Orale AK Therapie
Orale Antikoagulantientherapie - Die Mitarbeit des Patienten ist ein Garant für Erfolg
Um thromboembolische Komplikationen bei Patienten mit mechanischem Herzklappenersatz, bei tiefen Venenthrombosen, Lungenembolien, hereditären Erkrankungen oder Vorhofflimmern weitgehend zu kontrollieren, ist die orale Dauerantikoagulation eine der wichtigsten therapeutischen Maßnahmen.
Die Behandlung mit Antikoagulanzien wie Marcoumar senkt das Thrombose-Risiko deutlich. Die Effizienz einer Antikoagulanzientherapie hängt in erster Linie von der Qualität und Quantität der Kontrollen ab. Ein deutlich erhöhtes Risiko besteht bei stark schwankenden Quick-Werten, bei Eintritt einer Komplikation liegen rund 69 % der Gerinnungs-Werte nicht im therapeutischen Bereich. Studien wie z.B. ACOA ( Comparing Self-Management of Oral Anticoagulant Therapy with Clinic Management) oder ESCAT (Early Self Controlled Anticoagulation Trial) konnten nachweisen, dass, bei Gerinnungsselbstkontrolle durch den Patienten, die Verweildauer des Patienten im therapeutischen Zielbereich deutlich verlängert und dadurch die Zahl der Komplikationen maßgeblich verringert werden kann.
Patientenselbstkontrolle ist in Österreich seit langem kein Fremdwort mehr. Der erste Kontakt mit der Einstellung der oralen Antikoagulation und damit auch mit dem neuen Messgerät CoaguChek® XS erfolgt meist in der Klinik oder beim betreuenden niedergelassenen Arzt. Nach erfolgreicher Ersteinstellung der Medikation kann das Monitoring in die Hand des Patienten abgegeben werden. Eine standardisierte und strukturierte Schulung ist die wichtigste Basis für die aktive Mitarbeit des Patienten. Die aktive Mitarbeit des Patienten ist unerlässlich! Patienten überprüfen Ihre Medikation und passen Ihre Medikation je nach Bedarf eigenständig an.
Voraussetzung ist ein Patient, der gut geschult wird und über die Hintergründe seiner Erkrankung aufgeklärt ist, und natürlich auch ein einfaches, leicht zu bedienendes Gerät zur Selbstmessung. Der Hausarzt wird zur Betreuenden Bezugsperson, die den Therapieverlauf und die Einstellungen des Patienten überprüft - die wöchentliche Kontrolle der Gerinnungswerte liegt in der Hand des Patienten.
Gerinnungswerte INR versus Quick
Das Ausmaß der gerinnungshemmenden Wirkung der oralen Antikoagulanzien wird durch die Thromboplastinzeit bestimmt, die bei gesunden Patienten zwischen 11 und 16 Sekunden liegt. Durch orale Antikoagulanzien wird die Thromboplastinzeit verlängert, da die Synthese der Gerinnungsfaktoren VII, IX, X und Prothrombin gehemmt wird. Das Testergebnis ist stark von dem verwendeten Thromboplastin abhängig und muss deshalb auf einen Standard bezogen werden: Für die Bestimmung des Quick-Wertes wird eine Standardkurve ermittelt, die aus den Thromboplastinzeiten von Normalplasma (100%) und Verdünnungen daraus besteht. Eine andere Möglichkeit, die Thromboplastinzeit auszudrücken, unabhängig von den verwendeten Reagenzien, ist der INR. Der INR-Wert (International normalized ratio) wird ermittelt, indem die Thromboplastinzeit des Patientenplasmas durch die Thromboplastinzeit eines Normalplasmas dividiert wird, potenziert mit dem Korrekturfaktor ISI (International sensitivity index). Dieser Korrekturfaktor wird für jedes Thromboplastin und jede Thromboplastincharge bestimmt und wird auf der Packung angegeben. Durch diese Normierung ergibt der INR-Wert für ein bestimmtes Plasma mit allen Thromboplastinen den gleichen Wert.