Hepatitis
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Das Hepatitis C Virus ist die Hauptursache für chronische Lebererkrankungen wie Zirrhose und Leberkrebs. Weltweit sind ca. 170 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, jährlich kommen 3 – 4 Millionen dazu.
Bei etwa 80 % der infizierten Patienten schreitet die Krankheit fort zur chronischen Infektion. 10 – 20 % davon entwickeln eine Leberzirrhose und 1 – 5 % sogar Leberkrebs in einem Zeitraum von 20 – 30 Jahren.
In Österreich liegt die Prävalenz bei 0,5 – 1 %, das bedeutet, bis zu 80.000 Personen können Hepatitis C infiziert sein.
Der Großteil davon sind nicht diagnostizierte Virusträger, bei denen oftmals erst nach Jahren zufällig die chronische Erkrankung entdeckt wird. In vielen Fällen ist es aufgrund des Stadiums der Erkrankung für eine Therapie bereits zu spät. Bei vielen Patienten liegt dann schon eine Leberzirrhose oder gar ein hepatozelluläres Karzinom oder Leberkrebs vor.
Wird Hepatitis C rechtzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen heute besser denn je.
Was ist Hepatitis C?
Früherkennung hilft, diese Komplikationen zu vermeiden.
Hepatitis heißt Leberentzündung. Hepar (griechisch) = Leber
Hepatitis C ist eine entzündliche Erkrankung der Leber, die durch das Hepatitis-C-Virus verursacht wird.
Gelangt das Hepatitis-C-Virus in den menschlichen Körper, wandert es über das Blut in die Leber, nistet sich dort in den Leberzellen ein und vermehrt sich. Es kommt zu einer Leberentzündung, die in der Regel einen chronischen Verlauf nimmt, da das körpereigene Immunsystem der meisten Betroffenen nicht in der Lage ist, das Virus erfolgreich zu bekämpfen.
Die chronische Hepatitis C verläuft häufig völlig unbemerkt. Die Erkrankung macht anfangs keine Beschwerden. Meist sind lediglich geringfügig erhöhte Leberwerte zu beobachten. Oft werden diese Veränderungen der Laborwerte jedoch fälschlich mit Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. Wird die Erkrankung nicht erkannt, schreitet sie langsam fort. In Folge der chronischen Entzündung der Leber kommt es zur "Narbenbildung" (Zirrhose) und in Folge zu einer Einschränkung der Leberfunktion
Symptome
Ein großer Teil der Hepatitis-C-Infizierten hat jahrelang keine Beschwerden. Anzeichen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder ein Druck im Oberbauch werden meist kaum beachtet. Sogar die Leberwerte können trotz HCV-Infektion im Normbereich liegen. Dennoch gilt: Für Menschen, die unter chronischer Hepatitis C leiden, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Leberzirrhose, eine massive Schädigung der Leber. Ist die Leber erst geschädigt, nimmt ihre Leistung nach und nach ab. Diese Erkrankung kann zum Leberversagen und zum Tod führen.
Risiko
Hepatitis C wird vorwiegend durch direkten Kontakt mit Blut übertragen. Bekannt sind Übertragungen durch:
- Bluttransfusionen, die nicht auf HCV-Infektion untersucht wurden
- Verwendung unzulänglich sterilisierter Nadeln, Spritzen oder anderer medizinischer Geräte
- Gemeinsamer Gebrauch von Injektionsnadeln (Drogenkonsum)
Bei knapp der Hälfte aller Betroffenen kann beim Gespräch mit dem Arzt nicht geklärt werden, wie das Virus in den Körper gelangt sein könnte, weil eindeutige Risikofaktoren (z.B. eine Bluttransfusion in den 80iger Jahren) nicht bestehen.
Da Hepatitis C-Viren außerhalb des Körpers eine begrenzte Zeit überleben, besteht auch eine Reihe von anderen Möglichkeiten, wie kontaminierte Blutreste in den Körper eines anderen Menschen gelangen können.
Als Übertragungswege denkbar:
- Scheren, Nagelclips
- Zahnbürsten
- Rasierapparate
- Rasiermesser
Solche Hygieneartikel sollten Sie daher nicht gemeinsam mit anderen benutzen. Auch Nasensprays fallen in diese Kategorie, sie lösen manchmal Nasenbluten aus.
Bei unhygienischem Arbeiten können auch folgende Übertragungswege nicht ausgeschlossen werden:
- Tätowieren
- Piercen und
- Akupunktur
Kein Übertragungsrisiko besteht durch Nahrungsmittel, Wasser, Geschirr, Gläser und Besteck sowie durch die gemeinsame Benutzung von Badezimmer, Toilette, Sauna und Schwimmbad. Ebenso gefahrlos sind zwischenmenschliche Kontakt (Berühren, Umarmen, Schmusen). Das Virus ist nicht durch Sprechen, Niesen oder Husten übertragbar. Das Risiko bei Intimkontakten wird als extrem gering eingestuft.
Derzeit steht keine Schutzimpfung gegen Hepatitis C zur Verfügung.
Diagnose der Hepatitis C
Antikörper-Nachweis ELISATests (Enzyme-Linked-Immuno-Sorbent Assay): Durchschnittlich 2 bis 12 Wochen nach einer HCV-Infektion entwickelt das Immunsystem in größerer Zahl Antikörper (Anti-HCV). Das Virus selbst wird dabei nicht festgestellt. Findet ELISA Antikörper (positiver Antikörpertest), wird mit PCR Verfahren (Polymerase Kettenreaktion) überprüft, ob und in welcher Menge das Virus im Körper tatsächlich noch aktiv ist. Da sich Antikörper in seltenen Fällen auch erst viel später entwickeln (z.B. nach 9 Monaten), bieten Testwiederholungen entsprechend mehr Sicherheit.
Direkter Virus-Nachweis: Mittels PCR-Test kann das HC Virus direkt nachgewiesen werden. PCR und molekularbiologische Methoden erbringen hohe diagnostische Sicherheit und Informationen für eine gezielte Therapie.
Der qualitative PCR-Test weist die Existenz von HC-Viren nach.
Quantitative PCR-Tests geben Auskunft über die Viruslast (häufig als Virustiter bezeichnet), das ist die Menge der vorhandenen Viren.
Behandlung
Für die Behandlung von Virusinfektionen wie der Hepatitis C war die Entdeckung der Interferone und ihre Aufgabe bei der körpereigenen Abwehr von Fremdstoffen von größter Bedeutung. Das körpereigene Immunsystem produziert bei einer Virusinfektion selbst verstärkt Interferone, um der Vermehrung des Virus entgegen zu wirken. Die moderne Kombinationstherapie hat den Anteil der Patienten mit anhaltendem Therapieerfolg vervielfacht und gilt weltweit derzeit als wirksamste Behandlungsform bei chronischer Hepatitis C.
DAUER
Die Therapiedauer beträgt je nach Genotyp und Ansprechverhalten 4 bis 18 Monate.
Nebenwirkungen
Die Kombinationstherapie kann folgende reversible Nebenwirkungen hervorrufen: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfweh oder Schwitzen. Als weitere unangenehme aber ebenfalls reversible Nebenwirkungen, die auftreten können, sind depressive Verstimmung und (selten) Haarausfall zu nennen. Im Blut kann
es zur Abnahme der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten) kommen sowie eine reversible hämolytische Anämie (Zerfall von roten Blutkörperchen) verursachen, die eine Dosisreduktion oder einen Abbruch der Therapie erfordern kann. Weitere manchmal auftretende Nebenwirkungen sind Unwohlsein, Übelkeit, uncharakteristische Darmbeschwerden und Juckreiz.
THERAPIEZIELE
Vorranggiges Ziel der modernen Hepatitis C-Therapie ist es, das Virus dauerhaft zu eliminieren und das Fortschreiten der Lebererkrankung (Zirrhose, Fibrose) zu verhindern. Mit der modernen Kombinationstherapie hat sich der Therapieerfolg vervielfacht. Heilungsraten von mehr als 60% können erzielt werden (Zeuzem et al., Journal of Hepatology 43 (2005) 250-257).
Selbsthilfegruppen in Österreich (Stand Juni 2008)
WIEN
Hepatitis Hilfe Österreich (HHÖ) -
Plattform Gesunde Leber
1040 Wien, Anton-Burg-Gasse 1/44
Kontakt: Angelika Widhalm,
Tel. (02234) 72283, Fax DW 24,
(0676) 5204124, (0664) 1806911.
Kontakt: Silvia Wogowitsch,
Tel./Fax (01) 4932111.
eMail: info@gesundeleber.at
Homepage: www.gesundeleber.at
Verein zur Unterstützung
leberkranker und lebertransplantierter
Kinder
Kontakt: Silvia Kolland
1040 Wien, Grosse Neugasse 30/8
Tel. (01) 5861891
Selbsthilfegruppe für Leberkranke
und Transplantierte im AKH Wien
Kontakt: Silvia Wogowitsch
1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20
(AKH), Tel./Fax (01) 4932111
Verein der Lebertransplantierten
Österreichs
Kontakt: Silvia Wogowitsch
1160 Wien, Herbststraße 101/16/16
Tel./Fax (01) 4932111
NIEDERÖSTERREICH
Hepatitis Hilfe Österreich (HHÖ)
Selbsthilfegruppe Niederösterreich
Kontakt: Angelika Widhalm
1040 Wien, Anton-Burg-Gasse 1/44
Tel. (02234) 72283, Fax DW 24
Homepage: www.gesundeleber.at
BURGENLAND
Hepatitis Hilfe Österreich (HHÖ)
Selbsthilfegruppe Burgenland
Kontakt: Mag. Mathilde Zinggl
7350 Oberpullendorf, Hauptplatz 9/1/2
Tel. (02612) 42443
eMail: zinggls@gmx.at
Homepage: www.gesundeleber.at
OBERÖSTERREICH
OÖ. Selbsthilfegruppe für
Leberkranke und
Lebertransplantierte
Kontakt: Hubert Kehrer
4020 Linz, Hörzingerstr. 9
Tel. (0664) 1816441
Fax (0732) 378687
eMail: h.kehrer@eduhi.at
Selbsthilfegruppe
Lebertransplantation Linz
Kontakt: Günther Kaar
4040 Linz, Hagenstr. 55
Tel. (0732) 738025
SALZBURG
Hepatitis Liga Österreich (HLÖ)
Kontakt: Ingo Rezman
5020 Salzburg, Glangasse 8
Tel. (0662) 834429, (0676) 4214025
eMail: hepatitis@aon.at
Homepage: www.hepatitis.at
Selbsthilfegruppe für Leberkranke
und Lebertransplantierte
Kontakt: Maria Fellner
5023 Salzburg, Samstr. 31
Tel. (0662) 661117
eMail: Maria.Fellner@tpiweb.com
Homepage: www.tpiweb.com/shgleber-
salzburg
TIROL
L(i)eberleben, Tiroler Selbsthilfegruppe
für Leberkranke und
Lebertransplantierte
Kontakt: Gerhard Lobenscheg
6020 Innsbruck, Innrain 43
Tel. (0512) 577198
Fax (0512) 564311
eMail: info@lieberleben.info
Homepage: www.lieberleben.info
STEIERMARK
Selbsthilfegruppe
Hepatitis C Steiermark
Kontakt: Reinald Sulzbacher
8020 Graz, Karlauerstr. 47
Tel. (0316) 716257, (0680) 123-
7743, (0650) 8465230
eMail: mail@hepatitis-stmk.at
Homepage: www.hepatitis-stmk.at
Grazer Transplantations-Club
Kontakt: Alfred Schanofsky
8055 Graz, Montfortstraße 1
Tel./Fax (0316) 283286,
(0316) 293142, (0699) 11460425
eMail: schanofsky@aon.at
