Non-Hodgkin-Lymphom
- Grundlagen
- Erkrankung
- Therapie
- Service
Non-Hodgkin-Lymphom – was ist das?
Gute Behandlungsmöglichkeiten
Wie funktioniert unser Lymphsystem?
Non-Hodgkin-Lymphom – was ist das?
Das Non-Hodgkin-Lymphom ist eine Krebserkrankung, die bestimmte Zellen des lymphatischen Systems betrifft, namentlich die so genannten Lymphozyten. Die Lymphozyten zählen zu den weißen Blutkörperchen. Bei einem Non-Hodgkin-Lymphom verhalten sich die Lymphozyten wie typische Krebszellen: Sie teilen sich unkontrolliert und sterben auch nicht wie gesunde Zellen nach einer gewissen Zeit ab; sie sind „unsterblich“ geworden. Mit der damit einhergehenden, stetigen Zunahme der Zellzahl verändert sich auch die Symptomatik dieser Krebserkrankung.
Die bösartigen Lymphozyten sammeln sich oft in den Lymphknoten an. Dadurch vergrößern sich diese und schwellen – für den Betroffenen oft deutlich spürbar – an. Weil Lymphozyten aber im ganzen Körper zirkulieren, können sich auch außerhalb von Lymphknoten Ansammlungen von bösartigen Lymphozyten bilden. So treten sie beispielsweise in der Milz oder im Knochenmark auf, gelegentlich auch im Magen, in der Haut oder im Gehirn.
Komplexe Erkrankung
Das Non-Hodgkin-Lymphom zählt zu den malignen (bösartigen) Lymphomen. Dabei unterscheidet man zwei Arten von malignen Lymphomen:
- Morbus Hodgkin: Diese nach dem englischen Arzt Sir Thomas Hodgkin benannte Erkrankung betrifft überwiegend die Lymphknoten. Bei ihr können die typischen Hodgkin-Krebszellen nachgewiesen werden.
- Non-Hodgkin-Lymphome (NHL): Unter diesem Begriff fasst man alle Lymphome zusammen, die nicht zum Morbus Hodgkin zählen. Die Non-Hodgkin-Lymphome können als Ansammlung von Lymphozyten nicht nur in den Lymphknoten, sondern auch in vielen anderen Organen auftreten. Mittlerweile können mehr als 50 verschiedene NHL-Arten, die sich bezüglich ihres Verlaufs wie auch ihrer Prognose deutlich unterscheiden, diagnostiziert werden.
Im Folgenden werden wir uns auf bestimmte Formen des Non-Hodgkin-Lymphoms beschränken.
Gute Behandlungsmöglichkeiten
Heute stehen Therapien für alle Arten des Non-Hodgkin-Lymphoms zur Verfügung. Viele Menschen mit bestimmten NHL-Formen sind sogar heilbar. Bei Patienten, die nicht geheilt werden können, lässt sich mit den vorhandenen Therapiestandards oft eine lange krankheitsfreie Periode (eine sogenannte Remission) erzielen. Selbst wenn eine Heilung oder eine Remission nicht möglich sind, so können zumindest die Krankheitssymptome gut gelindert werden. Zahlreiche Menschen, die an einem Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt sind, können viele Jahre lang ein normales oder ein nur unwesentlich eingeschränktes Leben führen.
Auf den folgenden Seiten möchten wir Sie möglichst umfassend über die wichtigsten Non-Hodgkin-Lymphom-Formen und deren Behandlungsmöglichkeiten informieren. Diese Seite können und sollen selbstverständlich nicht Ihren behandelnden Arzt ersetzen. Auch machen sie ein persönliches Arzt-Patienten-Gespräch nicht verzichtbar. Aber vielleicht bieten diese Seiten Ihnen die Möglichkeit, einige Informationen zur Erkrankung noch einmal nachzulesen. Durch ein besseres Verständnis können Ängste und Vorbehalte abgebaut werden.
Sollten während der Lektüre dieser Seiten Fragen auftauchen, besprechen Sie diese bitte bei Ihrem nächsten Arztbesuch.
Wie funktioniert unser Lymphsystem?
Das lymphatische System ist wesentlicher Bestandteil des Immunsystems unseres Körpers. Als solcher spielt es eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze sowie bei der Bekämpfung von Krebs.
Wie das Blutgefäßsystem, so ist auch das Lymphsystem ein Kreislaufsystem. Anstelle von Blut fließt aber eine klare Flüssigkeit, die als Lymphe bezeichnet wird („lymphe“ bedeutet auf griechisch „klares Wasser“). Unser Körper bildet jeden Tag ungefähr zwei Liter Lymphe. Das Lymphsystem dient als körpereigenes „Drainagesystem“ und transportiert Nährstoffe, Zelltrümmer und Stoffwechselprodukte durch den Körper. Darüber hinaus – und das ist wesentlich für seine Funktion als Teil unseres Abwehrsystems – enthält die Lymphflüssigkeit bestimmte weiße Blutkörperchen (die so genannten Lymphozyten), die für die Abwehr von Krankheitserregern von Bedeutung sind.
Lymphbahnen: fast überall im Körper
Das Lymphsystem besteht aus verschiedenen Komponenten. Es umfasst:
- die Lymphgefäße (Lymphbahnen)
- die Lymphknoten (Lymphdrüsen)
- die Milz
- das lymphatische Gewebe in den Mandeln, dem Thymus und im Knochenmark
- das lymphatische Gewebe in Rachen, Lunge und Dünndarm
Die Lymphgefäße verlaufen durch die Lymphknoten. Diese dienen als Filter, die Krankheitserreger abfangen bzw. tatsächlich „rausfiltrieren“. Die Lymphknoten sind bohnenförmig und normalerweise wenige Millimeter bis etwa einen Zentimeter groß. Häufig sind sie in Gruppen angeordnet. So finden sich große Lymphknotengruppen beispielsweise am Hals, in den Achselhöhlen und in den Leistenbeugen.
Lymphknotenschwellungen
Wenn sich irgendwo im Körper eine Infektion entwickelt, werden zunächst die nächstgelegenen Lymphknoten größer und druckempfindlich. Dies ist der Fall, wenn sich z. B. bei einer Rachenentzündung geschwollene Lymphdrüsen am Hals entwickeln. Die Lymphflüssigkeit aus dem Rachen wird in die Lymphknoten am Hals abgeleitet, wo die Krankheitserreger vernichtet und daran gehindert werden, sich im Körper weiter auszubreiten.
Lymphknotenschwellungen können aber auch das Symptom einer bösartigen Erkrankung sein und beispielsweise auf ein Non-Hodgkin-Lymphom hindeuten.
Rolle der T- und B-Lymphozyten
Es gibt zwei Haupttypen von Lymphozyten:
- T-Lymphozyten (T-Zellen)
- B-Lymphozyten (B-Zellen)
Wie alle Blutzellen, entwickeln sich auch die Lymphozyten im Knochenmark. Sie entstehen aus den so genannten Stammzellen. Sowohl T-Lymphozyten als auch B-Lymphozyten sind zentrale Bestandteile unseres Immunsystems. Als solche spielen sie eine Schlüsselrolle bei der Erkennung und Vernichtung von infektiösen Keimen wie Bakterien und Viren. Unter normalen Bedingungen sind die meisten im Körper zirkulierenden Lymphozyten T-Zellen. Sie erkennen krankhaft veränderte Körperzellen (z. B. Zellen, die von einem Virus infiziert sind) und machen sie unschädlich.
B-Zellen erkennen körperfremde Zellen und Fremdstoffe, beispielsweise Bakterien, die in den Körper eingedrungen sind. Kommen B-Lymphozyten mit Fremdproteinen in Kontakt (z. B. auf der Oberfläche von Bakterien), bilden sie Antikörper, die sich dann an die Oberfläche der körperfremden Zelle heften und bewirken, dass der „Eindringling“ vernichtet wird.
Wie entstehen Non-Hodgkin-Lymphome?
Ältere Menschen entwickeln häufiger ein NHL
Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten?
Welche Untersuchungen sind notwendig?
Wie entstehen Non-Hodgkin-Lymphome?
Die eigentliche Ursache der Entstehung von Non-Hodgkin-Lymphomen ist noch unbekannt. Zwar sind einige Risikofaktoren für das NHL beschrieben, doch kommen sie nur für einen sehr kleinen Teil aller NHL-Fälle überhaupt als mögliche Ursache in Frage. Auch ist der Zusammenhang zwischen diesen Risikofaktoren und dem Entstehen einer NHL-Erkrankung längst nicht so stark ausgeprägt wie z. B. der Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Entstehung von Lungenkrebs. Bei den allermeisten Patienten mit NHL lässt sich die Erkrankung nicht auf einen bestimmten Risikoparameter zurückverfolgen. Auch gibt es keine Hinweise darauf, dass Erbanlagen bei der Entstehung des Non-Hodgkin-Lymphoms eine Rolle spielen. So gilt für die Angehörigen von NHL-Patienten keine höhere Wahrscheinlichkeit, diese Erkrankung zu entwickeln, als für andere Menschen. Die im folgenden beschriebenen Risikofaktoren können lediglich bei manchen NHL-Formen von Bedeutung sein.
Infektionen als NHL-Risikofaktor
Bestimmte Virusinfektionen gehen mit einem etwas erhöhten Risiko für die Entwicklung eines NHL einher. Dazu zählen Infektionen mit folgenden Viren:
- Humanes Immundefizienz-Virus (HIV; „AIDS-Virus“)
- Epstein-Barr-Virus (EBV)
- Humanes T-Zell-Leukämie-/Lymphom-Virus 1 (HTLV-1)
Bakterielle Infektionen sind noch viel seltener als Virusinfektionen mit dem NHL verbunden. Allerdings steht die Infektion mit Helicobacter pylori, die Magengeschwüre hervorrufen und die Speiseröhre in Mitleidenschaft ziehen kann, mit einer relativ seltenen NHL-Form, dem so genannten MALT-Lymphom, in Zusammenhang. Antibiotika zur Bekämpfung der Helicobacter-Infektion führen oft zur Heilung des Lymphoms, wenn sie früh genug verabreicht werden.
Immunsuppression als NHL-Risikofaktor
Immunsupprimierte Menschen, deren Abwehrsystem geschwächt ist, tragen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Non-Hodgkin-Lymphoms. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass die Kontrolle der B-Zell-Vermehrung von der normalen Funktion der T-Zellen abhängt. Wenn die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt ist, wie das bei immunsupprimierten Menschen beobachtet wird, können sich B-Zellen unkontrolliert teilen, und die Wahrscheinlichkeit der NHL-Entstehung steigt.
Ältere Menschen entwickeln häufiger ein NHL
Wie bei den meisten anderen Krebserkrankungen auch, steigt die Häufigkeit, an einem Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken, mit dem Alter. Die meisten Menschen, bei denen ein NHL diagnostiziert wird, sind im mittleren oder höheren Alter. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose beträgt etwa 65 Jahre. Allerdings kann die Erkrankung auch schon bei jungen Erwachsenen und sogar bei sehr kleinen Kindern auftreten.

Abb. 1: Inzidenz (Anzahl der jährlich neu auftretenden Fälle) des Non-Hodgkin-Lymphoms in Abhängigkeit vom Alter. Meist wird das NHL im mittleren und höheren Alter entdeckt.
Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten?
Damit der Arzt die für Sie und Ihre Erkrankung am besten geeignete Behandlung auswählen kann, muss er zunächst wissen, welche Form des Non-Hodgkin-Lymphoms bei Ihnen vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Dazu sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Ärzte unterscheiden bei den Non-Hodgkin-Lymphomen je nach Ausbreitungsgrad vier Stadien.
Tab. 1: Stadieneinteilung der Non-Hodgkin-Lymphome
In einigen Fällen beginnt die Erkrankung nicht in den Lymphknoten, sondern in einem Organ außerhalb der Lymphknoten. Falls nicht lymphatisches Gewebe wie Haut, Lunge oder Skelett von der Erkrankung betroffen ist, wird dies durch Hinzufügen des Buchstabens „E“ gekennzeichnet. E steht für „extranodal“ (außerhalb eines Lymphknotens liegend). „Stadium IE“ bedeutet dann beispielsweise, dass ein einziges nicht lymphatisches Organ von der Erkrankung betroffen ist. Viele Patienten leiden auch unter Allgemeinsymptomen, die sehr unspezifisch sind und auch bei harmloseren Erkrankungen vorkommen können. Zu den Allgemeinsymptomen gehören:
- Fieber > 38 °C
- Nachtschweiß
- Gewichtsabnahme (Verlust von mehr als 10 % des Ausgangsgewichts in den vergangenen sechs Monaten)
Diese Allgemeinsymptome werden auch als „B-Symptome“ bezeichnet. Falls bei Ihnen Allgemeinsymptome vorliegen, wird Ihr Arzt dies bei der Therapieplanung berücksichtigen. Die Stadieneinteilung ist nicht nur für die Planung der Behandlung wichtig – sie erlaubt dem Arzt auch eine ungefähre Einschätzung des Krankheitsverlaufs, der Prognose. Stadium I und II gelten im Allgemeinen als frühe Stadien, Stadium III und IV werden als fortgeschrittene Stadien bezeichnet. Doch selbst wenn ein fortgeschrittenes Stadium vorliegt, besteht kein Grund zur Resignation, da heute z. B. mit der Antikörpertherapie effektive Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Welche Untersuchungen sind notwendig?
Besteht bei Ihnen der Verdacht, dass ein malignes Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) vorliegen könnte, wird der Arzt verschiedene Untersuchungen einleiten. So kann er abklären, ob es sich tatsächlich um ein NHL handelt und falls ja, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und bringen nur wenige Unannehmlichkeiten mit sich. Die sorgfältige und exakte Diagnostik ist aber sehr wichtig, weil von ihr das weitere Vorgehen und die Art der Behandlung abhängen.
In der Regel werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte)
Der Arzt fragt Sie zunächst nach Art und Dauer Ihrer Beschwerden. So können bei einem Non-Hodgkin-Lymphom Symptome wie Lymphknotenschwellungen, Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Hautblutungen und unbeabsichtigter Gewichtsverlust auftreten. Darüber hinaus ist es für den Arzt wichtig, Ihre Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Fragen zu etwaigen Vorerkrankungen, früheren Operationen und zum Lebensstil gehören ebenfalls zur Erhebung der Anamnese.
- Körperliche Untersuchung
Beim Verdacht auf NHL wird der Arzt sehr sorgfältig alle Stellen abtasten, an denen zahlreiche Lymphknoten liegen, z. B. Hals, Achselhöhlen und Leiste. Außerdem achtet er darauf, ob Leber und Milz vergrößert tastbar sind und ob Zeichen für Infekte oder Blutungen vorliegen. Schließlich sieht sich der Arzt Mundhöhle und Rachen genau an und prüft die Reflexe.
- Labordiagnostik
Wichtig ist eine umfassende Blutuntersuchung, bei der u. a. die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und das Mengenverhältnis der Leukozyten (Lymphozyten, Monozyten, Granulozyten) zueinander bestimmt wird.
- Bestimmung von CD-Proteinen
Eine recht neue Diagnosemethode ist die Bestimmung von Oberflächenstrukturen auf den Krebszellen. Diese Merkmale werden systematisch in Gruppen erfasst und als „Cluster of Differentiation“ (CD) bezeichnet (Cluster = Gruppe). Es sind derzeit weit über 100 CD-Proteine bekannt. Da Art und Kombination sowie Menge dieser CD-Proteine typisch für bestimmte Lymphomarten sind, lassen sich die einzelnen Formen mit Hilfe dieser Methode sehr gut charakterisieren. Aber auch im Hinblick auf die Therapie sind diese CD-Proteine von Bedeutung, da gegen bestimmte Merkmale wie z. B. CD 20 oder CD 52 Antikörper entwickelt wurden, die Krebszellen mit diesen Strukturen gezielt ansteuern und vernichten können.
- Biopsie
Bei Verdacht auf NHL muss Lymphknotengewebe mikroskopisch (histologisch) untersucht werden. Dazu muss in der Regel ein vergrößerter Lymphknoten chirurgisch entnommen werden. Da auch das Knochenmark von einem Non-Hodgkin-Lymphom betroffen sein kann, wird mit einer Spezialnadel und unter örtlicher Betäubung Knochenmark entnommen – meist am Beckenkamm, manchmal auch aus dem Brustbein.
NHL bestätigt – wie geht es weiter?
Wie behandeln?
Welche NHL-Form habe ich?
Diagnose NHL – was nun?
Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?
Kann der Krebs wiederkommen?
Angst und Sorgen in den Griff bekommen
Soll ich an einer Studie teilnehmen?
NHL bestätigt – wie geht es weiter?
Bestätigt sich durch die Biopsie der Verdacht auf ein NHL, sind weitere Untersuchungen notwendig um festzustellen, welches Stadium der Erkrankung vorliegt (Staging). Das ist für die Therapieplanung von Bedeutung. Wie weit sich die Erkrankung im Körper bereits ausgebreitet hat, kann der Arzt anhand folgender Untersuchungen herausfinden: Röntgenaufnahmen der Brust: Hier können Lymphknotenvergrößerungen im Brustraum erkannt werden. Ultraschall der Bauchorgane: Mit dieser Untersuchung kann die Größe von Milz und Leber untersucht werden. Auch vergrößerte Lymphknoten sind manchmal im Bauchraum nachweisbar. Computertomographie: Noch genauer können innere Organe und tief liegende vergrößerte Lymphknoten mit Hilfe der Computertomographie dargestellt werden. Je nach Fall müssen weitere Untersuchungen wie Kernspintomographie oder Leberpunktion durchgeführt werden.
Wie behandeln?
Die Therapie von Non-Hodgkin-Lymphomen richtet sich nach Art, Ausbreitungsgrad und Aggressivität der Erkrankung. Wir möchten Ihnen im Folgenden die Grundzüge der Behandlung darstellen. Oft werden verschiedene Therapieformen miteinander kombiniert, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Für jeden Lymphomtyp wird diese Kombination individuell angepasst – es gibt also keine einheitliche, für alle NHL-Formen gültige Standardtherapie.
„Wait and see“ – erst einmal abwarten
Manche Lymphomtypen verursachen keine Beschwerden und schreiten auch ohne Behandlung nur sehr langsam oder auch gar nicht voran. In einem solchen Fall würde eine frühzeitige Therapie keine Vorteile im Vergleich zu einem verzögerten Behandlungsbeginn bringen, sondern den Patienten nur den Nebenwirkungen der Behandlung aussetzen. Wenn Ihr Arzt Ihnen empfiehlt, zunächst ohne Therapie abzuwarten, ist das als positives Zeichen zu werten und kein Indiz dafür, dass die Erkrankung „aussichtslos“ wäre! Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen stellt der Arzt fest, zu welchem späteren Zeitpunkt eine Behandlung eingeleitet werden sollte.
Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie werden so genannte ionisierende Strahlen auf die betroffenen Körperregionen gelenkt und zerstören so die Lymphomzellen. Speziell in frühen Stadien bestimmter Lymphomtypen kann die Strahlentherapie zur Heilung führen. Oft wird die Strahlentherapie auch nach einer Chemotherapie angewendet, um den Therapieerfolg zu erhöhen. Bei der häufigsten Art der Strahlentherapie erhält der Patient über etwa drei bis vier Wochen pro Tag nur einen Teil der Strahlung. Diese Methode ist wirkungsvoller und schont gesunde Körperzellen besser als eine einmalige Bestrahlung mit der Gesamtdosis. Die Strahlentherapie kann in der Regel ambulant erfolgen. Von den Strahlen selbst spürt der Patient während der Behandlung nichts. Trotz sorgfältiger Therapieplanung lassen sich Nebenwirkungen der Strahlentherapie nicht immer vermeiden. Zu den häufigsten unerwünschten Begleiterscheinungen zählen Störungen im Magen-Darm-Trakt wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, „Strahlenkater“ mit Müdigkeit und grippeartigen Beschwerden sowie Geschmacksstörungen oder erhöhte Infektanfälligkeit.
Chemotherapie
Ziel der Chemotherapie ist es, Krebszellen nicht nur an umschriebenen Stellen, sondern im gesamten Körper abzutöten. Dazu werden so genannte Zytostatika verabreicht, die über die Blutbahn in alle Regionen des Körpers gelangen und dort ihre Wirkungen entfalten. Zytostatika verhindern die Zellteilung der Krebszellen, oder sie beeinflussen den Stoffwechsel der Krebszellen, so dass diese zugrunde gehen. Weil sich Krebszellen oft rasch und unkontrolliert teilen und vermehren, sind sie besonders anfällig für solche Zellgifte. Oft werden Zytostatika in Kombination angewendet, um ihre therapeutische Wirkung zu verstärken und gleichzeitig ihre Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Dennoch lassen sich unerwünschte Begleiterscheinungen der Chemotherapie nicht immer vermeiden, und es kommt beispielsweise zu Übelkeit, Durchfall, Haarausfall oder Infektanfälligkeit.
Antikörpertherapie
Auf der Außenseite der meisten Körperzellen finden sich typische Oberflächenstrukturen, so genannte CD-Marker. Auch Krebszellen weisen diese Merkmale auf. Nach langjähriger Forschung ist es gelungen, Wirkstoffe (Antikörper) herzustellen, die spezifisch an bestimmte Oberflächenstrukturen binden und letztendlich zur gezielten Zerstörung der betreffenden Krebszellen führen. Das Prinzip kann man sich vorstellen wie bei einem Schlüssel, der nur zu einem ganz bestimmten Schloss passt: Ein Antikörper bindet nur an eine zu ihm passende Oberflächenstruktur z.B.: das CD-20. Gerade in der Lymphombehandlung spielt die Antikörpertherapie heutzutage eine wichtige Rolle. Antikörper können in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden: für die Erstbehandlung nach Diagnosestellung, für die Rezidiv-(Rückfall)therapie sowie für die Erhaltungstherapie. Antikörper werden in der Regel mit einer Chemotherapie kombiniert, was die Behandlungsergebnisse deutlich verbessert. Da eine Antikörpertherapie überwiegend durch die Kraft des körpereigenen Immunsystems wirkt, ist sie – im Vergleich zu einer Chemotherapie – gut verträglich. Gelegentlich kann es jedoch zu Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder Kopfschmerzen kommen. Über die speziellen Nebenwirkungen einzelner Medikamente sollte Sie jedoch in jedem Fall Ihren behandelnden Arzt befragen
Zytokintherapie
Zytokine sind Signalstoffe, die die Zusammenarbeit der verschiedenen Abwehrzellen des Immunsystems regeln. Zu ihnen gehört beispielsweise Interferon, ein Wirkstoff, der das Immunsystem gezielt gegen Krebszellen aktivieren kann. Bei einigen Arten der niedrigmalignen Non Hodgkin Lymphome können zusätzlich zur Chemotherapie oder auch Antikörper-Chemotherapie Zytokine gegeben werden. Nebenwirkungen wie grippeartige Beschwerden, Knochenschmerzen, Stimmungsschwankungen und Blutbildveränderungen treten unter der Interferontherapie relativ häufig auf, weil sich die verschiedenen Botenstoffe des Immunsystems auf komplizierte Weise beeinflussen.
Stammzelltransplantation
Durch die Gabe sehr hoch dosierter Zytostatika, die teilweise noch mit einer Ganzkörperbestrahlung kombiniert werden, können bestimmte Lymphomerkrankungen noch wirksamer behandelt werden. Da das blutbildende Knochenmark bei einer solchen Hochdosistherapie stark geschädigt wird, werden bereits vor der Behandlung Stammzellen des Patienten aus dem Blut oder Knochenmark entnommen und nach Abschluss der Behandlung wieder zurückgegeben. In selteneren Fällen erhält der Patient Stammzellen von einem Familien- oder Fremdspender. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Gewebemerkmale des Spenders gut mit denjenigen des Empfängers übereinstimmen, damit es nicht zu starken Abwehrreaktionen kommt. Die Stammzelltransplantation ist belastend und mit gewissen Risiken verbunden. Deshalb wird das Verfahren eher bei jüngeren Patienten angewandt, die sich in einem guten gesundheitlichen Allgemeinzustand befinden.
Welche NHL-Form habe ich?
Die große Gruppe der malignen Lymphome wird eingeteilt in Hodgkin-Lymphome und in Non-Hodgkin-Lymphome (NHL). Für die zahlreichen NHL-Formen haben Mediziner und Wissenschaftler im Lauf der Jahre verschiedene Einteilungssysteme entwickelt (siehe unten). Dass es so viele Lymphom-Unterformen gibt, liegt an der großen Zahl verschiedener Lymph- und Abwehrzellen. Diese können alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Entwicklung entarten und zu einer Krebserkrankung führen.
Non-Hodgkin-Lymphome können von T-Lymphozyten oder von B-Lymphozyten ausgehen. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen einige der häufigsten und wichtigsten B-Zell-Lymphome vor. In der unten stehenden Tabelle finden Sie die Einteilung der B-Zell-Lymphome entsprechend der WHO.
Non- Hodgkin Lymphome- Formen- Einteilung und Klassifikation:
Im Laufe der Entdeckungsgeschichte der malignen Lymphome wurden verschiedene Einteilungen der Non-Hodgkin-Lymphome verwendet.
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Kiel-Klassifikation: In den 70er Jahren wurde die Kiel-Klassifikation eingeführt, die in Europa bis heute vorwiegend benutzt wird. Sie teilt die NHL nach den korrespondierenden Zellen des normalen Lymphgewebes ein.
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Working formulation: In den USA und Kanada hat sich seit den frühen 80er Jahren eine andere Einteilung (die so genannte "working formulation") durchgesetzt. Diese orientiert sich vorwiegend am klinischen Verlauf.
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REAL-Klassifikation: Im Jahr 1994 wurde der Versuch gemacht, zu einer gemeinsamen Terminologie zu kommen: Die REAL-Klassifikation ("Revised European-American Classification of Lymphoid Neoplasms") wurde vorgestellt. Der Name stammt von einer internationalen Arbeitsgruppe, die bestrebt ist, die bereits existierenden Einteilungen weltweit zu vereinheitlichen. Darüber hinaus berücksichtigt sie auf der Basis der Kiel-Klassifikation die neuesten Erkenntnisse aus Diagnostik und Therapie.
Die Real- Klassifikation wurde von der WHO weiterentwickelt und stellt eigentlich den allseits akzeptierten Konsensus zur Klassifikation der Lymphome dar. Es kann allerdings sein, dass sie im Alltagssprachgebrauch dadurch unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Erkrankung hören.
Lassen Sie sich dadurch nicht verunsichern und fragen Sie gegebenenfalls, welche Einteilung benutzt wird. Bei der Beschreibung der Formen haben wir uns auf einige wichtige Formen der Non-Hodgkin-Lymphome beschränkt.
WHO-Klassifikation der B-Zell-Lymphome
B-Zell-Lymphome
Indolente bzw. niedrigmaligne NHL:
Chronische lymphatische Leukämie (B-CLL)
Prolymphozytenleukämie (B-PLL)
Haarzellenleukämie (HCL)
Immunozytom/Lymphoplasmozytisches Lymphom
Multiples Myelom
Marginalzonen-B-Zell-Lymphom vom MALT-Typ (mucosa-associated-lymphatic tissue, Schleimhaut-verbundenes Lymphgewebe)
Follikuläres Lymphom Grad I, II, III
Aggressive bzw. hochmaligne NHL:
Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom
Mantelzelllymphom (MZL)
Mediastinales B-Zell-Lymphom
Burkitt-Lymphom
Burkitt-ähnliches Lymphom
Vorläufer B-Zell lymphoblastische Leukämie (akute lymphatische Leukämie, ALL)/Lymphome
Indolente und aggressive Lymphome
Bei mehr als 85 % der Non-Hodgkin-Lymphome handelt es sich um B-Zell-Lymphome, die wiederum in verschiedene Unterformen eingeteilt werden Man unterscheidet die Gruppe der indolenten Lymphome von der Gruppe der aggressiven Lymphome.
Indolente Lymphome werden auch als niedrigmaligne („weniger bösartig“) bezeichnet. Oft schreitet die Erkrankung nur ziemlich langsam voran und die Betroffenen haben über lange Zeit keine oder nur geringe Beschwerden, so dass häufig zunächst gar keine Behandlung erforderlich ist. Dennoch sollten sich Patienten mit indolentem Lymphom regelmäßig dem Arzt vorstellen, damit bei Bedarf umgehend mit der Therapie begonnen werden kann.
Aggressive oder hochmaligne („sehr bösartige“) Lymphome schreiten rasch voran und sollten zügig behandelt werden. Die Bezeichnung „aggressives, sehr bösartiges Lymphom“ klingt beängstigend – Tatsache ist aber, dass viele Patienten mit dieser Lymphomform gute Chancen auf Heilung haben.
Was wichtig ist für Sie…
Behandlungsmöglichkeiten, Krankheitsverlauf und Heilungschancen sind recht unterschiedlich, je nachdem, um welche Art von Lymphom es sich handelt. Lassen Sie sich deshalb vom Arzt ausführlich erklären, welche NHL-Form bei Ihnen vorliegt und schreiben Sie sich die genaue Bezeichnung auf. Nur so können Sie anschließend gezielt Informationen über die bei Ihnen vorliegende Erkrankung sammeln. Generell ist es günstig, wenn Sie alle Fragen, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen möchten, auf einem Zettel notieren. Ihre Checkliste für den nächsten Arztbesuch könnte beispielsweise folgende Fragen enthalten:
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Welche Art von Lymphom liegt bei mir vor?
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Welche Behandlungsmöglichkeiten kommen für mich in Frage und welche Therapie ist für mich am besten geeignet?
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Wo wird die Behandlung durchgeführt und wie lange wird sie dauern?
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Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?
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Werde ich wieder arbeiten können?
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Was muss ich bei der Ernährung beachten?
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Darf ich Sport treiben?
Das follikuläre Non-Hodgkin-Lymphom
Das follikuläre Non-Hodgkin-Lymphom zählt zu den indolenten (weniger bösartigen) B-Zell-Lymphomen. Bei dieser Untergruppe der NHL entsprechen die Lymphome Zellen der Lymphknoten (Follikel). In den westlichen Industrieländern sind die follikulären Lymphome nach der chronischen lymphatischen Leukämie die häufigste Untergruppe maligner Lymphome. Die meisten follikulären NHL weisen einen eher langsamen, chronisch-schleichenden Krankheitsverlauf auf. Dank moderner Behandlungsmöglichkeiten können zahlreiche Patienten mit follikulärem NHL viele Jahre bei guter Lebensqualität verbringen. Deshalb erinnert ihr Verlauf eher an eine chronische Erkrankung als an ein Krebsleiden.
Wie macht sich das follikuläre NHL bemerkbar?
Oft haben Patienten mit follikulärem Lymphom anfangs keine wesentlichen Beschwerden, sie weisen lediglich schmerzlose Lymphknotenschwellungen auf, die langsam zunehmen. Auch eine leichte bis mäßige Milzvergrößerung kann vorliegen. Zu Beschwerden und Symptomen kann es kommen, wenn vergrößerte Lymphknoten auf Blutgefäße drücken und so beispielsweise zu einer Venenthrombose führen. Schmerzen oder neurologische Störungen können auftreten, wenn geschwollene Lymphknoten Druck auf Nervenstränge ausüben. In weiter fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann es zu Infektanfälligkeit und zu Blutungsneigung kommen. Etwa 30% der Patienten klagen über Allgemeinsymptome wie Fieber, Nachtschweiß und unbeabsichtigten Gewichtsverlust.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt
Nachdem der Arzt Sie nach Ihren aktuellen Beschwerden und zu Ihren Vorerkrankungen befragt hat, folgt eine körperliche Untersuchung, bei der besonders sorgfältig nach vergrößerten Lymphknoten z. B. am Hals, in der Achsel und in der Leiste gesucht wird. Beim Abtasten des Bauchs achtet der Arzt darauf, ob eine Milzschwellung vorliegt.
Umfangreiche Blutuntersuchungen schließen sich an. Wenn der Verdacht besteht, dass ein Non-Hodgkin-Lymphom vorliegen könnte, muss in der Regel ein Lymphknoten entnommen und mikroskopisch (histologisch) untersucht werden. Bei der histologischen Untersuchung wird darauf geachtet, wie hoch der Anteil an unreifen Zellen ist und welches Wachstumsmuster das Lymphom aufweist, denn diese beiden Faktoren sind für die Abschätzung des Krankheitsverlaufs wichtig.
Wenn die Diagnose „follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom“ gesichert ist, muss der Arzt abklären, welches Krankheitsstadium vorliegt, also wie weit sich die Krankheit bereits ausgebreitet hat. Dazu sind bildgebende Untersuchungsverfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomografie und Kernspintomografie erforderlich. Mit Hilfe einer Knochenmarkpunktion wird untersucht, ob auch das Knochenmark von der Erkrankung betroffen ist.
Welche Behandlung kommt in Frage?
Die Therapie des follikulären Non-Hodgkin-Lymphoms richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Rund 15 bis 20 % der follikulären Lymphome werden in den frühen Stadien I und II entdeckt. Diese Patienten profitieren von einer Strahlentherapie. Damit kann bei 50 bis 80 % der Patienten eine langfristige Krankheitsfreiheit oder sogar eine Heilung erreicht werden.
Follikuläres Lymphom Stadium III und IV
Wenn das follikuläre Lymphom im Stadium III oder IV entdeckt wird, muss es nicht unbedingt sofort behandelt werden. Eine Therapie wird erst dann erforderlich, wenn der Patient über Beschwerden klagt oder die Erkrankung eindeutig fortschreitet. Auch wenn Allgemeinsymptome – Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme – vorliegen, sollte mit einer Behandlung begonnen werden. Zur Chemotherapie von follikulären Lymphomen im Stadium III oder IV werden in der Regel verschiedene Zytostatika kombiniert. Zytostatika verhindern die Zellteilung der Krebszellen oder sie beeinflussen den Stoffwechsel der Krebszellen, so dass diese zugrunde gehen. Bewährt haben sich z. B.
folgende Zytostatika-Kombinationen:
Cyclophosphamid, Vincristin, Prednison (CVP-Schema)
Cyclophosphamid, Vincristin, Prednison, Adriamycin (CHOP-Schema)
Bendamustin
Mitoxantron, Cyclophosphamid, Prednison (MCP-Schema)
Bessere Ergebnisse durch Antikörpertherapie
In der Regel wird die Chemotherapie des fortgeschrittenen follikulären Lymphoms durch eine Behandlung mit einem Antikörper ergänzt. Große Studien haben ergeben, dass die Behandlungsergebnisse deutlich besser sind, wenn Chemo- und Antikörpertherapie kombiniert werden [1-4]. Antikörper werden unter anderem in folgenden Situationen bei der Behandlung des follikulären Lymphoms eingesetzt:
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Erst-Behandlung: Große klinische Studien haben gezeigt, dass Patienten, die mit einem bestimmten Antikörper und Chemotherapie behandelt wurden, häufiger und besser auf die Behandlung ansprachen, länger krankheitsfrei blieben und vor allem deutlich bessere Überlebensaussichten hatten als Patienten, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden [1-4].
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Rezidiv-Behandlung: Studien haben ergeben, dass auch bei diesen Patienten die Ergänzung der Chemotherapie mit einem Antikörper zu einer bedeutenden Lebensverlängerung bei gleichzeitiger Verbesserung der Ansprechraten führt [5].
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Erhaltungstherapie: Dieser Antikörper ist außerdem für die so genannte Erhaltungstherapie bei Patienten mit wiederauftretendem Lymphom zugelassen, die zuvor auf eine Chemotherapie angesprochen hatten. Diese wenig zeitaufwändige Therapie verbessert die Zeit bis zum Fortschritt der Erkrankung und ist in der Regel gut verträglich. Der Antikörper wird in Form von Infusionen verabreicht und wird im Allgemeinen sehr gut vertragen [5].
Wie funktioniert die Antikörpertherapie?
Auf der Oberfläche der meisten B-Lymphozyten findet man ein spezielles Protein, das CD20 genannt wird. Auch die meisten B-Zell-Lymphome, zu denen das follikuläre Lymphom zählt, weisen diesen CD20-Marker auf. Welche Funktion CD20 spielt, ist noch nicht genau bekannt. Man nimmt aber an, dass es bei der Wachstumskontrolle eine Rolle spielt. Der Antikörper, bindet an CD20 , aktiviert die körpereigene Abwehr gegen CD20-tragende Zellen und übt auch selbst eine direkt abtötende Wirkung auf Zellen mit dem CD20-Merkmal aus. Nach der Infusion verbleibt das Medikament über mehrere Tage bis Wochen im Blutkreislauf und kann somit alle Regionen des Körpers erreichen und die meisten CD20-tragenden Zellen vernichten.
Chemo-Strahlentherapie mit anschließender Stammzelltransplantation
Follikuläre Lymphome sprechen gut auf eine Strahlentherapie an. Um eine möglichst effektive Behandlung zu erzielen, wird die Chemotherapie deshalb manchmal mit einer Strahlentherapie kombiniert. Weil diese radikale Behandlung das blutbildende Knochenmark stark schädigt, wird anschließend die Gabe blutbildender Stammzellen erforderlich. Diese intensive Therapie wird meist bei jüngeren, belastbaren Patienten durchgeführt.
Die Erhaltungstherapie
Therapeutische Antikörper sind nicht nur für die Erst-Behandlung und für die Rezidiv-Behandlung des fortgeschrittenen follikulären Lymphoms zugelassen, sondern auch für die so genannte Erhaltungstherapie bei Patienten mit wiederauftretendem follikulärem Lymphom. Voraussetzung ist, dass zuvor mit einer Chemotherapie (mit oder ohne einem Antikörper) ein Ansprechen, also eine vollständige oder teilweise Rückbildung der Krankheitszeichen, erzielt werden konnte.
Wenig zeitaufwändig, gut verträglich
Die Erhaltungstherapie erfordert keinen großen Zeitaufwand: Es wird in größeren Abständen z.B.: alle drei Monate je eine Infusion verabreicht. Die Behandlung erstreckt sich über zwei Jahre. Da während der Erhaltungstherapie keine Zytostatika verabreicht werden, also keine chemotherapiebedingten Nebenwirkungen zu befürchten sind, ist die Behandlung in der Regel gut verträglich.
Langsameres Fortschreiten der Erkrankung
Studienergebnisse belegen, dass das erneute Fortschreiten der Erkrankung um durchschnittlich gut zweieinhalb Jahre hinausgezögert werden kann [5].
Wie geht es weiter?
Auch nach erfolgreicher Behandlung bleibt der Patient noch in engem Kontakt zum behandelnden Arzt. Bei manchen Patienten erfolgt nach der intensiven Krebsbehandlung eine Erhaltungstherapie. Bei regelmäßigen Nachuntersuchungen kann der Arzt frühzeitig feststellen, ob es zu einem Wiederauftreten der Lymphomerkrankung gekommen ist. Begleiterkrankungen oder Probleme, die durch die Krebstherapie entstanden sind, können im Rahmen der Nachsorge ebenfalls erkannt und behandelt werden. Nicht zuletzt dienen die Nachsorgetermine dazu, dem Patienten bei seelischen, familiären oder sozialen Problemen behilflich zu sein.
Nachsorgeuntersuchungen
Wie oft Sie zu Kontrolluntersuchungen gehen müssen, hängt davon ab, wie weit die Erkrankung bei Diagnosestellung fortgeschritten war und welche Behandlungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Bei den Nachsorgeterminen wird Sie der Arzt nach Ihrem Befinden fragen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Bluttests, eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane und eine Röntgenuntersuchung des Brustraums schließen sich an. Bei unklaren oder auffälligen Befunden können weitere Untersuchungen wie z. B. eine Computertomographie notwendig werden. Die Details der Nachsorgeuntersuchungen können sich je nach Klinik etwas unterscheiden. Falls Beschwerden zwischen zwei Nachsorgeterminen auftreten, sollten Sie Ihren Arzt möglichst bald kontaktieren und nicht abwarten, bis der nächste routinemäßige Termin ansteht.
Besteht Aussicht auf Heilung?
Der Krankheitsverlauf des follikulären Non-Hodgkin-Lymphoms hängt von verschiedenen Faktoren ab, u. a. vom Krankheitsstadium, von der Anzahl der befallenen Lymphknotenregionen, vom Alter des Patienten und von bestimmten Blutwerten wie der Höhe des Hämoglobinwertes (Farbstoff der roten Blutkörperchen).
In den frühen Stadien I und II – die ca. 15 % der Patienten betreffen – führt die Strahlentherapie bei etwa 50 bis 80 % der Patienten zu einer langfristigen Krankheitsfreiheit bzw. Heilung.
Wenn bei Patienten im Stadium III oder IV eine Behandlung erforderlich wird, kommt eine Chemotherapie zum Einsatz. Seit einigen Jahren hat die Antikörpertherapie die Behandlungsmöglichkeiten entscheidend verbessert. Deswegen werden heute praktisch alle therapiepflichtigen Patienten mit einer Kombination aus Chemotherapie und Antikörper behandelt. Diese Kombinationstherapie führt dazu, dass mehr Patienten auf die Behandlung ansprechen und dass ihre Erkrankung wesentlich langsamer fortschreitet als unter einer alleinigen Chemotherapie.
Auch wenn das follikuläre Lymphom nicht immer heilbar ist, so können doch viele Patienten dank moderner Therapien lange Jahre ein (fast) normales Leben führen.
Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom
Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom zählt zu den aggressiven (hochmalignen) Lymphomen. Dennoch sind die Heilungschancen bei dieser Lymphomform unter einer entsprechenden Behandlung gut. Die diffusen großzelligen B-Zell-Lymphome machen etwa ein Drittel aller Non-Hodgkin-Lymphom-Erkrankungen aus. Wichtigstes Symptom der Erkrankung sind schmerzlose Lymphknotenschwellungen, die rasch an Größe zunehmen.
Weitere aggressive Lymphome
Neben dem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom gibt es weitere NHL-Formen, die als hochmaligne eingestuft werden. Dazu zählt beispielsweise das Mantelzelllymphom.
Wie macht sich das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom bemerkbar?
Wichtigstes Symptom des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms sind Lymphknotenschwellungen, die schmerzlos sind, aber rasch an Größe zunehmen. Häufig sind die Lymphknoten am Hals oder oberhalb des Schlüsselbeins betroffen. Die Milz kann ebenfalls geschwollen sein. Bei etwa einem Drittel der Patienten beginnt die Erkrankung außerhalb der Lymphknoten (extranodal), etwa im Knochenmark, im Magen-Darm-Trakt oder im Zentralnervensystem. Jeder fünfte Patient weist Allgemeinsymptome wie Fieber, Nachtschweiß und unbeabsichtigte Gewichtsabnahme auf. Müdigkeit, Leistungsminderung und Infektanfälligkeit können ebenfalls auf ein Lymphom hinweisen.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Nachdem der Arzt Sie nach Ihren aktuellen Beschwerden und zu Ihren Vorerkrankungen befragt hat, folgt eine körperliche Untersuchung, bei der besonders sorgfältig nach vergrößerten Lymphknoten z. B. am Hals, über dem Schlüsselbein, in der Achsel und in der Leiste gesucht wird. Beim Abtasten des Bauchs achtet der Arzt darauf, ob eine Milzschwellung vorliegt. Umfangreiche Blutuntersuchungen schließen sich an. Wenn der Verdacht besteht, dass ein Lymphom vorliegen könnte, muss in der Regel ein Lymphknoten entnommen und mikroskopisch (histologisch) untersucht werden.
Ist die Diagnose „diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom“ gesichert, muss der Arzt abklären, welches Krankheitsstadium vorliegt, also wie weit sich die Krankheit bereits ausgebreitet hat. Dazu sind bildgebende Untersuchungsverfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomografie und Kernspintomografie erforderlich. Mit Hilfe einer Knochenmarkpunktion wird untersucht, ob auch das Knochenmark von der Erkrankung betroffen ist.
Heilung durch intensive Therapie
Bei aggressiven Lymphomen wie dem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom strebt der Arzt grundsätzlich eine „kurative Therapie“ an. Das bedeutet, dass die Behandlung darauf abzielt, den Patienten wirklich zu heilen und nicht nur die Krankheit hinauszuzögern. Hierzu ist verständlicherweise eine intensive Behandlung notwendig. Um herauszufinden, ob der Patient aufgrund seines allgemeinen Gesundheitszustands eine solche Therapie vertragen wird, können weitere Untersuchungen wie EKG, Ultraschalluntersuchung des Herzens und Lungenfunktionstests erforderlich sein.
Welche Behandlung kommt in Frage?
Bei aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) wie dem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom ist es das Ziel der Behandlung, den Patienten zu heilen. Da aggressive Lymphome rasch voranschreiten, ist es wichtig, dass nach Abschluss der Untersuchungen ohne Zeitverzögerung mit der Behandlung begonnen wird. Die geeignete Therapie und die Dosierung der Medikamente richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung sowie nach dem Alter, dem gesundheitlichen Allgemeinzustand und bestimmten Blutwerten des Patienten.
Chemotherapie – seit vielen Jahren bewährt
Standardverfahren bei diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom ist eine Chemotherapie, bei der mehrere Zytostatika miteinander kombiniert werden. Bewährt hat sich das so genannte CHOP-Schema, bei dem die Medikamente Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison verabreicht werden. Diese Kombinations-Chemotherapie führt auch bei einem beträchtlichen Anteil der Patienten mit fortgeschrittenem aggressivem Lymphom zu einer Heilung (in 30 bis 50 %) oder zumindest zu einem Nachlassen der Krankheitssymptome (in 50 bis 70 %). Die Chemotherapie wird nicht durchgehend, sondern in Zyklen verabreicht. Nach jedem Therapiezyklus folgt eine behandlungsfreie Zeit.
Bessere Ergebnisse durch Antikörpertherapie
Noch günstigere Behandlungsergebnisse lassen sich erzielen, wenn zusätzlich zu der CHOP-Chemotherapie ein Antikörper verabreicht wird. Klinische Studien ergaben, dass Patienten, die mit Chemotherapie und einem anti CD20 Antikörper behandelt wurden, deutlich bessere Heilungschancen hatten als Patienten, die nur eine Chemotherapie erhielten [6]. Aufgrund dieser positiven Studienergebnisse besteht heute die Standardtherapie bei bisher unbehandeltem, diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom aus acht Behandlungszyklen, bei denen der anti CD20 Antikörper zusammen mit einer Chemotherapie verabreicht wird.
Wie funktioniert die Antikörpertherapie?
Auf der Oberfläche der meisten B-Lymphozyten findet man ein spezielle Proteine, die mit CD bezeichnet werden, z.B.: das CD20. Auch diffuse großzellige B-Zell-Lymphome weisen solche Marker auf. Welche Funktion z.B.: das CD20 spielt, ist noch nicht genau bekannt. Man nimmt aber an, dass es bei der Wachstumskontrolle eine Rolle spielt. Der therapeutische Antikörper gegen den CD20 Marker aktiviert die körpereigene Abwehr gegen CD20-tragende Zellen und übt auch selbst eine direkt abtötende Wirkung auf Zellen mit dem CD20-Merkmal aus. Nach der Infusion verbleibt er über mehrere Tage bis Wochen im Blutkreislauf und kann somit alle Regionen des Körpers erreichen und den überwiegenden Anteil der CD20-tragende Zellen vernichten.
Strahlentherapie
Manche Patienten mit diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom profitieren von einer Strahlentherapie, insbesondere Patienten, die sehr große Lymphome aufweisen. Meist erfolgt die Strahlentherapie als zusätzliche Maßnahme nach einer Chemotherapie als so genannte Nachbestrahlung.
Was tun bei einem Rückfall?
Wenn die Erkrankung erneut auftritt, kann eine Chemotherapie in hoher Dosierung in Verbindung mit einer Stammzell-Transplantation die Überlebenschancen wesentlich verbessern und sogar zu einer Heilung führen. Diese anspruchsvolle Therapie sollte an einer Klinik mit spezieller Erfahrung erfolgen. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass die Antikörpertherapie auch bei einem Rückfall vorteilhaft ist: Patienten, die zusätzlich zur Chemotherapie mit einem Antikörper behandelt werden, sprechen besser auf die Behandlung an und weisen höhere Überlebensraten auf.
Wie geht es weiter?
Auch nach erfolgreicher Behandlung bleibt der Patient noch in engem Kontakt zum behandelnden Arzt. Bei regelmäßigen Nachuntersuchungen kann der Arzt frühzeitig feststellen, ob es zu einem Wiederauftreten der Lymphomerkrankung gekommen ist. Begleiterkrankungen oder Probleme, die durch die Krebstherapie entstanden sind, können im Rahmen der Nachsorge ebenfalls erkannt und behandelt werden. Nicht zuletzt dienen die Nachsorgetermine dazu, dem Patienten bei seelischen, familiären oder sozialen Problemen behilflich zu sein.
Nachsorgeuntersuchungen
Wie oft Sie zu Kontrolluntersuchungen gehen müssen, hängt davon ab, wie weit die Erkrankung bei Diagnosestellung fortgeschritten war und welche Behandlungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Bei den Nachsorgeterminen wird Sie der Arzt nach Ihrem Befinden fragen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Bluttests, eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane und eine Röntgenuntersuchung des Brustraums schließen sich an. Bei unklaren oder auffälligen Befunden können weitere Untersuchungen wie z. B. eine Computertomografie notwendig werden. Die Details der Nachsorgeuntersuchungen können sich je nach Klinik etwas unterscheiden. Falls Beschwerden zwischen zwei Nachsorgeterminen auftreten, sollten Sie Ihren Arzt bald kontaktieren und nicht abwarten, bis der nächste routinemäßige Termin ansteht.
Rehabilitation
Eine Krebsbehandlung ist für die meisten Patienten körperlich und seelisch sehr belastend. Vielleicht schlägt Ihnen Ihr Arzt vor, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus eine Anschlussheilbehandlung oder eine Kur wahrzunehmen. Es gibt speziell eingerichtete Nachsorgekliniken, in denen gut geschultes Personal auf Ihre Situation eingeht. Dort können Sie nach der Krebsbehandlung Kräfte für den Alltag sammeln und sich Unterstützung bei der Bewältigung seelischer und sozialer Probleme holen.
Leben mit NHL
Patienten mit einem Non-Hodgkin-Lymphom und ihre Angehörigen haben viele Fragen zu praktischen Themen wie Alltagsbewältigung, Arbeitsplatz, Versicherungsleistungen oder Reisen. Auf unseren Seiten finden Sie wichtige Hilfestellungen zu Ihrem Leben mit NHL. Weiterhin können Selbsthilfegruppen wertvolle Hilfe leisten: In einer solchen Gruppe lernen Sie Menschen kennen, die ähnliche Probleme wie Sie bewältigen müssen oder bereits bewältigt haben. Das kann Sie dabei unterstützen, mit Ihrer veränderten Lebenssituation besser zurechtzukommen.
Besteht Chance auf Heilung?
Der Krankheitsverlauf des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms hängt von verschiedenen Faktoren ab, u. a. vom Krankheitsstadium bei Diagnosestellung, vom Alter und gesundheitlichen Allgemeinzustand des Patienten sowie von bestimmten Blutwerten. Außerdem ist von Bedeutung, ob die Erkrankung Organe außerhalb von Lymphknoten befallen hat und wenn ja, wie viele.
Dank moderner Behandlungsmöglichkeiten kann heute ein beträchtlicher Anteil der Patienten mit diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom geheilt werden. Seit die Kombination aus Chemo- und Antikörpertherapie als Standardbehandlung bei diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom eingeführt wurde, haben sich die Überlebenschancen der Patienten noch einmal deutlich verbessert. Selbst wenn die Erkrankung erneut aufflackert, ist gerade für jüngere Patienten dann noch eine Heilung möglich, wenn eine hochdosierte Chemotherapie in Verbindung mit einer Antikörpertherapie und einer Stammzelltransplantation erfolgt.
Chronische lymphatische Leukämie
Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) zählt zu den indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen. Sie geht in über 95 % von den B-Lymphozyten aus. Betroffen sind häufig Menschen zwischen 50 und 60 Jahren, Männer etwas häufiger als Frauen. Die CLL verursacht bei vielen Patienten zunächst gar keine Beschwerden, und die Erkrankung wird zufällig bei einer routinemäßigen Untersuchung festgestellt. Bei anderen Patienten fallen vergrößerte, schmerzlose Lymphknoten auf, und zwar insbesondere am Hals und oberhalb des Schlüsselbeins. Milz und Leber können ebenfalls geschwollen sein und Bauchbeschwerden verursachen. Als Zeichen der Knochenmarkbeteiligung kann es zu Blutarmut, Blässe und ausgeprägter Infektanfälligkeit kommen. Manche Patienten klagen über Müdigkeit und Leistungsminderung oder weisen Allgemeinsymptome wie Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme auf.
Umfangreiche Blutuntersuchungen
Nach der sorgfältigen körperlichen Untersuchung, bei der der Arzt vor allem auf Lymphknotenschwellungen, Blutungs- und Infektzeichen achtet, schließen sich verschiedene Blutuntersuchungen an. Neben den üblichen Bluttests werden die weißen Blutkörperchen genau analysiert und festgestellt, ob die Lymphozyten bestimmte Oberflächenmarker wie CD 20 aufweisen. Außerdem kann es notwendig sein, einen Lymphknoten zur mikroskopischen Untersuchung zu entnehmen sowie eine Knochenmarkbiopsie, Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen durchzuführen.
Wie wird die CLL behandelt?
Die CLL zählt zu den indolenten (niedrigmalignen) Non-Hodgkin-Lymphomen und erfordert in vielen Fällen zunächst keine spezielle Behandlung. Es ist aber sehr wichtig, dass auftretende Infekte konsequent behandelt werden, denn CLL-Patienten sind anfällig für schwere Infektionen wie z. B. Lungenentzündungen, Pilz- oder Virusinfektionen. Eine Therapie der CLL ist in fortgeschritteneren Stadien (hohe Lymphozytenzahlen, Blutarmut, geringe Zahl an Blutplättchen) angezeigt, oder wenn immer wieder Infekte auftreten bzw. ausgeprägte Allgemeinsymptome wie Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme vorliegen. Wird eine Behandlung notwendig, erhalten CLL-Patienten eine Chemotherapie, bei der häufig die Zytostatika Fludarabin und Cyclophosphamid eingesetzt werden. Neue Therapieformen z.B.: mit Antikörpern werden derzeit in Studien überprüft.
Marginalzonenlymphome
Bei den Marginalzonenlymphomen handelt es sich um eine Gruppe von Lymphomerkrankungen, die von den B-Lymphozyten ausgeht. Man unterscheidet folgende Formen:
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Marginalzonenlymphom der Lymphknoten
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Marginalzonenlymphom der Milz
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Marginalzonenlymphom vom MALT-Typ (mucosa-associated lymphatic tissue, schleimhautverbundenes Lymphgewebe)
Marginalzonenlymphome machen etwa 2 bis 3 % aller Non-Hodgkin-Lymphome aus. Sie treten oft in der Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen auf.
MALT-Lymphom des Magens
Häufigste Form der Marginalzonenlymphome ist das MALT-Lymphom, das vor allem im Verdauungstrakt – meist im Magen – entsteht. Eine Infektion des Magens mit Helicobacter-pylori-Bakterien scheint bei manchen Menschen die Entwicklung eines MALT-Lymphoms zu begünstigen. Antibiotika zur Bekämpfung der Helicobacter-Infektion führen oft zur Heilung des Lymphoms, wenn sie früh genug verabreicht werden. Das MALT-Lymphom des Magens macht sich durch Bauchschmerzen, Druckgefühl im Oberbach, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Gewichtsabnahme bemerkbar. Es kann auch zu Blutungen kommen. Besteht Verdacht auf ein MALT-Lymphom des Magens, muss eine Magenspiegelung mit mehrfachen Biopsien erfolgen, um Gewebe für die mikroskopische Untersuchung und für Helicobacter-pylori-Tests zu gewinnen. Bestätigt sich der Verdacht auf ein MALT-Lymphom des Magens, schließen sich weitere Untersuchungen an (z. B. Ultraschall, Röntgen, Computertomografie, Knochenmarkpunktion).
Wie wird das MALT-Lymphom des Magens behandelt?
Die Therapie hängt davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, also ob nur die oberflächlichen oder auch tiefere Schichten der Magenwand betroffen sind, ob benachbarte Lymphknoten oder weitere Bauchorgane in Mitleidenschaft gezogen sind. Wird das MALT-Lymphom des Magens sehr früh erkannt und liegt eine Helicobacter-pylori-Infektion vor, reicht oft schon eine antibiotische Behandlung aus, um sowohl die Infektion als auch das frühe Lymphom zu heilen. Bei weiter fortgeschrittenen MALT-Lymphomen hilft eine Strahlen- oder eine Chemotherapie. Neue Behandlungsmöglichkeiten werden zurzeit in Studien untersucht. Bei lokal begrenzter Erkrankung bestehen gute Heilungsaussichten. Besteht ein aggresives (hochmalignes) Magenlymphom, hängt die Prognose von verschiedenen Faktoren ab – neben dem Krankheitsstadium auch vom Alter und dem gesundheiltichen Allgemeinzustand des Patienten sowie von bestimmten Blutwerten.
Mantelzelllymphome
Mantelzelllymphome machen etwa 5 bis 8 % der Non-Hodgkin-Lymphome aus. Sie gehören zu den B-Zell-Lymphomen und entstehen in der so genannten inneren Mantelzone von lymphatischem Gewebe. Mantelzelllymphome werden vor allem in der Altersgruppe der 60- bis 70-Jährigen beobachtet, wobei Männer etwa viermal häufiger betroffen sind als Frauen. Experten unterscheiden verschiedene Formen der Mantelzelllymphome – je nachdem, welche Zellen bei der mikroskopischen Untersuchung überwiegen.
Lymphknotenschwellungen und Allgemeinsymptome
Mantelzelllymphome neigen zu einer frühen Ausbreitung im Körper und zu einem aggressiven Verlauf. Sie machen sich durch vergrößerte Lymphknoten, durch Müdigkeit, Leistungsknick und Blässe aufgrund einer Blutarmut bemerkbar. Milz und Leber können ebenfalls geschwollen sein und zu Bauchbeschwerden führen. Viele Patienten klagen über so genannte B-Symptome (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme). Besteht nach sorgfältiger körperlicher Untersuchung und Labordiagnostik der Verdacht auf ein Mantelzelllymphom, muss ein Lympknoten entnommen und mikroskopisch (histologisch) untersucht werden. Auch eine Knochenmarkbiopsie ist notwendig. Weitere diagnostische Tests (Ultraschall, Röntgen, Computertomografie, Kernspintomografie und eventuell eine Magenspiegelung) klären, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Wie werden Mantelzelllymphome behandelt?
Mantelzelllymphome zeichnen sich durch einen aggressiven Krankheitsverlauf aus, weshalb nach der Diagnosestellung umgehend mit der Behandlung begonnen werden sollte. Etwa 10 bis 15 % der Mantelzelllymphome werden in den lokalisierten Stadien I und II erkannt. In diesen frühen Stadien kann mit einer Strahlentherapie eine lang anhaltende Remission (Rückbildung der Erkrankung) oder sogar eine Heilung erzielt werden. Alternativ kann eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie durchgeführt werden. In den fortgeschritteneren Stadien III und IV erfolgt eine Chemotherapie z. B. mit den Medikamenten Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison (CHOP-Schema). Neue Therapiemöglichkeiten werden derzeit in Studien untersucht.
Weitere NHL Formen
Außer den besprochenen gibt es zahlreiche weitere Non-Hodgkin-Lymphom-Formen. Viele dieser NHL-Formen gehen von B-Lymphozyten aus und tragen auf ihren Zelloberflächen das CD-20-Protein. Zu diesen Erkrankungen gehören:
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Lymphoproliferative Erkrankung nach Transplantation
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HIV-assoziiertes Lymphom
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Haarzellenleukämie
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Multiples Myelom
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Morbus Waldenström
Die Zellen dieser bösartigen Tumoren weisen das CD-20-Protein auf, das den Angriffspunkt für eine bestimmte Antikörpertherapie darstellt. Deshalb wurde bei diesen Erkrankungen untersucht, ob die Antikörpertherapie wirksam ist.
Lymphoproliferative Erkrankung nach Transplantation
Menschen, die ein Spenderorgan erhalten haben, müssen lebenslang Medikamente – so genannte Immunsuppressiva – einnehmen, damit ihr körpereigenes Immunsystem das transplantierte Organ nicht abstößt. Im Zusammenhang mit dieser Behandlung kann es zu einer lymphoproliferativen Erkrankung kommen, die eine schwere Komplikation darstellt.
HIV-assoziiertes Lymphom
Manche Patienten, die mit HIV (human immunodeficiency virus) infiziert sind, entwickeln ein Lymphom. 90 % dieser HIV-assoziierten Lymphome tragen auf ihren Zelloberflächen das CD-20-Protein.
Haarzellenleukämie
Die Haarzellenleukämie ist ein chronisches CD-20-positives B-Zell-Lymphom. Üblicherweise werden die betroffenen Patienten mit einer Chemotherapie oder mit Interferon-alfa behandelt. Doch nicht alle Patienten sprechen auf diese Therapie an, weshalb neue Behandlungsmöglichkeiten erprobt werden.
Multiples Myelom
Das multiple Myelom zählt zu den niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen. Es führt zu herdförmigen Knochenauflösungen (Osteolysen) und Knochenbrüchen. Die meisten Patienten mit multiplem Myelom können mit einer Chemotherapie nicht geheilt werden, doch setzen Ärzte Hoffnung auf neue Therapieoptionen.
Morbus Waldenström
Beim Morbus Waldenström handelt es sich um ein langsam wachsendes, CD-20-positives B-Zell-Lymphom, das bestimmte Immunglobuline bildet.
Diagnose NHL – was nun?
Ihr Arzt hat Ihnen mitgeteilt, dass Sie ein Non-Hodgkin-Lymphom haben und dass es sich dabei um eine Krebserkrankung handelt. Wer sich mit einer solchen Diagnose auseinandersetzen muss, erlebt starke Gefühle wie Angst, Panik, Wut, Trauer und Hilflosigkeit. Diese Reaktionen sind völlig normal, auch wenn sie für den Betroffenen selbst, für seine Familie und Freunde nicht leicht zu ertragen sind. Auch in den Wochen und Monaten nach der Diagnose kommen noch starke Gefühlsschwankungen vor – von Resignation bis hin zu aktivem Kampfgeist, Hoffnung und Optimismus. Dass Sie ein solches Wechselbad der Gefühle empfinden, ist gut nachvollziehbar, denn eine Krebserkrankung wird von jedem Betroffenen als bedrohlich empfunden. Ihre Emotionen und Gedanken haben ihre Berechtigung, akzeptieren Sie Ihre Stimmungsschwankungen. Günstig ist es, wenn Sie den Menschen, die Ihnen nahe stehen, mitteilen können, wie es Ihnen gerade geht und welche Bedürfnisse Sie haben. Gut, wenn Sie über die Erkrankung und Ihre Ängste reden können. Auch Weinen kann Erleichterung bringen. Signalisieren Sie Ihrem Partner, was Sie sich von ihm wünschen, denn auch er fühlt sich durch Ihre Erkrankung verunsichert und weiß wahrscheinlich nicht genau, wie er sich Ihnen gegenüber verhalten soll.
Gute Heilungschancen
Auch wenn die Diagnose „Krebs“ Sie erschüttert – das Wissen über bösartige Erkrankungen und die Behandlungsmöglichkeiten waren noch nie so gut wie heute. Viele Patienten können geheilt werden. Gerade bei den Non-Hodgkin-Lymphomen hat sich die Therapie in den letzten Jahren wesentlich verbessert.
Informieren Sie sich über Ihre Erkrankung. Notieren Sie – vielleicht gemeinsam mit Ihrem Partner – die Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen möchten und schreiben Sie sich die exakte Bezeichnung Ihrer Erkrankung auf. Es gibt viele verschiedene Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen. Nur wenn Sie genau wissen, welche Form bei Ihnen vorliegt, können Sie gezielt Informationen über Ihre Erkrankung sammeln. Unsere Seite Wo kann ich mich informieren? hilft Ihnen dabei.
Warum gerade ich?
Viele Menschen, bei denen die Diagnose „Krebs“ gestellt wurde, grübeln darüber nach, was ihre Erkrankung ausgelöst haben könnte: Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, Stress am Arbeitsplatz oder in der Familie? Solche Überlegungen gründen auf unserem natürlichen Erklärungsbedürfnis. Tatsächlich sind ja auch einige Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel bekannt, die das allgemeine Krebsrisiko erhöhen.
Nur: Die Ursachen für die Entwicklung von Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) sind bis heute nicht geklärt. Zwar sind auch für das Non-Hodgkin-Lymphom einige Risikofaktoren beschrieben, doch lässt sich bei den allermeisten NHL-Patienten die Erkrankung nicht auf eine bestimmte Krankheitsursache zurückverfolgen.
Wie soll ich mich behandeln lassen?
Es gibt mehr als 50 verschiedene Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL), und die geeignete Behandlung muss für jeden Lymphomtyp individuell zusammengestellt werden. Welche Therapie am besten hilft, hängt von der Art des Lymphoms, vom Krankheitsstadium, vom allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen und weiteren Faktoren ab. Häufig werden verschiedene Therapieverfahren miteinander kombiniert. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, welches Vorgehen in Ihrem Fall den besten Erfolg verspricht. Im Wesentlichen stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
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Strahlentherapie
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Chemotherapie
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Antikörpertherapie
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Zytokintherapie
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Stammzelltransplantation
Manche Lymphomtypen verursachen zunächst keine Beschwerden und schreiten auch ohne Behandlung nur sehr langsam oder gar nicht voran. In diesem Fall ist es sinnvoll, unter ärztlicher Kontrolle abzuwarten und erst dann mit der Therapie zu beginnen, wenn es notwendig wird.
Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?
Jede wirksame Therapie kann zu unerwünschten Wirkungen führen. Dies trifft auch für die Behandlung der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) zu. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Nebenwirkungen der Lymphomtherapie. Die beschriebenen Nebenwirkungen können, müssen aber nicht unbedingt auftreten. Dass bei Ihnen alle genannten unerwünschten Wirkungen vorkommen, ist äußerst unwahrscheinlich! Sollten bei Ihnen eine oder mehrere der genannten Nebenwirkungen auftreten, wenden Sie sich bitte unbedingt an den Sie behandelnden Arzt.
Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie werden so genannte ionisierende Strahlen auf die betroffene Körperregion gelenkt, um die Lymphomzellen zu zerstören. Da die Strahlen auch auf gesunde Zellen einwirken, lassen sich Nebenwirkungen nicht immer vermeiden. Schleimhautschwellungen in Mund, Speiseröhre und Darm können manchmal zu Geschmacksstörungen oder Durchfall führen. Wenn das blutbildende Knochenmark der Beckenknochen und der Wirbelsäule im Strahlenfeld liegt, kann eine erhöhte Infektanfälligkeit resultieren. In sehr seltenen Fällen tritt schon während der Bestrahlung eine akute Strahlenreaktion auf („Strahlenkater“ mit Müdigkeit, Übelkeit und grippeartigen Symptomen). In einigen Fällen kann eine Strahlentherapie in gesundem Körpergewebe Spätfolgen verursachen, beispielsweise narbige Veränderungen. Ganz selten treten Jahre bis Jahrzehnte nach der Bestrahlung Zweittumoren auf.
Chemotherapie
Bei der Chemotherapie werden Zytostatika verabreicht, Medikamente, die Krebszellen abtöten oder die Zellteilung verhindern. Leider wirken Zytostatika nicht nur auf Krebszellen, sondern auch auf gesunde Zellen und können unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Das betrifft vor allem folgende Gewebe:
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Schleimhäute in Mund und Darm (Übelkeit, Durchfall)
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Haarwurzeln (Haarausfall)
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Blutbildende Zellen des Knochenmarks
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Wird das Knochenmark beeinträchtigt, können gehäuft Infekte (Fieber), aber auch Störungen der Blutgerinnung und Blutungen auftreten.
Diese „akuten“ Nebenwirkungen treten meist nicht sofort, sondern einige Stunden bis Tage nach der Chemotherapie auf. Über die speziellen Nebenwirkungen der Medikamente, die Sie bekommen, wird Ihr Arzt Sie informieren. Viele der genannten unerwünschten Wirkungen lassen sich mit entsprechenden Begleitmedikamenten beheben oder zumindest lindern.
Antikörpertherapie
Seit einigen Jahren steht für bestimmte NHL-Formen die Antikörpertherapie zur Verfügung. Der gegen den CD20 Marker gerichtete Antikörper ist allgemein ein sehr gut verträgliches Medikament, das bei der Mehrzahl der Patienten keine oder nur sehr geringe Nebenwirkungen hervorruft. Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen sind Fieber und Schüttelfrost. Übelkeit, Schwäche oder Kopfschmerzen werden weniger häufig beschriebenen. Durch entsprechende Begleitmedikamente können diese unerwünschten Wirkungen weitgehend vermieden werden. Bei der ersten Infusion können milde oder mäßig ausgeprägte Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, die jedoch bei der zweiten und bei späteren Infusionen wesentlich seltener beobachtet werden. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.
Antikörpertherapie - die Innovation
Am Anfang wurden die Antikörper aus dem Gewebe von Mäusen gewonnen. Derartige Antikörper werden vom menschlichen Immunsystem jedoch als "fremd" erkannt und in der Regel attackiert. Das heißt, der menschliche Organismus bildet so genannte "Mensch gegen Maus-Antikörper" (Humane-Anti-Maus-Antikörper = HAMA). Das Auftreten dieser HAMA-Antikörper beeinflusst dann den Therapieerfolg negativ. Die Folge sind schwere Unverträglichkeitsreaktionen. Durch spezielle gentechnische Verfahren ist es nun gelungen, den "mäusespezifischen" Teil des Antikörpers mit einem menschlichen (humanen) Anteil zu kombinieren. Man nennt diese Antikörperstruktur wegen der Kombination von genetischem Material unterschiedlicher Herkunft "chimäre" Antikörper. Diese Antikörper stellen eine herausragende Innovation dar. Man sieht in der Behandlung bestimmter NHL-Typen und -Stadien bereits viel versprechende Fortschritte. So konnte sowohl beim diffus- großzelligen NHL als auch beim Follikulären Lymphom in mehreren Studiengezeigt werden, dass die Patienten nicht nur besser auf die gewählte Kombinations- Chemotherapie ansprachen, sondern sich auch die Überlebenszeit der Patienten verlängerte [1-8].
Zytokintherapie
Zytokine wie z. B. Interferon können das Immunsystem gezielt gegen Krebszellen aktivieren. Bei einigen Arten der niedrigmalignen Non Hodgkin Lymphome können zusätzlich zur Chemotherapie oder auch Antikörper-Chemotherapie Zytokine gegeben werden. Allerdings ist die Zytokintherapie relativ häufig mit unerwünschten Wirkungen wie grippeähnliche Beschwerden, Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen, Knochenschmerzen und Blutbildveränderungen verbunden.
Kann der Krebs wiederkommen?
„Bin ich wirklich ganz gesund oder kann die Erkrankung wiederkommen?“ – Diese bange Frage stellen sich alle Menschen, die gerade eine Krebstherapie hinter sich haben. Tatsächlich haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert, und viele Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom können heute geheilt werden. Doch selbst wenn es zu einem Rückfall der Erkrankung (Rezidiv) kommen sollte, gibt es wirksame Therapiemöglichkeiten.
Beispielsweise wurde in Studien nachgewiesen, dass die Antikörpertherapie zusammen mit einer Chemotherapie erfolgreich bei Patienten eingesetzt werden kann, die einen zweiten oder neuerlichen Rückfall eines fortgeschrittenen follikulären Lymphoms haben. Diese Patienten sprechen häufiger und besser auf die Behandlung an und bleiben länger krankheitsfrei als Patienten, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden [9].
Darüber hinaus ist die Antikörpertherapie für die so genannte Erhaltungstherapie bei Patienten mit wiederauftretendem follikulärem Lymphom zugelassen. Eine solche Erhaltungstherapie kann die Überlebensaussichten deutlich verbessern und das erneute Fortschreiten der Erkrankung um Jahre hinauszögern.
Angst und Sorgen in den Griff bekommen
Die Angst vor dem Krebs bzw. vor einer möglichen Wiedererkrankung verbindet alle Lymphompatienten. Auch wenn die Therapie erfolgreich überstanden ist, erleben viele Betroffene immer wieder Ängste, z. B. dann, wenn eine Nachsorgeuntersuchung ansteht oder wenn man voller Anspannung auf Untersuchungsergebnisse wartet. Ängste sind eine völlig normale Reaktion auf die bedrohliche Diagnose „Krebs“. Sie können diese seelische Belastung nicht einfach abstellen, aber es gibt Strategien, die Ihnen bei der Angstbewältigung helfen:
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Akzeptieren Sie Ihre Angst. Sie ist Folge Ihrer Erkrankung und eine ganz normale seelische Reaktion. Wenn Sie Ängste zulassen oder voller Skepsis an Ihre Zukunft denken, bedeutet das nicht, dass Sie einem Rückfall der Erkrankung den Weg ebnen. Diese Sorge mancher Betroffener ist völlig unbegründet.
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Oft wird Angst als übermächtiges, allumfassendes Gefühl erlebt. Versuchen Sie, die Angst zu konkretisieren und einzugrenzen: Was genau macht Ihnen Angst?
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Es kann beängstigend sein, wenn Sie weder über Ihre Erkrankung noch über die Behandlung genau Bescheid wissen. Dann fühlen Sie sich rasch ausgeliefert, passiv und hilflos. Sammeln Sie also Informationen über Ihre Lymphomerkrankung und den Umgang mit eventuellen Beschwerden, und fragen Sie gleich nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.
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Reden Sie über Ihre Ängste. Mit Ihrem Arzt, mit Menschen, die Ihnen nahe stehen oder in der Selbsthilfegruppe mit Gleichbetroffenen, die bereits Erfahrung im Umgang mit dem Krebs haben. Wenn Sie über Ihre Nöte sprechen und sich verstanden fühlen, mildert das nicht nur die Angst – es schafft auch ein Vertrauensverhältnis zu dem Menschen, mit dem Sie Ihre Gefühle teilen.
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Geben Sie Ihren Ängsten ein Ventil. Denn in Angstsituationen stehen Sie regelrecht „unter Dampf“. Reden kann helfen, aber auch Weinen oder Schreien. Oder körperliche Aktivität wie Laufen und Radfahren.
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Holen Sie sich Unterstützung von Ihrem Partner, von Familienmitgliedern und Freunden. Die Nähe vertrauter und geliebter Menschen kann ein großer Trost sein und Ihre Angst mildern. Wenn Sie sich vor dem nächsten Nachsorgetermin fürchten, nehmen Sie eine Begleitperson mit, die Ihnen „den Rücken stärkt“.
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Knüpfen Sie sich ein Netz von Menschen, mit denen Sie sich über die Erkrankung und die Alltagsbewältigung austauschen können. Das kann eine Selbsthilfegruppe sein, Menschen, die Sie in der Nachsorgeklinik kennen gelernt haben, oder auch Internetkontakte.
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Wenn Sie unter starker innerer Anspannung stehen, können Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga, meditatives Tanzen und autogenes Training Abhilfe schaffen.
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Die Beschäftigung mit philosophischen oder religiösen Fragen gibt vielen Betroffenen Halt und hilft ihnen bei der Beantwortung der Frage, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist.
Wann brauchen Sie professionelle Hilfe?
In manchen Fällen ist es für Lymphompatienten und ihre Familien schwierig, allein mit den Belastungen der Krebserkrankung fertig zu werden. Dann kann die Unterstützung psychoonkologisch ausgebildeter Fachkräfte sehr hilfreich sein. Psychoonkologen sind meist Psychologen, manchmal aber auch Sozialpädagogen oder Ärzte, die hauptberuflich mit Krebspatienten arbeiten. Sie sind in Akutkliniken, Tumorzentren, in Beratungsstellen, Krebs-Nachsorgekliniken oder in ambulanten psychologischen Praxen tätig. Sie sollten sich um professionelle Unterstützung bemühen, wenn folgende Probleme Sie belasten:
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Große Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmung
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Ausgeprägte Ängste
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Schlafstörungen, wiederkehrende belastende Träume
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Gefühl der Sinnlosigkeit, Selbstmordgedanken
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Partnerschaftsprobleme, Kommunikationsschwierigkeiten
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Abhängigkeit von Alkohol oder Medikamenten
Wer kann mich unterstützen?
Ihr Partner, Familienmitglieder und Freunde können eine große Hilfe für Sie sein. Sprechen Sie mit vertrauten Menschen offen über Ihre Erkrankung und sagen Sie, wo und wie Sie Unterstützung brauchen.
Sagen Sie klar, was Sie sich wünschen und was nicht
Manche Menschen neigen dazu, Tipps, „Aufmunterungen“ und gut gemeinte Ratschläge anzubieten, die Sie vielleicht gar nicht hören möchten („Kopf hoch, das wird schon wieder“ oder: „Du mit deiner robusten Natur wirst bestimmt hundert Jahre alt!“ oder: „Sei doch nicht so depressiv, du musst in deiner Situation unbedingt positiv denken“). Formulieren Sie ganz eindeutig, was Sie sich im Augenblick wünschen, z. B.: „Hör mir bitte einfach nur zu“ oder „Halte mich eine Weile im Arm“.
Bitten Sie ruhig auch um praktische Hilfe bei alltäglichen Pflichten. Freunde und Verwandte sind bestimmt froh, sich nützlich machen zu können. Lassen Sie sich beim Einkaufen und bei der Haus- und Gartenarbeit helfen oder nehmen Sie das Angebot Ihrer Nachbarin an und lassen Sie sie mit Ihrem Hund spazieren gehen. Sobald Sie sich kräftiger fühlen, werden Sie nach und nach wieder Familienarbeiten übernehmen können.
Wenn Sie im Krankenhaus behandelt werden müssen oder sich zu Hause von einer Chemotherapie erholen, kann es sein, dass Sie viel Ruhe benötigen. Dann sollte Ihr Partner Angehörige und Freunde darüber informieren, dass Besuche und Anrufe derzeit zu anstrengend für Sie sind.
Soziale Hilfeleistungen
Vielen Patienten ist nicht bekannt, dass die örtlichen Sozialämter die gesetzliche Aufgabe der Information und Beratung bezüglich sozialer und finanzieller Hilfen im Erkrankungsfall haben.
Zu den möglichen sozialen Hilfeleistungen zählen:
- Häusliche Krankenpflege
- Hilfe bei der Haushaltsführung
- Einkaufen durch Zivildienstleistende
- Medizinische Hilfe durch Fachkräfte
- Pflegehilfe
Darüber hinaus informieren Krebsberatungsstellen, die z. B. an Tumorzentren oder Gesundheitszentren angeboten werden, über sozialrechtliche Fragen und finanzielle Hilfsmöglichkeiten.
Selbsthilfegruppen
Viele krebskranke Menschen haben sich zu Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu unterstützen, Kontakte zu knüpfen und nützliche Informationen auszutauschen. Zwar gibt es nur wenige Selbsthilfegruppen, die sich nur aus Menschen mit Non-Hodgkin-Lymphomen zusammensetzen, doch können Sie auch von einer „gemischten“ Gruppe profitieren. Schließlich machen Patienten mit anderen Tumorerkrankungen ähnliche Erfahrungen wie Sie. Probieren Sie aus, ob Sie sich in einer örtlichen Selbsthilfegruppe wohlfühlen und ob Ihnen der Umgangsstil der Gruppe liegt. Wenn nicht, können Sie die Gruppe jederzeit wieder verlassen. Es gibt Selbsthilfegruppen, die von Patienten selbst organisiert und geleitet werden, sowie therapeutische Gesprächskreise, die von einer Fachkraft geführt werden. Letztere bieten häufig auch Kurse für Entspannungstechniken, Mal- oder Tanztherapie an.
Werde ich wieder arbeiten können?
Ob Sie Ihren bisherigen Beruf wieder ausüben können, hängt von der Art der Tätigkeit und natürlich von Ihrer Erkrankung ab. Menschen mit indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen im Stadium I oder II sind in der Regel fast voll belastbar – es sei denn, dass nach abgeschlossener Therapie noch Allgemeinsymptome wie zum Beispiel Müdigkeit und Abgeschlagenheit bestehen. Im Stadium III oder IV können die Krankheitsauswirkungen und Folgen der Strahlen-, Chemo- und Immuntherapie die körperliche Belastbarkeit in manchen Fällen deutlich beeinträchtigen.
Bei Patienten mit aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen ergeben sich berufliche Einschränkungen in erster Linie durch die Therapie. Kann eine komplette Remission (Rückbildung der Erkrankung) erreicht werden, bestehen nach Abschluss der Behandlung so gut wie keine Einschränkungen.
Wiedereingliederung („Reha“)
Rehabilitationsmaßnahmen, z. B. in einer Tumornachsorgeklinik, erweisen sich bei der Frage, ob und in welchem Umfang die bisherige Berufstätigkeit wieder aufgenommen werden kann, häufig als sehr hilfreich. Falls nötig, können in Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern Möglichkeiten der Teilzeitarbeit, der Umsetzung an einen anderen Arbeitsplatz oder eine stufenweise Wiedereingliederung gefunden werden. Eine frühe Rücksprache mit dem Arbeitgeber und Betriebsrat ist sinnvoll.
Leben mit Non-Hodgkin-Lymphom
Bei allem Schrecken, den die Diagnose „Krebs“ auslöst: Die Therapiemöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren gerade auch bei den Non-Hodgkin-Lymphomen z. B. durch die Einführung der Antikörpertherapie wesentlich verbessert. Viele Patienten dürfen auf Heilung hoffen. Selbst wenn keine vollständige Heilung möglich ist, können zahlreiche Patienten bei entsprechender Behandlung jahrelang ein Leben (fast) ohne Einschränkungen führen. Deshalb werden bestimmte Krebsarten heute zunehmend als chronische Erkrankung aufgefasst, mit der man über viele Jahre leben kann.
Sie dürfen also hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, private und berufliche Pläne schmieden und Neues ausprobieren. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen Anregungen geben, wie Sie gut für sich sorgen und Energie und Lebensfreude zurückgewinnen können.
Kräfte sammeln – körperlich und seelisch
Die Diagnose „Krebs“ bringt bei den Betroffenen die gesamte Lebensplanung durcheinander – nichts ist mehr so, wie es früher war. Die bedrohliche Diagnose seelisch zu verarbeiten, ist mindestens genauso anstrengend wie die medizinische Krebstherapie. Wenn Sie die Akuttherapie gerade hinter sich haben oder sich noch in Behandlung befinden, ist es wichtig, dass Sie liebevoll mit Ihrem Körper und Ihrer Seele umgehen, um wieder Mut und Kraft zu schöpfen. Sie können eine ganze Menge für sich selbst tun!
- Bewegung und Sport sind gut für das Immunsystem und das seelische Wohlbefinden und stärken Ihr Selbstvertrauen. Wenn Sie sich draußen in schöner Natur und zusammen mit netten Menschen bewegen können – umso besser.
- Die seelische Verarbeitung einer Krebserkrankung führt oft zu starker innerer Anspannung. Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga und Atemübungen helfen, den Stress abzubauen. Volkshochschulen, Krankenkassen und manche Selbsthilfegruppen bieten entsprechende Kurse an.
- Schaffen Sie durch eine vollwertige, abwechslungs- und genussreiche Ernährung optimale Voraussetzungen für den Heilungsprozess.
- Sprechen Sie mit Menschen Ihres Vertrauens über Ihre Erkrankung und Ihre Ängste. Das können Angehörige, Freunde, Ihr Arzt oder auch Gleichbetroffene aus einer Selbsthilfegruppe sein. Ihre Ängste werden abnehmen, je länger die Akutbehandlung zurückliegt und je öfter die Ergebnisse der Nachsorgeuntersuchungen günstig ausgefallen sind.
- Falls Sie Ihre Gefühle nicht so gern in Worte fassen, könnte die Kunsttherapie eine sehr gute Möglichkeit für Sie sein, Ihre Sorgen, aber auch Ihre Lebensfreude mit Farben und Formen auszudrücken.
- Musik- und Tanztherapie bieten ebenfalls sehr gute Ausdrucks- und Verarbeitungsmöglichkeiten und wecken Lebensfreude und Optimismus.
Wieder Spaß am Leben haben
Schön, wenn Leistungsfähigkeit und Kräfte nach der Krebstherapie zurückkehren. Doch erst eine gehörige Portion Lebensfreude bewirkt, dass wir uns glücklich und zufrieden fühlen, dass unser Leben wirklich „rund“ ist. Wie erreicht man das? Für viele Krebspatienten ist die Zeit der Therapie Anlass, über ihr Leben nachzudenken und sich Fragen wie diese zu stellen:
- Habe ich mein ganzes Leben lang nur gearbeitet?
- War ich in erster Linie für andere da und habe ich eigene Bedürfnisse oft zurückgestellt?
- Was ist mir wirklich wichtig?
- Welche Kontakte und Hobbys habe ich aus Zeitmangel vernachlässigt?
Schon früh haben wir gelernt, dass zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen kommt. Als viel beschäftigte Menschen möchten wir im Beruf und in der Familie eine Stütze sein und rund um die Uhr „funktionieren“. Viele Menschen sind so mit ihren Alltagspflichten beschäftigt, dass sie nach und nach das Gefühl für sich selbst verlieren und nicht mehr wissen, was sie wirklich froh macht. Zeit für eine Neuorientierung.
Eine schwere Erkrankung sollte Anlass sein, Bilanz zu ziehen und sich neu zu orientieren. Denken Sie einmal darüber nach, aus welchen Bereichen Sie am meisten Freude schöpfen: Familie, Freunde, Beruf, Hobbys? Notieren Sie sich, was Ihnen Spaß macht: mit Freunden kochen, Malen, Ihre Lieblingszeitschrift lesen, Musik hören, Kinder beim Spielen beobachten, Walken mit der Sportgruppe, Fotografieren, die Wohnung verschönern, sich ein Bad mit einem angenehm duftenden Zusatz gönnen, ins Kino gehen, Reisen, Kontakte pflegen, eine Fremdsprache lernen, Klavier spielen... Schreiben Sie auf, was bisher zu kurz gekommen ist und wie und mit wem Sie in Zukunft Ihre Zeit verbringen möchten. Die Liste dieser angenehmen Tätigkeiten kann Ihnen eine Hilfe sein, wenn es Ihnen einmal nicht so gut geht und Sie eine Aufmunterung benötigen. Gönnen Sie sich jeden Tag ein „kleines Glück“.
Negative Faktoren ausschalten
Überlegen Sie auch, was Ihnen die Stimmung verdirbt: Streit, Schlafmangel, Zeitnot, Stress, lästige Hausarbeit, Langeweile, Einsamkeit, schwierige Entscheidungen, die anstehen? Einige dieser „Stimmungskiller“ können Sie ausschalten, indem Sie z. B. genügend Zeit einplanen, sich Hilfe holen oder für eine gute Organisation sorgen. Lästige Arbeiten, die Sie erledigen müssen, sollten Sie sich so angenehm wie möglich gestalten und sich anschließend belohnen.
Was ist gut gelaufen?
Wenn wir Schmerzen oder Angst haben oder es uns aus anderen Gründen schlecht geht, nimmt uns dieses Gefühl vollständig ein und wir verlieren rasch den Blick fürs Positive. Es lohnt sich jedoch, regelmäßig die Gedanken auf das zu lenken, was richtig gut gelaufen ist: Während der akuten Phase Ihrer Erkrankung haben Sie viel Unterstützung durch Ihre Partnerin und aus dem Freundeskreis bekommen. Sie fühlen sich jetzt schon viel kräftiger als noch vor einem halben Jahr, und in der Selbsthilfegruppe haben Sie entdeckt, dass Sie ein wahres Organisationstalent sind. Mit Ihrem Enkelkind waren Sie im Zoo, und für das kommende Wochenende sind Sie bei einem befreundeten Paar eingeladen... Nehmen Sie die angenehmen Seiten des Lebens bewusst wahr und planen Sie aktiv Dinge ein, die Sie wirklich gerne tun. Dann stellt sich Lebensfreude wie von selbst ein.
Wie soll ich mich jetzt ernähren?
Die meisten Krebspatienten möchten mit einer optimalen Ernährung etwas für ihre Gesundheit tun. Eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen und kann zu einem günstigeren Krankheitsverlauf führen. Dennoch ist es kaum möglich, Ernährungsempfehlungen auszusprechen, die für alle Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) gleichermaßen gelten. Jeder Patient hat seine eigenen Voraussetzungen, die berücksichtigt werden müssen: Bei manchen Patienten hat das NHL zu einer starken Gewichtsabnahme geführt, während andere Patienten eher übergewichtig sind und keinerlei Beschwerden durch die Erkrankung aufweisen. Wieder andere leiden vielleicht gerade an Übelkeit und Erbrechen als Folge einer Chemotherapie. Deswegen geben wir Ihnen im Folgenden einen kurzen Überblick über die Grundregeln einer gesunden Ernährung und gehen anschließend auf einige spezielle Situationen ein.
Tipps für eine gesunde Ernährung
Essen Sie abwechslungsreich mit einem hohen Anteil aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Das versorgt Sie mit Vitaminen, Mineralstoffe und Ballaststoffen. Genießen Sie fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, möglichst frisch, kurz gegart oder auch als Salat. Frische Milchprodukte sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung und sollten täglich auf Ihrem Speisezettel stehen, während ein bis zwei Portionen Fisch und Fleisch pro Woche ausreichen. Essen Sie Wurst und Eier in Maßen. Verwenden Sie wenig Fett und achten Sie auf hochwertige Fette wie Pflanzenöle (Raps-, Oliven- oder Sojaöl). Meiden Sie Süßigkeiten, die nicht nur viel Zucker, sondern oft auch eine Menge Fett enthalten. Trinken Sie etwa 1,5 l Flüssigkeiten pro Tag – am besten Mineralwasser und kalorienarme Getränke – und kontrollieren Sie Ihren Alkohol- und Koffeinkonsum.
Ernährung während der Krebstherapie
Chemo- und Strahlentherapie führen relativ häufig zu Nebenwirkungen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Oft wird die Behandlung besser vertragen als erwartet. Folgende Empfehlungen können zu Ihrem Wohlbefinden während der medizinischen Therapie beitragen:
- Nehmen Sie häufig kleine Mahlzeiten ein und essen Sie langsam.
- Ihr Essen sollte weder zu heiß noch zu kalt sein.
- Zarte Gemüse (Möhren, Zucchini, Kohlrabi), reifes, rohe Obst (Birnen, geschälte Äpfel, Bananen, Melonen etc.), leicht verdauliche, gekochte Vollkornnahrung, fettarme Kartoffelgerichte und Milchprodukte wie Quark und milde Käsesorten sind bekömmlich und belasten Magen und Darm nicht unnötig.
- Verwenden Sie Fette mit niedrigem Schmelzpunkt: Pflanzenöle, Butter und ungehärtete Pflanzenmargarine.
- Trinken Sie Kräutertees und kohlensäurearmes oder stilles Mineralwasser. Gegen eine gelegentliche Tasse Schwarztee oder reizstoffarmen Spezialkaffee ist nichts einzuwenden.
- Meiden Sie Nahrungsmittel, die Sie schon mehrmals schlecht vertragen haben, etwa blähende Gemüsesorten, scharf gewürzte Speisen oder sehr fette oder süße Gerichte.
Ernährung bei Untergewicht
Haben sie durch die Erkrankung erheblich an Gewicht abgenommen? Dann dürfen Ihre Mahlzeiten ruhig etwas kalorien- und fettreicher sein. Gehen Sie großzügig mit Nüssen und Samen (Sonnenblumen- und Kürbiskerne), Pflanzenölen, Sahne und Butter um und essen Sie häufiger fetten Fisch wie Lachs, Hering und Makrele. Vermutlich haben Sie durch die Gewichtsabnahme auch Muskeleiweiß verloren. Sie dürfen deshalb etwas mehr Protein verzehren, z. B. in Form von Fleisch oder Milchprodukten. Gemüse, Obst und Salat sollten Sie reichlich genießen, ebenso Vollkornprodukte. Gönnen Sie sich ein herzhaftes Frühstück. Wahrscheinlich schmeckt Ihnen das Essen besser, wenn Sie sich an einen hübsch gedeckten Tisch setzen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kühlschrank immer gut gefüllt ist und verteilen Sie in der Wohnung Teller und Schälchen mit leckeren Kleinigkeiten, die zum Zugreifen einladen.
Ernährung nach Knochenmarktransplantation
Falls bei Ihnen eine Knochenmarktransplantation geplant ist, werden Sie zur Vorbereitung wahrscheinlich eine hochdosierte Chemotherapie erhalten. Dadurch wird das körpereigene Abwehrsystem stark beeinträchtigt, so dass Sie sehr infektanfällig sind. Aus diesem Grund sind beim Kochen und Essen besondere hygienische Maßnahmen erforderlich. Ihr Arzt wird Sie ausführlich darüber informieren, hier nur einige Tipps:
- Essen Sie keine aufgewärmten oder warm gehaltenen Gerichte, sondern nur frisch zubereitete Mahlzeiten.
- Den Inhalt einmal geöffneter Gläser, Packungen und Tüten sollten Sie rasch verbrauchen.
- Verwenden Sie nur einwandfreie Lebensmittel mit noch langer Haltbarkeitsdauer.
- Braten Sie Fleisch immer gut durch.
- Verzichten Sie auf Frisch- und Rohmilch sowie auf Rohmilchkäse.
- Frisches und Tiefkühlgemüse muss gekocht werden. Kochen Sie Kräuter und Gewürze mit.
- Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie wieder rohes Obst und Frischgemüse wie Tomaten und Gurken essen dürfen.
- Legen Sie sich einen Vorrat an einzeln abgepackten Portionen zu (z. B. Marmelade, Honig, Senf, Ketchup).
„Wunderdiät“ gegen Krebs? Seien Sie misstrauisch!
Immer wieder sorgen Diäten, die angeblich gegen Krebs helfen oder gar zur Heilung führen sollen, für Schlagzeilen. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht belegt. Viele dieser Diäten können für Tumorpatienten sogar gefährlich werden, weil sie sehr einseitig sind und zu einem Nährstoffmangel führen können oder weil sie ernste Nebenwirkungen hervorrufen. Seien Sie also skeptisch, wenn Sie von einer „sensationellen Anti-Krebs-Diät“ hören. Nach aktuellem Wissensstand gibt es keine Diät, die einen vorhandenen Tumor beseitigen und die medizinische Therapie ersetzen kann.
Darf ich Sport treiben?
Werden Sie aktiv, bewegen Sie sich – denn Sport in der Nachsorge und Rehabilitation nach einer Krebserkrankung wirkt sich in vieler Hinsicht positiv aus:
- Sie gewinnen wieder Vertrauen in Ihren Körper.
- Sport fördert Ausgeglichenheit und Zufriedenheit und stärkt die allgemeine Gesundheit.
- Bewegung wirkt Erschöpfungszuständen – dem so genannten Fatigue-Syndrom – entgegen, unter dem viele Patienten noch lange nach der Therapie leiden.
- Sie steigern Ihre Leistungsfähigkeit.
- Wenn Sie bereits vor Ihrer Erkrankung sportlich aktiv waren und die Behandlung gut hinter sich gebracht haben, dürfen Sie in der Regel Ihr gewohntes Training wieder aufnehmen, falls der Arzt keine Bedenken äußert.
Waren Sie in den letzten Jahren körperlich nicht sehr aktiv, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, welche Sportart für Sie geeignet wäre und wie stark Sie sich belasten dürfen. Günstig sind z. B. Wandern, Schwimmen, leichte Gymnastik und Wassergymnastik.
Sport in der Krebsnachsorge ist sogar auf Rezept möglich – die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten, wenn Sie einen „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport“ stellen.
Familie und Freunde – eine Kraftquelle
Partner, Familie und Freunde sind für Patienten mit Non-Hodgkin- Lymphom ein ganz wichtiger Rückhalt. Die Belastungen durch die Diagnose und Therapie lassen sich mit der Unterstützung vertrauter Menschen viel besser durchstehen. Es kann eine große Hilfe sein, wenn Ihr Partner Sie zu den Arztterminen begleitet und ein offenes Ohr für Ihre Sorgen und Probleme hat.
Wenn Sie sich während der Akuttherapie schwach fühlen, geben Sie ruhig Aufgaben und Pflichten an andere Familienmitglieder oder Freunde ab. In der Regel sind Ihre Lieben froh, praktische Hilfe leisten zu können. Sobald Sie wieder bei Kräften sind, können Sie nach und nach wieder Ihren Beitrag zur Familien- und Hausarbeit leisten.
Nach der akuten Krankheitsphase werden Sie feststellen, dass Ihnen die Menschen, die Sie während der schweren Zeit Ihrer Erkrankung unterstützt haben, besonders nahe stehen. Eine schwierige Phase gemeinsam bewältigt zu haben, schafft ein besonderes Vertrauensverhältnis.
Zurück am Arbeitsplatz
Wahrscheinlich wünschen Sie sich nach Ihrer schweren Erkrankung nichts sehnlicher, als in die Normalität zurückzukehren. Wieder berufstätig zu sein, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Ob Sie Ihre bisherige berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen können, hängt einerseits von Ihrem Beruf, andererseits von der Art Ihres Lymphoms ab. Möglicherweise ist es günstig für Sie, wenn Sie Ihre Arbeitszeit schrittweise steigern. Krankenkassen unterstützen diese Form der Wiedereingliederung.
Vermutlich wissen die Kollegen am Arbeitsplatz über Ihre Erkrankung schon Bescheid. Es kann günstig sein, wenn Sie von sich aus auf dieses Thema zu sprechen kommen, denn Ihre Kollegen sind wahrscheinlich unsicher, wie sie sich Ihnen gegenüber verhalten sollen. Gerade wenn Sie gewisse Einschränkungen haben und für manche Tätigkeiten die Unterstützung Ihrer Kollegen brauchen, sollten Sie das gleich besprechen.
Achten Sie aber darauf, dass Ihre Erkrankung nicht zum zentralen Thema am Arbeitsplatz wird. Inhaltliche Fragen, die Ihre gemeinsame Arbeit betreffen, stehen an erster Stelle. Erwarten Sie nicht nur Aufmerksamkeit von anderen, sondern nehmen Sie auch Anteil an dem, was Ihre Kollegen bewegt. Auch das trägt dazu bei, dass Sie wieder ins Alltagsleben zurückfinden.
Für Angehörige
Ihr Partner oder Angehöriger hat ein Non-Hodgkin-Lymphom. Dabei handelt es sich um eine Krebserkrankung, und diese Nachricht erschüttert nicht nur den Betroffenen – die Belastung wirkt sich auch auf all diejenigen aus, die dem Patienten nahe stehen. Deshalb heißt es auch, dass Krebs eine „Familienkrankheit“ ist.
Wahrscheinlich müssen Sie sich mit starken Gefühlen wie Angst, Verzweiflung, Trauer, Wut oder Unsicherheit auseinander setzen. Oder Sie wissen nicht genau, wie Sie sich Ihrem erkrankten Partner gegenüber am besten verhalten sollen. Wir möchten Ihnen in dieser schwierigen Situation mit einigen Informationen und Tipps zur Seite stehen.
Krebs – Ihr Partner fühlt sich bedroht
Die Diagnose „Krebs“ stellt für die meisten Menschen eine so große Bedrohung dar, dass sie Strategien entwickeln müssen, um mit der seelischen Belastung irgendwie fertig zu werden. Manche Patienten ziehen sich ganz in sich zurück, meiden Gespräche über die Erkrankung oder verleugnen die Krankheit und ihre Symptome. Andere geben am liebsten alle Verantwortung ab und verhalten sich passiv und hilflos. Und schließlich gibt es Krebspatienten, die gereizt und wütend reagieren oder die Schuld für ihre Erkrankung bei anderen suchen.
Diese Verhaltensweisen helfen dem Betroffenen, die bedrohliche Situation zu verarbeiten – für Sie als Partner können diese Bewältigunsstrategien allerdings ganz schön strapaziös sein. Machen Sie sich klar, dass sich das Verhalten des Erkrankten nicht gegen Sie persönlich richtet, sondern Ausdruck seiner Angst und Hilflosigkeit ist. Reagieren Sie möglichst nicht gekränkt oder wütend und lassen Sie Ihrem Partner Zeit. Wenn er sich sicherer fühlt, lassen auch seine negativen Gefühlsäußerungen nach.
Informieren Sie sich
Unterstützen Sie Ihren Partner dabei, Informationen über seine Erkrankung und die in Frage kommenden Behandlungsmöglichkeiten zu sammeln. Begleiten Sie ihn zu Arztterminen, wenn er dies wünscht, und notieren Sie gemeinsam Fragen, die Sie dem Arzt stellen möchten. Schreiben Sie die genaue Diagnose Ihres Angehörigen auf – so können Sie sich z. B. im Internet, in Bibliotheken oder Krebsberatungseinrichtungen ganz gezielt über das Krankheitsbild informieren. Sprechen Sie mit Ihrem Partner und den Ärzten über die Behandlungsmöglichkeiten – die Entscheidung über die Therapie muss der Betroffene nach gründlicher Information aber selbst treffen. Tragen Sie seine Entscheidung mit, das hilft ihm durch die Behandlung.
Nicht alle Non-Hodgkin-Lymphome müssen sofort nach Diagnosestellung behandelt werden. In manchen Fällen schreitet die Erkrankung so langsam voran, dass eine Therapie zunächst nicht hilfreich wäre, sondern den Patienten nur mit Nebenwirkungen belasten würde. Wenn Ihr Partner also nicht gleich eine Therapie bekommt, heißt das keinesfalls, dass die Erkrankung „aussichtslos“ ist – im Gegenteil. Allerdings sollte sich Ihr Partner regelmäßig vom Arzt untersuchen lassen, damit die Therapie bei Bedarf umgehend eingeleitet werden kann.
In der Klinik
Wird eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich, braucht Ihr Angehöriger Ihre Unterstützung ganz besonders. Achten Sie aber auf die Bedürfnisse Ihres Partners und fragen Sie nach, wie oft und wie lange er besucht werden möchte. Häufig brauchen Krebspatienten viel Schlaf und Ruhe, um wieder zu Kräften zu kommen. Informieren Sie weitere Familienmitglieder und Freunde darüber, ob Ihr Partner sich über Besuche und Anrufe freut oder ob ihn das momentan zu sehr anstrengt.
Erkundigen Sie sich, über welche Mitbringsel sich Ihr Partner freuen würde. Blumen sind auf hämatologisch-onkologischen Stationen wegen der möglichen Infektionsgefahr oft nicht erlaubt. Doch wie wäre es mit einer interessanten Zeitschrift, einem Hörbuch oder auch etwas Gutem zu essen?
Wieder zu Hause – entlasten, aber nicht alles abnehmen
Durch die Krankheit und die Behandlung ist Ihr Partner wahrscheinlich geschwächt. Auch wenn er immer sehr aktiv war, wird er jetzt Ihre tatkräftige Hilfe benötigen. Übernehmen Sie Aufgaben für ihn, die er im Moment nicht selbst erledigen kann. Doch überprüfen Sie ab und zu kritisch, ob Sie vielleicht überfürsorglich sind. Sobald es Ihrem Angehörigen besser geht, möchte er sicher wieder Pflichten übernehmen und nicht mehr als Kranker behandelt werden. Das Gefühl, wieder einen Teil der Haus- und Familienarbeit leisten zu können, stärkt sein Selbstwertgefühl ganz entscheidend.
Wie gehen wir mit unseren Ängsten um?
Eine Krebserkrankung verändert das Denken und Fühlen aller Beteiligten. Es ist ganz klar, dass sich Ihr Partner nach einer so schweren Krankheit immer wieder mit Ängsten auseinander setzen muss. Manchen fällt es leichter, darüber zu reden, andere machen eher alles mit sich selbst ab. Entwickeln Sie ein Gespür dafür, was Ihr Partner gerade braucht, oder fragen Sie ihn danach. Vermeiden Sie es, ständig gute Ratschläge zu geben, nach dem Motto „Du musst jetzt unbedingt positiv denken“ oder „Hör auf, dich verrückt zu machen“. Oft ist es besser, einfach nur aufmerksam zuzuhören, ohne gleich Lösungen anzubieten. Versuchen Sie auch nicht, Ihre eigenen Ängste krampfhaft zu verbergen und immer „stark“ zu sein. Es ist sinnvoll, wenn der Betroffene erfährt, dass Sie sich ebenfalls immer wieder Sorgen machen. Es kann zu großer Nähe und einem starken Wir-Gefühl führen, wenn Sie auch mal gemeinsam weinen.
Ihr Partner hat sich verändert
Durch die Krebserkrankung hat sich Ihr Angehöriger als sehr verletzlich erlebt oder sogar eine existenzielle Krise durchlaufen. Die Hoffnung auf körperliche Genesung ist durchaus realistisch – aber erwarten Sie nicht, dass Ihr Partner in seelischer Hinsicht wieder genau so sein wird wie vor der Krankheit. Eine derart einschneidende Lebenserfahrung prägt uns auch für die Zukunft. Natürlich werden die Ängste nachlassen und die Lebensfreude zunehmen, wenn die Therapie erfolgreich verlaufen ist, die Kräfte zurückkehren und die Nachsorgeuntersuchungen gut ausfallen. Doch viele Menschen betrachten nach einer Krebserkrankung die Welt mit anderen Augen, verändern ihre persönliche Werteskala und setzen neue Prioritäten.
Soll ich an einer Studie teilnehmen?
In einer Therapiestudie kommt ein neues Behandlungskonzept zur Anwendung, das nach den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen Aussicht hat, erfolgreicher zu sein als die bisher übliche Behandlung. Wer an einer solchen Studie teilnimmt, hat die Chance, als einer der ersten von der verbesserten Wirksamkeit neuer Behandlungsansätze zu profitieren. Zahlreiche Studien haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, die Qualität von Diagnostik und Therapie deutlich zu verbessern und die Überlebensdauer sowie die Lebensqualität von Lymphom-Patienten erheblich zu steigern. Möglicherweise hat Ihnen Ihr Arzt vorgeschlagen, an einer solchen Studie teilzunehmen.
Was genau ist eine Therapiestudie?
Neue Wirkstoffe kommen erst nach langen Testreihen im Labor und nach entsprechenden Tierversuchen beim Menschen zum Einsatz. Therapiestudien sollen herausfinden, ob eine neue Behandlungsform nicht nur wirksamer, sondern auch sicher ist. Bevor eine solche Studie begonnen wird, muss es Hinweise darauf geben, dass die neue Therapiemethode erfolgreicher sein wird als herkömmliche Behandlungen. In einer Therapiestudie wird Ihnen also eine Behandlung geboten, die mit großer Wahrscheinlichkeit entweder ebenso gut sein wird wie die übliche Standardtherapie oder – und das ist das Ziel – noch erfolgreicher.
Was würde es für mich bedeuten, an einer Studie teilzunehmen?
Sie allein entscheiden, ob Sie an einer Studie teilnehmen möchten oder nicht. Denn keine Studie darf ohne Wissen und Zustimmung des Patienten erfolgen. Wenn Sie sich nach ausführlicher Information durch den Arzt zur Teilnahme entschließen, benötigt er Ihre schriftliche Einwilligung. Ihre Unterschrift bedeutet jedoch nicht, dass Sie auf jeden Fall bis zum Ende der Studie mitmachen müssen: Sie können die Teilnahme jederzeit kündigen.
Falls Sie sich für die Teilnahme an einer Studie entscheiden, dürfen Sie davon ausgehen, von ausgewiesenen Experten nach neuestem wissenschaftlichen Erkenntnisstand behandelt zu werden. Das Wissen vieler Spezialisten fließt ein, um Studien zu planen, auszuwerten und zu begleiten. Alle Patienten, die an einer Studie teilnehmen, nutzen die Vorteile, die diese Erfahrung mit sich bringt. Darüber hinaus werden die Patienten einer Studie besonders sorgfältig beobachtet und begleitet – auch nach Abschluss der Studie. Die Betreuung innerhalb einer Studie ist meist intensiver als bei einer herkömmlichen Behandlung. Die Teilnahme an einer Studie ist für Sie kostenlos, und Sie sind während der gesamten Therapiestudie versichert.
Weitere Informationen zum Thema und zu den Patienten Ratgebern finden Sie auf auf der Homepage der Österreichischen Krebshilfe.
Broschüren der Österreichische Krebshilfe
© Österreichische Krebshilfe
Fragen und Antworten zu Non-Hodgkin-Lymphom
[1] Marcus R, Imrie K, Solal-Celigny P et al. Phase III study of R-CVP compared with Cyclophosphamide, vincristine and prednisone alone in patients with previously untreated advanced follicular lymphoma. J Clin Oncol 2008; 26: 4579-4586
[2] Salles G, Mounier N, Guibert S et al. Rituximab combined with chemotherapy and interferon in follicular lymphoma patients: results of the GELA-GOELAMS FL2000 study. Blood 2008; 112:4824-4831
[3] Buske C, Hoster E, Dreyling M et al. Rituximab in combination with CHOP in patients with follicular lymphoma: analysis of treatment outcome of 552 patients treated in a randomized trial of the german low grade lymphoma study group (GLSG) after a follow up of 58 months. Blood 2008; 112: abstract 2599
[4] Herold M, Haas A, Srock S et al. Rituximab added to first-line Mitoxantrone, Chlorambucil and Prednisolone chemotherapy followed by Interferon maintenance prolongs survival in patients with advanced follicular lymphoma: an east german study group hematology and oncology study. J Clin Oncol 2007; 25: 1986-1992
[5] Van Oers M, Van Glabbeke M, Baila L et al. Rituximab maintenance treatment of relapsed/resistant follicular Non-Hodgkin´s lymphoma: Long-Term outcome of the EORTC 20981 Phase III randomized intergroup study. Blood 2008; 112: abstract 836
[6] Coiffier B, Feugier P, Mounier N et al. Long-term results of the GELA study comparing R-CHOP and CHOP chemotherapy in older patients with diffuse large B-cell lymphoma show good survival in poor-risk patients. J Clin Oncol 2007, 25:8009
[7] Pfreundschuh M, Trümper L, Österborg A et al. CHOP-like chemotherapy plus rituximab versus CHOP-like chemotherapy alone in young patients with a good prognosis diffues large B-Cell lymphoma: a randomized controlled trial by the MabThera international trial (MInT) group. Lancet Oncol 2006; 7_379-91
[8] Pfreundschuh M, Schubert J, Ziepert M et al. Six versus eight cycles of bi-weekly CHOP-14 with or without rituximab in elderly patients with aggressive CD20+ B-cell lymphomas: a randomised controlled trial (RICOVER-60). Lancet Oncol. 2008 Feb; 9(2):105-16
[9] Van Oers M, Klasa R, Marcus R et al. Rituximab maintenance improves clinical outcome of relapsed/resistant follicular Non-Hodgkin lymphoma in patients both with and without rituximab during induction: results of a prospective randomized phase 3 intergroup trial. Blood 2006; 108: 3295-3301
Weiterführende Links zum Thema
Weitere Anlaufstellen bei sozialen/finanziellen Problemen
Allgemeine Informationen zur finanziellen und sozialen Hilfe österreichweit
Linkliste
MYELOM- UND LYMPHOMHILFE ÖSTERREICH
Präsidentin Elke Weichenberger
Tel.: 43 (0) 664 / 42 50 161
info@myelom.at
www.myelom.at und www.lymphomhilfe.at
ÖSTERREICHISCHE KREBSHILFE DACHVERBAND
Geschäftsführerin Doris Kiefhaber
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MYELOMA EURONET
Europäisches Netzwerk von Myelom-Patientengruppen
Robert Schäfer, Myeloma Euronet Secretariat
Brunnenstrasse 178/179
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Germany
Tel.: 49 (0)30 28 87 97 55
Fax: 49 (0)30 28 87 97 66
Mob.: 49 (0)17 16 20 45 91
info@myeloma-euronet.org
www.myeloma-euronet.org
LYMPHOMA–COALITION
Internationale Vereinigung von Lymphompatienten und Selbsthilfegruppen mit
Informationen in verschiedenen Sprachen
info@lymphomacoalition.org
www.lymphomacoalition.org
LYMPHOMA-NET
info@leukaemie-hilfe.de
german.lymphoma-net.org
Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe e.V.
Der Bundesverband der Selbsthilfeorganisationen zur Unterstützung von
Erwachsenen mit Leukämien und Lymphomen e.V..
info@leukaemie-hilfe.de
www.leukaemie-hilfe.de
HAARZELL-LEUKÄMIE-HILFE e.V.
Barbara Eble (1.Vorsitzende)
Wildensteinstr. 15
38642 Goslar
Tel: 49 (0)5321-81003
eble@haarzell-leukaemie.de
www.haarzell-leukaemie.de
Weiters Anlaufstellen bei sozialen/ finanziellen Problemen:
1) KREBSHILFE
www.krebshilfe.at
www.krebshilfe-wien.at/Krebs-und-Beruf
Rufen Sie an und vereinbaren Sie mit den Beraterinnen von "Krebs und Beruf" ein Beratungsgespräch : 01/402 19 22 DW 14 oder DW 15
Projektbegleitend hat die Wiener Krebshilfe den Ratgeber „100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Krebs und Beruf“ herausgebracht.
Die Beratung im Rahmen des Projekts „Krebs und Beruf“ erfolgt telefonisch oder persönlich nach telefonischer Vereinbarung. Information und Beratung sind kostenlos.
Vereinbaren Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch zu arbeitsrechtlichen Fragen unter:
01/402 19 22 oder 0800 699 900 oder schicken Sie uns ein e-mail!
2) ARBEITERKAMMER:
www.arbeiterkammer.at
3) SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER
www.sozialversicherung.at
Dort Link zu allen Sozialverischerungsträgern und Kontakttelefonnummer, Informationen zum Pflegegeld
4) ARBEITSMARKTSERVICE
Arbeitsmarktservice, es gibt Stellenangebote Kontakte zu den Bundesländern
www.ams.or.at/neu/
5) „SOZIALÄMTER“ und allgemeine Informationen zur finanziellen und sozialen Hilfe
ÖSTERREICHWEIT:
0800/201611: Sozialservicestelle (Nulltarif) Sozialtelefon – Bürgerservice des Sozialministeriums, Anlaufstelle für alle sozialen Fragen in Österreich. Das SozialTelefon bietet Information und Beratung zu Fragen im Zusammenhang mit einer Behinderung und im Einzelfall auch Information und Beratung für Personen in anderen schwierigen Lebenssituationen.
www.sozialinfo.at hier Links zu allen Bundesländern!!!
www.bmsk.gv.at Homepage des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz
www.soziales-leben-oesterreich.at/sozialhilfe.html Link nur zu Burgenland und Kärnten
www.help.gv.at österreichweiter Amtshelfer
Salzburg:
www.salzburg.gv.at/lebensunterhalt_sozialaemter.htm
Tirol:
www.sozialhilfetirol.at/sites/sozialaemter.html
Wien:
www.wien.gv.at
sozialinfo.wien.gv.at
frauenratgeberin.wien.gv.at
www.fsw.at
Pflegegeld nach dem Wiener Pflegegeldgesetz (WPGG)
Zuständige Behörde für Landespflegegeldanträge:
Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40)
Referat V/3 - Pflegegeld
3., Thomas-Klestil-Platz 8
Fahrplanauskunft
Telefon ( 43 1) 4000-8040 (Telefonische Auskünfte: Montag bis Mittwoch sowie Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr), Donnerstag von 13 bis 17.30 Uhr
Fax ( 43 1) 4000-99-40729
E-Mail: pflegegeld@ma40.wien.gv.at
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, Donnerstag von 13 bis 15 Uhr
Burgenland:
www.burgenland.gv.at/gesundheit-soziales
Kärnten:
www.ktn.gv.at
Niederösterreich:
www.st-poelten.gv.at
Oberösterreich:
www.land-oberoesterreich.gv.at
Steiermark:
www.soziales.steiermark.at
Vorarlberg:
www.vlr.gv.at/vorarlberg/
