Bauchspeicheldrüsenkrebs
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Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Verdauungsenzyme und Blutzuckerkontrolle
Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Die Bauchspeicheldrüse ist ein wichtiges Organ im Oberbauch, das hinter dem Magen zwischen Leber und Milz liegt. In der medizinischen Fachsprache wird die Bauchspeicheldrüse auch als „Pankreas“ bezeichnet. Bösartige Pankreastumoren, die von unterschiedlichen Zellen ausgehen können, fasst man unter dem Begriff „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ oder “Pankreaskarzinom“ zusammen. Wie andere Krebsarten auch, kann das Pankreaskarzinom auf Nachbarorgane übergreifen, Lymphknoten befallen und Tochtergeschwülste (Metastasen) in entfernt liegenden Körperregionen absiedeln.
Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) ist ein ca. 15 bis 20 cm langes und rund 80 g schweres Organ, das im oberen, hinteren Bereich der Bauchhöhle zwischen Leber und Milz etwa in Höhe des unteren Brustbeinendes liegt. Die Bauchspeicheldrüse lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Man unterscheidet:
- Den Pankreaskopf, der in einer C-förmigen Schlinge des Zwölffingerdarms liegt
- Den Pankreaskörper, der die Wirbelsäule und die Hauptschlagader des Körpers überquert
- Den Pankreasschwanz, der bis zur Milz reicht
Steigende Tendenz
In Österreich erkranken rund 1.300 Menschen jährlich an einem Pankreaskarzinom. In den letzten Jahren wird diese Diagnose häufiger gestellt. Warum das so ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Experten vermuten einen Zusammenhang mit bestimmten Risikofaktoren wie Zigarettenrauchen und Ernährung, die einen hohen Anteil an tierischen Fetten enthält. Jüngere Menschen erkranken selten. Die meisten Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs sind über 60 Jahre alt. Ein Problem in der Früherkennung dieses Tumortyps liegt darin, dass er in frühen Stadien meist keine Beschwerden verursacht und so lange unbemerkt bleibt.
Verdauungsenzyme und Blutzuckerkontrolle
Die Bauchspeicheldrüse erfüllt verschiedene wichtige Funktionen. Ihr Gewebe besteht aus einem exokrinen und einem endokrinen Anteil. Der exokrine Teil bildet täglich rund 1,5 l Verdauungssäfte, die über das Pankreasgangsystem in den Zwölffingerdarm abgegeben werden. Dieser Saft enthält wichtige Enzyme (Amylasen, Lipasen und Proteasen), die für die Aufspaltung der Nahrungsbestandteile unverzichtbar sind. Amylasen verdauen Kohlenhydrate, Lipasen Fett und Proteasen Eiweißverbindungen.
Darüber hinaus produziert die Bauchspeicheldrüse in ihrem endokrinen Anteil die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Insulin ist auch für den Fett- und Eiweißstoffwechsel von Bedeutung. Bildet die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin, steigen die Blutzuckerspiegel an und es kommt zum Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
Bei einer Störung des exokrinen Bauchspeicheldrüsenanteils funktioniert die Verdauung der Nahrungsbestandteile nicht mehr richtig und es kommt zum Gewichtsverlust und zur Mangelernährung.
Bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse
Beschwerden oft erst in fortgeschrittenem Stadium
Stadieneinteilung und Prognose
Bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse
Unter der Bezeichnung „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ (Ärzte sprechen vom „Pankreaskarzinom“) werden verschiedene bösartige Tumoren zusammengefasst. Sie unterscheiden sich nach ihrem Ursprung und nach den typischen Gewebeformationen, die sie bilden. Häufig lässt sich erst durch die feingewebliche Untersuchung feststellen, um welche Art von Tumor es sich handelt.
Am häufigsten sind die sogenannten exokrinen Pankreastumoren. Sie gehen von den Zellen der Bauchspeicheldrüsengänge aus, die Verdauungsenzyme bilden. Die endokrinen Pankreastumoren entwickeln sich aus hormonbildenden Zellen. Diese endokrinen Tumoren sind sehr selten und wachsen relativ langsam.
Weiterhin kann man die Tumoren der Bauchspeicheldrüse nach ihrer Lokalisation unterscheiden. Am häufigsten tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs im Pankreaskopf auf (in ca. 70%), seltener im Pankreaskörper (in etwa 20%), und nur 10% der bösartigen Tumoren finden sich im Pankreasschwanz.
Für den Arzt ist sowohl der feingewebliche Aufbau als auch die Lokalisation des Tumors sehr wichtig, weil sich Behandlung und Nachsorge danach richten.
Beschwerden oft erst in fortgeschrittenem Stadium
Das Gefährliche am Bauchspeicheldrüsenkrebs ist, dass er in frühen Krankheitsstadien kaum Beschwerden verursacht und deshalb lange unentdeckt bleibt. Symptome treten häufig erst auf, wenn der Tumor so groß geworden ist, dass die Bildung der Verdauungsenzyme oder deren Abfluss in den Zwölffingerdarm nicht mehr funktioniert, oder wenn der Tumor sich auf Nachbarorgane ausgedehnt hat. Klagt der Patient über Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Gewichtsverlust, gürtelförmige Bauchschmerzen oder Rückenschmerzen, ist der Tumor meist schon fortgeschritten. Wenn der Tumor die Insulinbildung behindert, kommt es zu Störungen des Zuckerstoffwechsels.
Ein weiteres Zeichen, das auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hinweisen kann, ist der sogenannte Ikterus, eine Gelbfärbung („Gelbsucht“) der Haut und der Augen. Zur Gelbsucht kommt es, wenn der Tumor auf den Gallengang drückt und ihn verschließt. Dann kann der Gallensaft nicht mehr in den Darm abfließen und die Haut verfärbt sich gelb, während der Urin dunkel und der Stuhlgang hell wird.
Dass Bauchspeicheldrüsenkrebs im Frühstadium fast keine Beschwerden hervorruft, hat fatale Folgen. Denn wenn der Tumor schließlich entdeckt wird, kann die Mehrzahl der Patienten nicht mehr operiert werden.
Ursachen und Risiken
Die genauen Ursachen, die zur Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs führen, sind weitgehend unbekannt. Jedoch können verschiedene Risikofaktoren die Gefahr erhöhen, dass sich ein Pankreaskarzinom entwickelt. Zu den Risikofaktoren zählen:- Rauchen: Starke Raucher erkranken im Vergleich zu Nichtrauchern zwei- bis dreimal häufiger an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
- Fortgeschrittenes Lebensalter: Bauchspeicheldrüsenkrebs wird meist bei über 60-Jährigen diagnostiziert.
- Fettreiche Ernährung: Eine Kost, die reich an (tierischen) Fetten und an Fleisch ist, kann das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen.
- Diabetes mellitus: Eine langjährige Zuckerkrankheit kann die Gefahr eines Pankreaskarzinoms erhöhen.
- Erbliche Belastung: Wer einen nahen Angehörigen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs hat, weist möglicherweise selbst ein erhöhtes Risiko für dieses Tumorleiden auf.
- Kontakt mit bestimmten Chemikalien: Manche Chemikalien und Pestizide können das Risiko für ein Pankreaskarzinom erhöhen.
Stadieneinteilung und Prognose
Hat der Arzt Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt, muss zunächst untersucht werden, wie weit sich der Tumor schon ausgebreitet hat. Diese Stadieneinteilung ist für die Wahl der geeigneten Therapie und für die Nachsorge wichtig. Kennt der Arzt das Ausbreitungsstadium, kann er Genaueres über die Heilungschancen und den wahrscheinlichen Krankheitsverlauf sagen.
TNM-Klassifikation
Um zu beurteilen, wie weit fortgeschritten das Tumorleiden ist, benutzen viele Ärzte die sogenannte TNM-Klassifikation, bei der drei Parameter berücksichtigt werden:
- Tumorgröße (T)
- Lymphknotenbefall (N)
- Eventuell vorhandene Metastasen (M)
Ziffern hinter den Buchstaben geben an, wie groß der Tumor ist (T1 bis T4), ob Lymphknoten befallen sind (N0 oder N1) und ob Tochtergeschwülste (Metastasen) vorliegen (M0 oder M1). T2 N1 M0 würde beispielsweise bedeuten, dass es sich um einen auf die Bauchspeicheldrüse begrenzten Tumor handelt, der mehr als 2 cm in der größten Ausdehnung misst und bereits Lymphknoten befallen hat, während jedoch noch keine Fernmetastasen vorliegen.
Einordnung nach Behandlungsauswirkung
Andere Mediziner bevorzugen eine Einteilung der Pankreaskarzinome je nach Behandlungsauswirkung.
Sie unterscheiden folgende Formen:
Lokal/operabel: Der Tumor ist örtlich begrenzt und kann operativ behandelt werden.
Lokal fortgeschritten/inoperabel: Die Krebsgeschwulst hat sich lokal ausgedehnt (z. B. auf Nachbarorgane wie Zwölffingerdarm, Magen oder Milz) und kann nicht mehr operiert werden.
Metastasiert: Es liegen bereits Tochtergeschwülste in anderen Körperregionen vor, beispielsweise in Leber oder Lunge.
Wie sind die Heilungschancen?
Die besten Heilungsaussichten bestehen bei kleinen, auf die Bauchspeicheldrüse begrenzten Tumoren, die weder Lymphknoten befallen noch Tochtergeschwülste gestreut haben und die der Chirurg komplett entfernen kann.
- Leider liegt zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bei mehr als 80 % der Patienten entweder eine lokal fortgeschrittene oder eine metastasierte Erkrankung vor. Die 5-Jahres-Überlebensraten dieser Patienten sind nach Diagnosestellung und Behandlung sehr gering.
Diagnostik
Besteht der Verdacht, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs vorliegen könnte, muss eine sorgfältige diagnostische Abklärung erfolgen. Diese beginnt mit der Erhebung der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung. Als weitere Schritte folgen Labortests, eine Ultraschalluntersuchung und eine Computertomografie. In Abhängigkeit von den Ergebnissen können weitere Untersuchungen erforderlich werden.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Zu Beginn der Diagnostik steht die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Der Arzt wird sich genau nach Art und Dauer der Beschwerden erkundigen und mögliche Risikofaktoren erfassen.
Die körperliche Untersuchung schließt sich an. Veränderungen wie eine Gelbfärbung von Haut und Augen, Lymphknotenschwellungen oder Druckschmerzen bzw. ein tastbarer Tumor im Oberbauch sind Auffälligkeiten, die unbedingt eine weitere Abklärung erfordern.
Doch kann es durchaus sein, dass der Arzt bei der körperlichen Untersuchung nichts Krankhaftes finden kann, obwohl der Patient über Beschwerden wie Gewichtsverlust, Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit klagt. In solchen Fällen helfen Labortests oder apparative Untersuchungen wie z. B. Ultraschall oder Computertomografie weiter.
Labortests
Blutuntersuchungen geben Aufschluss über den Allgemeinzustand des Patienten und über Organfunktionen. Bestimmte Veränderungen im Blut können auf die Tumorerkrankung hinweisen, beispielsweise erhöhte Konzentrationen der Bauchspeicheldrüsen- und Leberwerte, Blutarmut, eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, Veränderungen der Bluteiweiße und eine Erhöhung der Calciumspiegel. Erhöhte Leberwerte können ein Zeichen dafür sein, dass der Bauchspeicheldrüsenkrebs den Gallengang einengt und den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Dünndarm behindert.
Darüber hinaus werden die sogenannten Tumormarker bestimmt. Dabei handelt es sich um Verbindungen, die verstärkt von Tumoren produziert werden. Auch Pankreaskarzinome bilden Tumormarker, die im Blut nachgewiesen werden können. In erster Linie dient die Bestimmung der Tumormarker aber der Verlaufskontrolle nach einer eventuellen Operation des Pankreaskarzinoms.
Ultraschall
Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches steht bei Verdacht auf eine Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse meist an erster Stelle. Diese Untersuchungsmethode ist schmerzfrei und führt nicht zu einer schädlichen Strahlenbelastung des Patienten.
Mithilfe der Ultraschalluntersuchung kann der Arzt oft schon feststellen, ob in der Bauchspeicheldrüse ein Tumor vorliegt, wo genau er lokalisiert ist und ob er sich schon auf Nachbarorgane oder regionale Lymphknoten ausgedehnt hat. Außerdem wird er überprüfen, ob bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) beispielsweise in der Leber vorliegen. Wenn der Tumor den Gallengang einengt und zu einem Stau der Gallenflüssigkeit geführt hat, ist das ebenfalls bei der Sonografie zu sehen.
Allerdings gibt es Einschränkungen: Sehr kleine Tumoren lassen sich mit der Ultraschalluntersuchung nicht erfassen. Manchmal ist die sonografische Darstellung aufgrund der „versteckten“ Lage der Bauchspeicheldrüse im hinteren Bauchraum oder wegen Überlagerung durch lufthaltige Organe (Magen, Darm) erschwert. Bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs werden daher immer zusätzliche Untersuchungen wie z. B. eine Computertomografie veranlasst.
Computertomografie
Ergänzend zur Ultraschalluntersuchung wird eine Computertomografie (CT) zur Bestimmung der Tumorausbreitung veranlasst. Diese Untersuchung – eine spezielle Röntgenmethode – ist unbedingt notwendig, um zu beurteilen, ob das Pankreaskarzinom durch eine Operation entfernt werden kann und ob bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vorliegen.
Die Computertomografie ist eine schmerzfreie Untersuchungsmethode, die nur zu einer relativ geringen Strahlenbelastung führt. Der Patient bekommt Kontrastmittel in die Vene gespritzt, anschließend wird der entsprechende Abschnitt des Körpers Schicht für Schicht durchleuchtet. Auf diese Weise kann der Arzt die Größe und Lokalisation des Tumors genau erkennen und beurteilen, wie umfangreich operiert werden muss.
Alternativ oder ergänzend zur Computertomografie kann der Arzt auch eine Magnetresonanztomografie (Kernspintomografie) veranlassen.
Röntgen
Röntgenaufnahmen des Brustkorbs dienen der Beurteilung von Herz und Lungen, wenn eine Operation geplant ist. Darüber hinaus können sich Lungenmetastasen (Tumorabsiedelungen in der Lunge) auf dem Röntgenbild zeigen.
Endoskopie und ERCP
Bei einer Spiegelung (Endoskopie) des Magens und des Zwölffingerdarms können auch der Bauchspeicheldrüsengang und die Gallenwege dargestellt werden.
Für die Untersuchung schiebt der Arzt einen dünnen, weichen und biegsamen Schlauch (Endoskop) durch Mund, Speiseröhre und Magen bis in den Zwölffingerdarm. In diesem Schlauch ist ein optisches System und eine Lichtquelle untergebracht.
Um Bauchspeicheldrüsen- und Gallengang sichtbar zu machen, spritzt der Arzt über das Endoskop vom Zwölffingerdarm aus ein Kontrastmittel in die Mündungsstelle der beiden Gänge. Anschließend werden Röntgenaufnahmen gemacht. Liegen tumorbedingte Veränderungen des Gangsystems vor – z. B. Engstellen –, sind diese auf den Röntgenbildern sichtbar. Diese Untersuchung nennen Ärzte „ERCP“ (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie).
Der Arzt kann durch das Endoskop verschiedene Instrumente einführen. Liegt eine Gelbsucht vor, weil das Pankreaskarzinom den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Dünndarm verhindert, legt der Arzt ein Röhrchen aus Kunststoff oder Metall in den eingeengten Gang, um die Gallenabflussstörung zu beheben.
Darüber hinaus kann der Arzt mit speziellen Zangen oder Bürsten Zell- und Gewebsmaterial aus dem Tumor entnehmen, welches vom Pathologen untersucht wird.
Die Endoskopie kann ambulant durchgeführt werden. Der Patient darf vor der Untersuchung weder essen noch trinken. Vor der Spiegelung sprüht der Arzt ein örtliches Betäubungsmittel an die Rachenhinterwand, damit das Endoskop problemlos eingeführt werden kann. Außerdem kann dem Patienten auf Wunsch ein Beruhigungsmittel gespritzt werden.
Weitere Untersuchungen
Je nach Situation und Fragestellung können bei der diagnostischen Abklärung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zusätzlich zu den bereits besprochenen Methoden spezielle Untersuchungen erforderlich werden.
Endosonografie
Bei dieser Methode wird bei der Spiegelung des Magens und Zwölffingerdarms ein Endoskop verwendet, das mit einer Ultraschallsonde ausgestattet ist. Diese Sonde kann im Magen oder Zwölffingerdarm ganz nahe an die Bauchspeicheldrüse herangeführt werden. Der Tumor, die Lymphknoten und benachbarten Blutgefäße können auf diese Weise hervorragend untersucht werden. Die Qualität der Ultraschallbilder ist bei der Endosonografie wesentlich besser als bei der üblichen Ultraschalluntersuchung durch die Bauchdecke, sodass schon ganz kleine Tumoren (unter 5 mm Durchmesser) entdeckt werden können. Darüber hinaus ist eine Punktion des Tumors unter Ultraschallkontrolle möglich.
Magnetresonanztomografie (MRT)
In manchen Fällen wird in Ergänzung oder alternativ zur Computertomografie eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt. Die MRT, die auch als Kernspintomografie bezeichnet wird, ist keine Röntgenuntersuchung, sondern beruht auf Magnetfeldwirkungen. Deshalb ist sie nicht mit einer Strahlenbelastung verbunden. Eine MRT ist z. B. dann hilfreich, wenn unklar ist, ob ein entzündlicher Herd oder ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse vorliegt oder wenn nach Tochtergeschwülsten gesucht wird.
Mithilfe spezieller Untersuchungstechniken ist es bei der MRT möglich, den Gallengang, den Gang der Bauchspeicheldrüse und auch die Blutgefäße des Oberbauchs sehr gut darzustellen, ohne dass dazu Kontrastmittel gegeben werden muss.
Biopsie
Die Diagnose „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ kann nur durch die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Tumor (Biopsie) mit anschließender feingeweblicher Untersuchung unter dem Mikroskop mit Sicherheit gestellt werden. Das Gewebe wird unter Ultraschallkontrolle z. B. mit einer feinen Nadel aus dem Tumor entnommen. Die Nadel kann entweder durch die Bauchwand oder – bei der Endoskopie – durch die Magenwand in den Tumor geschoben werden, um Zellmaterial zu gewinnen.
Bauchspiegelung
In seltenen Fällen wird vor einer geplanten Operation zunächst eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt. Dabei werden unter Narkose durch einen kleinen Hautschnitt verschiedene Geräte in die Bauchhöhle eingeführt. Nun können die Bauchorgane direkt betrachtet und größere Gewebeproben entnommen werden. Eine Bauchspiegelung kann z. B. sinnvoll sein, wenn Tochtergeschwülste in der Leber oder Bauchhöhle sicher ausgeschlossen werden sollen.
Knochenszintigrafie
Mithilfe einer Knochenszintigrafie kann der Arzt feststellen, ob der Tumor bereits Knochenmetastasen gesetzt hat. Dazu spritzt er eine radioaktive Substanz, die sich besonders in Knochenmetastasen anreichert. Mit einer speziellen Kamera werden metastasenverdächtige Areale dokumentiert.
Positronenemissionstomografie (PET)
Auch die Positronenemissionstomografie macht sich die Aufnahme radioaktiv markierter Substanzen in Tumoren und Metastasen zunutze. Dieses moderne Verfahren kann als Ganzkörperuntersuchung erfolgen und ist in der Lage, schon ganz kleine Tochtergeschwülste sichtbar zu machen.
Welche Behandlung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine sehr wichtige Rolle spielt das Ausbreitungsstadium der Tumorerkrankung. Auch die Lokalisation und der feingewebliche Aufbau des Tumors sind von Bedeutung, ebenso wie das Alter, der Allgemeinzustand und eventuell vorliegende Begleiterkrankungen des Patienten.
Deswegen muss für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept erstellt werden. Am besten gelingt dies, wenn ein Team aus onkologisch erfahrenen Ärzten verschiedener Fachrichtungen (Internisten, Chirurgen, Strahlentherapeuten) in einer gemeinsamen Konferenz den für den jeweiligen Patienten optimalen Therapieplan erstellt.
Zur Verfügung stehen operative Verfahren, verschiedene Formen der Chemotherapie und die Strahlentherapie. Häufig werden verschiedene Methoden kombiniert, um eine möglichst gute Wirkung zu erzielen. Ziel der Behandlung ist es, den Tumor zurückzudrängen, den Patienten von Schmerzen zu befreien und die Lebensqualität des Betroffenen zu erhalten.
Nachdem die Behandlungsmöglichkeiten bei inoperablem Bauchspeicheldrüsenkrebs bisher limitiert waren, steht seit Kurzem ein neues Medikament zur Verfügung, das in Studien zu hoffnungsvoll stimmenden Ergebnissen führte (PA.3; Moore et al.2007).
Herkömmliche Therapieansätze
Zu den herkömmlichen Behandlungsmöglichkeiten zählen operative Verfahren, Chemo- und Strahlentherapie.
Operation
Die besten Heilungschancen bietet die operative Entfernung des Tumors. Doch nur, wenn der Bauchspeicheldrüsenkrebs in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert wird, besteht die Möglichkeit, ihn mit dem Ziel der Heilung des Patienten zu operieren. Leider rufen die meisten Pankreaskarzinome aber erst spät Beschwerden hervor. Werden sie schließlich entdeckt, ist es in den meisten Fällen nicht mehr möglich, den Tumor komplett zu entfernen. Oft haben sich bereits Tochtergeschwülste entwickelt.
Ist der Tumor lokal begrenzt, kann eine sogenannte Whipple-Operation durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um einen aufwendigen Eingriff, bei dem der Chirurg einen großen Teil der Bauchspeicheldrüse, die Gallenblase sowie Teile des Magens und des Zwölffingerdarms entfernt. Der Restmagen wird mit einer Dünndarmschlinge verbunden. Diese Operation ist für den Patienten zwar strapaziös, doch sollte man grundsätzlich immer anstreben, den Tumor vollständig zu entfernen, sofern dies möglich ist.
Chemotherapie
Operation und Strahlentherapie stellen nur örtliche Behandlungen dar. Wenn sich der Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits ausgebreitet und Tochtergeschwülste in entfernt liegenden Organen wie Lunge, Leber oder Knochen gesetzt hat, sollte eine Chemotherapie erfolgen, weil sie auf dem Blutweg sämtliche Organe erreichen kann.
Chemotherapeutika (Zytostatika) können als Infusionen oder in Tablettenform verabreicht werden. Sie blockieren das Zellwachstum, indem sie in die Mechanismen der Zellteilung eingreifen. Sie wirken besonders intensiv auf rasch wachsende und sich vermehrende Zellen, zu denen die Krebszellen zählen. Auf gesunde Körperzellen können sie jedoch auch einwirken und damit zu Nebenwirkungen führen. Nebenwirkungen einer Chemotherapie betreffen Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Infektanfälligkeit.
Es stehen verschiedene Zytostatika zur Verfügung, die einen Stillstand oder eine Verkleinerung des Tumors bewirken. Oft werden diese Medikamente miteinander kombiniert. Zur Behandlung des Pankreaskarzinoms werden häufig die Medikamente Gemcitabin, 5-Fluorouracil und Folinsäure eingesetzt. Moderne Therapieansätze verbinden die herkömmlichen Behandlungsmöglichkeiten mit neu entwickelten Substanzen, die gezielt bestimmte Wachstums- und Stoffwechselvorgänge in der Tumorzelle blockieren.
Eine Chemotherapie besteht in der Regel aus mehreren Behandlungszyklen mit dazwischen geschalteten Erholungsphasen. Wie viele Behandlungszyklen durchgeführt werden, hängt von den verabreichten Medikamenten ab und auch davon, wie der Patient auf die Behandlung reagiert. Die meisten Chemotherapien können heute ambulant erfolgen.
Strahlentherapie
Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt die Strahlentherapie meist in Kombination mit einer Chemotherapie entweder vor oder nach einem operativen Eingriff zum Einsatz. Bei manchen Patienten wird ein Teil der Strahlentherapie schon während der Operation verabreicht, in anderen Fällen erfolgt die Strahlentherapie anstelle eines chirurgischen Eingriffs. Auch wenn keine Heilung des Betroffenen mehr möglich ist, kann eine Strahlentherapie zur Schmerzlinderung sinnvoll sein. Das gilt beispielsweise, wenn der Bauchspeicheldrüsenkrebs zu schmerzhaften Knochenmetastasen geführt hat.
Neue Therapieoption
Seit Jahren arbeiten Forscher intensiv an der Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten, um die Prognose von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verbessern. Besonderes Interesse galt dabei Medikamenten, die gezielt bestimmte Wachstums- und Stoffwechselvorgänge in der Tumorzelle blockieren.
Blockade von Rezeptoren für Wachstumsfaktoren
Behandlungserfolge gab es insbesondere für einen Wirkstoff, der gegen Wachstumsfaktor-Rezeptoren der Tumorzellen gerichtet ist.
Das trifft insbesondere für den Rezeptor HER1/EGFR (engl.: Epidermal Growth Factor Receptor) zu. Dies kann zu einer immer weitergehenden Tumorausbreitung und zu einem Eindringen des Tumors in benachbarte Gewebe führen.
In den letzten Jahren ist es gelungen, ein Medikament zu entwickeln, das die Aktivierung des Wachstumsfaktors HER1/EGFR unterbindet, indem es das Enzym Tyrosinkinase hemmt. Dieses Medikament hindert Tumorzellen daran, sich weiter zu teilen und sich im Körper auszubreiten.
Linkliste
Allgemeine Informationen zur finanziellen und sozialen Hilfe österreichweit
Anlaufstellen bei sozialen/ finanziellen Problemen:
1) KREBSHILFE:
www.krebshilfe.at
www.krebshilfe-wien.at/Krebs-und-Beruf
Rufen Sie an und vereinbaren Sie mit den Beraterinnen von "Krebs und Beruf" ein Beratungsgespräch : 01/402 19 22 DW 14 oder DW 15
Projektbegleitend hat die Wiener Krebshilfe den Ratgeber „100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Krebs und Beruf“ herausgebracht.
Die Beratung im Rahmen des Projekts „Krebs und Beruf“ erfolgt telefonisch oder persönlich nach telefonischer Vereinbarung. Information und Beratung sind kostenlos.
Vereinbaren Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch zu arbeitsrechtlichen Fragen unter:
01/402 19 22 oder 0800 699 900 oder schicken Sie uns ein e-mail!
2) ARBEITERKAMMER:
www.arbeiterkammer.at
3) SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER
www.sozialversicherung.at
Dort Link zu allen Sozialverischerungsträgern und Kontakttelefonnummer, Informationen zum Pflegegeld
4) ARBEITSMARKTSERVICE
Arbeitsmarktservice, es gibt Stellenangebote Kontakte zu den Bundesländern
www.ams.or.at/neu/
5) „SOZIALÄMTER“ und allgemeine Informationen zur finanziellen und sozialen Hilfe
ÖSTERREICHWEIT:
0800/201611: Sozialservicestelle (Nulltarif) Sozialtelefon – Bürgerservice des Sozialministeriums, Anlaufstelle für alle sozialen Fragen in Österreich. Das SozialTelefon bietet Information und Beratung zu Fragen im Zusammenhang mit einer Behinderung und im Einzelfall auch Information und Beratung für Personen in anderen schwierigen Lebenssituationen.
www.sozialinfo.at hier Links zu allen Bundesländern!!!
www.bmsk.gv.at Homepage des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz
www.soziales-leben-oesterreich.at/sozialhilfe.html Link nur zu Burgenland und Kärnten
www.help.gv.at österreichweiter Amtshelfer
Salzburg:
www.salzburg.gv.at/lebensunterhalt_sozialaemter.htm
Tirol:
www.sozialhilfetirol.at/sites/sozialaemter.html
Wien:
www.wien.gv.at
sozialinfo.wien.gv.at
frauenratgeberin.wien.gv.at
www.fsw.at
Pflegegeld nach dem Wiener Pflegegeldgesetz (WPGG)
Zuständige Behörde für Landespflegegeldanträge:
Magistratsabteilung 15 - Gesundheitswesen und Soziales
Referat V/3 - Pflegegeld
15., Camillo-Sitte-Gasse 6-8, 2. Stock, Tür 6
Erreichbarkeit
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Telefonische Auskünfte: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr
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Vorarlberg:
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