand (Endokard), Mittelschicht (Myokard) und Aussenschicht (Perikard).

In die Vorhöfe münden rechts die aus dem Körper kommenden Hohlvenen (Vena cava superior und Vena cava inferior) mit sauerstoffarmem Blut. In den linken Vorhof münden die aus der Lunge kommenden Venen (Venae pulmonales), die sauerstoffreiches Blut führen. Aus der rechten Herzkammer tritt rechts der Stamm der Lungenarterien (Truncus pulmonalis) aus, durch den das sauerstoffarme Blut in die Lungen gelangt. Aus der linken Kammer tritt die große Körperschlagader (Aorta) aus. Über diesen Weg wird der Körper mit sauerstoffreichem Blut versorgt.

Das Herz besitzt vier Klappen, die am Herzskelett angeheftet sind. Die Segelklappen sind Verschlusseinrichtungen zwischen Vorhöfen und Kammern. Die Taschenklappen sitzen am Beginn des Truncus pulmonalis und der Aorta.Sie verhindern während der Diastole den Rückstrom des Bluts in die Kammern.

Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz wird auch Myokardinsuffizienz oder Herzmuskelschwäche genannt.

Es ist eine unzureichende Funktion des Herzens, bei der das Herz nicht mehr imstande ist, eine den Anforderungen entsprechende Förderleistung zu erbringen.

I
Ikterus

Ikterus wird auch Gelbsucht genannt.
Durch den Übertritt von Gallenbestandteilen zunächst ins Blut und dann in die Haut, die Bindehaut der Augen und das übrige Körpergewebe entsteht die typische Gelbfärbung, die der Krankheit ihren Namen verliehen hat.
Die Gelbsucht ist ein Krankheitszeichen, das bei verschiedenen Erkrankungen auftreten kann. Sie wird sichtbar, sobald die Gallenfarbstoffe im Gewebe eine bestimmte Konzentration überschreiten. Zuerst sichtbar wird sie an den Augen.

Immunität

Immunität ist die Unempfänglichkeit des Organismus für eine Infektion mit speziellen Krankheitserregern und Schutz vor der Wirkung bestimmter Gifte durch Abwehrmechanismen.

Impfkalender

Impfkalender oder auch Impfplan
Festgelegte Reihenfolge der in der Schweiz von der Schweizerischen Kommission für Impffragen (Abkürzung SKIF), in Deutschland von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (Abkürzung STIKO) und in Österreich vom obersten Sanitätsrat (Impfausschuss) empfohlenen Impfungen für Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit dem Ziel einer Unempfindlichkeit (Immunität) gegen wichtige Infektionskrankheiten. Für Erwachsene und bestimmte Personengruppen gelten besondere Empfehlungen für Auffrisch- und Erstimpfungen (z. B. vor Reisen, bei Risikogruppen). Vgl. Schutzimpfung.

Indizes, rote Blutkörperchen

Indizes für rote Blutkörperchen -

Untersuchungen, die Hinweise über die Größe, das Gewicht und den Hämoglobingehalt der roten Blutkörperchen liefern; zu den Indizes gehören das mittlere korpuskuläre Volumen, das mittlere korpuskuläre Hämoglobin und die mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration; diese Tests dienen der Diagnose und der Klassifizierung der verschiedenen Anämietypen.

Infarkt

Als Infarkt bezeichnet man das Absterben von Gewebe aufgrund einer Unterbrechung der Versorgung mit sauerstoffangereichertem Blut.
Ein Infarkt ist eine unumkehrbare Veränderung von Zellen mit folgendem Untergang des Organteils oder Gewebes durch Ischämie infolge eines akuten Arterienverschlusses bei Fehlen eines den Verschluss kompensierenden Umgehungskreislaufs. Die meist keilförmige Form des Infarkts zeigt mit der Spitze gegen den Gefäßverschluss und entspricht dem Verteilungsgebiet der verschlossenen Arterie. Bei einem Infarkt am Herzen spricht man von einem Herzinfarkt.

Infekt, grippaler

Grippaler Infekt ist eine unspezifische Sammelbezeichnung für fieberhafte Allgemeinerkrankungen mit unterschiedlicher Ursache, meist mit mehr oder weniger starker Beteiligung der oberen Atemwege oder (seltener) des Magen-Darm-Trakts

Infektion

Infektion
Übertragung, Haftenbleiben und Eindringen von Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze und andere) in einen so genannten Wirt (Pflanze, Tier, Mensch) und Vermehrung. Entstehung und Verlauf einer Infektionskrankheit hängen außerdem von der Empfänglichkeit bzw. Unempfänglichkeit und von der Abwehr- und Überwindungskraft (Immunität) des Wirts ab. Eine Grippe ist zum Beispiel die Folge einer Virusinfektion.

Infektion

Eine Infektion ist eine Übertragung, ein Haftenbleiben und Eindringen von in einen so genannten Wirt (Pflanze, Tier, Mensch) und Vermehrung in ihm. Eine Infektion bildet die Voraussetzung für die Entstehung einer Infektionskrankheit und wird von den infektiösen Eigenschaften des Mikroorganismus wie Übertragbarkeit, Haftfähigkeit, Eindringungsvermögen, Vermehrungsvermögen wesentlich bestimmt. Entstehung und Verlauf einer Infektionskrankheit hängen außerdem von der Empfänglichkeit bzw. Unempfänglichkeit und von der Abwehr- und Überwindungskraft des Wirts ab. Eine Grippe ist die Folge einer Virusinfektion.

Influenza-Virus

Influenza Virus (Grippe-Virus)
Grippe auslösendes Virus. Unterteilung durch ein antigenisch wirksames Protein in die Typen A, B und C.

Inselzellkarzinom

Ein Inselzellkarzinom ist ein sehr seltener bösartiger Tumor, der von den Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse ausgeht. Das Inselzellkarzinom entwickelt sich aus einer gutartigen Vorform, dem so genannten Insulinom. Die Tumorzellen des Insulinoms produzieren unkontrolliert das Blutzucker senkende Insulin, was zu Symptomen der Unterzuckerung (z. B. Schweißausbruch, Herzrasen, Bewusstseinsstörungen) führen kann.

Insulintherapie

Eine Insulintherapie ist eine Behandlung des Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes durch Zufuhr von Insulin mit dem Ziel einer befriedigenden Einstellung der Blutzuckerkonzentration von unter 160 mg/dl Blut vor den Mahlzeiten und zwei Stunden danach.

intrazellulär

intrazellulär bedeutet "innerhalb der Zelle".
Das Gegenteil von intrazellulär ist extrazellulär.

Involutionsosteoporose

Involutionsosteoporose ist die Bezeichnung für Osteoporose der Frau nach dem Ende der Zeit der Regelblutungen (Menopause) bzw. im höheren Alter.

Inzidenz

Inzidenz ist die Anzahl neuer Fälle eines spezifischen Ereignisses oder die Anzahl Neuerkrankungen innerhalb einer Population in einem bestimmten Zeitraum.

J
K
Kapillare

Kapillare sind die kleinsten Blutgefäße im Kreislaufsystem.

Kaposi-Sarkom

Eine Kaposi-Sarkom ist eine gutartige oder bösartige bräunlich-bläuliche Veränderung der Haut und Schleimhäute sowie des darunter liegenden Bindegewebes, die flach oder knötchenartig ist. Es kann großflächig wachsen oder mehrere kleine Herde bilden und sich auch auf die innere Organe ausbreiten.

Karzinom

Ein Karzinomist ein von den inneren und äußeren Oberflächen bedeckenden Zellen (Epithel) ausgehender bösartiger Tumor.

Entsprechend der Herkunft und dem Differenzierungsgrad der Zellen werden folgende Formen unterschieden:
1. Plattenepithelkarzinom, ausgehend von der äußeren Haut und der Schleimhaut
2. Adenokarzinom, ausgehend von Drüsenzellen
3. Undifferenziertes Karzinom, bei dem keine Aussage über das Ursprungsgewebe getroffen werden kann
Eine weitere Einteilung erfolgt nach dem Bindegewebegehalt, d.h. nach dem Verhältnis von Tumorgewebe zu Bindegewebe.

Die Ausbreitung eines Karzinoms erfolgt durch Einwachsen in und Übergreifen auf benachbarte Gewebe, Organe und Organsysteme über die Lymphgefäße oder durch Metastasen.

Kernspintomographie

Kernspintomographie wird auch Magnetresonanztomographie (Abkürzung MRT) genannt.
Die Kernspintomographie ist ein computergestütztes bildgebendes Verfahren, das auf dem Prinzip der Magnetresonanz beruht. Magnetresonanzmessungen ermöglicht, bei denen aus den von der Feldstärke abhängigen Resonanzsignalen zusätzlich auf deren Entstehungsort geschlossen werden kann.

 
Kollagen

Kollagen ist ein Gerüsteiweiß des Körpers. Es besteht aus Ketten von Aminosäuren, vor allem aus Glyzin, Prolin und Hydroxyprolin. 

Als Kollagenkrankheiten bezeichnet man eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen das körpereigene Immunsystem das Gerüsteweiß im Körper angreift.

Kolorektales Karzinom

Ein Kolorektales Karzinom ist ein bösartiger Tumor im Bereich des Dickdarms (Kolon) oder Mastdarms (Rektum), der von bestimmten, den Darm auskleidenden Zellen (Epithelzellen) ausgeht.

Vorkommen: Tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern, meist zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, bei erblich bedingten kolorektalen Karzinomen auch früher. Das kolorektale Karzinom tritt in Industrieländern aufgrund fettreicher und ballaststoffarmer Ernährung häufiger auf. Eine Häufung findet sich weiterhin bei Patienten mit einer Colitis ulcerosa oder einer Darmentzündung aufgrund radioaktiver Strahlung. Vgl. Analkarzinom.

Lokalisation: 62 % der Tumoren befinden sich im Mastdarmbereich, 20% im unteren Dickdarmanteil, die restlichen 18 % befinden sich im übrigen Dickdarm.

Kontraindikation

Eine Kontraindikation ist ein Umstand der die Anwendung oder fortgesetzte Anwendung einer an sich zweckmäßigen oder notwendigen therapeutischen Maßnahme verbietet.

Koxarthrose

Koxarthrose wird auch Arthrosis deformans coxae genannt. Es ist eine Arthrose eines oder beider Hüftgelenke. Die Vollausprägung erfolgt häufig erst im Alter.

Krankheitsfreies Überleben

Als Krankheitsfreies Überleben bezeichnet man die Zeitspanne nach der Therapie einer bestimmten Krankheit, während der ein Patient überlebt, ohne Symptome dieser Krankheit aufzuweisen.

Krebs

Medizinisch ist Krebs die allgemeine Bezeichnung für eine bösartige Neubildung (Tumor).

Man unterscheidet hauptsächlich das Karzinom: bösartige Geschwulst aus Haut- und Schleimhautzellen (Epithelzellen) und das Sarkom: bösartige Geschwulst aus Zellen von Stütz- und Bindegewebe, Muskeln, Gefäßzellen und Blutzellen.

L
Latenzzeit

Unter Latenzzeit versteht man den Zeitraum, der zwischen dem Einwirken der krankheitserregenden Ursache oder eines Schadstoffes (Gift, krebserregender Stoff oder Strahlung) auf den Körper und dem Auftreten erkennbarer Symptome oder Folgeerscheinungen (Vergiftung, maligne Tumore, Strahlenschäden) liegt.

 
Leberbiopsie

Eine Leberbiopsie ist eine Probeentnahme aus der Leber zur mikroskopischen Untersuchung, genauen Bestimmung der Erkrankung und Verlaufskontrolle von Lebererkrankungen (z. B. Leberentzündung, Fettleber) und Leberkarzinom.

Lebernekrose, akute

Die akute Lebernekrose bezeichnet einen massiven Leberzellzerfall bei der fulminanten Verlaufsform der akuten Hepatitis oder bei schweren Lebererkrankungen, z. B. durch Pilzvergiftungen.

Leberzelladenom

Ein Leberzelladenom ist ein kleiner, scharf abgegrenzter gutartiger Tumor der Leber aus Leberzellen und speziellen Lebergefäßen. Leberzelladenome können durch Ultraschall, Szintigraphie und evtl. Kernspintomographie diagnostiziert werden. Eine operative Entfernung ist nur notwendig, wenn der Tumor auf andere Organe drückt.

Leberzirrhose

Die Leberzirrhose ist eine chronische Erkrankung der gesamten Leber, bei der das Lebergewebe zunehmend zerstört und durch Narbengewebe ersetzt wird. Eine Wiederherstellung des normalen Leberaufbaus ist nicht möglich, so dass es durch den Mangel an gesundem Lebergewebe zu einer zunehmenden Einschränkung der Leberfunktion kommt. Eine Schrumpfleber kann in Folge von Alkoholmissbrauch, Leberentzündungen, Erkrankungen des Stoffwechsels, der Gallenwege oder des Herz-Kreislaufsystems entstehen.

Leiomyosarkom

Ein Leiomyosarkom ist ein bösartiger Tumor aus glatten. Ein Leiomyom ist ein gutartiger Tumor aus glatten Muskelfasern.

Leukämie

Leukämie ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen durch ungeregelte Teilung von unreifen Vorläuferzellen.

Leukopenie

Leukopenie ist eine krankhafte Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut. Der untere Grenzwert liegt bei etwa 4.000 Zellen pro Mikroliter im Blut.

Lumpektomie

Lumpektomie ist eine Form der brusterhaltenden Operation bei Brustkrebs. Sie ist möglich, wenn nur ein Tumor in der Brust vorhanden ist, dieser klein ist, weit genug von der Brustwarze entfernt ist (mehr als 2 cm) und von einer mindestens 1 cm breiten gesunden Gewebeschicht umgeben ist. Es dürfen keine Tochtergeschwülste vorhanden sein.

Lungenembolie

Eine Lungenembolie ist ein Verschluss der arteriellen Lungenstrombahn durch Einschwemmung eines Thrombus meist aus (Unter-)Schenkel- bzw. Beckenvenen. Das Krankheitsbild wird weitgehend von der Größe des verschleppten Blutgerinnsels bestimmt. Die Lungenembolie ist eine gefährliche Komplikation nach Operation oder Entbindung.

Lymphopenie

Eine Lymphopenie ist eine krankhafte Verminderung der Zahl der Lymphozyten im Blut.

M
Magenbypass

Magenbypass ist eine nur noch selten genutzte operative Methode zur Verringerung des Gewichts bei extremem Übergewicht nach Versagen aller anderen Methoden. Es erfolgt eine Verkleinerung des Magenreservoirs auf ein Fünftel mittels Querdurchtrennung und anschließender Wiederherstellung der Magen-Darm-Passage.

Magenkarzinom

Ein Magenkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Magens, der von den Schleimhautzellen des Magens ausgeht. Er tritt vor allem zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf und betrifft Männer leicht häufiger als Frauen (Verhältnis 1,5:1).

Magenkarzinom

Magenkarzinom
Bösartiger Tumor des Magens, der von den Schleimhautzellen des Magens ausgeht. Er tritt vor allem zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf und betrifft Männer etwas häufiger als Frauen.

Symptome
Unspezifische Symptome wie Appetitmangel, Unverträglichkeit für bestimmte Speisen, Übelkeit, Erbrechen, Druck- und Völlegefühl, Schluckstörungen, Blutungen, etc.

Diagnose
Magenspiegelung mit Entnahme einer Gewebeprobe, Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittelgabe, Ultraschalluntersuchung (auch über die Speiseröhre), Computertomographie (CT), Röntgenuntersuchung der Lunge (Abklärung von Lungenmetastasen), eventuell Operation, um den Tumor beurteilen zu können.

Magensarkom

Magensarkom
Bösartiger Tumor, der vom Bindegewebe des Magens ausgeht (vgl. Sarkom). Seltener bösartiger Tumor des Magens (ca. 1 % aller Magentumoren), häufiger ist das Magenkarzinom.
Symptome, Diagnose und Therapie entsprechen dem Magenkarzinom.

Magentumor

Magentumor
1. Gutartige Magentumoren: relativ seltene Tumoren des Magens, die keine Metastasen absiedelt, nur langsam wachsen und sich nicht in die Nachbarschaft ausdehnen. Meist handelt es sich um Tumoren des Fettgewebes (Lipome), Bindegewebes (Fibrome), Nervengewebes (Neurinome), Muskelgewebes (Leiomyome) und Drüsengewebes (Adenome).
2. Bösartige Magentumoren: Häufig Magenkarzinom, seltener Magensarkom und Karzinoid.

maligne

maligne bedeutet bösartig; der Gegensatz hierzu ist benigne - gutartig.

Malignom

Malignom ist eine weitgefasste Bezeichnung für einen bösartigen Tumor.

Malignom

Ein Malignom ist eine weit gefasste Bezeichnung für einen bösartigen Tumor.

Mammabiopsie

Bei einer Mammabiopsie wird versucht, ein Teil des verdächtigen Knotens entnommen um das Gewebe im Labor zu untersuchen.

Auf diese Weise kann die Beschaffenheit eines Knotens festgestellt werden.

Mammakarzinom

Mammakarzinom -
siehe Brustkrebs

Mammatumore

Mammatumore
Tumore der (weibl.) Brust (Mamma);

1. gutartige Mammatumore: vorwiegend bei jüngeren Patientinnen auftretend, v. a. Fibroadenom (vom Binde- und Drüsengewbe ausgehend, Neigung zur Entartung) und Milchgangpapillom sowie Adenome.
2. bösartige Mammatumore: insbes. Mammakarzinom, seltener Paget-Krankheit (Adenokarzinom der Milchdrüsenausführungsgänge). Bestimmte Formen der Formen der Mastopathie werden als Präkanzerose angesehen.

Metastase

Metastase
Metastase bedeutet allgemein, dass durch die Verschleppung von Zellen (z.B. Tumorzellen, Krankheitserreger) oder Giftstoffen ein lokaler Krankheitsprozess sich auf eine andere Stelle im Körper, ausweitet und sich dort ein zweiter Krankheitsherd bildet. Im engeren Sinn spricht man von Metastasen bei Tumoren, besonders bei bösartigen Tumoren. Dabei werden Tumorzellen verschleppt und es bilden sich Tochtergeschwulste.
Dabei unterscheidet man lokale (in der Umgebung des Primärtumors), regionäre (in der nächsten im Lymphabflussgebiet liegenden Lymphknotengruppe) und Fernmetastasen. Die Verschleppung der Tumorzellen kann z.B. über die Blutbahn oder über die Lymphgefäße erfolgen.

Metastasierende Erkrankung

Metastasierende Erkrankung
Krebszellen haben sich vom ursprünglichen Tumor abgelöst und in anderen Körperteilen angesiedelt. Wird auch als fortgeschrittene Form der Erkrankung bezeichnet.

Molekül

Molekül
Ein Molekül ist das kleinste Teilchen einer chemischen Verbindung und besteht aus zwei oder mehr Atomen. Als Makromolekül wird im Allgemeinen ein Molekül mit mehr als 1000 Atomen bezeichnet.

monogenetisch (monogenetische Erkrankung)

monogenetisch (monogenetische Erkrankung) ist eine Krankheit, die durch einen Defekt in einem einzelnen Gen hervorgerufen wird. Meistens handelt es sich dabei um eine Erbkrankheit.

Mutagen

Ein Mutagen ist ein chemischer oder physikalischer Faktor (z.B. ein chem. Stoff) der eine Mutation auslöst.

Mutation

Eine Mutation ist eine Veränderung des Erbguts eines Lebewesens oder einer Zelle (durch Veränderungen innerhalb der Gen- oder Chromosomenstruktur, oft unter dem Einfluss von Mutagenen).

Myom

Bei Myomen handelt es sich um gutartige Tumore, die vorwiegend aus Muskelfasern bestehen. Es gibt drei Formen:
1. Leiomyome, die von den glatten Muskelfasern der Eingeweide ausgehen und scharf abgegrenzte oft knötchenförmige Tumore bilden (z. B. in der Gebärmutter)
2. Fibromyome aus Muskelfasern und viel Bindegewebe
3. Rhabdomyome, die von der quergestreiften Muskulatur des Bewegungsapparates oder des Herzens ausgehen (selten).

Myosarkom

Ein Myosarkom ist ein bösartiger Tumor des Muskelgewebes (vgl. Sarkom). Es können die Muskeln des Bewegungsapparates und die Muskeln der Eingeweide (Darmmuskulatur) betroffen sein.

N
Neoadjuvante Behandlung

Eine Neoadjuvante Behandlung ist eine Therapie zur Reduzierung der Tumorgröße im Vorfeld einer geplanten operativen Entfernung eines Tumors.

Neoplasma

Neoplasma ist eine Neubildung von körpereigenem Gewebe, die auf einer Störung oder dem Verlust der Wachstumsregulation des Gewebes beruht.

Neuraminidase

Neuraminidase ist ein Enzym, das in bestimmten Viren, verschiedenen Bakterien, in Blutplasma und Lysosomen (Zellorganellen) vorkommt. Neuraminidase ist ein Oberflächenantigen des Influenza-Virus. Mittels Neuraminidase kann das Virus Mukoproteine (Schleimstoffe, die von Haut und Schleimhäuten zum Schutz ausgeschieden werden) von Zellmembranen angreifen.

Nierensarkom

Das Nierensarkom ist eine seltene Form eines malignen Tumors, der im Bindegewebe der Niere entsteht und sich über das angrenzende Gewebe oder den Blutstrom ausbreitet.

Nierentumor

Ein Nierentumor ist ein gutartiger oder bösartiger Tumor der Niere.

Folgende Formen werden unterschieden:
gutartige Tumoren: Tumore des Bindegewebes oder bestimmter Drüsen; selten.
bösartige Tumoren: a) Nierenkarzinom, häufigster Nierentumor im Erwachsenenalter
b) Wilms-Tumor, häufigster Nierentumor im Kindesalter;
c) Tochtergeschwülste (Metastasen) von bösartigen Tumoren anderer Organe, z. B. Lungenkrebs, Dickdarmkrebs (kolorectales Karzinom).

Nierenzellenkarzinom

Nierenzellkarzinom oder Nierenkarzinom, Hypernephrom, Grawitz-Tumor
Die häufigste Form von Nierenkrebs; ein maligner Tumor, der von den Epithelzellen der Nieren abstammt.

Non-Hodgkin-Lymphom

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems.

Von Hodgkin-Lymphomen unterscheiden sie sich dadurch, dass keine Reed-Sternberg-Riesenzellen (Hodgkin-Krebszellen) nachgewiesen werden können.

NHL entsteht durch einen Fehler im Erbgut bestimmter Abwehrzellen des lymphatischen Systems – der B- oder T-Zellen. Die geschädigten Zellen vermehren sich unkontrolliert und sterben nicht wie gesunde Zellen nach einer gewissen Zeit ab; sie sind „unsterblich" geworden. Die bösartigen Lymphozyten sammeln sich oft in den Lymphknoten an, wodurch dieses anschwellen.

Da sich das Lymphsystem durch den ganzen Körper zieht, kann NHL in jedem Körperteil entstehen. Häufig wird es zuerst am Hals entdeckt, auch Leber und Milz sind häufig betroffen.

Besonders aggressive bzw. bösartige Lymphome werden als hoch maligne bezeichnet, langsam wachsende bzw. wenig aggressive als indolent.

O
Onkogene

Onkogene sind Gene, die bösartige Geschwulste hervorrufen können. Es werden zwei Gruppen unterschieden.
1. virale Onkogene: aus Viren stammende und in Zellen eingebaute Erbinformationen, die zu einer bösartigen Veränderung der befallenen Zelle führen.
2.zelluläre Onkogene: natürliche Gene mit z.T. noch unbekannter Funktion, die an normalen Wachstums- und Entwicklungsprozessen beteiligt sind. Eventuell können diese Onkogene aktiviert werden und zur Entstehung einer Krebserkrankung beitragen.

Operation

Eine Operation ist ein ein chirurgischer Eingriff.

Osteopathie

Osteopathie ist die allgemeine Bezeichnung für Knochenerkrankung.

Osteoporose

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skelettsystems mit Verlust oder Verminderung von Knochensubstanz und -struktur und erhöhter Anfälligkeit für Knochenbrüche.

Osteosklerose

Osteosklerose ist eine Verdichtung des schwammartigen (spongiösen) Knochengewebes mit evt. Verdickung der festen Außenzone (Kortikalis) des Knochens im Rahmen verschiedener Skeletterkrankungen. Es kann zu erhöhter Knochenbrüchigkeit durch mangelnde Elastizität kommen. Röntgenologisch ist eine vermehrte Schattendichte der Knochenstrukturen erkennbar.

Osteozyten

Osteozyten sind Knochenzellen, die aus den Knochen bildenden Osteoblasten hervorgehen. Sie sind nicht mehr teilungsfähig. Osteozyten liegen in kleinen Hohlräumen des Knochengewebes und senden in die Knochenkanälchen verzweigte Zellfortsätze aus, mit denen sie untereinander in Verbindung stehen.

Ovarialfibrom

Ein Ovarialfibrom ist ein gutartiger, meist einseitig auftretender Tumor des Eierstocks, der hauptsächlich aus festem Bindegewebe besteht. Er kommt vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren vor, wächst langsam und kann Kindskopfgrösse erreichen. Bei einem Viertel der Patientinnen kommt es zum so genannten Meigs-Syndrom: Bauchwasserbildung und Wasseransammlung im Brustraum bei Ovarialfibrom. Eine Operation heilt sowohl das Fibrom als auch das Meigs-Syndrom.

Ovarialkarzinom

Ovarialkarzinom -
Siehe Eierstockkrebs

P
Pankreaskarzinom

Pankreaskarzinom -
Siehe Bauchspeicheldrüsenkrebs

Pankreastumor

Als Pankreastumor bezeichnet man gutartige und bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse.

Die gutartigen Tumoren entstehen in der Regel aus den Drüsenzellen der Bauchspeicheldrüse und produzieren auch die entsprechenden Hormone: Glukagon (hebt den Blutzuckerspiegel), Insulin (senkt den Blutzuckerspiegel,vgl. Inselzellkarzinom), Gastrin (regt die Verdauung an). Seltener entstehen die gutartigen Tumoren aus Bindegewebs- oder Lymphgefäßzellen. Zu den bösartigen Tumoren siehe Pankreaskarzinom/Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Diagnose
Ultraschalluntersuchung, Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Probenentnahme aus dem Tumor und Untersuchung der Zellen, evtl. Hormonuntersuchungen.

Panzytopenie

Panzytopenie - 

eine Abnahme der Anzahl Blutzellen, alle Typen betreffend.

Perikarderguss

Ein Perikarderguss ist eine Ansammlung von Flüssigkeit oder Blut im Herzbeutel (Perikard), der das Herz umgibt.

 
Perniziöse Anämie

Die perniziöse Anämie (perniziös = bösartig) ist eine Form der Anämie, die auf einem Mangel an Vitamin B12 beruht. Vitamin B12 spielt eine bedeutende Rolle in der Blutbildung.

Personalisierte Medizin

Die Personalisierten Medizin verwendet neue molekulare Erkenntnisse sowie molekulardiagnostische Tests, die eine präzisere Abstimmung der Therapie und eine bessere Kontrolle der Krankheit erlauben.

Präkanzerose

Präkanzerose sind Veränderungen im Körper, die sich möglicherweise zu einem Karzinom weiterentwickeln können.

Progressionsfreies Überleben

Progressionsfreies Überleben bezeichnet man den Zeitraum während und nach der Behandlung, in dem die Krankheit nicht fortschreitet.

Proteine

Proteine werden auch Eiweiße genannt und sind miteinander verbundene Aminosäuren und bestehen aus mehr als 100 Aminosäureresten. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch Biosynthese entstanden sind und Naturstoffe bilden mit jeweils charakteristischer Abfolge von Aminosäuren und räumlicher Molekülstruktur. Durch Hitze, organische Lösungsmittel, Salz und extreme pH-Werte können sie (vorübergehend oder unumkehrbar) ihre Strukturen und damit Eigenschaften verlieren. Einfache Proteine bestehen ausschließlich aus peptidartig verknüpften Aminosäureresten, im Gegensatz zu zusammengesetzten Proteinen, die zusätzlich einen Nichtproteinanteil haben (z. B. Glykoproteine: Proteine mit einem gebundenen Kohlenhydratanteil und Lipoproteine).

Proteomik

Proteomik untersucht die Proteine, die das Resultat der in den Genen vorhandenen Informationen sind. Im Gegensatz zum Genom, das eine definierte, prinzipiell statische Größe darstellt, zeichnet sich das Proteom durch seine von Temperatur, Nährstoffmilieu, Einwirkungen von Stress oder Medikamenten abhängige Veränderlichkeit aus.

Q
R
Rachitis

Rachitis wird auch Vitamin-D-Mangel-Rachitis oder Englische Krankheit genannt. Im Kleinkindesalter, selten bei älteren Kindern auftretende, durch ernährungsbedingten Vitamin-D-Mangel verursachte Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels. Kennzeichnend sind Skelettveränderungen infolge ungenügender Verkalkung der Knochengrundsubstanz.

Radiologie

Radiologie
Strahlen(heil)kunde; Wissenschaft und Lehre der medizinischen Nutzbarmachung bestimmter Strahlungsarten in Diagnose und Therapie. Unter dem Begriff diagnostische Radiologie können im weiteren Sinne verschiedene Teilgebiete zusammengefasst werden wie Röntgendiagnostik und andere bildgebende Verfahren wie Ultraschalldiagnostik und Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie).

Rektumkarzinom

Rektumkarzinom
Siehe kolorektales Karzinom.

Replikation

Replikation
Identische Verdoppelung genetischen Materials (DNA oder RNA); bei der doppelsträngigen DNA erfolgt die Replikation in der Regel vor einer Zellteilung. Jeweils ein Tochterstrang entsteht an den beiden ursprünglichen Strängen, die als Matrizen dienen. Dadurch entstehen zwei identische Doppelstränge.

rezidiv

rezidiv bedeuted wiederkehrend; bezogen auf eine Erkrankung bzw. auf Krankheitssymptome.

Rheuma

Rheuma
Rheuma ist eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates (Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln) und des Immunsystems, die nicht durch eine Verletzung oder eine bösartige Veränderung hervorgerufen wurden. Rund 400 Erkrankungen werden zum rheumatischen Formenkreis gezählt.

rheumatoide Arthritis

rheumatoide Arthritis (RA) oder auch chronische Polyarthitis (cP)
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Erkrankung, die vor allem die Gelenke der Extremitäten (Hände, Arme, Füße, Beine) betrifft. Sie kann im Verlauf zu deren Deformierung und Zerstörung führen. Neben den Gelenken können auch Organe wie Herz, Lunge, Niere und Augen betroffen sein.

Die Ursache der rheumatoiden Arthritis ist nach wie vor unklar. Man vermutet, dass genetische Faktoren, aber auch Infektionen und Umwelteinflüsse eine Rolle in der Entstehung spielen können. Klar ist, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt. Das bedeutet, dass bestimmte körpereigene Abwehrzellen beginnen, körpereigenes Gewebe anzugreifen. Es ist möglich die Erkrankung durch eine frühzeitige Diagnose und rechtzeitige Behandlung zu stoppen - die Krankheit ist aber nicht heilbar.

RNS/RNA

RNS - Abkürzung für Ribonukleinsäure
RNA - Abkürzung für ribonucleic acid (englisch);

RNA ist ähnlich aufgebaut wie DNA. Es handelt sich ebenfalls um ein Polynukleotid, das aus ribosehaltigen Nukleotiden mit den Basen Adenin, Guanin, Cytosin und Uracil (anstelle von Thymin in der DNA) besteht. Den Zuckeranteil der RNA bildet immer eine Ribose (während die DNA Desoxy-Ribose enthält). Die RNA liegt meist als Einzelstrangmolekül vor (DNA als Doppelstrang), bildet jedoch eine räumliche Struktur aus, indem bestimmte intramolekulare Abschnitte durch Basenpaarung zu (kürzeren) Bereichen zusammen geschlossen werden, nicht gepaarte Bereiche bilden Schleifen. Verschiedene Typen der RNA dienen einerseits der Übertragung genetischer Information von der DNA im Zellkern zu den Orten der Biosynthese von Proteinen und andererseits der Proteinbiosynthese selbst.

S
Sarkom

Ein Sarkom ist ein bösartiger Tumor von Stütz- und Bindegeweben, der quergestreiften Muskulatur, fast aller glatten Muskelzellen, der Herzmuskulatur, gefässauskleidenden Zellen und Blutzellen. Sarkome bilden schon früh im Krankheitsverlauf (meist vor der Diagnosestellung) Metastasen in anderen Organe (entlang der Blutbahnen).

Sonografie

Sonografie ist eine Methode zur Darstellung zweidimensionaler Bilder innerer Organe mittels Ultraschallwellen.
siehe Ultraschalluntersuchung/Ultraschalldiagnostik

Spätrezidiv

Spätrezidiv ist ein Wiederauftreten einer Krankheit nach längerem zeitlichem Intervall ohne Erkrankung. In der Onkologie Bezeichnung für einen frühestens nach 5 Jahren wiederauftretenden Tumor, nachdem der Primärtumor erfolgreich behandelt wurde.

Strahlentherapie

Strahlentherapie ist im engeren Sinn die Anwendung von bestimmter Strahlung (ionisierender Strahlung) zur Behandlung bösartiger (selten auch gutartiger) Tumoren. Eine Strahlentherapie kann entweder zur Heilung der Erkrankung eingesetzt werden oder um das Fortschreiten aufzuhalten.

Die Strahlentherapie kann allein oder kombiniert mit chirurgischen Maßnahmen oder Chemotherapie angewandt werden. Das Ziel ist maximale Schädigung des Tumorgewebes durch die Strahlung bei gleichzeitiger maximaler Schonung des umgebenden gesunden Gewebes; hierzu muss entweder das Tumorgewebe für Strahlung empfindlicher sein als gesundes Gewebe oder die Strahlung kann im Bereich des Tumors gezielt höher dosiert werden, z. B. durch die Wahl der Strahlung mit einer passenden Wellenlänge und damit Eindringtiefe oder durch das Einbringen der Strahlungsquelle in den Körper.

Man verwendet entweder energiereiche elektromagnetische Wellen wie UV-, Röntgen- und Gammastrahlen oder korpuskuläre Strahlung wie Heliumkerne (Alphastrahlen), Elektronen (Betastrahlen), Protonen, Neutronen.
Im weiteren Sinne versteht man unter Strahlentherapie jede Anwendung elektromagnetischer Wellen zu therapeutischen Zwecken (z. B. Mikrowellen, Infrarotstrahlung, sichtbares Licht).

Szintigraphie

Szintigraphie ist ein Nuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren zur Aufzeichnung der räumlichen und/oder zeitlichen Verteilung von Radiopharmaka (Arzneimittel, die radioaktive Strahlung emittieren) im Körper oder in Organen. Die Radiopharmaka reichern sich nach der Aufnahme in den zu untersuchenden Organen oder Geweben entweder relativ selektiv an oder werden nicht gespeichert. Die räumliche Aktivitätsverteilung der aus dem Körper austretenden emittierten Strahlung kann in Verbindung mit speziellen Aufnahmegeräten rechnergestützt als zwei- oder seltener dreidimensionales Szintigramm registriert werden.

T
Thalassämie

Thalassämie bezeichnen vererbbare Erkrankungen mit einer fehlerhaften Blutbildung. Bedingt durch einen Gendefekt wird zu wenig Hämoglobin A gebildet, dafür aber andere Globine, die sich im Körper anhäufen und toxisch wirken können. Bei allen Formen der Thalassämie weisen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) eine zu kurze Lebensdauer im Blut auf. Daher ist das erste klinische Zeichen, das auffällt, Blässe und Blutarmut.

Thromboembolie

Die Thromboembolie ist der akute venöse oder arterielle Blutgefäßverschluss durch einen verschleppten Thrombus. Sie ist die häufigste Form der Embolie.

Thrombose

Eine Thrombose ist ein vollständiger oder teilweiser Verschluss von Arterien oder Venen bzw. von Herzhöhlen durch Gerinnung des Bluts mit Bildung von Blutgerinnseln.

Thrombozyten

Thrombozyten sind Blutplättchen.

Thrombus

Thrombus -
Durch Blutgerinnung in Gefäßen und an der Herzwand (z. B. im Vorhof des Herzens) entstandenes Blutgerinnsel.

Formen
1. Abscheidungsthrombus (weißer Thrombus)
2. Gerinnungsthrombus (roter Thrombus)
3. Gemischter Thrombus: besteht aus einem Kopfteil (Abscheidungsthrombus) und einem Schwanzteil (Gerinnungsthrombus).

Transkription

Eine Transkription ist die Übertragung der in der DNA gespeicherten genetischen Information auf RNA, die von bestimmten Enzymen (RNA-Polymerasen) unterstützt wird.

Translation

Translation bezeichnet die Synthese von Proteinen in den Zellen lebender Organismen (siehe auch Proteinbiosynthese) anhand der auf mRNA-Moleküle kopierten genetischen Informationen. Die Translation, als ein wesentlicher Teilprozess der Genexpression, ist der Transkription nachgelagert, und erfolgt in lebenden Zellen an besonderen Strukturen, den Ribosomen.

Tumormarker

Tumormarker ist die Substanz, die entweder von der Tumorzelle selbst produziert oder deren Produktion durch das maligne Wachstum angeregt wird und deren Konzentration in Körperflüssigkeiten bestimmt werden kann.

Typ 1 Diabetes

Typ 1 Diabetes auch Diabetes mellitus Typ 1 genannt
Zuckerkrankheit durch Zerstörung der Insulin produzierenden Betazellen (B-Zellen) der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Die Erkrankung beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter und wurde früher deswegen infantiler bzw. juveniler Diabetes mellitus genannt.

Ursachen
Erkrankungen des Immunsystems, meist verursacht durch gegen den eigenen Körper gerichtete Immunreaktionen. Hierbei bilden sich Antikörper, die das Gewebe der Bauchspeicheldrüse zerstören. Daraus folgt ein chronischer absoluter Mangel an Insulin. Typ 1 Diabetes ist von Anfang an insulinpflichtig, d. h. Insulin muss von außen zugeführt werden. Für Typ 1 Diabetes besteht eine erbliche Veranlagung. Das Risiko einer Erkrankung ist für Personen mit z. B. diabetischen Eltern höher als für Personen mit gesunden Eltern.

Symptome
Der Insulinmangel verursacht oft ein akut bedrohliches Krankheitsbild mit erhöhter Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie), der bei Überschreiten der Rückresorptionsrate von Glukose in den Nieren zur Auscheidung von Glukose im Urin (Glukosurie) führt. Durst, vermehrtes Wasserlassen und Gewichtsabnahme sind weitere Symptome. Der Wasserverlust und der daraus resultierende Anstieg der Salzkonzentration im Blut können vorübergehende Sehstörungen bedingen. Weitere Symptome reichen von allgemeiner Schwäche und Kraftlosigkeit bei leichter Ausprägung bis zu ketoazidotischem Koma (vgl. diabetisches Koma).

Diagnose
Erhöhte Blutzuckerkonzentration, absoluter Mangel an Insulin mit Insulinpflichtigkeit, d. h. Insulin muss dem Körper zugeführt werden. Typ 1 Diabetes ist von Typ 2 Diabetes vor allem durch den Nachweis von Autoantikörpern abzugrenzen, die das Gewebe der Bauchspeicheldrüse zerstören. Zur weiterführenden Diagnose gehört z. B. der Glukose-Toleranztest, bei dem die Blutzuckerkonzentration über Blut- und Urinproben unter festgelegten Bedingungen bestimmt werden.

Therapie
Insulinzufuhr: Messung des Blutzuckers vor jeder Insulininjektion. In Abhängigkeit des Blutzuckers und dem Umfang der geplanten Mahlzeit wird dann die Insulindosis festgelegt. Ziel ist die optimale Blutzuckereinstellung.
Komplikation: Gefahr der erniedrigten Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie), bei der mit Bewusstseinsverlust Lebensgefahr besteht.

Typ 2 Diabetes

Typ 2 Diabetes auch Diabetes mellitus Typ 2 genannt
Typ 2 Diabetes ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung der Insulin produzierenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) mit permanentem Anstieg des Blutzuckers, so dass es zu erhöhter Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie) kommt. Die Erkrankung tritt meist im höheren Lebensalter auf (so genannter Erwachsenen- oder Altersdiabetes). Formen: Typ 2a ohne und Typ 2b mit Übergewicht. Ein grosser Anteil der Typ 2 Diabetiker ist übergewichtig.

Ursachen
Das Krankheitsbild ist uneinheitlich. Die Insulinunempfindlichkeit kann auf genetische Veranlagung zurückzuführen oder erworben sein. Krankhaftes Übergewicht und die damit zusammenhängende Lebensweise ist häufig der wesentliche Faktor bei der Entstehung des Krankheitsbildes, gerade wenn das Übergewicht mit lang anhaltenden hohen Blutzucker- und Blutfettwerten sowie Bluthochdruck gekoppelt ist.

Symptome
Die Symptome sind abhängig von Grad und Dauer des Insulinmangels. Der Krankheitsbeginn ist oft schleichend und erfolgt häufig unbemerkt. Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) führt bei Überschreiten der Rückresorptionsrate von Glukose in den Nieren zur Auscheidung von Glukose im Urin (Glukosurie), Wasserverlust und verstärktem Durstempfinden. Der Wasserverlust und der daraus resultierende Anstieg der Salzkonzentration im Blut können vorübergehende Sehstörungen bedingen. Weitere Symptome reichen von allgemeiner Schwäche und Kraftlosigkeit bei leichter Ausprägung bis zu hyperosmolarem Koma (vgl. diabetisches Koma).

Diagnose
Die Blutzuckerkonzentration liegt bei gesunden Personen nüchtern bei etwa 110 mg/dl und nach dem Essen bei 140 mg/dl. Erhöhungen des Blutzuckers können über Blut- und ggf. über Urinproben nachgewiesen werden. Die Konzentration der Glukose im Blut, mindestens acht Stunden nach der letzten Kalorienzufuhr (Nüchtern-Blutzuckerwert), darf im Normalfall nicht über 126 mg/dl liegen. Andernfalls kann man von einer diabetischen Stoffwechsellage ausgehen. Bei Blutzuckerwerten ab etwa 180 mg/dl wird Glukose mit dem Harn ausgeschieden (Glukosurie). Der Nachweis ist mit einem Teststreifen möglich. Zur weiterführenden Diagnose gehört z. B. der Glukose-Toleranztest, bei dem die Blutzuckerkonzentration über Blut- und Urinproben unter festgelegten Bedingungen bestimmt werden.

Therapie
Ziel der Therapie ist die optimale Stoffwechseleinstellung.

U
Ultaschalldiagnostik/Ultraschalluntersuchung

Ultraschalldiagnostik/Ultraschalluntersuchung ist ein Diagnostische Verfahren mit Anwendung von Ultraschall, als Impulsecho- oder Dauerschallverfahren.

1. Impulsechoverfahren (Sonographie)
Ein Quarzkristall wird mit elektrischen Hochfrequenzspannungen zur Aussendung mechanisch gleichfrequenter Schwingungen angeregt (Sendefunktion) oder erzeugt selbst Wechselspannungen, wenn er von einer (reflektierten) Schallwelle getroffen wird (Aufnahmefunktion). Die Zeitdifferenz zwischen ausgesandtem Impuls und den empfangenen reflektierten Schallwellen (Echos) ist proportional der Tiefenlage einer reflektierenden Schicht. Die Echoimpulse werden verstärkt und auf einem Bildschirm dargestellt. Anwendung vor allem zur Darstellung der Beweglichkeit von Herzwandabschnitten und Herzklappen im Rahmen der Echokardiographie.

2. Dauerschallverfahren (Doppler-Verfahren)
Ein Kristall sendet kontinuierlich Ultraschallwellen von konstanter Frequenz (Dauerschall) aus. Trifft das Schallwellenbündel auf eine sich bewegende Grenzfläche, so wird ein Teil der Wellen mit geänderter Frequenz (Doppler-Effekt) reflektiert. Die gemessene Interferenz der Frequenzen des einfallenden und des reflektierten Strahls kann als niederfrequenter Ton hörbar gemacht werden bzw. erlaubt die Berechnung von Geschwindigkeit und Richtung (bezogen auf die Schallkopfposition) des bewegten Objekts. Anwendung z. B. in der Geburtshilfe zum Nachweis der kindlichen Herztöne in der Frühschwangerschaft, in der Gefässchirurgie zur Diagnose venöser und arterieller Gefässerkrankungen wie Verengungen (Beurteilung der Strömungsverhältnisse).

3. Gepulste Doppler-Sonographie (Puls-Doppler-Verfahren)
Im Gegensatz zum Dauerschallverfahren werden bei gepulster Schallemission einzelne Impulspakete ausgesandt, wobei ein Piezokristall gleichzeitig als Sender und Empfänger wirkt. Nach Vorgabe einer Empfangszeit werden nur die Signale ausgewertet, die einer bestimmten Entfernung im Gewebe entsprechen. Dies ermöglicht eine Tiefenzuordnung des empfangenen Echosignals.

Ultraschall

Ultraschall -
Schwingungen oberhalb der menschlichen Hörgrenze mit einer Frequenz von 20 kHz bis 10 GHz.

Anwendung
1. therapeutisch durch Vibration sowie Absorption der Wellen und Umwandlung in Wärme im Körper bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, insbesondere nach verletzungsbedingten Veränderungen und rheumatischen Erkrankungen.
2. diagnostisch zur Sichtbarmachung von Körperstrukturen mit unterschiedlicher Dichte.
Vgl. Ultraschalldiagnostik.

Uteruskarzinom

Ein Uteruskarzinom ist Gebärmutterkrebs, je nach Lokalisation unterscheidet man Gebärmutterschleimhautkrebs (Korpuskarzinom) und Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

V
Vakzine

Vakzine ist eine Bezeichnung Bezeichnung für Impfstoff.

Vaskulitis

Eine Vaskulitis ist eine Entzündung der Blutgefäße. Die Symptome und deren Ausmaß hängen von der Lage der betroffenen Gefäße ab. Die Erkrankung tritt z.B. bei Infektionen, unter anderem auch durch das HI-Virus, auf.

Vasodilatation

Vasodilatation ist eine Erweiterung der Blutgefäße, aktiv z. B. bei Erschlaffung der Blutgefäß Muskulatur, passiv durch vermehrtes Blutvolumen.

Ventrikuläre Fibrillation

Eine Ventrikuläre Fibrillation ist ein sehr schnelles, unkoordiniertes Herzkammerflimmern, das zu einem Verlust der Synchronizität zwischen dem Herzschlag und dem Pulsschlag führt.

 
Viren

Viren ist die Sammelbezeichnung für biologische Strukturen (in den bekannten Fällen meist Krankheitserreger) mit folgenden gemeinsamen Merkmalen: 1. enthalten als genetische Information nur entweder DNA oder RNA; 2. verfügen nicht über die für Wachstum und Teilung erforderlichen Enzyme, sondern bedürfen dazu (meist spezifischer) Wirtszellen (Pflanzenzellen, bestimmte tierische und menschliche Zellen), auf die sie häufig krankheitserregend wirken. Viren, die nur Bakterien befallen heissen Bakteriophagen. Die Klassifikation von Viren erfolgt heute vor allem nach ihrer Struktur und genetischen Ähnlichkeit und nur ausnahmsweise nach klinischen oder epidemiologischen Merkmalen.

W
Wechselwirkungen

Wechselwirkungen oder auch Arzneimittelinteraktionen.
Wechselwirkungen treten zwischen zwei oder mehreren Arzneimitteln auf, die gleichzeitig eingenommen werden. Wechselwirkungen können die Wirkung der Arzneimittel entweder in ihrer Stärke, in der Dauer oder auch in ihrer Art verändern.

WHO

WHO ist die Abkürzung für (englisch) World Health Organization; Weltgesundheitsorganisation

Internationale Föderation mit Sitz in Genf zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gesundheitswesens, insbesondere bei Vorbeugung und Bekämpfung von Volkskrankheiten und Seuchen sowie bei der Impfstoffherstellung.

Wilms-Tumor

Ein Wilms-Tumor ist ein maligner Nierentumor, der vorwiegend bei Kindern auftritt und aus embryonalen Geschwülsten besteht; er macht 5% bis 6% der Nierentumore aus; wird auch als Nephroblastom bezeichnet.

X
Y
Z
Zelle

Die Zelle ist die kleinste Einheit jedes Organismus, bestehend aus Zytoplasma, Zellkern, Zentralkörperchen, Netzapparat und Zellwand.

Zellkern

Als Zellkern bezeichnet man ein im Zellplasma gelegenes, meist rundlich geformtes Organell der eukaryotischen Zelle. Der Zellkern enthält den größten Teil des genetischen Materials der eukaryontischen Zellen in Form von mehreren Chromosomen. Wichtige Vorgänge, die innerhalb des Zellkerns ablaufen, sind DNA-Replikation (die Duplizierung des in Form von DNA vorliegenden genetischen Materials) und Transkription (das Erstellen einer mRNA-Kopie eines gegebenen DNA-Abschnitts, der oft, aber nicht immer, einem Gen entspricht). Der Zellkern kann als Steuerzentrum der Zelle verstanden werden.

Zellmembran

Die Zellmembran ist die in sich geschlossene, teilweise durchlässige äußere Begrenzung aller Zellen. Sie gewährleistet den Kontakt zu anderen Zellen z.B. im Rahmen des Stoffwechsels oder der Zellkontakte sowie die Erkennung gleichartiger Zellen untereinander. Ferner sind die Antigeneigenschaften (s.a. Antigen) und die Rezeptoren der Zellen auf der Zellmembran lokalisiert.

Zellplasma

Zellplasma auch Protoplasma, Zytoplasma. Beim Zellplasma handelt es sich um die von einer Zellmembran umschlossene Substanz aller lebenden Zellen.

Zivilisationskrankheiten

Zivilisationskrankheiten sind Erkrankungen, deren Zunahme in Industrieländern beobachtet wird und die durch körperliche Inaktivität oder Fehlernährung entstehen.

Zweitlinientherapie

Die Zweitlinientherapie wird eingesetzt, wenn die Erstlinientherapie erfolglos bleibt oder der Krebs auf diese nicht mehr anspricht.

Zytokine

Bei den Zytokinen handelt es sich um Eiweiße, die von vielen Zellarten gebildet und ausgeschieden werden und die das Verhalten oder die Eigenschaften anderer Zellen ändern (vgl. Lymphokine).

Zytoplasma

Zytoplasma -
Siehe Zellplasma.

Zytostatika

Zytostatika -
Arzneimittel, die das Zellwachstum, insbesondere die Zellteilung verhindern oder verzögern; Zytostatika wirken nur auf Zellen, die sich im Wachstum befinden, nicht auf solche in der Ruhephase.
Zytostatika werden in der Tumortherapie (s. Chemotherapie) eingesetzt, da Tumorzellen nicht der normalen körperlichen Wachstumsregulation unterliegen und eine höhere Zellteilungsrate aufweisen als normale Körperzellen. Damit sind sie empfindlicher für die Arzneimittel als die gesunden, normalen Zellen.