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Lungenkrebs

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Was ist Lungenkrebs?
Formen des Lungenkarzinoms

 

Was ist Lungenkrebs?

Tumore der Lunge
In etwa 10 % der Fälle sind Geschwülste der Lunge gutartig. Sie wachsen relativ langsam und verdrängen Lungengewebe, ohne es zu zerstören. Um die Gutartigkeit zu bestätigen und der möglichen Entwicklung eines bösartigen Tumors vorzubeugen, sollte auch ein gutartiger Tumor auf jeden Fall durch Operation entfernt werden.

Allerdings sind 90 % der Lungentumore bösartig, d.h. sie wachsen schnell, infiltrieren und zerstören Lungengewebe und bilden Metastasen, die über Blut- oder Lymphwege in andere Organe gelangen können. Die Tumore entstehen aus der obersten Zellschicht des Schleimhautgewebes, das die Oberflächen der Bronchien auskleidet. Diese Tumore werden in der Fachsprache Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt.

Natürlich entsteht ein solcher Tumor nicht plötzlich. Die Entartung der Schleimhautzellen ist ein langjähriger Prozess, der in vielen Schritten und unter Einfluss einer Reihe von Faktoren abläuft. Eine frühzeitige Erkennung dieser Entwicklung ist schwierig, da auffällige Symptome kaum auftreten. Lediglich Veränderungen der Schleimhaut können als mögliche Krebsvorboten eingestuft werden und sollten durch eine eingehendere Untersuchung abgeklärt werden.

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Formen des Lungenkarzinoms 

Kleinzellige und nicht kleinzellige Formen
Aufgrund ihrer Entstehung, ihrer biologischen Eigenschaften und der unterschiedlichen Therapieansätze werden zwei verschiedene Lungenkarzinome unterschieden: das kleinzellige und das nicht kleinzellige Lungenkarzinom. 75 bis 80 % aller Lungenkarzinome gehören zum nicht kleinzelligen Typ. Die nicht kleinzelligen Lungenkarzinome entstehen ausschließlich aus dem Epithel, das die Bronchien auskleidet. Im Vergleich zum kleinzelligen Lungenkarzinom wächst der nicht kleinzellige Typ langsamer und breitet sich nicht so schnell aus, weshalb die Prognose etwas optimistischer ist. Allerdings sind die nicht kleinzelligen Lungenkarzinome weniger empfindlich gegenüber Chemotherapeutika, was die Therapiemöglichkeiten eher erschwert.

Verschiedene nicht kleinzellige Lungenkarzinome
Es werden mehrere Formen des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms unterschieden. Dies geschieht nach Vorgaben der WHO auf Grundlage des Gewebeaufbaus. Neben der Feststellung eines nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms ist es die wichtigste Aufgabe der Diagnostik, darüber Aufschluss zu geben, um welchen Typ es sich handelt. Dies ist Voraussetzung für die Wahl des optimalen Therapieansatzes. Folgende Typen werden unterschieden:

  • Plattenepithelkarzinome (ca. 35 bis 40 %), die von Epithel tragenden Schleimhäuten der Bronchien ausgehen.
  • Adenokarzinome (ca. 25 bis 30 %), die von den Schleim bildenden Drüsenzellen der Bronchien ausgehen.
  • Großzellige Karzinome (ca. 5 bis 10 %), die nicht den oben aufgeführten Formen zuzuordnen sind, aber einen hohen Anteil großvolumiger Zellen zeigen.
  • Seltene Subtypen (5 %), die von unterschiedlichen Zelltypen ausgehen.
 

Die verschiedenen histologischen Formen können auch gemischt auftreten. Bevorzugte Metastasenlokalisationen sind Lymphknoten, Leber, Nebennieren, Knochen und Gehirn.

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Ursachen und Risiken
Stadieneinteilung und Prognose 
Diagnostik
Risikoabgrenzung vor einer Operation oder Bestrahlung

 

Ursachen und Risiken

Das Lungen- oder Bronchialkarzinom gehört mit dem Brustkrebs und dem Prostatakrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen in den westlichen Industrienationen. In Österreich werden rund 3.800 Neuerkrankungen pro Jahr registriert, das sind knapp über 10 % aller bösartigen Neubildungen. Dabei ist ein stetig wachsender Frauenanteil zu verzeichnen. Während 1993 auf 100 an Lungenkrebs erkrankte Männer nur 33 an Lungenkrebs erkrankte Frauen kamen, entfielen 2003 bereits 46 Frauen auf 100 erkrankte Männer. Bei den Männern war ein sinkendes und bei den Frauen ein steigendes Erkrankungsrisiko festzustellen. Dieser Tendenz entspricht auch die Sterblichkeit an Lungenkrebs.

Häufigste Ursache: Rauchen
Die kontinuierliche Belastung der Bronchien durch Rauchen steigert das Risiko an einem Lungenkarzinom zu erkranken. Der Zigarettenrauch bzw. die darin enthaltenen Stoffe schädigen die Schleimhaut und können damit die Entartung der Schleimhautzellen fördern. Rund 16% aller Männer und 9 % aller Frauen, die rauchen, erkranken an Lungenkrebs. Acht von zehn Lungentumoren bei Männern und sieben von zehn bei Frauen sind auf das Rauchen zurückzuführen.

Verdoppeln sich die „gerauchten Jahre“, ist das Risiko fünf- bis sechsfach höher. Die seit den 80er Jahren eingeführten „Light-Zigaretten“ mit reduziertem Teer- und Nikotingehalt haben nicht zur Verminderung des Erkrankungsrisikos beigetragen.

Nikotinabhängige Raucher inhalieren bei diesen Zigaretten zumeist tiefer und rauchen mehr, um die erwünschte Nikotinwirkung zu erreichen. Passivraucher sind dem sogenannten Hauptstromrauch (die Menge Rauch, die der Rauchende ausatmet) zu ca. 20 % und dem Seitenstromrauch (Rauch der qualmenden Zigarette) zu etwa 80 % ausgesetzt. Der Seitenstromrauch ist besonders reich an Karzinogenen und toxischen Substanzen. Im Vergleich zu nicht exponierten Probanden erkrankt etwa jeder fünfte Passivraucher an Lungenkrebs.

Schadstoffe am Arbeitsplatz
Schadstoffe, denen man am Arbeitsplatz ausgesetzt ist (sogenannten berufsbedingte Noxen), erhöhen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Lungenkarzinomen erheblich. Eine große Bedeutung für die Krebsentstehung hat Asbest, das zudem die Wirkung des Rauchens zusätzlich verstärkt: Das Risiko einer Lungenkrebserkrankung steigt bei einer Kombination mit Zigarettenrauchen um das 60fache.

Auch von Radon, Teer, Petroleum, Chromate und Nickel wird ein solcher Effekt beschrieben.

Auch die Vererbung spielt eine Rolle
10 bis 15 % der Patienten mit Lungenkarzinom sind Nichtraucher. Ein familiär bedingter Anstieg des Erkrankungsrisikos ist seit langem bekannt: Verwandte von Patienten mit Lungenkarzinom haben ein bis zu 4fach erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Dabei spielen verschiedene Faktoren im Erbgut eine Rolle: So kann zum Beispiel eine genetisch verminderte Aktivität bestimmter Enzyme zu verminderter Entgiftung krebserregender Stoffe oder unzureichender Reparatur von Schädigungen der DNS beitragen.

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Stadieneinteilung und Prognose des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms

Die Einteilung bösartiger Geschwulste in Stadien ist die Grundlage für die Vorhersage des Krankheitsverlaufes (Prognose) sowie für die Wahl des optimalen Therapieansatzes.

Die TNM-Klassifikation
Die Stadieneinteilung des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms erfolgt nach der sogenannten TNM-Klassifikation, einer Gruppeneinteilung bösartiger Tumoren nach ihrer Ausbreitung. Es bedeuten: T = Tumor, N = Nodi (regionäre Lymphknoten), M = Metastasierung. Durch Zuordnung von Indexzahlen werden die einzelnen Ausbreitungsstadien genauer beschrieben. Ein Karzinom im Frühstadium ohne Metastasierung würde damit z.B. als T1 N0 M0 bezeichnet.

Ausgehend vom TNM-System erfolgt die Stadieneinteilung nach Vorgaben der UICC (Union International Contra Cancer), die Grundlage für die Beurteilung der Prognose sowie die Wahl des Therapieansatzes ist.

Die Prognose hängt vom Stadium ab
Die Prognose hängt entscheidend vom Stadium, also von der Tumorausdehnung ab. Da eindeutige Frühsymptome für ein nicht kleinzelliges Lungenkarzinom fehlen, sind über die Hälfte der Patienten bei Erstdiagnose bereits in einem fortgeschrittenem Stadium.

Daher: wenn Sie zu einer der Risikogruppen gehören bzw. Risikofaktoren ausgesetzt sind, lassen Sie sich regelmäßig von Ihrem Arzt untersuchen. Eine frühe Diagnose verbessert die Therapiemöglichkeiten und damit die Prognose erheblich.

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Diagnostik

Eine Früherkennung ist schwierig
Tumoren der Lunge wachsen zu Beginn meist, ohne besondere Beschwerden zu verursachen. Sehr kleine Lungenkarzinome werden daher oft nur zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung entdeckt. Neu auftretender Husten oder die Verschlimmerung eines chronischen Hustens veranlassen am häufigsten zum Arztbesuch.

Allerdings sind die Krankheitszeichen so vieldeutig, dass sie häufig – insbesondere bei starken Rauchern – für eine chronische Lungenentzündung gehalten werden. Demnach wäre eine Früherkennung des Lungenkrebses wünschenswert.  Möglicherweise können Risikopatienten von einer Früherkennung profitieren. Ziel der standardisierten Diagnostik ist es, das Gewebe und die Tumorausbreitung möglichst genau zu bewerten. Zusätzlich muss hinsichtlich einer eventuellen Operation oder Bestrahlung das Risiko exakt abgegrenzt werden.

Krankengeschichte (Anamnese)
Die wichtigsten Symptome sind Husten und Blut im Auswurf (Auspucken von Blut, Hämoptoe). Erschwerte Atemtätigkeit (Dyspnoe), Schmerzen in Bereich des Brustkorbes (Thorax), Heiserkeit, Schluckstörungen (Dysphagie) und pfeifende Atemgeräusche (Stridor) können auf eine lokal bereits fortgeschrittene Krankheit hinweisen. Schmerzen in den Knochen, im Oberbauch sowie Kopfschmerzen und Übelkeit können auf eine Metastasierung hindeuten.

Körperliche Untersuchung
Um die vom Patienten genannten Beschwerden gegen nicht bösartige Lungenerkrankungen abzugrenzen, führt der behandelnde Arzt eine Reihe körperlicher Untersuchungen durch. Er achtet insbesondere auf pathologische Lymphknotenvergrößerungen, Blutrückstauungen in der oberen Hohlvene (obere Einflussstauung), pathologische Veränderungen der Lungen sowie neurologische Symptome.

Dafür stehen ihm diverse Diagnoseverfahren zur Verfügung:

Sputum-Untersuchung
Auswurf (Sputum) kann mikroskopisch auf veränderte Zellen geprüft werden. Diese Untersuchung ist wenig aufwändig, allerdings auch nur eingeschränkt aussagekräftig. Es müssen Proben von mindestens drei verschiedenen Tagen untersucht werden, am besten geeignet ist das morgens nach dem Ausspülen der Mundhöhle produzierte Sputum.

Röntgenübersichtsaufnahmen der Lungen
Lungenkarzinome sind ab etwa 1 cm als runde Herde erkennbar. Da solche Herde auch bei anderen Lungenkrankheiten auftreten können und Lungenkarzinome nicht immer durch charakteristische Veränderungen im Röntgenbild erkennbar sind, ist bei der Interpretation und Einschätzung der Bilder viel Erfahrung nötig. Fehlbeurteilungen können dazu führen, dass die Erkrankung lange nicht behandelt wird.

(Spiral-)Computertomografie (CT)
Mit der Computertomografie können auch Bereiche der Lunge, die von anderen Strukturen des Brustraumes überlagert sind, erfasst werden. Bei unklaren Röntgenbefunden ist dieses bildgebende Verfahren zur genauen Bestimmung und Ausbreitung eines Karzinoms daher unverzichtbar.

Magnetresonanztomografie (MRT)
Die Magnetresonanztomografie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn eine Operationsmöglichkeit besteht und der Tumor gegen den Herzbeutel (Perikard), Gefäße, Wirbelkörper, die Thoraxwand oder den Rückenmarkskanal abgegrenzt werden soll. Im Gehirnbereich ist das MRT deutlich aussagekräftiger als eine Computertomograpie.

Bronchoskopie
Zur Untersuchung der Bronchien und ihrer Verzweigungen wird ein schlauchförmiges, biegsames, optisches Gerät (Bronchoskop) durch die Luftröhre eingeführt (über den Mund oder die Nase). Der Patient erhält für diese Untersuchung ein beruhigendes Medikament, außerdem werden die Schleimhaut des Nasen-Rachenbereiches, des Kehlkopfes und der großen Bronchien örtlich betäubt. Ziel der Bronchoskopie ist es, Gewebeproben aus dem verdächtigen Areal zu entnehmen oder einzelne Zellen durch Spülung (Lungenlavage) oder Bürstenabstrich zu gewinnen. Diese Proben werden histologisch bzw. zytologisch auf Veränderungen untersucht und erlauben eine Aussage, ob ein verdächtiger Befund gutartig oder bösartig ist.

Feinnadelbiopsie
Falls bei der Bronchoskopie keine aussagekräftigen Proben gwonnen werden konnten, kann eine Feinnadelbiopsie von außen unter computertomografischer Kontrolle durchgeführt werden. Dabei wird eine lange, dünne Nadel durch die Brustwand in den verdächtigen Bezirk geschoben und etwas Gewebe angesaugt.

Mediastinoskopie
Häufig sind bei einem Lungenkarzinom die Lymphknoten im Raum zwischen den Lungen (im Mediastinum) befallen. Ist es für die Therapiewahl wichtig, den Zustand dieser Lymphknoten genau zu kennen, kann eine Mediastinoskopie erforderlich sein. Dabei wird unter Narkose oberhalb des Brustbeins mittels eines kleinen Schnittes eine optische Sonde in den Raum zwischen den Lungenflügeln eingebracht und dieser auf Tumorbefall untersucht.

Zum Ausschluss von Fernmetastasen stehen außerdem das Knochenszintigramm, sowie Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) des Oberbauches (Leber, Nebennieren), Computertomograpie von Schädel und Abdomen sowie gegebenenfalls Knochenmarksuntersuchungen zur Verfügung.

Über die Basis-Laboruntersuchungen hinaus wird eventuell auch der Nachweis von Tumormarkern geführt. Diese Bestimmung ist jedoch zur Diagnosefindung von untergeordneter Bedeutung und spielt eher als Verlaufsparameter eine Rolle.

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Risikoabgrenzung vor einer Operation oder Bestrahlung

Im Fall einer geplanten Operation werden die Belastbarkeit des Patienten während der Operation sowie seine Funktionsreserven nach der Operation untersucht. Dabei gehören EKG, eine Analyse der Blutgase in Ruhe und unter Belastung sowie die Untersuchung der Lungenfunktionsparameter zum Standardprogramm.

Oft ist wegen schlechter Lungenfunktion ein kurativer operativer Eingriff nicht möglich. Hier setzt die Strahlentherapie an. Um der gefürchteten Komplikation einer Strahlenpneumonitis (Lungenentzündung aufgrund der Bestrahlung) vorzubeugen, wird auch hier der Funktionsstatus der Lunge genauestens überprüft.

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Therapieansätze des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms
Herkömmliche Therapieformen des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms
Neue Therapieansätze des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms

 

Therapieansätze des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms

Die Therapie hängt vor allem vom Stadium der Erkrankung ab. Da therapeutische Maßnahmen die Lungenfunktion beeinflussen, sind außerdem der Allgemeinzustand und das Alter des Patienten mitentscheidend. Bei Nichtbehandlung (= Best Supportive Care) ist die Krankheitsprogression gegenüber einer antitumoralen Therapie nicht aufzuhalten.

Operation
Bei noch kleinen Tumoren bzw. in frühen Stadien des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms steht eine kurative (heilende) Operation im Vordergrund. Dies ist bei ca. 25 bis 30 % der Patienten der Fall. In den fortgeschrittenen Stadien IIIA und B kommt bevorzugt die Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz; aber auch hier kann in einigen Fällen noch operiert werden. Operationsziel ist es, den Tumor sowie von Tumorzellen befallene Lymphknoten in der Nachbarschaft vollständig zu entfernen (Resektion). Das Entfernen von Lungengewebe kann von der verbleibenden Lunge bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden, so dass – bei ausreichender Atemfunktion – durch die Operation im allgemeinen keine schwerwiegende Atembehinderung entsteht.

Strahlentherapie
Ist das Tumorwachstum weiter fortgeschritten, hat die Strahlenbehandlung große Bedeutung. Präoperativ eingesetzt soll die Bestrahlung in erster Linie die Geschwulst verkleinern, um so eventuell ein operables Stadium zu erreichen. Nach einer Operation wird bestrahlt, wenn ein Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte oder wenn Tochtergeschwülste über die Lymphgefäße bis in die Lymphknoten des Mediastinums vorgedrungen sind. Patienten mit weit fortgeschrittener, nicht operabler Erkrankung können mit einer kombinierten Strahlen-/Chemotherapie behandelt werden.

Chemotherapie
Die Chemotherapie ist die medikamentöse Behandlung einer Krankheit mit Zellgiften (Zytostatika). Nicht kleinzellige Lungenkarzinome reagieren allerdings weniger empfindlich auf herkömmliche Zytostatika als andere Krebsarten.

Große Hoffnungen ruhen auf neuen Therapieansätzen
Chemotherapie und Strahlentherapie haben aufgrund der geringen Spezifität oft schwerwiegende Nebenwirkungen mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität der Patienten zur Folge. Große Hoffnungen richten sich daher auf neue Therapieansätze, die gezielt in Wachstum und Stoffwechsel (Metabolismus) der Tumorzelle eingreifen und so bei besserer Wirkung mit weniger Nebenwirkungen verbunden sind.

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Herkömmliche Therapieformen des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms

Bei noch kleinen Tumoren steht eine kurative (heilende) Operation im Vordergrund, mit dem Ziel, den Tumor sowie von Tumorzellen befallene Lymphknoten in der Nachbarschaft vollständig zu entfernen (Resektion). Ist das Tumorwachstum weiter fortgeschritten, haben die Strahlentherapie sowie die Chemotherapie – einzeln oder in Kombination - große Bedeutung.

Operation
In den Stadien I, II und den Untergruppen des Stadiums III, in denen lediglich ein minimaler Lymphknotenbefall vorliegt, ist eine primäre Operation das Mittel der Wahl.

Je nach Lage und Ausdehnung des Tumors, dem Allgemeinbefinden, der Atemfunktion und dem Alter des Patienten wählt der Arzt die Operationsmethode. In diesem Zusammenhang sind sowohl die Folgen für Nieren, Herz sowie andere Organe und Lebensfunktionen während der Operation wie auch die Konsequenzen aus dem Verlust an Lungengewebe, z.B. für die Atemfähigkeit, sorgfältig zu bedenken.

Um die vollständige Entfernung des Tumors und von Tumorzellen befallenen Lymphknoten zu gewährleisten, wird immer ein Teil gesunden Gewebes mit entnommen. Dabei wird natürlich der Verlust an Lungengewebe so gering wie möglich gehalten.

Am häufigsten wird ein Lungenlappen entfernt. Überschreitet der Tumor die Grenze zweier Lungenlappen, können auch beide entfernt werden. Bei sehr großen Tumoren kann unter sorgfältiger Abwägung der Risiken und der Beeinträchtigungen der Atemtätigkeit auch die Entfernung eines kompletten Lungenflügels in Betracht gezogen werden. Befallene Nachbarorgane werden, soweit möglich, mit entfernt.

Strahlentherapie
Ist eine Operation in den frühen Stadien (Stadien I und II) nicht möglich, kann eine Strahlentherapie eingesetzt werden. Das befallene Gewebe wird mit energiereichen elektromagnetischen Wellen von außen bestrahlt, um die bösartigen Zellen abzutöten. Die Wirkung der Strahlung wird möglichst auf den tumortragenden Körperbereich beschränkt, benachbarte Areale gezielt geschützt. Sitzt der Tumor tiefer, führt der Weg der Strahlen jedoch zwangsläufig auch durch darüber liegendes, gesundes Gewebe. Damit sich gesundes Gewebe erholen kann, erfolgt die Bestrahlung in vielen Abschnitten (4 bis 5 Einzelbestrahlungen pro Woche) mit geringer Strahlendosis. Bösartige Tumorzellen erholen sich in den Pausen weniger gut.

Die Strahlentherapie kommt außerdem nach einer Operation (postoperativ, adjuvante Therapie) zum Einsatz, wenn ein Tumor nur unvollständig entfernt werden konnte und/oder befallene Lymphknoten im Mediastinum gefunden wurden.

Chemotherapie
Die medikamentöse Behandlung mit Zellgiften (Zytostatika) kann in Tablettenform oder in löslicher Form als Infusion erfolgen. Die Chemotherapie wird auch als systemische Therapie bezeichnet, da die Medikamente über das Blut durch den Körper (das System) wandern und so auch Krebszellen außerhalb der Lunge zerstören. Man unterscheidet – je nach Erkrankungsstadium und Zielsetzung – die adjuvante (nach der Operation) Chemotherapie, die neoadjuvante Chemotherapie (oder Induktionschemotherapie, vor der Operation) sowie die palliative Chemotherapie. Nebenwirkungen einer Chemotherapie betreffen Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Infektanfälligkeit.

Adjuvante Chemotherapie
Die medikamentöse Behandlung mit Zytostatika erfolgt im Anschluss an eine Operation, vor allem in den Stadien I bis IIIA, um das Auftreten von Fernmetastasen zu verhindern und Rezidive zu vermeiden. Die Langzeitergebnisse sind allerdings noch widersprüchlich, so dass diese Therapie derzeit vor allem im Rahmen großer kontrollierter Studien eingesetzt wird.

Neoadjuvante Chemotherapie
Dieser Ansatz zielt auf die Verkleinerung eines ausgedehnteren Tumors, um diesen danach möglichst vollständig operativ und/oder strahlentherapeutisch zu entfernen. Außerdem sollen eventuell vorhandene Mikrometastasen eliminiert werden. Die neoadjuvante Chemotherapie wird vor allem im Stadium III eingesetzt.

Palliative Chemotherapie
Ist die Erkrankung so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr heilbar ist, kann eine Chemotherapie das Tumorwachstum aufhalten, die Symptome verbessern und somit die Lebensqualität erhalten.

 

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Neue Therapieansätze des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms

Neu entwickelte Substanzen zur Behandlung des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms blockieren gezielt bestimmte Wachstums- und Stoffwechselvorgänge in der Tumorzelle.

 

Mögliche Wirkmechanismen
Man weiß heute, dass u.a. Veränderungen im Bereich von Wachstumsfaktoren und deren Andockstellen (Rezeptoren), Mutationen an bestimmten Genen sowie Veränderungen im Bereich der Informationsübertragung von Zelle zu Zelle dazu führen, dass Zellen zu bösartigen Tumorzellen entarten. An diesen Mechanismen setzen die neuen Wirksubstanzen an. Danach unterscheidet man:

  • Wirkstoffe, die eine Gefäßneubildung (Angiogenese) – und damit die lebenswichtige Versorgung der Tumorzelle mit Nährstoffen und Informationen – hemmen.
  • Wirkstoffe, die Signalübertragungen zwischen den Tumorzellen blockieren.
  • Wirkstoffe, die gegen Wachstumsfaktoren (EGF, engl.: epidermal growth factor) bzw. Wachstumsfaktor-Rezeptoren der Tumorzellen gerichtet sind.
  • Tumorimpfstoffe, die eine Immunisierung gegen tumortypische Antigene bewirken.
  • Wirkstoffe, die einen Gendefekt reparieren bzw. die Auswirkungen des Gendefekts beheben.
 

Blockade von Rezeptoren für Wachstumsfaktoren
Insbesondere für Wirkstoffe, die gegen Wachstumsfaktoren bzw. Wachstumsfaktor-Rezeptoren der Tumorzellen gerichtet sind, wurden therapeutische Erfolge erzielt. Forscher haben herausgefunden, dass bei vielen soliden Tumoren bestimmte Rezeptoren im Übermaß vorhanden und fehlreguliert sind. Dies kann mit einer immer weiter gehenden Tumorausdehnung und dem Eindringen des Tumors in benachbartes Gewebe verbunden sein. In jüngster Zeit entwickelte Medikamente blockieren auf zwei verschiedene Arten diese Rezeptoren:

Extrazelluläre Blockade durch monoklonale Antikörper
Monoklonale Antikörper sind künstlich hergestellte Immuneiweiße, die gegen bestimmte Strukturen von Antigenen gerichtet sind. Im Falle der Wachstumsfaktor-Rezeptoren binden sie an den außerhalb der Tumorzelle befindlichen (extrazellulären) Teilbereich (die Domäne) des Rezeptors, wodurch der Rezeptor blockiert wird. 

Intrazelluläre Blockade durch niedermolekulare Substanzen
Ein weiterer Ansatz ist die Blockade des Rezeptors an einer sich innerhalb der Tumorzelle (intrazellulär) befindlichen Domäne mit kleinen, niedermolekularen Substanzen. Im Gegensatz zu den monoklonalen Antikörpern vermögen diese auch aktivierende Signale innerhalb der Zelle zu blockieren. Außerdem können diese Substanzen oral eingenommen werden und eignen sich daher auch gut für eine Langzeittherapie.

 

Folgen der Rezeptorblockade für die Tumorzelle
Durch die extrazelluläre oder intrazelluläre Blockade werden der Rezeptor und mit ihm die signalweiterleitenden Eiweißstoffe in der Zelle deaktiviert. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Tumorzelle:

Sie hört auf, sich weiter zu teilen und auszubreiten.

Sie kann sich nach der Chemotherapie oder Bestrahlung kaum oder überhaupt nicht mehr regenerieren.

Sie ist in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und verliert zunehmend die Fähigkeit, in benachbartes Gewebe einzudringen.

Der sogenannte programmierte Zelltod wird gefördert und die Tumorzelle stirbt ab.


Linkliste


Selbsthilfegruppe
lungenkrebsforum-austria.at


Anlaufstellen bei sozialen/ finanziellen Problemen:

1) KREBSHILFE:
www.krebshilfe.at
www.krebshilfe-wien.at/Krebs-und-Beruf

Rufen Sie an und vereinbaren Sie mit den Beraterinnen von "Krebs und Beruf" ein Beratungsgespräch : 01/402 19 22 DW 14 oder DW 15

Projektbegleitend hat die Wiener Krebshilfe den Ratgeber „100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Krebs und Beruf“ herausgebracht.

Die Beratung im Rahmen des Projekts "Krebs und Beruf" erfolgt telefonisch oder persönlich nach telefonischer Vereinbarung. Information und Beratung sind kostenlos.
Vereinbaren Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch zu arbeitsrechtlichen Fragen unter:
01/402 19 22 oder 0800 699 900 oder schicken Sie uns ein e-mail!

2) ARBEITERKAMMER:
www.arbeiterkammer.at

3) SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER
www.sozialversicherung.at
Dort Link zu allen Sozialverischerungsträgern und Kontakttelefonnummer, Informationen zum Pflegegeld


4) ARBEITSMARKTSERVICE
Arbeitsmarktservice, es gibt Stellenangebote Kontakte zu den Bundesländern
www.ams.or.at/neu/


5) „SOZIALÄMTER“ und allgemeine Informationen zur finanziellen und sozialen Hilfe

ÖSTERREICHWEIT:
0800/201611: Sozialservicestelle (Nulltarif) Sozialtelefon – Bürgerservice des Sozialministeriums, Anlaufstelle für alle sozialen Fragen in Österreich. Das SozialTelefon bietet Information und Beratung zu Fragen im Zusammenhang mit einer Behinderung und im Einzelfall auch Information und Beratung für Personen in anderen schwierigen Lebenssituationen.

www.sozialinfo.at hier Links zu allen Bundesländern!!!
www.bmsk.gv.at Homepage des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz
www.soziales-leben-oesterreich.at/sozialhilfe.html Link nur zu Burgenland und Kärnten
www.help.gv.at österreichweiter Amtshelfer

Salzburg:
www.salzburg.gv.at/lebensunterhalt_sozialaemter.htm

Tirol:
www.sozialhilfetirol.at/sites/sozialaemter.html

Wien:
www.wien.gv.at
sozialinfo.wien.gv.at
frauenratgeberin.wien.gv.at
www.fsw.at

Pflegegeld nach dem Wiener Pflegegeldgesetz (WPGG)
Zuständige Behörde für Landespflegegeldanträge:
Magistratsabteilung 15 - Gesundheitswesen und Soziales
Referat V/3 - Pflegegeld
15., Camillo-Sitte-Gasse 6-8, 2. Stock, Tür 6
Erreichbarkeit:
Telefon ( 43 1) 531 14-8585
Telefonische Auskünfte: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr
Fax ( 43 1) 531 14-99-85281
E-Mail: pflegegeld@m15.magwien.gv.at
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr,
Donnerstag von 13 bis 15 Uhr

Burgenland:
www.burgenland.gv.at/gesundheit-soziales

Kärnten:
www.ktn.gv.at

Niederösterreich:
www.st-poelten.gv.at

Oberösterreich:
www.land-oberoesterreich.gv.at

Steiermark:
www.soziales.steiermark.at

Vorarlberg:
www.vlr.gv.at/vorarlberg/

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