Brustkrebs
- Grundlagen
- Erkrankung
- Therapie
- Service
Was ist Brustkrebs?
Die Anatomie der Brust
Physiologische Veränderungen der Brust
Stadieneinteilung bei Brustkrebs
Brustkrebsrisiko: Faktoren für eine mögliche Erkrankung
Was ist Brustkrebs?
Brustkrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung der westlichen Welt. Vor allem ab dem 35. Lebensjahr steigt die Zahl der betroffenen Frauen stark an. Für die Entstehung von Brustkrebs spielen viele Faktoren wie z. B. hormonelle Veränderungen oder Umwelteinflüsse eine Rolle. In den letzten Jahren rückt in immer stärkerem Maße die Aufklärung der genetischen Zusammenhänge der Erkrankung in den Vordergrund. Die Erkenntnisse, die durch die immer feinere Analyse des menschlichen Erbgutes gewonnen werden, erlauben es bereits heute, dieses Wissen für therapeutische Zwecke zu nutzen. Wichtig für das therapeutische Vorgehen und die Prognose der Erkrankung bleibt aber nach wie vor das rechtzeitige Erkennen des Tumors.
Das Wachstum von bösartigen Zellen, und daraus entsteht der Brustkrebs, geht zum größten Teil von den Zellen der Milchgänge aus. Nur ein geringer Prozentsatz der Karzinome entsteht in den Drüsenläppchen. In der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung lassen sich viele verschiedene Mammakarzinom-Typen unterscheiden. Oft reichen die bewährten Untersuchungsmethoden nicht aus, um eine genaue Diagnose zu stellen. Mit modernen labormedizinischen Untersuchungsmethoden wird heute versucht, den Patienten und Medizinern genauere Hinweise über das Wachstum und die Malignität der individuellen Erkrankung zu geben. So besteht nicht nur zwischen der Größe des Tumors und der Gefahr der Metastasierung ein direkter Zusammenhang, auch das persönliche genetische Muster kann ganz entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf der Erkrankung haben.
Brustkrebs entsteht zumeist einseitig. Die linke Brust ist bevorzugt betroffen. Teilt man die Brust in Quadranten auf, so findet sich eine Häufung im oberen äußeren Quadranten.
Die Anatomie der Brust
Die Brust liegt auf dem großen Brustmuskel in Höhe der 3. bis 6. Rippe auf. Die weibliche Brust besteht aus einem Drüsensystem, in dem die Muttermilch gebildet und zur Brustwarze weitergeleitet wird.
Das Drüsensystem ist in Fett- und Bindegewebe eingebettet und aus sogenanntenDrüsenläppchen aufgebaut. Von den verschiedenen Drüsenläppchen aus führen die Milchgänge zur Brustwarze. Kurz vor der Einmündung in die Brustwarze bilden die Milchgänge Ausweitungen, sogenannte Milchsäckchen. Diese erfüllen beim Stillen eine Pumpfunktion. Die Blutversorgung der Brust erfolgt über Blutgefäße aus der Achselhöhle und der Brustmitte.
Die Blutgefäße verzweigen sich netzförmig und konzentrieren sich zur Brustwarze hin. Wichtig ist auch das Lymphsystem. Lymphe - eine hellgelbe Flüssigkeit - ensteht beim Übertritt von Blutplasma aus den Blutgefäßen ins Gewebe. Mit Hilfe der Lymphe werden Abbauprodukte von Zellen und Krankheitserreger aus den Körpergeweben abtransportiert. Zusätzlich sind in das Lymphsystem Lymphknoten eingeschaltet, in denen sich "Abwehrzellen" (weiße Blutkörperchen) befinden. Die für die Brust wichtigsten Lymphknotenstationen liegen in der Achselhöhle, an den Seiten des Brustbeins und am Schlüsselbein.
Lymphknoten lassen sich bei Gesunden nicht tasten. Sie sind etwa linsengroß und weich. Bei entzündlichen Veränderungen in ihrem Abflussgebiet schwellen sie an und werden druckempfindlich - oder sogar schmerzhaft. (Quelle Bild: ©Hoffman La-Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv)
Physiologische Veränderungen der Brust
Der zwischen Drüsen- und Bindegewebe befindliche Fettanteil der Brust ist unterschiedlich. Der Anteil und die Verteilung des Fettgewebes bestimmt die Grösse und Form der Brust. Zudem verändert sich die Zusammensetzung des Brustgewebes je nach Lebensabschnitt:
- In der Pubertät wachsen die Milchgänge heran. Bis zum 20. Lebensjahr existiert schon ein Teil der Drüsenläppchen. Die Brust besteht überwiegend aus viel Bindegewebe.
- Der Drüsenkörper der 30jährigen Frau ist voll entwickelt und ein Teil des Bindegewebes durch Fettgewebe ersetzt.
- Ab den Wechseljahren bilden sich sowohl die Drüsenläppchen, als auch das Binde- und Fettgewebe zurück.
- Zudem unterliegt die weibliche Brust hormonellen Veränderungen. Beispielsweise kommt es während der Menstruation zu einer vermehrten Durchblutung der Brüste und zu Flüssigkeitseinlagerungen. Manche Frauen empfinden dies als unangenehme Spannungen im Brustbereich. Diese unangenehmen Empfindungen verschwinden nach ein paar Tagen von selber wieder.
Stadieneinteilung bei Brustkrebs
Beim Brustkrebs (auch Mammakarzinom oder Mamma-Ca) unterscheidet man - wie bei anderen Krebsarten auch - verschiedene Formen. Zunächst erfolgt die Einteilung eines Mammakarzinoms mit Hilfe der TNM-Klassifikation. Diese richtet sich nach den vor einer Operation erhebbaren Befunden.
Genauer klassifizieren lässt sich die Erkrankung durch die feingewebliche (histologische) Untersuchung. Die Feststellung des genauen Zelltyps ist besonders wichtig für die weitere Therapie und die Prognose der Erkrankung, da die unterschiedlichen Typen unterschiedlich schnell wachsen und sich ausbreiten können.
Zur Vereinfachung kann man das Mammakarzinom in zwei grosse Klassen unterteilen:
- Vorstadium bzw. Carcinoma in situ
- Spätstadium
zu 1. Vorstadium bzw. Carcinoma in situ:
Hierbei handelt es sich um einen nicht infiltrierenden Tumor. Das Wachstum überschreitet (noch) nicht die Grenzen eines Drüsenläppchens. Unter Umständen kann die Erkrankung im nicht invasiven Frühstadium über Jahre ruhen, bis sie in ein invasives Stadium mit möglicher Metastasierung übergeht.
Prognose: Wird das Karzinom in diesem frühen Stadium erkannt und operativ entfernt, so besteht eine nahezu vollständige Heilungschance. Zusätzliche Behandlungen können aber eventuell notwendig sein.
zu 2. Spätstadium:
Hierbei handelt es sich um die grosse Gruppe invasiv wachsender Mamma-Karzinome. Das bedeutet, dass das Tumorwachstum die Wand eines Drüsenläppchens bzw. eines Milchgangs durchbrochen hat. Möglicherweise liegen schon Tochtergeschwülste vor.
Das Spätstadium kann histologisch in eine Vielzahl von Zelltypen unterteilt werden.
Prognose: Je nach Zelltyp lassen sich unterschiedliche prognostische und therapeutische Angaben machen.
Auch hier müssen die entsprechenden Therapieansätze individuell diskutiert und durchgeführt werden. Besprechen Sie dies ausführlich mit Ihrem Arzt, um die für Sie optimale Therapie einzusetzen.
Brustkrebsrisiko: Faktoren für eine mögliche Erkrankung
Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht:
- bei genetischer Belastung bei Frauen, deren Mutter oder Schwester bereits an Brustkrebs erkrankt sind.
- bei kinderlosen Frauen bzw. Frauen, die ihr erstes Kind nach dem 35. Lebensjahr bekommen haben.
- bei Frauen, die nicht gestillt haben.
- bei Frauen, die ihre erste Monatsblutung vor dem 12. Lebensjahr bekommen haben bzw. erst nach dem 50. Lebensjahr in die Wechseljahre gekommen sind.
- allgemein bei Frauen über 50 Jahre (allgemeines Altersrisiko).
- bei Frauen mit einer Mastopathie
Aber Vorsicht: Es können auch Frauen erkranken, bei denen sich kein erhöhtes Risiko feststellen lässt Diese Auflistung soll Ihnen keine Angst machen. Mit diesem Wissen sollten Sie jedoch bewusst genau auf Veränderungen an Ihrer Brust achten. Führen Sie regelmäßig und sorgfältig eine Selbstuntersuchung durch.
Selbstuntersuchung
Labordiagnostik
HER2-Diagnostik
Diagnostik
Untersuchungen:
Die eigentliche Diagnose Brustkrebs kann nur ein Arzt aufgrund unterschiedlicher labortechnischer Untersuchungen stellen.
Früherkennung:
Die größte Chance beim Kampf gegen den Brustkrebs spielt die rechtzeitige Erkennung der Veränderungen an der Brust. Hierzu ist es wichtig,
Diese Untersuchung kann zwar nicht vor der Erkrankung schützen, kann aber helfen, sie rechtzeitig zu entdecken.
"Selbstuntersuchung":
Haben Sie noch Ihre Regelblutungen, so empfiehlt sich die Untersuchung ca. 10 Tage nach Beginn Ihrer Periode. Zu diesem Zeitpunkt sind die Brüste meist am wenigsten gespannt und lassen sich gut untersuchen. Ideal ist es beispielsweise, sich nach dem Baden, Duschen oder Eincremen abzutasten. Die feuchte oder eingecremte Haut erleichtert das Abtasten.
Wichtig: Nehmen Sie sich vor allem Zeit! Lassen Sie sich nicht stören!
Es gibt verschiedene Methoden zur Selbstuntersuchung. Ihre körperlichen Gegebenheiten sind hierfür entscheidend. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Vorgehensweise er für Sie empfiehlt.
Hier einige Beispiele bzw. Tipps:
Selbstbeobachtung im Stehen, vor dem Spiegel:
- mit auf die Hüften gestützten Händen
- mit nach oben gestreckten Armen

©Hoffman La-Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Fragen:
- Hat sich die Größe, Position oder Form der Brust verändert?
- Unterscheiden sich die Brüste deutlich voneinander?
- Zeigen sich Einziehungen, Vorwölbungen?
- Zeigt die Brust Rötungen?
- Ist eine Brustwarze eingezogen, gerötet oder tritt Flüssigkeit aus?
- Geht die Brust bei Bewegung mit?
- Ist ein Oberarm geschwollen?
Tastuntersuchung
- Hierbei werden die Brüste mit den jeweils flach aufliegenden Kuppen der drei mittleren Finger in kleinen kreisenden Bewegungen mit leichtem Druck abgetastet. Man sollte möglichst nach einem Schema vorgehen, um keinen Bezirk zu übersehen! Beispielsweise kann man spiralförmig von außen nach innen oder vom äußeren Rand in geraden Linien bis zur Brustwarze hin vorgehen.

©Hoffman La-Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Wichtig ist es auch, die Achselhöhle und den Bereich zwischen Brust und Achselhöhle abzutasten!
- im Stehen: Legen Sie eine Hand unter die Brust und heben Sie sie leicht an. Dann tasten Sie die Brust, wie oben beschrieben, ab und nehmen abschließend die Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger.
- im Liegen: Hierbei lassen sich vor allem die unteren Brustbereiche und die Achselhöhlen gut untersuchen.
- Strecken Sie hierzu den Arm auf der Seite, die untersucht werden soll, und tasten Sie die Brust sorgfältig ab. Fragen:
- Lassen sich Verhärtungen, Verdickungen oder Knoten tasten?
- Lässt sich beim Abtasten der Brustwarze Sekret abpressen? Wie ist dieses verfärbt?
Fallen Ihnen auch nur die geringsten Veränderungen/ Besonderheiten auf, so sollten Sie sich umgehend bei Ihrem Arzt vorstellen. Aber haben Sie keine Angst: Häufig sind die bei der Selbstuntersuchung festgestellten Veränderungen gutartig.
Labordiagnostik
Hier eine kurze Auflistung der diagnostischen Möglichkeiten, um die Diagnose "Brustkrebs" stellen bzw. das Ausmaß der Erkrankung erfassen zu können:
Körperliche Untersuchung / Tastbefund der Brüste bzw. Lymphknotenregionen
Laboruntersuchung zur Beurteilung des Allgemeinzustandes. Bestimmung der für den Brustkrebs typischen Tumormarker CEA und CA 15-3. Tumormarker sind Zellbestandteile bzw. Stoffwechselprodukte, die von Krebszellen vermehrt freigesetzt werden. Sie können daher meist im Blut nachgewiesen werden. Es gibt eine Reihe an Tumormarkern. Bei den verschiedenen Krebserkrankungen ist der Nachweis jeweils bestimmter Marker typisch. Für den Brustkrebs sind das die Marker CEA und CA 15-3. Tumormarker dienen jedoch nicht zur eigentlichen Diagnosestellung, vielmehr zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs und dem Ansprechen einer Therapie. Die Bestimmung eines Ausgangswertes ist für die Behandlung aber sicherlich von Vorteil. Beurteilung der Nieren- und Leberfunktion (v.a. in Hinblick auf mögliche Metastasierung).
Mammographie - eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, die zur Entdeckung eines Brustkrebses wichtig ist.
Ultraschalluntersuchung der Brüste (falls es zu keinem eindeutigen Ergebnis bei der Mammographie kam) der inneren Organe zur Suche bzw. zum Ausschluss von Metastasen.
Röntgenaufnahme der Lunge zum Ausschluss von Lungenmetastasen.
Skelett-Szintigraphie (Szintigraphie) zur Suche bzw. zum Ausschluss von Knochenmetastasen.
Um die Diagnose "Brustkrebs" sicher stellen zu können, muss eine genaue Untersuchung des verdächtigen Brustgewebes durchgeführt werden. Hierzu ist eine Gewebeentnahme aus diesem Bezirk notwendig. Häufig erfolgt diese mit Hilfe einer feinen Nadel(Feinnadelbiopsie) bzw. Stanze.
Es werden vorsichtig kleine Gewebestückchen entnommen. Nur in seltenen Fällen ist eine solche Probeentnahme nicht möglich. - Das verdächtige Gewebe muss dann in einer Operation vollständig herausgeschnitten werden. Nach der Gewebeentnahme folgen dann:
- Die feingewebliche Untersuchung: Ein Spezialist - Pathologe - beurteilt histologisch die Gewebeproben unter dem Mikroskop. Werden Krebszellen gefunden, so besteht kein Zweifel mehr an der Diagnose "Brustkrebs". Werden keine Krebszellen gefunden, muss weiter abgeklärt werden. Mit Hilfe der feingeweblichen Untersuchung kann zudem festgestellt werden, wie weit die Krebserkrankung fortgeschritten ist (vgl. Stadieneinteilung).
- Die Untersuchungen des Gewebes auf Hormon- (v.a. Östrogen- und Progesteron) und HER2-Rezeptoren: Die Entwicklung von Brustkrebs wird häufig durch Hormone und Wachstumsfaktoren begünstigt. Diese Faktoren brauchen aber sogenannteRezeptoren - Andockstellen - an der Zelloberfläche der Krebszelle, um wirken zu können. Es gibt spezielle Rezeptoren für die Hormone Östrogen und Progesteron. Der HER2-Rezeptor ist eine "Andockstelle" für Wachstumsfaktoren, die der Krebszelle das Signal zum Wachstum geben. Anhand einer Gewebeprobe des Tumors kann die Oberfläche der Krebszellen auf Empfindlichkeit und Menge an den entsprechenden Rezeptoren untersucht werden. Mit Hilfe dieser Ergebnisse können dann für den jeweiligen Tumor zugeschnittene Therapien eingesetzt werden. Es handelt sich hierbei um Hormone, Antihormone oder Antikörper, die die entsprechenden Rezeptoren blockieren und somit das Tumorwachstum eingeschränken sollen.
Nicht alle dieser Untersuchungen müssen bei Ihnen durchgeführt werden. Es ist jedoch beruhigend zu wissen, dass diese zur Verfügung stehen, wenn Ihr Arzt sie bei Ihrer Erkrankung für notwendig befindet.
HER2-Diagnostik
Was ist HER2?
Warum HER2-Diagnostik?
Was bedeutet HER2-positiv?
Nachweismethoden für HER2
HER2-Status
Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Verschiedene Faktoren können bei der Entstehung bzw. beim Wachstum des Tumors eine Rolle spielen. Ein solcher Faktor ist HER2 (Humaner Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2).
Wissenschafter haben herausgefunden, dass bei etwa einem Viertel aller Brustkrebspatientinnen die Anzahl der HER2-Rezeptoren auf der Oberfläche der Brustkrebszellen massiv erhöht ist. Dies führt dazu, dass die Zellen sich völlig unkontrolliert teilen und übermäßig vermehren und dass die Brustkrebserkrankung bei diesen Patientinnen aggressiver verläuft.
Doch steht heute ein modernes, gut verträgliches Medikament - ein Antikörper - zur Verfügung, das gezielt in das Krankheitsgeschehen eingreifen und den Krebs „an der Wurzel packen“ kann. Die spezifische Antikörpertherapie kann aber nur wirken, wenn der entsprechende Rezeptor im Übermaß vorhanden ist.
Deshalb ist es so wichtig, bei jeder Brustkrebspatientin eine Gewebeprobe zu entnehmen und mit Hilfe bestimmter Labortests zu untersuchen, ob HER2 auf den Krebszellen massiv vermehrt ist. Falls ja, kann die Antikörpertherapie eingeleitet werden, die weltweit schon sehr vielen Patientinnen geholfen hat.
Was ist HER2?
HER2 ist ein Rezeptor, also ein Eiweiß bzw. Proteinbaustein an der Oberfläche von Zellen. Über diesen Rezeptor werden Signale von der Zelloberfläche an das Zellinnere und den Zellkern weitergeleitet. HER2 ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „human epidermal growth factor receptor 2“. Wörtlich übersetzt bedeutet dies „vom Menschen stammender (humaner) an der Zelloberfläche befindlicher (epidermaler) Wachstumsfaktor-Rezeptor 2“. HER2 wird vielfach auch als erbB2 oder HER2/neu bezeichnet.
Der HER2-Rezeptor kann Paare bilden (Dimerisierung) und zwar sowohl mit gleichartigen Rezeptoren, als auch mit anderen Rezeptoren der so genannten HER-Familie. Durch die Paarbildung werden Wachstumssignale ins Zellinnere geleitet.
Eine normale Zelle besitzt nur eine relativ geringe Menge an HER2-Rezeptoren. Sind auf Tumorzellen zu viele solcher HER2-Rezeptoren vorhanden, teilen die Zellen sich häufig und der Tumor wächst schnell und unkontrolliert.
Die vermehrte Bildung von HER2 ist eine der Ursachen bei der Entstehung von Krebs und kommt bei etwa 20 bis 25 % der Brustkrebspatientinnen vor.

©Hoffman La-Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Warum HER2-Diagnostik?
Jede Brustkrebspatientin sollte ihren HER2-Status kennen, und zwar aus folgenden Gründen:
- HER2 hat einen direkten Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Patientinnen, die HER2-positiv sind, haben im Vergleich zu HER2-negativen Patientinnen einen aggressiveren Krankheitsverlauf und der Tumor tritt schneller wieder auf. Daher ist für HER2-positive Brustkrebspatientinnen eine zielgerichtete Therapie so wichtig.
- HER2 hat einen direkten Einfluss auf die Behandlung: Bei HER2-positiven Patientinnen sprechen nicht alle Therapiemaßnahmen gleich gut an.
- HER2-positiven Patientinnen bietet sich die Möglichkeit einer effektiven Therapie mit einem gegen HER2 gerichteten spezifischen Antikörper.
Gegen HER2 konnte ein spezifischer Antikörper entwickelt werden, der ähnlich dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an den Rezeptor bindet. Dadurch wird der Rezeptor blockiert, Wachstumssignale können nicht mehr weitergeleitet werden und weiteres Wachstum wird gestoppt. Zusätzlich aktiviert der Antikörper die eigene Immunabwehr und die Tumorzellen werden vom Immunsystem zerstört.
Diese Therapie ist ausschließlich für Patientinnen mit einem Übermaß an HER2-Rezeptoren sinnvoll, deshalb muss so früh wie möglich der HER2-Rezeptorstatus bei Brustkrebspatientinnen bestimmt werden.
Was bedeutet HER2-positiv?
Patientinnen werden als HER2-positiv bezeichnet, wenn auf ihrem Brustkrebsgewebe sehr hohe Mengen von HER2 nachgewiesen wurden. Von HER2-positiven Patientinnen weiß man, dass sie im Vergleich zu anderen Brustkrebspatientinnen an einer aggressiveren Tumorform leiden. Nach Angaben in der wissenschaftlichen Literatur sind etwa 20 bis 25 % der Brustkrebspatientinnen HER2-positiv. HER2-positiv bedeutet aber auch, dass es eine zielgerichtete und effektive Therapie gegen diese Krebszellen gibt.
Nachweismethode für HER2
Durch eine Biopsie oder während der Brustkrebsoperation wird eine Gewebeprobe des Tumors entnommen. Diese Gewebeprobe, der so genannte Tumorblock, wird in Paraffin eingebettet und auf diese Weise haltbar gemacht.
Aus dem Tumorblock werden dünne Scheiben angefertigt, die zur Diagnostik dienen. Die gesamte Diagnostik wird von einem Pathologen durchgeführt. Es gibt verschiedene Tests zum Nachweis von HER2:
IHC: Immunhistochemie
Durch eine spezielle Färbetechnik können die HER2-Rezeptoren an der Zelloberfläche sichtbar gemacht werden. Unter dem Mikroskop werden die Intensität und das Ausmaß der Färbung beurteilt. Eine starke Anfärbung der Zellen ist ein Nachweis für eine Überexpression (massive Erhöhung) der HER2-Rezeptoren.
FISH: Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung
Bei diesem Verfahren wird die HER2-DNA im Zellkern durch eine spezielle Färbetechnik sichtbar gemacht. Unter dem Fluoreszenzmikroskop werden die so markierten HER2-Gene ausgezählt. Wenn mehrere Gene in einer Zelle vorhanden sind, ist dies ein Nachweis für eine so genannte Amplifikation (Vermehrung) der HER2-Gene. In aller Regel geht dies mit einer Überexpression der HER2-Rezeptoren an der Zelloberfläche einher.
CISH: Chromogene-in-situ-Hybridisierung
Wie bei der FISH-Testung wird auch bei diesem Verfahren das HER2-Gen nachgewiesen. Doch wird bei der CISH eine mit Digoxigenin markierte Gensonde verwendet und die Färbung wird unter einem normalen Lichtmikroskop ausgewertet.
Serumtest
Hier kann anhand einer Blutprobe ein Teil des HER2-Rezeptors, der ins Blut abgegeben wird (das so genannte SHED-Antigen), nachgewiesen werden. Dieses Verfahren ist allerdings nicht dazu geeignet, den Grad der HER2-Überexpression an der Zelloberfläche zu bestimmen und kann daher nicht zur Entscheidung für oder gegen eine Antikörpertherapie herangezogen werden.
Weitere Verfahren
Neben den beschriebenen Tests existieren noch weitere Verfahren, die bestimmte Methoden zur Vervielfältigung von Genen nutzen (so genannte PCR oder RT-PCR). Diese sind allerdings noch nicht ausgereift und werden derzeit nur experimentell oder zu Forschungszwecken eingesetzt. In der Routinediagnostik spielen diese Testverfahren keine Rolle.
Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass standardisierte und kontrollierte Testmethoden von Pathologen eingesetzt bzw. nach Möglichkeit kommerziell erhältliche Komplettsysteme (so genannte Kits) verwendet werden.
HER2-Status
Ob und in welchem Ausmaß HER2-Rezeptoren an der Zelloberfläche vermehrt sind, wird durch einen so genannten Score-Wert ausgedrückt. Nachfolgende Tabelle zeigt die dabei möglichen Ergebnisse bei Verwendung des HercepTests der Firma Dako (immunhistochemischer Test).
Die Score-Werte geben an, ob eine HER2-Überexpression vorliegt.


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Ein Wert von 2 bezeichnet eine mittlere bis starke Expression von HER2. Hier ist das Ergebnis nicht eindeutig. Um Gewissheit zu erhalten, sollte ein zweiter Test, diesmal ein Gentest, nachgeschaltet werden. Geeignet sind der FISH- oder der CISH-Test. Ist dieser Test positiv, kann bei der Patientin ebenfalls grundsätzlich eine Antikörpertherapie durchgeführt werden.
Das Ergebnis des FISH-Tests wird meist durch einen Zahlenwert ausgedrückt. Ein Wert größer oder gleich zwei bezeichnet ein positives Testergebnis und damit die Eignung zur Antikörpertherapie.
Antikörpertherapie
Anti-Angiogenese
Operationen
Strahlen- / Radiotherapie
Hormontherapie
Chemotherapie
Supportivtherapie
Klinische Studien zur weiteren Optimierung der Therapie
Tipps für den Alltag
Therapie
Steht die Diagnose Brustkrebs zweifelsfrei fest, so ist ein chirurgischer Eingriff in den meisten Fällen unumgänglich. Es gibt heutzutage eine Vielzahl operationstechnischer Verfahren, die vor einem Eingriff mit der Patientin ausführlich besprochen werden. Hier können auch Ängste vor einer "entstellenden" Operation genommen werden. Praktisch immer wird versucht, Brust erhaltend zu operieren - meist in Kombination mit weiteren Therapiemaßnahmen. Ist die Erkrankung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und muss eine Brust abgenommen werden, muss auch über einen späteren Brustaufbau gesprochen werden.
Abhängig vom Stadium der Erkrankung kann heute durch zusätzliche medikamentöse Behandlungen die Krankheit zum Stillstand gebracht oder der weitere Verlauf positiv beeinflusst werden.
Hier zunächst ein kurzer Überblick:
Wurde Brust erhaltend operiert oder kann das Tumorgewebe nicht sofort vollständig entfernt werden, kann zusätzlich der Einsatz einer Strahlentherapie notwendig sein. Wenn die Operation als alleiniger Schutz zur Vorbeugung vor weiteren Absiedlungen nicht ausreicht, kann mit medikamentösen Behandlungen eingegriffen werden. Auch in Krankheitsstadien mit bereits vorhandenen Metastasen besteht fast immer die Möglichkeit, die Erkrankung mit medikamentösen Behandlungen zu beherrschen. Die neuesten Therapieansätze mit monoklonalen Antikörpern und Antimetaboliten (Bausteine welche in ihrer Struktur zelleigenen Bausteinen gleich sind, aber nicht die gleichen Eigenschaften haben) tragen dazu bei, auch bei Frauen mit einem primär schlechteren Verlauf einen reellen Behandlungserfolg zu erzielen.
Hierfür kommen Hormon- bzw. Chemotherapien zum Einsatz (z.B. speziell Antimetabolite). Hochwirksame Chemotherapeutika der neuesten Generation gibt es auch in Tablettenform. Sie ermöglichen eine wirksame Therapie in häuslicher Umgebung. Eine weitere neue Behandlungsmöglichkeit für Frauen mit metastasiertem Brustkrebs ist die Antikörpertherapie. Der monoklonale Antikörper ist mittlerweile in über 60 Ländern zugelassen und zeigte sowohl als Einzelsubstanz als auch in Kombination mit Zytostatika wissenschaftlich anerkannte Ergebnisse in Hinblick auf eine Lebensverlängerung. Die Bedeutung des Antikörpers in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms wurde an einer groß angelegten internationalen Studie ("HERA-Studie", Piccart-Gebhart et al, NEJM 2005, Smith et al , the lancet, 2007) untersucht. In Österreich beteiligten sich etwa 16 Prüfzentren an dieser Studie. International wurden drei weitere ähnliche Studien durchgeführt.
Um neue bzw. verbesserte Therapien entwickeln und etablieren zu können, sind solche Therapiestudien von enormer Bedeutung. Was es heißt, an einer solchen Studie teilzunehmen bzw. davon zu profitieren, können Sie über die Broschüre "Therapiestudien" erfahren. Informieren Sie sich rechtzeitig. Im persönlichen Gespräch mit Ihrem Arzt kann dann geklärt werden, was in Ihrem persönlichen Fall sinnvoll ist. Nur Ihr Arzt kann das Ausmaß Ihrer Erkrankung überblicken.
Was ist ein Antikörper?
Der menschliche Organismus wehrt sich gegen körperfremde Stoffe wie z.B. Viren oder entartete Körperzellen (Krebszellen) mit Hilfe seines Immunsystems. Dieses bildet bestimmte Zellen, B- und T-Zellen, die durch unterschiedliche Mechanismen Fremdes vernichten und so den Körper schützen. B- und T-Zellen erkennen auf der Oberfläche einer körperfremden oder verändertern Zelle charakteristische Eiweißstrukturen. T-Zellen können diese Zellen zum Teil selbst vernichten, B-Zellen bilden gegen diese spezifischen Eiweißstrukturen Antikörper aus, die an die Strukturen binden und der Eliminierung zuführen.
Anwendung der Antikörpertherapie
Ein Antikörper (wird seit dem Jahr 2000 in der Europäischen Union zur Behandlung des fortgeschrittenen Brustkrebs eingesetzt. In diesen Fällen hat sich der Brustkrebs auf andere Organe ausgebreitet und Metastasen gebildet. Sehr viele Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs wurden bis heute weltweit mit dem Antikörper behandelt. Seit Mai 2006 ist das Medikament auch für die Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium (adjuvant) zugelassen.
Die Behandlung erfolgt oft in Kombination mit einem Chemotherapeutikum. Die tumorvernichtende Wirkung der einzelnen Substanzen kann so verstärkt werden. Die Erfolge sind beachtlich!
Der Antikörper kann jedoch auch als alleinige (Mono-)Therapie eingesetzt werden. Diese Therapieform wird gewählt, wenn eine Behandlung mit einem Chemotherapeutikum bis dahin nicht erfolgreich war oder der Tumor nach einer Behandlung weiterwächst. Durch das günstige Nebenwirkungsprofil ist die Monotherapie auch für all diejenigen Patientinnen eine Alternative, die eine Chemotherapie ablehnen.
Hauptvoraussetzungen für den Einsatz des Antikörpers:
- Die Patientinnen müssen HER2-positiv sein. Das heißt, dass in ihrem Brustkrebsgewebe erhöhte Konzentrationen an HER2 nachgewiesen wurden. Dies ist bei etwa 20 bis 25% aller Brustkrebspatientinnen der Fall. Eine Gewebeprobe ist deshalb unbedingt erforderlich bevor der Antikörper verabreicht werden kann!
- Zudem dürfen bei den Patientinnen keine schwerwiegende Vorbelastung des Herzens oder Atemprobleme (respiratorische Insuffizienz) vorliegen. Kontrollen sollten auch im Behandlungsverlauf durchgeführt werden, um eine möglichst hohe Therapie-Sicherheit zu gewährleisten.
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Welche Ergebnisse konnten mit dem Antikörper erzielt werden?
Seit Jahren ist der Antikörper die erste Substanz, die bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs zu einem deutlich verlängerten Überleben führt. Der kombinierte Einsatz und einem Chemotherapeutikum ist einer herkömmlichen Chemotherapie überlegen (Slamon et al. N Engl J Med 2001, Marty et al. J Clin Oncol 2005).
So steigt der Anteil der Patientinnen, die positiv auf die Therapie reagieren (= ansprechen), um mehr als das Doppelte und das Fortschreiten der Erkrankung wird verzögert. Die Überlebenschance steigt mit dieser Therapie um 40 %.
Auch die alleinige Gabe des Antikörpers erwies sich in einer zweiten internationalen Zulassungsstudie als hochwirksam. Mehr als die Hälfte der Patientinnen, die bereits intensiv chemotherapeutisch vorbehandelt waren, profitierten von der Monotherapie mit dem Antikörper. Es kam zum Stillstand der Erkrankung oder sogar zu einer deutlichen Verkleinerung des Tumors (Cobleigh et al. J Clin Oncol 1999)..
Verträglichkeit und Sicherheit des Antikörpers
Der Antikörper richtet sich gezielt gegen die Tumorzellen. Daher ist die Therapie nebenwirkungsarm.
Die Nebenwirkungen sind nur mild bis mäßig ausgeprägt und treten vor allem bei der ersten Gabe auf. Es handelt sich überwiegend um grippeartige Symptome, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen. Die Beschwerden können meist rasch durch Gabe geeigneter Medikamente behoben werden. Die Fortsetzung der Therapie ist nicht gefährdet.
Nebenwirkungen, wie sie bei der Chemotherapie auftreten wie Haarausfall, Übelkeit und Blutarmut, treten wesentlich seltener auf. Lediglich bei der Kombination mit einer bestimmten Gruppe von Chemotherapeutika – den Anthrazyklinen – kam es zu einzelnen schweren Funktionsverschlechterungen des Herzens. Die Kombination des Antikörpers mit diesen Substanzen sollte daher momentan nur im Rahmen von Klinischen Studien geschehen.
Fragen und Antworten zur Behandlung mit dem Antikörper
Was versteht man unter metastasiertem Brustkrebs?
Es handelt sich um eine fortgeschrittene Krebserkrankung, bei der sich die Krebszellen fern von ihrem Entstehungsort in der Brust an anderer Stelle im Körper abgesiedelt haben. Diese Krebszellen haben Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, gebildet. Bei Brustkrebspatientinnen findet man Metastasen am häufigsten in den Knochen, in der Leber und in der Lunge.
Was ist HER2?
HER2 heißt wörtlich übersetzt aus dem Englischen: Vom Menschen abstammender (humaner) an der Zelloberfläche befindlicher (epidermaler) Wachstumsfaktor-Rezeptor 2. HER2 ist ein Eiweiß, das sich in der Zellhülle einer Krebszelle befindet und als "Andockstation" für Wachstumsfaktoren dient. Hat eine Krebszelle zu viele solcher HER2-Rezeptoren, teilt sie sich sehr häufig und der Krebs wächst schnell und unkontrolliert.
Was bedeutet HER2-positiv?
Patientinnen werden als HER2-positiv bezeichnet, wenn auf ihrem Brustkrebsgewebe hohe Mengen von HER2 nachgewiesen wurden. Von HER2-positiven Patientinnen weiß man, dass sie an einer aggressiveren Form von Brustkrebs leiden und deshalb eine ungünstigere Prognose haben. Dies bedeutet, dass ihr Tumor schneller wächst, sich schneller ausbreiten kann und auch häufiger wieder auftritt. Dadurch ist bei HER2 positiven Patienten, die nicht gezielt behandelt werden, der Zeitraum des krankheitsfreie Überlebens und des Gesamtüberlebens, im Vergleich zu HER2 negativen Patienten kürzer. Etwa 20 bis 25 % der Brustkrebspatientinnen sind HER2-positiv.
Was versteht man unter HER2-Status?
Durch Laboruntersuchungen an einer Probe des Krebsgewebes wird untersucht, ob und in welcher Menge HER2 nachgewiesen werden kann. Bei etwa 20 bis 25 % aller Brustkrebspatientinnen ist die Menge von HER2 auf der Oberfläche der Krebszellen erhöht - sie haben also einen positiven HER2-Status. Der HER2-Status ermöglicht eine Aussage über die Prognose für die betroffene Patientin. Ein positiver HER2-Status ist Voraussetzung für eine Behandlung mit dem HER2-Antikörper. Deshalb sollte der HER2-Status bei jeder Patientin untersucht werden, die an metastasiertem Brustkrebs erkrankt ist.
Wie wird der HER2-Status bestimmt?
Die derzeit gängigste und einfachste Methode, um den HER2-Status zu überprüfen, ist die Immunhistochemie (IHC). Bei dieser Methode wird mithilfe eines Antikörpers die Menge HER2 Proteins im Tumorgewebe sichtbar gemacht. Liefert die IHC-Methode kein eindeutiges Ergebnis, sollte der HER2-Status über ein alternatives Verfahren abgesichert werden. Dies geschieht in der Regel mit Hilfe der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH), ist jedoch deutlich aufwändiger und kann bislang nur in wenigen Zentren in Österreich durchgeführt werden. Beide Untersuchungen werden mit Hilfe besonderer Färbemethoden an Gewebeschnitten der Krebsgeschwulst vorgenommen.
Blutuntersuchungen reichen nicht aus, um eine sichere Aussage über den HER2-Status treffen zu können. Diese können allenfalls zur Überwachung der Therapie dienen.
Was bewirkt der Antikörper?
Der Antikörper blockiert gezielt den HER2-Rezeptor auf der Krebszelle. Er ist das erste Medikament dieser Art, das, durch Studien belegt, die Überlebenszeit verlängert. An Patientinnen mit hohen HER2-Werten konnte gezeigt werden, dass sie mit einer Kombinationstherapie aus Chemotherapie und Antikörper länger lebten, ein längerer Zeitraum bis zum Fortschreiten der Erkrankung verging und sie eine bessere Lebensqualität aufwiesen als mit einer Chemotherapie alleine. (Slamon et al. N Engl J Med 2001, Marty et al. J Clin Oncol 2005).
Was kennzeichnet den Antikörper?
Es ist die erste gezielte Krebsbehandlung, die zu einer deutlichen Verlängerung der Überlebenszeit führt. Der Antikörper besetzt ganz spezifisch die HER2-Bindungsstelle der Krebszelle. Deshalb werden die Krebszellen gezielt geschädigt. Folglich wird die Antikörpertherapie gut vertragen und führt nicht zu den beeinträchtigenden Nebenwirkungen, die üblicherweise eine Chemotherapie begleiten, wie Übelkeit, Erbrechen, Haarverlust und Schwächung der Abwehrkraft. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist allerdings der Nachweis einer erhöhten Menge von HER2 auf den Krebszellen.
Seit wann ist der Antikörper zur Behandlung zugelassen?
Im September 1998 wurde der Antikörper von der amerikanischen Zulassungsbehörde zur Behandlung von metastasiertem Brustkrebs in den USA zugelassen. Seit dem 28. August 2000 ist das Medikament auch in der Europäischen Union für die Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs zugelassen. Seit Mai 2006 ist das Medikament auch für die Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium zugelassen.
Sind Vor- und Kontrolluntersuchungen erforderlich?
Voraussetzung für eine Behandlung mit dem Antikörper ist ein positiver HER2-Status. Dieser muss vor Beginn einer Therapie anhand einer Gewebeprobe überprüft werden.
Außerdem sollte neben einer ausführlichen Patientinnenbefragung und einer körperlichen Untersuchung vor Therapiebeginn ein EKG (Echokardiogramm), eine Ultraschalluntersuchung des Herzens oder eine Herz-Szintigraphie (eine nuklearmedizinsche Untersuchung, bei der mithilfe von radioaktiven Molekülen die Herzfunktion gemessen wird) durchgeführt werden. Auch während der Therapie kontrolliert der Arzt regelmäßig Herz und Lunge.
Wie wird die Antikörpertherapie durchgeführt?
Der Antikörper wird einmal pro Woche oder einmal alle drei Wochen in Form einer Infusion verabreicht, entweder alleine oder in Kombination mit einer Chemotherapie. Die Behandlung sollte fortgeführt werden, solange die Krebszellen auf die Behandlung mit dem Antikörper ansprechen und das Fortschreiten der Krebserkrankung gehemmt wird. Bei der Therapie mit dem Antikörper ist keine Prämedikation (wie Cortison oder Paracetamol) erforderlich. Die Erstinfusionsdauer beträgt 90 Minuten, die der Folgeinfusionen 30 Minuten.
Wie verträglich ist die Antikörpertherapie?
Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Antikörpertherapie gut verträglich ist. Da die Antikörper gezielt auf Tumorzellen wirken, kommen die für eine Chemotherapie typischen Begleiterscheinungen wie Haarausfall und Schädigung des Blutbilds nicht vor. Die Nebenwirkungen bei der Antikörpertherapie waren nur mild bis mäßig ausgeprägt und traten vorwiegend bei der ersten Gabe auf. Es handelte sich hierbei überwiegend um grippeähnliche Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen, die gut mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden können. In sehr seltenen Fällen kam es bei Risiko-Patientinnen, die zudem vorher eine Chemotherapie mit Anthrazyklinen oder eine Strahlentherapie erhalten hatten, zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Atmung oder der Herzfunktion. Durch gängige Medikamente konnten diese in aller Regel jedoch behoben werden.
Antikörpertherapie mit Angiogenese-Hemmer
Antiangiogene Therapie
Einen neuen Therapieansatz verfolgen Ärzte mit dem Prinzip der Anti-Angiogenese: Dieses Prinzip baut auf der Tatsache auf, dass eine Tumorzelle – wie jede Zelle – Sauerstoff und Nährstoffe benötigt, um zu wachsen. Hierbei versorgt sich der Tumor zunächst nicht direkt über die Blutgefäße des Körpers sondern ernährt sich über die indirekten Mechanismen der Diffusion (Stofftransport von Teilchen infolge der molekularen Teilchenbewegung) und Osmose (Diffusion durch eine halbdurchlässige Membran). Wenn er allerdings eine Größe von zwei Millimetern erreicht hat, muss er sich eine eigene Blutversorgung aufbauen, um sich weiter zu entwickeln und um nicht zu „verhungern“. Diesen Vorgang nennen Mediziner Tumor-Angiogenese und bezeichnen damit die Entstehung (Genese) von Tumorblutgefäßen (angio = Gefäß). Der Tumor erreicht dieses Ziel, indem er Botenstoffe freisetzt, die dem Körper signalisieren, dass neue Blutgefäße benötigt werden. Diese Botenstoffe heißen Gefäßwachstumsfaktoren und Wissenschaftler kürzen sie mit VEGF ab (englisch: Vascular Endothelial Growth Factor). Wenn die Blutgefäße die Wachstumsfaktoren empfangen, verzweigen sie sich und wachsen in die Richtung des Tumors. So kann dieser sich mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen und somit auch weiter wachsen und metastasieren. Das Wirkprinzip der Anti-Angiogenese verhindert nun die Bildung der neuen Blutgefäße zum und in den Tumor und stoppt somit dessen Versorgung. Der Tumor wird also „ausgehungert“, indem der Rezeptor an der Oberfläche der Blutgefäßzellen blockiert wird. Dadurch können die Blutgefäße das VEGF-Signal nicht empfangen und können nicht wachsen.
Der entsprechende Antikörper kann nach langer medizinischer Forschung nun biotechnologisch hergestellt werden. Da dieser direkt ins Blut gelangen muss, um zu wirken, verabreichen Ärzte den Antikörper als Infusion. Sie setzen ihn in der sogenannten First-Line-Therapie ein, dies bedeutet, dass eine Therapie mit dem Angiogenesehemmer unmittelbar nach der Diagnose des metastasierten Brustkrebs beginnt.
Der Angiogenesehemmer ist seit März 2007 für Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs zugelassen. Diese Zulassung beruht auf einer klinischen Studie, in der ein Teil der Patientinnen eine Standard- Chemotherapie mit dem Zytostatikum Paclitaxel und der andere Teil der Patientinnen eine Kombination von Paclitaxel plus dem Angiogenesehemmer erhielten (Miller et al, NEJM 2007). Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Antikörpertherapie die krankheitsfreie Zeit verdoppeln konnte, ohne die Lebensqualität der Patientinnen negativ zu beeinflussen. Zudem sprachen, im Gegensatz zu einer alleinigen Chemotherapie, fast doppelt so viele Patientinnen auf die neue Therapieform an.
Größere Tumore benötigen eine eigene Blutversorgung. Ziel der Antikörpertherapie ist es daher unter anderem, die Bildung von Tumor-Blutgefäßen zu hemmen. Dadurch wird die Krebsgeschwulst von der Blut- und Nährstoffversorgung abgeschnitten und bildet sich zurück.

Tumorzellen benötigen ab einer bestimmten Größe (2mm) eine eigene Blutversorgung
©Hoffman La-Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Tumorwachstum und Gefäßneubildung
Ab einer bestimmten Größe benötigen Tumore eine eigene Blutversorgung, um sich mit Nähr- und Wachstumsstoffen sowie Sauerstoff zu versorgen. Sie produzieren daher einen Wachstumsfaktor, der Blutgefäße anregt, schneller zu wachsen oder Verästelungen in Richtung des Tumors auszubilden. Dieser Gefäß-Wachstumsfaktor heißt in der Fachsprache VEGF (engl. vascular endothelial growth factor) und spielt eine Schlüsselrolle bei der Tumor-Gefäßneubildung
( Angiogenese).

Mittels VEGF regt der Tumor die Gefäßneubildung an
©Hoffman La-Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Die Produktion und Ausschüttung von VEGF wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Leidet die Tumorzelle zum Beispiel unter Sauerstoffmangel (Hypoxie), gibt sie das Signal zu verstärkter VEGF-Bildung. Aber auch bestimmte Eiweißkörper wieZytokine oder Träger von tumorfördernden Erbinformationen – Onkogene - regen die VEGF-Ausschüttung aus der Tumorzelle an. Der VEGF selbst löst wiederum viele weiterführende Signalkaskaden aus, die zu einer Gefäßneubildung führen. VEGF löst jedoch nicht nur Signale aus, um neue Blutgefäße wachsen zu lassen, sondern sichert auch das Überleben der neuen noch unreifen Gefäßzellen (Endothelzellen) auf der Tumoroberfläche. Die Gefäßneubildung und -erhaltung fördern das Wachstum des Tumors und erhöhen das Risiko von Metastasen.

Die Gefäßneubildung fördert das Tumorwachstum und erhöht das Risiko für Metastasen.
©Hoffman La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv

Antikörpertherapie blockiert VEGF
©Hoffman La Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Das Immunsystem unseres Körpers bietet die Vorlage für die so genannte Immun- oder Antikörpertherapie. Eindringende Krankheitserreger werden durch spezifische Antikörper erkannt, gebunden und eliminiert. Auf ähnliche Weise können entsprechende Antikörper VEGF gezielt erkennen und blockieren.

©Hoffman La-Roche Ltd., Klinische Forschung Bildarchiv
Wird der VEGF blockiert, sterben die Endothelzellen ab. Nach und nach degenerieren die Gefäße und der Tumor bildet sich durch die mangelnde Versorgung immer weiter zurück.
Entwicklung der Operationstechniken bei Brustkrebs
Über viele Jahre stellte die "radikale Mastektomie" die einzige Therapiemöglichkeit beim Brustkrebs dar. In großen Studien, die zum Teil bereits in den 70er Jahren begonnen wurden, konnte gezeigt werden, dass heute auch ohne die Entfernung des großen Brustmuskels und ohne entstellende Amputation gleich gute Heilungschancen bei deutlich verbesserter Lebensqualität für die betroffenen Patientinnen bestehen (Veronesi et al, Eur. J. Cancer Clin Oncol.1986).
Die Voraussetzung hierzu bildete die systematische Erforschung ergänzender medikamentöser Behandlungen, die Verbesserung der Diagnoseverfahren und nicht zuletzt breite Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung.
Neben der Brust erhaltenden Operation oder dem Fortschritt beim Wiederaufbau der Brust wurde diese Entwicklung vor allem durch die systematische Erforschung zusätzlicher medikamentöser Therapiemöglichkeiten (Antikörper-,Chemo- und Hormontherapie) ermöglicht. Für die betroffenen Frauen bedeutet dies eine enorme psychische Erleichterung.
Nur noch bei wenigen Patientinnen muss daher eine radikale Operation durchgeführt werden. Auch in diesen Einzelfällen besteht, bis auf wenige Ausnahmen, die Möglichkeit einer späteren Wiederaufbauplastik der Brust.
Operationsverfahren
Auf dieser Seite wird auf die beiden OP-Verfahren noch genauer eingegangen:
1. Brust erhaltende Operation
2. radikale Brustoperation
Brust erhaltende Operation:
Wie oben bereits erwähnt, ist die Entfernung des eigentlichen Krebsknotens im gesunden Gewebe - mit dem Ziel den Krebs zu entfernen und gleichzeitig soviel gesundes Brustgewebe wie möglich zu erhalten - das Ziel der operativen Behandlung.
Die Richtigkeit dieses Vorgehens konnte in großen Studien bestätigt werden. Veronesi et al, Eur. J. Cancer Clin Oncol.1986, Veronesi et al, 1990; Fisher et al 1980, Fisher et al NEJM 2002.
Voraussetzung ist jedoch:
- Der Krebsknoten darf nicht zu groß sein. Der Tumor muss im gesunden Gewebe entfernt werden können. Es dürfen keine Reste von Krebszellen zurückbleiben.
- Weder Haut noch Brustwandmuskulatur dürfen betroffen sein.
Bei der Brust erhaltenden Operation besteht heutzutage die Möglichkeit der:
- Quadrantenresektion: Das die Geschwulst tragende Viertel der Brust wird entfernt.
- Segmentresektion: Nur das befallene Segment wird entfernt.
- Tumorektomie: Nur die Geschwulst - ohne Sicherheitssaum - wird entfernt.
Auch bei der Brust erhaltenden Operation ist die operative Entfernung der Achsellymphknoten notwendig. Soweit möglich, wird natürlich auch bei diesem Eingriff der kosmetische Aspekt berücksichtigt.
Bei der Wahl des optimalen Operationverfahrens wird selbstverständlich auf die Wünsche der Patientin eingegangen. Sie sollten Ihrem Arzt bei dessen Entscheidung vertrauen. Nur er kann die Gefährlichkeit des Tumors richtig einschätzen und demzufolge die für die individuelle Situation in Frage kommende Behandlungsweise korrekt auswählen.
Radikale Brustoperation:
Eine radikale Brustoperation kann in seltenen Fällen - wenn zum Beispiel der Krebsknoten im Verhältnis zum noch gesunden Gewebe zu groß ist - auch heute noch notwendig sein. Bei der Operation (Mamma-Amputation) werden sowohl die gesamte betroffene Brustdrüse, als auch die Lymphknoten der entsprechenden Achselhöhle entfernt.
Der Operationsschnitt reicht über die Brust bis hin zur Achselhöhle. Ca. 3 - 4 Wochen nach dem Eingriff ist die Wunde verheilt. Nach der Operation berichten die Frauen zum Teil über ein Spannungsgefühl in der Brust. Dies kommt dadurch zustande, dass mit der Entfernung der Brust auch die darüber befindliche Haut zum Teil entfernt wurde. Außerdem kann die Beweglichkeit des Schultergelenks auf der operierten Seite eingeschränkt sein. Rechtzeitiges Training der Schulter-Arm-Muskulatur kann hier helfen.
Nach einer radikalen Brustoperation müssen sie sich nicht verstecken! Es gibt zahlreiche Hilfen, die betroffene Frauen nutzen können, wie z.B. speziell hierfür präparierte BHs und Badeanzüge.
Zudem besteht in den letzten Jahren die Möglichkeit des Wiederaufbaus der Brust. Für den Wiederaufbau der Brust gibt es mehrere Alternativen (gefüllte Plastiken, z. B. mit Silikon oder Kochsalzlösung, seltener mittels Schwenklappenplastik). In der Regel wird - wenn ein Wiederaufbau geplant ist - bereits bei der Brustentfernung ein Platzhalter eingesetzt. Nach ca. 1/2 Jahr kann der Platzhalter in einer zweiten Operation durch die endgültige Prothese ersetzt werden. Die äußere Form der Brust kann somit der gesunden Seite angeglichen werden.
Genaue Informationen erhalten Sie über Ihren Arzt. Er kennt das Ausmaß Ihrer Krebserkrankung genau und kann Ihnen auch raten, welche Behandlung bei Ihnen in Frage kommt. Er wird immer in Ihrem Interesse handeln.
Nicht nur bei der radikalen Operation, auch bei der Brust erhaltenden Operation kann es nötig werden, die Brustwarze mit zu entfernen. Auch hier bestehen plastisch-operative Möglichkeiten, die Brustwarze zu rekonstruieren.
Sprechen Sie ganz offen mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste, Bedürfnisse und Fragen. Holen Sie - falls Sie sich unsicher sind - noch eine zweite Meinung ein. Zudem haben Sie die Möglichkeit, sich über Selbsthilfegruppen wie z.B. die Deutsche Krebshilfe zu informieren.
Strahlen- / Radiotherapie
Die Strahlen- bzw. Radiotherapie ist zusätzlich zur medikamentösen Behandlung und zur Operation die am häufigsten angewendete Behandlungsform beim Brustkrebs. Sie wurde in den letzten Jahren ebenfalls weiterentwickelt.
Prinzip:
Durch ionisierende Strahlen entstehen Schäden im Erbgut der bestrahlten Zellen. Krebszellen haben ein weniger gut funktionierendes Reparatursystem als normale, gesunde Zellen. Die durch die Strahlung entstandenen Schäden können daher bei der Krebszelle nicht behoben werden. Die Zelle stirbt ab. Wichtig ist dabei, dass im Tumor eine möglichst hohe Strahlenkonzentration erreicht wird und das umliegende gesunde Gewebe trotzdem so weit wie möglich geschont werden kann.
Einsatz der Strahlen-/ Radiotherapie:
Die Strahlenbehandlung wird eingesetzt, um bei der Operation nicht entfernte Krebszellen zu erfassen,
- routinemäßig bei der brusterhaltenden Operation. Die Lokalrezidiv-Rate kann so deutlich gesenkt werden.
- wenn bei dem operativen Eingriff das Tumorgewebe nicht vollständig entfernt werden konnte.
- bei bestimmten Metastasen.
Die Strahlentherapie kann zumeist erst nach der abgeschlossenen Wundheilung begonnen werden. Zur Zeit wird in Studien bereits der Nutzen einer intraoperativen Radiotherapie geprüft. Die Ergebnisse, insbesondere bei der Kombination aller Verfahren, lassen sich zur Zeit noch nicht abschließend beurteilen. Zudem ist es wichtig, den allgemeinen Zustand der Patientin zu berücksichtigen.
Üblicherweise ist der Beginn der Strahlentherapie demnach frühestens 3 Wochen nach der Operation möglich. Die Behandlung wird über einen Zeitraum von etwa 6 Wochen durchgeführt. Während dieser Zeit kommt die Patientin an mehreren Tagen pro Woche - meist ambulant - zur Bestrahlung.
Leider kann auch diese Form der Behandlung trotz genauester Planung und Durchführung unerwünschte Nebenwirkungen haben:
Eine Strahlentherapie ist vor allem für die Haut in dem bestrahlten Bezirk sehr belastend. Es kann zu schmerzhaften Rötungen - ähnlich den Symptomen eines schweren Sonnenbrandes - zum Teil mit Blasenbildung und Haarausfall kommen.
Tipps:
Sie sollten vor allem darauf achten, dass die bestrahlte Hautpartie nicht mechanisch beansprucht wird - hierzu zählt beispielsweise auch der Druck eines schmalen BH-Trägers.
Zudem sollte eine zusätzliche Hautreizung durch z. B. Deospray, Parfüm, Einreibemittel, Kunstfaser-Kleidung oder Höhensonne vermieden werden.
Pflegen Sie die betroffenen Hautstellen regelmäßig mit hautschonendem Puder und/ oder Öl! Hier kann vor allem die Verwendung von Baby-Pflegeprodukten empfohlen werden.
Hormontherapie
In einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass bei Brustkrebs häufig eine Hormon- (Östrogen-) Abhängigkeit besteht. Das heißt, das Wachstum kann durch Gabe von Hormonen bzw. den entsprechenden Antihormonen beeinflusst werden. Durch die Veränderung des Hormonhaushaltes kann die Metastasierung von Brustkrebs verhindert werden oder bei bereits bestehender Metastasierung eine Remission erreicht werden.
Theoretisches Hintergrundwissen:
Im Gehirn befindet sich der Hypothalamus und die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die großen Einfluss auf die Hormonproduktion im Organismus haben. Sie steuern die Östrogenausschüttung über einen endokrinen Regelmechanismus: Durch Ausschüttung von sogenannten "Releasing-Hormonen" ( hier Gonadotropin-RH) aus dem Hypothalamus wird die Hypophyse stimuliert, Hormone (Gonadotropine) zu synthetisieren und auszuschütten. Diese wiederum stimulieren die Eierstöcke. Es kommt zur Produktion von Östrogenen. Hohe Östrogenspiegel bewirken jedoch eine negative Rückkopplung, d.h. die übergeordneten Hormone werden weniger ausgeschüttet und es kommt demzufolge auch wieder zu einer geringeren Östrogenbildung.
Diese komplexen Zusammenhänge führen zu einem einfachen Behandlungsschema. Es gibt folgende Therapiemöglichkeiten:
1. Ausschaltung der Funktion der Eierstöcke und damit Stopp der Östrogen-Produktion:
- operative Entfernung der Eierstöcke
- Bestrahlung der Eierstöcke
- Gabe von synthetischen GnRH-Analoga (führt zu einer Unterdrückung der körpereigenen GnRH-Produktion und damit der Östrogensynthese).
Einsatz: Ausschaltung der Östrogenproduktion v. a. bei Frauen vor Eintritt der Wechseljahre!
Bei Auftreten eines Brustkrebsrezidivs ist eine zusätzliche Behandlung mit Antiöstrogenen (s. u.) sinnvoll.
Auch hier gilt, es gibt mögliche Nebenwirkungen: Die Nebenwirkungen können sich in Form von Hitzewallungen, Verlust der Libido, Gewichtszunahme oder Wassereinlagerungen äußern. Langfristig besteht ein erhöhtes Risiko einer Osteoporose oder von Herzkreislauferkrankungen.
2. Antiöstrogene
Bestimmte Tumorzellen besitzen Rezeptoren, die auf Östrogene reagieren und mit dem Zellwachstum beginnen. Antiöstrogene hemmen diese Rezeptoren. Der Wachstumsreiz für die Tumorzelle bleibt somit aus.
Mögliche Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, vaginale Blutungen und/ oder Juckreiz, Hitzewallungen etc.
3. Aromatasehemmer:
Die Aromatase ist ein Enzym und kommt in den Eierstöcken, der Muskulatur, dem Fettgewebe, aber auch in den Brustkrebszellen vor. Die Aromatase ist wichtig für die Östrogen-Produktion. Wird sie gehemmt, so führt dies zu einer starken Senkung des Östrogen-Spiegels im Blut.
Mögliche Nebenwirkungen: je nach Präparat unterschiedlich. Es kann zu Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Blutdruckanstieg, Ausschlägen kommen.
4. Gestagene:
Hormone mit antiöstrogenem Effekt. Sie bewirken eine verminderte Östrogenbildung und eine Abnahme der Östrogenrezeptoren auf den Tumorzellen.
Mögliche Nebenwirkungen: unter anderem vaginale Blutungen, Gewichtszunahme, Amenorrhoe, erhöhtes Thromboserisiko.
Das Thema Empfängnisverhütung sollte beim Kapitel "Hormonbehandlung" noch kurz angesprochen werden. Auch hier bestehen neben der Benutzung von Kondomen zusätzliche Möglichkeiten.
Die Verhütung durch Einlage einer Spirale ist prinzipiell ebenso möglich wie die Einnahme der "Pille", bei manchen Brustkrebsarten sogar entgegen den ursprünglichen Befürchtungen.
Sprechen Sie über diese Fragen offen mit Ihrem Arzt. Er wird Sie zu den bestehenden Möglichkeiten der Empfängnisverhütung ausführlich informieren.
Chemotherapie
Durch die Chemotherapie sollen (eventuell) im Körper noch vorhandene Tumorzellen in ihrem Wachstum gehemmt werden. Hierzu werden Medikamente - sogenannte Zytostatika - eingesetzt, die in den Teilungsprozess von rasch wachsenden Zellen (Krebszellen) eingreifen.
Neue Studien - vor allem bei Patientinnen in fortgeschrittenen Brustkrebsstadien - zeigen vielversprechende Erfolge bei der Kombination einer Chemotherapie mit monoklonalen Antikörpern (Slamon et al. N Engl J Med 2001, Marty et al. J Clin Oncol 2005; Miller et al NEJM 2007). Mehr Information zu dieser speziellen Therapie erhalten Sie auf den entsprechenden Seiten im Kapitel spezielle Therapie.Der Einsatz einer Chemotherapie steht dann zur Diskussion, wenn
- das Entstehen von Metastasen verhindert werden soll. Diese vorbeugende Form der Chemotherapie wird als adjuvante Chemotherapie bezeichnet und im Anschluss an eine brusterhaltende Operation durchgeführt
- die Tumorerkrankung sehr rasch fortschreitet
- eine Beteiligung innerer Organe besteht
- der Brustkrebs keine bzw. sehr wenige Hormonrezeptoren hat und/oder die Hormontherapie nicht ausreicht.
Kriterien für den Einsatz und die Durchführung einer Chemotherapie sind:
- Alter
- Allgemeinzustand
- Rezeptorstatus (Vorhandensein von Hormonrezeptoren auf Brustkrebszellen)
- Befall der Lymphknoten in der Achselhöhle
- Grad der Bösartigkeit des Tumors (Malignitätsgrad)
Wie äußert sich der Erfolg einer Chemotherapie?
In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe einer unterstützenden Chemotherapie die metastasenfreie Zeit bei Patientinnen mit Brustkrebs verlängert werden konnte.
Wer profitiert am meisten von einer Chemotherapie?
Vor allem Frauen vor Eintritt der Wechseljahre profitieren von dieser Therapieform. Bei Frauen nach dem Eintritt der Wechseljahre und entsprechendem Hormonrezeptorstatus ist häufig eine Hormontherapie die bessere Alternative.
Chemotherapie in Tablettenform:
Seit März 2002 ist ein Chemotherapeutikum in Tablettenform für die Therapie des metastasierten Brustkrebs zugelassen. Es wird als Tablette eingenommen und ermöglicht eine Therapie ohne Infusionen. Bei diesem Medikament werden durch einen tumorspezifischen Wirkmechanismus gesunde Zellen geschont. Dadurch ist die Therapie, bei hoher Wirksamkeit, gut verträglich.
Nebenwirkungen:
Eine Chemotherapie ist für die Patientin oft eine körperlich und psychisch belastende Therapie. Sie ist in der Regel mit einer Reihe von Nebenwirkungen verbunden. Zytostatika greifen vor allem in das Wachstum von schnell wachsenden Zellen ein.
Dies betrifft in erster Linie Krebszellen, aber leider häufig auch:
- die blutbildenden Zellen des Knochenmarks
- die Zellen der Haarwurzeln
- die Magen- und Darmschleimhautzellen
- die Mundschleimhaut
Es ist jedoch wichtig zu erwähnen: Die Nebenwirkungen verschwinden wieder, wenn keine Zytostatika mehr verabreicht werden.
Spätschäden?
Inwiefern bei der Chemotherapie Spätschäden auftreten können, ist bislang noch offen. Vor dem Beginn einer Chemotherapie wird von Ihrem behandelnden Arzt eine genaue Bewertung nach Risiko und Nutzen durchgeführt werden. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass durch die Anwendung von Zytostatika in der Regel eine Verbesserung der Lebensqualität oder bessere Überlebenschancen erzielt werden können. Demgegenüber sollten die Beschwerden, die während einer medikamentösen Behandlung auftreten können, bewertet werden.
zu 1:
Ist - unter einer Chemotherapie - die Produktion der Leukozyten (weißen Blutkörperchen) im Knochenmark betroffen, so sinkt ihre Zahl im Blut ab. Als Folge davon könnte eine Infektion entstehen. Meiden Sie nach der Behandlung für 7 -14 Tage Personen mit ansteckenden Krankheiten. Informieren Sie Ihren Arzt bei länger als zwei Tage dauerndem Fieber, Schüttelfrost, Durchfall oder Brennen beim Wasserlassen.
Sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen unter ein Minimum, so ist die Behandlung zu unterbrechen, bis der Körper wieder ausreichend weiße Blutzellen gebildet hat.
Ebenso kann aber auch die Produktion der Thrombozyten (Blutplättchen), die an der Blutgerinnung beteiligt sind, betroffen sein. Dann kann es zu gefährlichen Blutungen kommen. Diese können unter Umständen durch Bagatellverletzungen ausgelöst werden.
Deshalb gilt:
- Vorsicht beim Umgang mit Werkzeug, Scheren, Messern und sonstigen scharfen oder spitzen Gegenständen!
- Bei starkem Zahnfleischbluten: Wattetupfer zum Reinigen der Zähne verwenden!
- Vermeiden Sie verletzungsgefährdende Sportarten!
- Verwenden Sie keine Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen - wie z.B. Aspirin!
- Verzichten Sie in dieser Zeit auf einen übermäßigen Alkoholkonsum
Wenn doch einmal etwas passiert: Drücken Sie die Wunde mit einem sauberen Tuch ab und melden Sie sich umgehend bei einem Arzt.
zu 2:
Bei einem Teil der Zytostatika kann es zu starkem Haarausfall bis zu gesamtem Haarverlust kommen. In der Regel wachsen die Haare nach Abschluss der Behandlung jedoch wieder nach. Solange können Sie sich - wenn Ihnen die Situation unangenehm ist und Sie belastet - mit einer eigens für Sie angefertigten Perücke (Spezialgeschäfte, die Ihnen ihr Krankenhaus bzw. behandelnder Arzt empfiehlt) oder einer Kopfbedeckung behelfen. Reden Sie auch mit Ihrem betreuenden Arzt über Ihre Probleme.
zu 3:
Kommt es zu Auswirkungen der Zytostatika auf die Zellen der Magen- und Darmschleimhaut, so treten häufig Übelkeit und Brechreiz und/oder Durchfälle auf. Die Patientinnen leiden oft an Appetitlosigkeit. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt über die Nebenwirkungen zu reden. Gegen Übelkeit und Brechreiz gibt es wirksame Medikamente, die als Infusion oder in Form von Tabletten während einer Chemotherapie gegeben werden können.
Tipps:
So vertragen Sie die Nahrungsaufnahme besser und schonen Ihren Magen-Darm-Trakt: - Kleinere, häufigere Mahlzeiten.
- Wenig zur Mahlzeit trinken.
- Langsam essen und gut kauen.
- Meiden Sie süßes und fettes Essen!
- Trockene Lebensmittel, wie Zwieback und Toastbrot, sind gut verträglich!
- Nehmen Sie - bevor sie Ihre Medikamente einnehmen - nur leichte Nahrungsmittel (z.B. Suppe, Kekse etc.) zu sich - Empfohlen ist eine ausgewogene Kost.
zu 4:
Bei Mundtrockenheit oder entzündeten Bereichen der Mundschleimhaut ist eine sorgfältige Mundhygiene wichtig:
Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste (bei stark blutendem Zahnfleisch evtl. sogar nur ein Wattestäbchen), fluoridreiche Zahnpasta, keine scharfen Mundwässer. Halten Sie Ihre Lippen mit Hilfe einer Lippencreme feucht. Meiden Sie scharf gewürzte Speisen.
Supportivtherapie
Bei Krebs denken viele Menschen als erstes an den Tumor selbst und an seine Metastasen. Meistens haben an Krebs erkrankte Personen jedoch auch noch Begleiterkrankungen, die mit dem Krebs zusammenhängen.
Vor allem bei längerem Fortschreiten der Erkrankung kommt es oft zu Blutarmut (siehe Kapitel zur Tumoranämie). Gerade beim Brustkrebs ist zudem eine Ausbreitung der Metastasen in Knochen nicht selten. Und allgemein bekannt sind die Auswirkungen der Chemotherapie bzgl. Übelkeit und Erbrechen.
Gegen all diese Begleiterkrankungen stehen Therapiemöglichkeiten (Supportivtherapien: supportiv = begleitend) zur Verfügung, die Ihnen hier kurz vorgestellt werden.
Knochenmetastasen
Knochentumoren und Metastasen, die von anderen Tumorerkrankungen stammen und sich in die Knochen einlagern, können das Gleichgewicht von Knochenaufbau und Knochenabbau erheblich stören und so verschiedenen Folgeerkrankungen wie der Osteolyse führen. Dabei kommt es durch vermehrten Knochenabbau zu einer Ausschwemmung des Calciums aus dem Knochen ins Blut. Der Anstieg des Calciumspiegels beeinträchtigt zahlreiche Zellvorgänge und Stoffwechselwege. Für die Therapie eignen sich Bisphosphonate. Diese binden an die Mineralsubstanz des Knochens, vermindern so deren Freisetzung ins Blut und den weiteren Anstieg des Calciums im Blut.
Zudem bieten die neuen Bisphosphonate noch eine schmerzstillende Wirkung.
Anämie
Unter der tumorinduzierten Anämie versteht man eine Blutarmut, die durch Tumorerkrankungen hervorgerufen wird. Eine Blutarmut zeichnet sich durch einen reduzierten Hämatokritwert (Anteil der Zellen am gesamten Blutvolumen) und/oder einen reduzierten Hämoglobinwert (Menge des roten Blutfarbstoffs [Hämoglobin] bzw. Menge an roten Blutkörperchen [Erythrozyten]) aus.
Die Reduktion der roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich sind, führt zu einem verminderten Sauerstofftransport und einer Unterversorgung der Organe. Die Folge sind Ermüdung und Kurzatmigkeit des Patienten. Bisher gibt es zwei Therapieansätze, die die Anzahl der roten Blutkörperchen steigert: die Bluttransfusion und die Gabe von Erythropoietin. Erythropoietin ist ein Wachstumshormon, das die roten Blutkörperchen zur Proliferation anregt und so für einen Anstieg der Erythrozyten sorgt.
Übelkeit nach einer Chemotherapie
Zytostatika, die Wirkstoffe einer Chemotherapie, unterscheiden bei ihrer Zerstörung nicht zwischen Krebszellen und gesunden Zellen. Sie zerstören vor allem sich-schnell-teilende Zellen wie Krebszellen, aber auch Zellen der Schleimhaut im Mund und im Magen-Darm-Trakt und des Knochenmarks. Zur Übelkeit kommt es, da der Körper die zerstörten Zellen ausscheiden möchte. Gesteuert wird das Erbrechen durch den Stoff Serotonin im Gehirn. Eine wirksame Therapie gegen Übelkeit ist ein Serotonin-Hemmer.
Klinische Studien zur weiteren Optimierung der Therapie
Um die Behandlung des Brustkrebses weiter verbessern zu können, sind sicherlich noch eine Reihe von klinischen Studien notwendig. Haben Sie sich schon einmal überlegt, ob Sie an einer Therapiestudie teilnehmen würden, wenn Ihr Arzt Sie darauf anspricht? Informieren Sie sich doch einfach, was dies für Sie bedeuten würde. Auch Sie könnten von der Teilnahme profitieren.Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber. Nur er kennt Ihre Erkrankung genau und kann abschätzen, was für Sie das Beste ist.
Tipps für den Alltag
Körper und Ernährung
Ihr Körper braucht jetzt Ihre ganze Zuwendung. Jede Krebsbehandlung ist eine große Belastung für Ihren Körper. Durch die Therapie werden neben den bösartigen auch gesunde Zellen geschädigt, vor allem solche, die sich häufig teilen. Dazu gehören die Schleimhaut-Zellen im Magen-Darm-Trakt genauso wie Haarwurzelzellen und die blutbildenden Knochenmarkszellen. Zusätzlich können Arzneimittel-Nebenwirkungen die Immunmechanismen des Körpers schwächen. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich Ihrem Körper in dieser Zeit besonders zuwenden.
Sanfte Körperpflege
Besonders durch die Strahlentherapie ist die Haut im bestrahlten Bereich sehr empfindlich. Es kann zu schmerzhaften Rötungen - ähnlich den Symptomen eines schweren Sonnenbrandes - kommen. Sie sollten deshalb vor allem diese Hautpartien nicht noch zusätzlich beanspruchen. Vermeiden Sie beispielsweise den Druck durch einen schmalen BH-Träger. Auch Deo, Parfüm, andere Kosmetika, Kunstfaser-Kleidung oder Höhensonne können die Haut reizen. Pflegen Sie die betroffenen Hautstellen lieber mit mildem Puder oder Öl, am besten mit Baby-Pflegeprodukten, und tragen Sie Naturfasern.
Fastenkuren machen krank
Nach allem, was Forscher bis jetzt wissen, gibt es keine Diät oder Fastenkur, die einen Tumor beseitigen und eine medizinische Behandlung ersetzen würde. Ein Tumor kann sich bei einer solchen Kur zwar vorübergehend zurückbilden, vergrößert sich aber bei normaler Ernährung wieder. Durch eine Fastenkur verlieren Sie schnell an Gewicht und an Kraft. Ihr Abwehrsystem wird geschwächt, Infektionen sind die Folge. Und damit haben Sie genau das Gegenteil erreicht als erhofft: Um Ihre Gesundheit ist es schlechter bestellt als vorher.
Vollwertige und individuelle Ernährung hilft
Mit einer vitamin- und nährstoffreichen Ernährung erhalten Sie sich Ihre Lebensqualität und sorgen dafür, dass Ihre Krankheit möglichst günstig verläuft. Sehr empfehlenswert sind Frischkornmüsli, rohes Obst und Gemüse, kaltgepresste Öle sowie Vorzugsmilch und natürliches Mineralwasser. Auch Fisch, Fleisch und Eier in Maßen gehören zu einer ausgewogenen Ernährung.
Trotz dieser allgemeinen Tipps sollte Ihre Ernährung aber individuell auf Ihre Lebensgewohnheiten, Ihre Lebensfreude und Ihre Tumorerkrankung angepasst sein. Für weitere Informationen besuchen Sie eine Ernährungsberatung zum Beispiel in einem Krankenhaus oder besuchen Sie die Internetseiten der österreichischen Krebshilfe: http://www.krebshilfe.net
Leben mit Krebs
Heilung betrifft Körper und Psyche
Die Diagnose "Brustkrebs" ist häufig für die betroffene Frau in zweierlei Hinsicht belastend. Zum einen ist es schwer mit der Diagnose "Krebs" konfrontiert zu werden. Man fragt sich: warum gerade ich? Die Patientin und ihre Angehörigen haben Angst vor Leiden und auch Tod. Oft machen sie sich zum ersten Mal darüber Gedanken. Zum zweiten besteht häufig große Angst vor der bevorstehenden Operation. Bei vielen Frauen spielt hier sicherlich mit, "keine richtige Frau" mehr zu sein - vor allem, wenn nicht Brust erhaltend operiert werden kann. Es treten dann Fragen auf wie:
- Wie kann ich mit der (körperlichen) Situation umgehen?
- Wie reagiert mein Partner darauf?
Ihnen alle Angst mit diesen Informationen nehmen zu wollen, ist sicher viel zu hoch gegriffen. Einige Ratschläge sollen Ihnen aber helfen, mit der Angst umzugehen und mit der psychischen Belastung fertig zu werden.
Stecken Sie Ihre Energie in den Kampf gegen den Krebs! Ihr Arzt hilft Ihnen dabei.
Besprechen Sie die Behandlungsstrategie mit ihm. Äußern Sie offen und ehrlich Ihre Ängste und Bedenken. Nur dann kann Ihr Arzt Ihnen gezielt helfen.
- Besinnen Sie sich der Menschen, die Ihnen schon früher Kraft und Hoffnung vermittelt haben. Verbringen Sie Ihre Zeit mit ihnen.
- Nehmen Sie sich Zeit für sich. Ihre Erkrankung verlangt Zeit zur Heilung - körperlich und seelisch!
- Oft wird den Patientinnen und denen, die sie lieben, erst dann so richtig bewusst, was wirklich im Leben zählt bzw. wie unwichtig Äußerlichkeiten sind.
Häufig hilft den Betroffenen auch ein Gespräch mit anderen Brustkrebspatienten. Um Adressen von Selbsthilfegruppen zu erhalten, können Sie sich an die Österreichische Krebshilfe wenden. Sie können hier auch verschiedene Informationsbroschüren beziehen.
Soziale Aspekte:
Roche Austria hilft via„Roche Lebens Hilfe“
Die Diagnose "Brustkrebs" verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen von Grund auf, nichts bleibt wie es war. Moderne, zielgerichteten Krebstherapien ermöglichen immer mehr Patienten einen stabil-guten körperlichen Zustand und damit auch den Verbleib im Arbeitsprozess bzw. den Wiedereinstieg in den Beruf nach überstandener Erkrankung. Dennoch sind Krebspatienten – so die traurige Erfahrung – auf ihrem Weg zurück zu einem „normalen Leben“ oft mit großen Schwierigkeiten konfrontiert. Zumeist haben sie aufgrund Ihrer Erkrankung ihren Job verloren, können nicht mehr an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren, haben daher finanzielle Schwierigkeiten oder akute Kreditprobleme.
Diese Menschen möchte Roche Austria bei Ihrem Wiedereinstieg in den „Alltag“ unterstützt werden. Aus diesem Grund haben wir – gemeinsam mit der Österreichischem Krebshilfe als Partner – die Initiative „Roche Lebens Hilfe“ gegründet. Ziel des Projektes ist es, Betroffenen und Angehörigen unbürokratische, schnelle und verlässliche finanzielle Hilfe anzubieten.
Patienten und/oder Ihre Angehörigen können einen Antrag um Unterstützung bei der Österreichischen Krebshilfe einreichen. Wichtig ist auch hier eine intensive Beratung durch die Experten der Krebshilfe vorab. Jeder Einzelfall wird dann von einem unabhängigen Komitee in Absprache mit dem behandelnden Arzt objektiv bewertet. Ein unabhängiges Gremium der Österreichischen Krebshilfe prüft alle Fälle eingehend und entscheidet im Anlassfall über die Höhe der notwendigen Unterstützung.
Darüber hinaus finden Sie in unserer Zusammenstellung nützliche Links einer Reihe von Anlaufstellen, welche im Bedarfsfall kontaktiert werden können, um soziale und finanzielle Unterstützung bzw. Hilfe in arbeitsrechtlichen Fragen zu erhalten.
Broschüren
Links
Anlaufstellen bei sozialen/ finanziellen Problemen:
Broschüren
„Ist es vielleicht Brustkrebs?“
Sie können die Broschüre auch gerne unter pharma.austria@roche.com unter Angabe Ihres Namens, Adresse und gewünschter Stückzahl bei uns bestellen.
100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Brustkrebs (© Wiener Krebshilfe)
Linkliste
Das Internet bietet eine Vielzahl an Informationsquellen über Brustkrebs an. Einige haben wir hier für Sie zusammengestellt:
Allgemeine Informationen zu Brustkrebs
www.netdoktor.at - medizinisches Informationsportal
www.brustkrebslexikon.de
Organisationen zum Thema Krebs
www.krebshilfe.net – Krebshilfe Österreich
www.krebshilfe.com – Wiener Krebshilfe
www.leben-mit-krebs.at – Leben mit Krebs
www.krebshilfe.de – deutsche Krebshilfe
www.oegpo.at – österreichische Gesellschaft für Psychoonkologie
www.krebszentrum.at – Krebszentrum AKH Wien
Organisationen zum Thema Brustkrebs
www.europadonna.at – Europa Donna
www.brustgesundheit.at – Privatstiftung für Brustgesundheit
www.brustambulanz.info – Brustambulanz AKH Wien
www.mammamia.or.at
www.diesie.at
www.ich-schau-auf-mich.at
www.knospe.at
www.selbsthilfe.at - Auflistung aller Selbsthilfegruppen zu Brustkrebs in Österreich
Erbliche Aspekte
www.brustgesundheit.at/112.0.html
www.onkogenetik.de
Studiengruppe zu Brustkrebs in Österreich
www.abcsg.at – Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group
www.cecog.org – Central European Cooperative Study Group
Anlaufstellen bei sozialen/ finanziellen Problemen:Anlaufstellen bei sozialen/ finanziellen Problemen:
1) KREBSHILFE:
www.krebshilfe.at
www.krebshilfe-wien.at/Krebs-und-Beruf
Rufen Sie an und vereinbaren Sie mit den Beraterinnen von "Krebs und Beruf" ein Beratungsgespräch : 01/402 19 22 DW 14 oder DW 15
Projektbegleitend hat die Wiener Krebshilfe den Ratgeber „100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Krebs und Beruf“ herausgebracht.
Die Beratung im Rahmen des Projekts „Krebs und Beruf“ erfolgt telefonisch oder persönlich nach telefonischer Vereinbarung. Information und Beratung sind kostenlos.
Vereinbaren Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch zu arbeitsrechtlichen Fragen unter:
01/402 19 22 oder 0800 699 900 oder schicken Sie uns ein e-mail!
2) ARBEITERKAMMER:
www.arbeiterkammer.at
3) SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER
www.sozialversicherung.at
Dort Link zu allen Sozialverischerungsträgern und Kontakttelefonnummer, Informationen zum Pflegegeld
4) ARBEITSMARKTSERVICE
Arbeitsmarktservice, es gibt Stellenangebote Kontakte zu den Bundesländern
www.ams.or.at/neu/
5)„SOZIALÄMTER“ und allgemeine Informationen zur finanziellen und sozialen Hilfe
ÖSTERREICHWEIT:
0800/201611: Sozialservicestelle (Nulltarif) Sozialtelefon – Bürgerservice des Sozialministeriums, Anlaufstelle für alle sozialen Fragen in Österreich. Das SozialTelefon bietet Information und Beratung zu Fragen im Zusammenhang mit einer Behinderung und im Einzelfall auch Information und Beratung für Personen in anderen schwierigen Lebenssituationen.
www.sozialinfo.at hier Links zu allen Bundesländern!!!
www.bmsk.gv.at Homepage des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz
www.soziales-leben-oesterreich.at/sozialhilfe.html Link nur zu Burgenland und Kärnten
www.help.gv.at österreichweiter Amtshelfer
Salzburg:
www.salzburg.gv.at/lebensunterhalt_sozialaemter.htm
Tirol:
www.sozialhilfetirol.at/sites/sozialaemter.html
Wien:
www.wien.gv.at
sozialinfo.wien.gv.at
frauenratgeberin.wien.gv.at
www.fsw.at
Pflegegeld nach dem Wiener Pflegegeldgesetz (WPGG)
Zuständige Behörde für Landespflegegeldanträge:
Magistratsabteilung 15 - Gesundheitswesen und Soziales
Referat V/3 - Pflegegeld
15., Camillo-Sitte-Gasse 6-8, 2. Stock, Tür 6
Erreichbarkeit
Telefon ( 43 1) 531 14-8585
Telefonische Auskünfte: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr
Fax ( 43 1) 531 14-99-85281
E-Mail: pflegegeld@m15.magwien.gv.at
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr,
Donnerstag von 13 bis 15 Uhr
Burgenland:
www.burgenland.gv.at/gesundheit-soziales
Kärnten:
www.ktn.gv.at
Niederösterreich:
www.st-poelten.gv.at
Oberösterreich:
www.land-oberoesterreich.gv.at
Steiermark:
www.soziales.steiermark.at
Vorarlberg:
www.vlr.gv.at/vorarlberg/
