Darmkrebs
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Einer der häufigsten Tumoren weltweit
Anatomie und Funktion des Darmes
Darmkrebs (kolorektales Karzinom) gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren in Österreich. In den letzten Jahren wurde diese Erkrankung intensiv erforscht: Dabei konnten viele neue Erkenntnisse über die Bedeutung der Gene bei der Krebsentstehung gewonnen werden. Neben der Operation und der Bestrahlung (beim Mastdarmkrebs) bleibt die Chemotherapie nach wie vor die Behandlungsmöglichkeit der Wahl. Außerdem ist es wichtig, Darmkrebs möglichst früh im Rahmen der Krebsvorsorge zu erkennen.
Einer der häufigsten Tumoren weltweit
Darmkrebs wird in der Fachsprache auch als kolorektales Karzinom bezeichnet. Er gehört in Österreich ebenso wie in der gesamten westlichen Welt zu den häufigsten bösartigen Tumoren. In der Krebs-Todesfall-Statistik steht der Darmkrebs an zweiter Stelle (nach dem Lungenkrebs beim Mann und dem Brustkrebs bei der Frau). 2004 verstarben österreichweit ungefähr 2.400 Menschen an dieser bösartigen Geschwulst und etwa 5.000 Menschen erkrankten daran.
In welchem Alter kann man erkranken?
Nur 5 % der Patienten sind jünger als 40 Jahre. Ab diesem Alter tritt der Darmkrebs dann jedoch verstärkt auf und hat seinen Häufigkeitsgipfel zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.
70 % der Darmkrebserkrankungen werden zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr festgestellt. Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr für die gesamte Bevölkerung sind daher sinnvoll und wichtig. Erfreulicherweise hat die Sterblichkeit an Darmkrebs in den letzten 40 Jahren abgenommen. Auch die Neuerkrankungsraten weisen keinen weiteren Anstieg mehr auf. Dies ist auf die Verbesserungen in der Behandlung, vor allem aber auf die Maßnahmen zur Früherkennung zurückzuführen.
Was kann man zur Vorsorge unternehmen?
Bis vor kurzem war die jährliche Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl (z.B. mit dem hemo FEC® Test) das einzige von den Krankenkassen bezahlte Vorsorgeverfahren. Mit dieser Untersuchungstechnik gelang es durchschnittlich ein Drittel der Erkrankungen zu verhindern.
Die Kassen erstatten ab dem 56. Lebensjahr aber auch die Kosten für eine komplette vorsorgliche Darmspiegelung. Werden bei dieser Spiegelung Darmpolypen, die eventuelle Krebsvorstufen sind, gefunden und entfernt, wird eine Wiederholungsuntersuchung nach drei Jahren empfohlen. Ist die erste Darmspiegelung unauffällig, sollte nach 10 Jahren eine erneute Darmspiegelung durchgeführt werden. Mit diesen Maßnahmen hofft man, das Erkrankungsrisiko um 90% senken zu können.
Anatomie und Funktion des Darmes
Darm = Dünndarm Dickdarm
Der menschliche Darm besteht aus mehreren Abschnitten. Der längste Teil des Darmes ist mit etwa 7 Metern der Dünndarm. Bösartige Tumoren sind in diesem Bereich sehr selten. Der Dickdarm wird in den Blinddarm (Caecum) mit dem Wurmfortsatz (Appendix), einen aufsteigenden Teil (Colon ascendens), einen querverflaufenden Teil (Colon transversum), einen absteigenden Teil (Colon descendens) und das Sigma (Colon sigmoideum) eingeteilt. Er hat eine Länge von 1-1,5 Metern.
Quelle: ©F. Hoffmann-La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Mastdarm
Der Mastdarm (Rektum) ist ein eigenständiger Darmabschnitt. Er hat eine Reservoirfunktion. Beim Darmkrebs werden der Dickdarm und der Mastdarm zu einer Einheit zusammengefasst, weil die Entstehung dieser Tumore, die Art, wie sie erkannt werden (Diagnostik) sowie ein Großteil der Behandlung (Therapie) sehr ähnlich ist.
Krebsentstehung
Vererbliche Formen
Diagnostik
Krebsentstehung
Man weiß heute sehr genau, dass Darmkrebs seinen Ursprung in mehr als 95% der Fälle in Schleimhautwucherungen hat. Die kleinen, gutartigen Wucherungen werden Polypen genannt, diejenigen aus denen sich bösartige Tumore entwickeln können, Adenome. Die Ursache für die Entstehung dieser Adenome ist bis heute nicht geklärt, jedoch gelten Rauchen, Kaffeegenuss, vermehrter Alkoholkonsum und Übergewicht als Risikofaktoren.
Bei der Krebsentstehung spielen Gene eine wichtige Rolle
Krebs entsteht generell durch Veränderungen in den Körperzellen, und zwar durch Fehler oder Veränderungen in der Erbsubstanz, den Genen. Und auch beim Darmkrebs, der übrigens als der genetisch am besten untersuchte Tumor gilt, hat man herausgefunden, daß sich während der Umwandlung vom Adenom zum Karzinom immer mehr genetische Veränderungen in den Zellen anhäufen.
Wie werden Dickdarm-Adenome entfernt?
Nur sehr wenige Adenome entarten, jedoch steigt das Risiko mit zunehmender Größe der Adenome an. Die meisten Adenome können ohne Operation gleich während einer Darmspiegelung (Koloskopie) entfernt werden.
Dazu behilft man sich einer kleinen Drahtschlinge, die aus dem Untersuchungsgerät, dem Endoskop, ausgefahren werden kann und mit der das Adenom "eingefangen" wird. Anschließend wird es mittels Strom von der Basis abgetrennt und die Abtragungsstelle damit gleichzeitig verschorft. In seltenen Fällen kann das Adenom auch mittels Hitzeanwendung (z.B. Laser) entfernt werden oder muss (meist bei sehr großen Adenomen) chirurgisch angegangen werden. In der Regel kann das abgetrennte Adenom über das Endoskop mit einem speziellen Instrument geborgen und anschließend feingeweblich untersucht werden.

Grafik: Entfernung eines Adenoms
Quelle: ©F. Hoffmann-La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Vererbliche Formen des Darmkrebses
Darmkrebs tritt in etwa 10 Prozent familiär gehäuft auf. Mit wachsendem Verständnis über die genetischen Grundlagen der Krebserkrankung hat man Gene ausfindig gemacht, die in ihrer veränderten Form von Generation zu Generation vererbt werden und Darmkrebs-auslösend sind.
Es gibt zwei wichtige Formen von vererbtem Dickdarmkrebs
Man kennt heute zwei Formen von vererbtem Darmkrebs. Zum einen die "familiäre adenomatöse Polyposis", kurz FAP, zum anderen das "hereditäre nicht-polypöse kolorektale Karzinom" (HNPCC), das nach seinem wichtigsten Beschreiber auch Lynch-Syndrom genannt wird.
- FAP (= Familiäre Adenomatöse Polyposis)
Bei der FAP entstehen bereits bei jungen Menschen hunderte bis tausende Polypen im Dickdarm. Da aufgrund der Vielzahl nicht mehr jedes einzelne Adenom entfernt werden kann, entschließt man sich heute bereits bei jungen Patienten, den gesamten Dickdarm und einen Teil des Enddarmes zu entfernen.
- HNPCC (= Hereditäres Nicht-Polypöses Kolorektales Karzinom)
Lynch-Syndrom Anders ist es bei der HNPCC, dem sogenannten Lynch-Syndrom. Im Gegensatz zur FAP entstehen hier nur einzelne Adenome, oftmals im aufsteigenden Dickdarmabschnitt. Diese wandeln sich sehr häufig bereits in jungen Jahren in Dickdarmkrebs um. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten, die den Gendefekt in sich tragen, regelmäßig (alle 1-2 Jahre) eine Dickdarmspiegelung vornehmen lassen. Wenn alle drei unten genannten Kriterien (sog. Amsterdam Kriterien) in einem Familienstammbaum erfüllt sind, ist das Vorliegen eines Lynch-Syndroms sehr wahrscheinlich: - Mindestens drei Familienangehörige haben oder hatten Darmkrebs (mindestens zwei davon sind erstgradig verwandt).
- Mindestens zwei Generationen sind oder waren davon betroffen.
- Mindestens einer der Erkrankten ist oder war bei Erkrankungsbeginn jünger als 50 Jahre.
- Eine FAP ist ausgeschlossen.
Für beide Darmerkrankungen existieren mittlerweile genetische Tests, die feststellen können, welche Familienmitglieder die genetische Veränderung aufweisen. Genetische Beratungsstellen der Universitäten können hier genaue Informationen geben.
Diagnostik
Früherkennung
Die Überlebenschance (Prognose) beim Darmkrebs ist um so größer, je früher er erkannt wird. Bleibt der Krebs auf die Darmwand beschränkt, so ist die Wahrscheinlichkeit der Heilung sehr hoch. Um so wichtiger ist es, bereits erste Anzeichen der Erkrankung zu erkennen.
Blut im Stuhl und Änderung der Stuhlgewohnheiten
Nach dem Stuhlgang sollte regelmäßig auf Schleimauflagerungen und vor allem auf die Farbe des Stuhls geachtet werden. Schwarzer Stuhl (Teerstuhl) oder Stuhl mit rötlichen Veränderungen kann für Blutauflagerungen oder Blutbeimengungen sprechen und ist dann ein wichtiges Hinweiszeichen. Mit Hilfe spezifischer Tests (z.B. hemo FEC ®) ist es möglich, bereits kleinste Blutbeimengungen im Stuhl schnell festzustellen. Außerdem ist die Beschaffenheit des Stuhls wichtig. Insbesondere, wenn die Konsistenz zwischen sehr hartem Stuhl (Verstopfung) und flüssigem Stuhl (Durchfall) häufig wechselt, kann dies ein Anzeichen für Dickdarmkrebs sein. Leider geben oft erst schwere Anzeichen wie Bauchschmerzen, Krämpfe oder gar ein Darmverschluss (Ileus) Anlass, den Arzt aufzusuchen.
Änderung des Allgemeinbefindens
Schließlich können Veränderungen des Allgemeinbefindens wie Leistungsknick, Gewichtsverlust, Nachtschweiß und allgemeine Lustlosigkeit für eine Tumorerkrankung sprechen. Auch die Entwicklung einer Blutarmut (Anämie) kann durch ein Tumorleiden verursacht sein und sollte immer abgeklärt werden.
Stadieneinteilung und Therapieplanung
Der Dickdarmkrebs wird (wie die meisten Krebsarten) in seinem Ausprägungsgrad durch die Ausdehnung des Tumors (T), eine evtl. vorhandene Lymphknotenbeteiligung (N) sowie evtl. vorhandener Absiedelungen des Tumors (Metastasen) (M) beschrieben. Die Einteilung geschieht sowohl vor der Operation (präoperativ) durch die bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Computertomografie), als auch nach der Operation durch die feingewebliche Aufarbeitung des Tumors. Diese so genannte "TNM-Klassifikation" ist die Basis für die Stadieneinteilung des Tumors und damit entscheidend für die Wahl der optimalen Therapie.
Chemotherapie
Bestrahlung
Moderne Antikörpertherapie
Nachsorge
Behandlung
In der Behandlung des Dickdarmkrebses unterscheidet man grundsätzlich zwischen der Möglichkeit zu heilen (kurative Therapie) und dem krankheitsmildernden Ansatz (palliative Therapie). Wann immer möglich, wird versucht, eine heilende Therapie durchzuführen. Selbst Absiedelungen des Tumors (Metastasen) können heutzutage in einer Reihe von Fällen unter heilenden Gesichtspunkten operiert werden. Auch eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie soll Heilung bewirken.
Wenn der Tumor bereits weit fortgeschritten ist und nicht mehr geheilt werden kann, sind die Ärzte bemüht, sein Wachstum aufzuhalten. In der Fachsprache nennt man dieses Vorgehen „palliativ“. Damit wird versucht, die Leiden des Patienten erträglicher zu machen und sein Leben wenn möglich zu verlängern. Die Behandlung des Dickdarmkarzinoms steht auf drei Säulen - Operation, Chemotherapie und Bestrahlung - die je nach Tumorstadium, Lokalisation des Tumors und Allgemeinzustand des Patienten eingesetzt und manchmal auch kombiniert werden.
Operation
Die Operation stellt nach wie vor eine der wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten des Dickdarm- und des Mastdarmkrebses dar. Immer dann, wenn der Tumor ganz entfernt werden kann und anschließend unter dem Mikroskop keine bösartigen Zellen entdeckt werden können (sogenannte R0-Resektion), besteht eine komplette Heilungschance. Auch Lungen- und Lebermetastasen können heutzutage in heilender Absicht operiert werden. Jedoch gibt es hier auch Einschränkungen:
- Die Metastasen sollten auf einen umschriebenen Bereich in der Leber oder der Lunge beschränkt sein.
- Es sollten nicht mehr als drei Metastasen vorliegen.
- Die Metastasen dürfen nicht zu nahe an wichtigen Gefäßen liegen.
- Der Patient muss einen so guten Allgemeinzustand haben, dass er die Anstrengung der Operation gut überstehen wird.
In neuester Zeit wird vermehrt mit einer medikamentösen Therapie vorbehandelt, (neoadjuvante Chemotherapie). Wenn dann die Geschwülste kleiner geworden sind, können manchmal auch noch Metastasen operiert werden, die zunächst inoperabel waren.
Wie wird operiert?
Allgemein wird versucht, den Tumor komplett (en-bloc) mit der zugehörigen Gefäß- und Lymphversorgung zu entfernen, bei Mastdarmtumoren wird auch das anhaftende Fettgewebe (Mesorektum) mitentfernt. Ein künstlicher Darmausgang (Stoma oder Anus präter) lässt sich dabei in den meisten Fällen vermeiden. Endoskopisch, das heißt, während der Darmspiegelung, werden nur kleine Tumore entfernt, von denen man sicher weiß, dass sie bestimmte Regionen der Darmwand noch nicht überschritten haben (T1 Situation) und auch das Lymphgefäßsystem noch nicht beteiligt ist (N0 Situation).
Auch fortgeschrittener Darmkrebs wird häufig operiert!
Selbst wenn die Möglichkeit zu einer heilenden Operation nicht mehr besteht, weil der Tumor nicht mehr komplett entfernt werden kann, wird dennoch in den meisten Fällen eine Operation angestrebt. Diese hat dann den Sinn, eine Komplettverlegung des Darmes mit anschließendem Darmverschluss (Ileus) zu verhindern. Hier wird dann entweder eine Umgehung des Tumors geschaffen (Umgehungsanastomose) oder vor dem Tumor ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) angelegt. Engstellen im Darm durch den Tumor können manchmal auch ohne Operation während einer Darmspiegelung behandelt werden, entweder
Chemotherapie
Durch die Chemotherapie sollen im Körper vorhandene Tumorzellen zerstört oder in ihrem Wachstum gehemmt werden. Hierfür werden Medikamente – so genannte Zytostatika – eingesetzt, die in den Teilungsprozess von rasch wachsenden Krebszellen eingreifen. Grundlage der medikamentösen Therapie des Dickdarmkrebses ist seit den frühen sechziger Jahren das Medikament 5-Fluorouracil (5-FU). Das Medikament ist Standard und in der Regel Bestandteil jeder Behandlung, da es das Wachstum der Tumorzellen deutlich verlangsamt und diese sogar abtöten kann. Die Chemotherapie mit 5-FU wurde bisher als Infusion verabreicht und ist nun bei gleicher Wirksamkeit auch als Tablette erhältlich.
Heute können Chemotherapien sowohl stationär in Form von Infusionstherapien, als auch ambulant im Form von oralen Therapie, also in Tablettenform, durchgeführt werden. Chemotherapien können zu Nebenwirkungen führen, wobei die häufigsten Nebenwirkungen mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Entzündungen der Mundschleimhaut vertreten sind.
Bestrahlung
Die Bestrahlung (Radiotherapie) wird nur beim Mastdarmkrebs angewendet. Beim Dickdarmkrebs hat sie keinen zusätzlichen Erfolg. Durch die ionisierende Strahlung entstehen Schäden im Erbgut der bestrahlten Zellen. Krebszellen haben ein weniger gut funktionierendes Reparatursystem als normale, gesunde Zellen. Die durch die Strahlung entstandenen Schäden können daher bei der Krebszelle nicht schnell genug behoben werden und die Zelle stirbt ab. Wichtig ist dabei, dass zum einen der Krebs eine möglichst hohe Strahlendosis erhält und zum anderen das umgebende gesunde Gewebe so wenig wie möglich geschädigt wird. Beim Mastdarmkrebs wird die Bestrahlung meist mit einer medikamentösen Therapie (Chemotherapie) verbunden.
Bestrahlung vor der Operation (präoperativ)
Sie wird angewendet, wenn der Tumor schon sehr groß ist und tiefere Schichten der Mastdarmwand durchdrungen hat oder der Tumor sehr nahe am Darmausgang sitzt. Vorteil dieser vorgeschalteten Bestrahlung ist die Möglichkeit, den Tumor zu verkleinern und danach mit genügend Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe (vor allem zum Schließmuskel) entfernen zu können. Die Stuhlkontrolle (Kontinenz) bleibt dabei in der Regel erhalten.
Bestrahlung nach der Operation (postoperativ)
Im Stadium II und III des Mastdarmkrebses, also wenn tiefere Schichten der Darmwand vom Krebs befallen waren und/oder bereits in einigen Lymphknoten Tumorzellen gefunden wurden, wird diese Behandlungsform durchgeführt. Wie bereits erwähnt, sollte sie zusammen mit einer medikamentösen Therapie durchgeführt werden. Meist wird das Medikament 5-FU (siehe Chemotherapie) dazugegeben.
Moderne Antikörpertherapie
Größere Tumore benötigen eine eigene Blutversorgung. Ziel der Antikörpertherapie ist es daher unter anderem, die Bildung von Tumor-Blutgefäßen zu hemmen. Dadurch wird die Krebsgeschwulst von der Blut- und Nährstoffversorgung abgeschnitten und bildet sich zurück.

Tumorzellen benötigen ab einer bestimmten Größe (2mm) eine eigene Blutversorgung
Quelle: ©F. Hoffmann-La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Tumorwachstum und Gefäßneubildung
Ab einer bestimmten Größe benötigen Tumore eine eigene Blutversorgung, um sich mit Nähr- und Wachstumsstoffen sowie Sauerstoff zu versorgen. Sie produzieren daher einen Wachstumsfaktor, der Blutgefäße anregt, schneller zu wachsen oder Verästelungen in Richtung des Tumors auszubilden. Dieser Gefäß-Wachstumsfaktor heißt in der Fachsprache VEGF (engl. vascular endothelial growth factor) und spielt eine Schlüsselrolle bei der Tumor-Gefäßneubildung (Angiogenese).
Mittels VEGF regt der Tumor die Gefäßneubildung an
Quelle: © F. Hoffmann-La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Die Produktion und Ausschüttung von VEGF wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Leidet die Tumorzelle zum Beispiel unter Sauerstoffmangel (Hypoxie), gibt sie das Signal zu verstärkter VEGF-Bildung. Aber auch bestimmte Eiweißkörper wie Zytokine oder Träger von tumorfördernden Erbinformationen - Onkogene - regen die VEGF-Ausschüttung aus der Tumorzelle an. Der VEGF selbst löst wiederum viele weiterführende Signalkaskaden aus, die zu einer Gefäßneubildung führen. VEGF löst jedoch nicht nur Signale aus, um neue Blutgefäße wachsen zu lassen, sondern sichert auch das Überleben der neuen noch unreifen Gefäßzellen (Endothelzellen) auf der Tumoroberfläche. Die Gefäßneubildung und -erhaltung fördern das Wachstum des Tumors und erhöhen das Risiko von Metastasen.
Die Gefäßneubildung fördert das Tumorwachstum und erhöht das Risiko für Metastasen.
Quelle: © F. Hoffmann La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv

Quelle: ©F. Hoffmann-La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
gezielte Antikörpertherapie
Das Immunsystem unseres Körpers bietet die Vorlage für die so genannte Immun- oder Antikörpertherapie. Eindringende Krankheitserreger werden durch spezifische Antikörper erkannt, gebunden und eliminiert. Auf ähnliche Weise können entsprechende Antikörper VEGF gezielt erkennen und blockieren. Wird der VEGF blockiert, sterben die Endothelzellen ab. Nach und nach degenerieren die Gefäße und der Tumor bildet sich durch die mangelnde Versorgung immer weiter zurück.
Durch die gezielte Antikörpertherapie kann das krankheitsfreie Leben und das Gesamtüberleben verlängert werden.

VEGF wird blockiert
Quelle: ©F. Hoffmann-La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Nachsorge
Die regelmäßige Tumornachsorge bei Dickdarm- und Mastdarmkrebs ist sehr wichtig. Das hat verschiedene Gründe:
- Man kann einen erneuten Darmkrebs (Rezidiv oder Zweittumor) frühzeitig erkennen und behandeln.
- Man kann Tumorabsiedelungen (Metastasen) frühzeitig erkennen und behandeln.
- Man kann erkennen, wie wirksam die Chemotherapie/Bestrahlung ist.
- Man kann gegebenenfalls die Behandlung umstellen.
Die Nachsorge ist vor allem in den ersten fünf Jahren nach Erstdiagnose des Dickdarmkrebses wichtig, denn vor allem in diesem Zeitraum besteht die Gefahr des Wiederauftretens dieses Krebses. Die Nachsorge, die durch den niedergelassenen Facharzt erfolgen kann, besteht neben der Befragung (Anamnese) und des körperlichen Untersuchungsbefundes aus einer Ultraschalluntersuchung, und einem Röntgenbild der Lungen. Außerdem wird Blut abgenommen. Hier werden die Tumormarker im Blut bestimmt, die insbesondere einen erneuten Tumor frühzeitig anzeigen sollen oder den Verlauf der Erkrankung widerspiegeln. Dickdarmspiegelungen sollten darüber hinaus in regelmäßigen Abständen erfolgen. Natürlich besteht bei diesen Nachsorgeterminen auch Gelegenheit, Fragen und Probleme, die die Erkrankung im Alltag mit sich bringt, mit dem Arzt zu besprechen. Nach dem individuellen Beschwerdebild und den Befunden wird der Arzt gegebenenfalls noch weitere Zusatzuntersuchungen veranlassen.
Weiterführende Links zum Thema
Allgemeine Informationen zur finanziellen und sozialen Hilfe österreichweit
Patientenbroschüren zum Download:
Broschüre der Österreichische Krebshilfe zu Darmkrebs
(© Wiener Krebshilfe) (pdf)
100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Darmkrebs
(© Wiener Krebshilfe) (pdf)
Linkliste
Hier haben wir für Sie einige weiterführende Internetseiten rund ums Thema Darmkrebs zusammengestellt.
Patienten Selbsthilfegruppe Darmkrebs:
www.derdickdarm.org
KREBSHILFE:
www.krebshilfe.net
www.krebshilfe-wien.at/Krebs-und-Beruf
Rufen Sie an und vereinbaren Sie mit den Beraterinnen von "Krebs und Beruf" ein Beratungsgespräch : 01/402 19 22 DW 14 oder DW 15
Projektbegleitend hat die Wiener Krebshilfe den Ratgeber „100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Krebs und Beruf“ herausgebracht.
Die Beratung im Rahmen des Projekts „Krebs und Beruf“ erfolgt telefonisch oder persönlich nach telefonischer Vereinbarung. Information und Beratung sind kostenlos.
Vereinbaren Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch zu arbeitsrechtlichen Fragen unter:
01/402 19 22 oder 0800 699 900 oder schicken Sie uns ein e-mail!
ARBEITERKAMMER:
www.arbeiterkammer.at
SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER
www.sozialversicherung.at
Dort Link zu allen Sozialverischerungsträgern und Kontakttelefonnummer, Informationen zum Pflegegeld
ARBEITSMARKTSERVICE
Arbeitsmarktservice, es gibt Stellenangebote Kontakte zu den Bundesländern
www.ams.or.at/neu/
„SOZIALÄMTER“ und allgemeine Informationen zur finanziellen und sozialen Hilfe
ÖSTERREICHWEIT:
0800/201611: Sozialservicestelle (Nulltarif) Sozialtelefon – Bürgerservice des Sozialministeriums, Anlaufstelle für alle sozialen Fragen in Österreich. Das SozialTelefon bietet Information und Beratung zu Fragen im Zusammenhang mit einer Behinderung und im Einzelfall auch Information und Beratung für Personen in anderen schwierigen Lebenssituationen.
www.sozialinfo.at hier Links zu allen Bundesländern!!!
www.bmsk.gv.at Homepage des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz
www.soziales-leben-oesterreich.at/sozialhilfe.html Link nur zu Burgenland und Kärnten
www.help.gv.at österreichweiter Amtshelfer
Salzburg:
www.salzburg.gv.at/lebensunterhalt_sozialaemter.htm
Tirol:
www.sozialhilfetirol.at/sites/sozialaemter.html
Wien:
www.wien.gv.at
sozialinfo.wien.gv.at
frauenratgeberin.wien.gv.at
www.fsw.at
Pflegegeld nach dem Wiener Pflegegeldgesetz (WPGG)
Zuständige Behörde für Landespflegegeldanträge:
Magistratsabteilung 15 - Gesundheitswesen und Soziales
Referat V/3 - Pflegegeld
15., Camillo-Sitte-Gasse 6-8, 2. Stock, Tür 6
Erreichbarkeit
Telefon ( 43 1) 531 14-8585
Telefonische Auskünfte: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr
Fax ( 43 1) 531 14-99-85281
E-Mail: pflegegeld@m15.magwien.gv.at
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr,
Donnerstag von 13 bis 15 Uhr
Burgenland:
www.burgenland.gv.at/gesundheit-soziales
Kärnten:
www.ktn.gv.at
Niederösterreich:
www.st-poelten.gv.at
Oberösterreich:
www.land-oberoesterreich.gv.at
Steiermark:
www.soziales.steiermark.at
Vorarlberg:
www.vlr.gv.at/vorarlberg/

