Osteoporose
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Wie entsteht Osteoporose?
Osteoporose entsteht aufgrund eines Ungleichgewichts im Knochenumbau-Zyklus, nämlich dann, wenn der Knochenabbau gegenüber dem Knochenaufbau überwiegt. Der Verlust von Knochenmasse wird dann so groß, dass die Knochen bereits bei geringer Alltagsbelastung brechen können.
Welche Ursachen können zu einem solchen Ungleichgewicht führen?
- Östrogen-Abfall in der Menopause
- Lebensstil und Ernährung: Rauchen, exzessiver Alkoholgenuss, Mangel an Bewegung, geringes Körpergewicht, zuwenig Kalzium-Aufnahme aus dem Darm
- Krankheiten und deren medikamentöse Behandlung: Chemotherapie, Schilddrüsen-Therapie, chronische Corticoid-Therapie, Diabetes, chronische Nierenerkrankung
- Genetische Ursachen
Beeinflussen unsere Gene die Ursache von Osteoporose?
Zurzeit werden genetische Forschungsstudien durchgeführt, mit denen die genetischen Risikofaktoren im Zusammenhang mit Osteoporose ermittelt werden sollen. Alle Gene, die an der Knochenbildung oder am Knochenstoffwechsel beteiligt sind, kommen dafür natürlich in erster Linie in Frage, da Variationen dieser Gene ein erhöhtes Risiko, an Osteoporose zu erkranken, nach sich ziehen können.
Die Gene COL1A1 und COL1A2 auf dem Chromosom 17 sind an der Bildung des Kollagens beteiligt, ein wichtiger Bestandteil des Knochens.
Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Knochenbildung. Arbeitet der Vitaminrezeptor nicht korrekt, so führt dies bereits in jüngerem Alter zu einer geringen Knochendichte.
Osteoporose kann relativ leicht diagnostiziert werden:
• Krankengeschichte
• Röntgenuntersuchungen
• Messung der Knochendichte
- DXA (Dexa) - Dual Energy X-ray Absorptiometry (Duales Röntgen Verfahren)
• Biochemische Marker des Knochenumbruchs (Serum Urin)
- Knochenbildung
- Kochenabbau
Die Bestimmung dieser Marker ermöglicht schon nach wenigen Monaten die Möglichkeit das individuelle Ansprechen auf eine Therapie zu überprüfen. (Roche Diagnostics, Bonemarker)
Osteopenie/Osteoporose
Die Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, die einerseits die Knochenmasse verringert und andererseits den Knochen poröser und daher anfälliger für Brüche macht.Die Vorstufe der Osteoporose nennt man Osteopenie. Bereits die Osteopenie kann mit einem erhöhten Frakturrisiko (Knochenbruch-Risiko) einhergehen, weshalb es wichtig ist, entsprechende Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. (Siehe auch Osteoporose-Risikotest am Ende dieser Seite.)
Der Knochen als lebendes Gewebe wird bis zum Alter von 30 Jahren aufgebaut. Unzureichende Kalzium- und Vitamin D-Zufuhr bis zum 30. Lebensjahr kann dazu führen, dass die optimale Knochenmasse nicht erreicht wird beziehungsweise frühzeitig abnimmt. Des Weiteren wird mit steigendem Alter vermehrt Knochensubstanz abgebaut. Speziell bei Frauen nach der Menopause ist durch die hormonelle Umstellung ein vermehrter Knochenabbau zu erkennen.
Ursachen für einen verstärkten „negativen“ Knochenumbauprozess sind zumeist Mangel an Kalzium und Vitamin D und unzureichende Bewegung. Aber auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder auch der heutige moderne Lebensstil und bestimmte Krankheiten (siehe Tab.) sind oft für ein Fortschreiten des Knochenabbaus verantwortlich.
Wichtigste Basismaßnahme ist die ausreichende Kalzium- und Vitamin D-Versorgung.
Ein weiterer Verlust an Knochenmasse und Auftreten von Frakturen kann den Einsatz von spezifischen Osteoporosetherapeutika notwendig machen.
Osteopenie/Osteoporose
Bei Osteoporose, auch bei fortgeschrittener Osteoporose mit Frakturen, zielt die Behandlung hauptsächlich darauf ab, weitere Knochenbrüche und damit einen Mobilitätsverlust, allgemeine Behinderung und die Notwendigkeit von Pflege durch Dritte zu verhindern, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Dies sind mögliche Therapieformen:
- Bisphosphonate
- Standardtherapie der postmenopausalen Osteoporose
- Hemmung der erhöhten Knochenabbaurate
- Zunahme der Knochendichte und Senkung osteoporotisch bedingter Frakturen
- Testosteron
- Bei Hypogonadismus (hormonale Unterfunktion der männlichen Keimdrüsen) als Ursache der Osteoporose beim Mann; Alternativ auch Bisphosphonate
- Calcitonin (Hormon d. Schilddrüse)
- Hemmung der erhöhten Knochenabbaurate
- Kein First-Line-Therapeutikum
- Selektive Östrogen Rezeptor-Modulatoren (SERM)
- Hemmung der erhöhten Knochenabbaurate
- Postmenopausale Frauen, die weder vegetative Symptome noch ein erhöhtes Hüftfrakturrisiko aufweisen
- Parathormon (Hormon der Nebenschilddrüse)
- Anabol (Knochen aufbauendes) Osteoporosetherapeutikum
Therapiedauer beschränkt, soll von einer antiresorptiven Therapie (Bisphosphonate) gefolgt werden
- Anabol (Knochen aufbauendes) Osteoporosetherapeutikum
- Strontiumranelat
- Knochenanabol (Knochenaufbau) und antikataboler (anti-Abbau) Effekt
- weitere andere Wirkstoffe sind in der klinischen Prüfung
- erhöhte Zufuhr von Kalzium und Vitamin D
- Ernährungsmaßnahme, die für Prävention und Therapie der Osteoporose von wesentlicher Bedeutung ist
- therapieergänzend wirkt sich vermehrte körperliche Aktivität posititv aus
Eine unbehandelte Osteoporose kann zu einer weiteren Abnahme der Knochendichte, zu einer Verschlechterung der Knochenstruktur und damit zu einem erhöhten Frakturrisiko führen.
Innerhalb der ersten 12 Monate halten sich 50% der PatientInnen nicht an die verordnete Therapie oder brechen diese ganz ab. Dies liegt oft an den gastrointestinalen Beschwerden (Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Ulkus, etc.), die bei oraler Therapie auftreten können. Alternativ stehen parenterale Therapieformen (z.B. Quartalsspritze) zur Verfügung.
Wie kann Osteoporose vorgebeugt werden?
Verschiedene Maßnahmen können mithelfen, dem mit zunehmendem Alter immer stärkeren Abbau der Knochenmasse vorzubeugen oder ihn zumindest hinauszuzögern. Sie umfassen Vorbeugung, Eigenverantwortung und Früherkennung durch den Arzt:
Vorbeugung:
- Ernährung, Zufuhr von Kalzium und Vitamin D
- Körperliche Aktivität
Wissenswertes
Wussten Sie, dass...
- in Österreich etwa 740.000 der über 50jährigen von Osteoporose betroffen sind, davon über 600.000 Frauen?
- bei jeder dritten Frau über 50 Jahre Knochenbrüche aufgrund von Osteoporose entstehen und dass jeder siebte Mann über 50 an Osteoporose leidet?
- in Österreich allein für die Versorgung hüftgelenksnaher Frakturen im Akutbereich und in der anschließenden Rehabilitation jährlich rund 1,7 Milliarden Euro aufgewendet werden?
- sich Schätzungen zufolge die Zahl der Osteoporose-bedingten Hüftknochenbrüche weltweit von 1,7 Millionen im Jahr 1990 auf 6,3 Millionen im Jahr 2050 verdreifachen wird? (Quelle: Österreichischer Osteoporosebericht 2007)
- Wirbelkörperfrakturen die am häufigsten auftretenden osteoporosebedingte Frakturen und gleichzeitig die am wenigsten diagnostizierten sind?
Linkliste:
Interessante Informationen und Broschüren erhalten Sie hier:
Selbsthilfegruppen Österreich
www.osteoporose-selbsthilfe.at
National Osteoporosis Foundation (US)
http://www.iofbonehealth.org/International Osteoporosis Foundation
