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Roche Health Talk: Experten diskutierten über das Potenzial der Personalisierten Medizin

Wien,

Im Rahmen einer spannenden Podiumsdiskussion tauschten sich Experten und Stakeholder aus dem Gesundheitsbereich im Wiener Museumsquartier zu Potenzialen der Personalisierten Medizin aus und beleuchteten deren vielversprechende Entwicklung am Beispiel Brustkrebs aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Am Podium waren Mag. Sabine Spitz, Univ.-Prof. Dr. Günther Steger, Sebastian Mörth und Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant am Wort. Durch den von Roche initiierten Abend führte Medienfachmann Gerald Gross.
 

Die Hoffnungen und Erwartungen an die Personalisierte Medizin sind gleichermaßen groß – wo die Reise aber tatsächlich hinzuführen vermag und welche aktuellen Errungenschaften den Weg zu weiteren ebenen – darüber diskutierten am vergangenen Donnerstag Abend Fachexperten und Stakeholder aus dem Gesundheitsbereich im Wiener Museumsquartier. Im Rahmen der Diskussionsplattform Health Talk lud Gastgeber Roche die versierten Experten Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant (Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie an der MedUni Wien), Sebastian Mörth (Generaldirektion Wiener Krankenanstaltenverbund), Mag. Sabine Spitz (Europa Donna Austria) und Univ.-Prof. Dr. Günther Steger (Programmdirektor für Mammakarzinom der Klinischen Abteilung für Onkologie an der MedUni Wien) ein, sich über Ansichten, Erfahrungen und Zukunftsvisionen auszutauschen.
Zur Eröffnung fand Dr. Ines Vancata (Market Access Director und Mitglied der Geschäftsführung bei Roche) in Vertretung des Geschäftsführers Dr. Wolfram Schmidt treffende Worte: „Gerade im Bereich der Onkologie spielt die Personalisierte Medizin, sprich die Früherkennung und präzise Diagnostik vernetzt mit zielgerichteter Therapie, eine wesentliche Rolle. Dank unserer vereinten Stärken aus der Diagnostik- und Pharma-Forschung, können wir speziell in der Behandlung des HER2 positiven Brustkrebses auf eine für die Patienten vielversprechende Entwicklung blicken.“

Was Personalisierte Medizin tatsächlich für den einzelnen bedeuten kann, weiß Sabine Spitz, selbst Brustkrebs-Patientin, zu berichten, die die Diskussion aus der Patientinnen-Sicht eröffnete: „Für die Betroffenen bedeutet Personalisierte Medizin eine genaue Diagnose, zielgerichtete Therapie, weniger Nebenwirkungen, ein Mehr an Lebensqualität und eine längere Lebenszeit.“ Sie formulierte jedoch auch eine klare Erwartungshaltung: „Ein Ziel sollte es sein, in jedem Spital die gleiche Diagnostik und Behandlung für Betroffene anzubieten. Zugänglichkeit und Verständnis für alle und das Streben hin zu mehr Effektivität halte ich für essenziell. Krebsbehandlungen müssen in einem politischen System, das sich der Heilung verschrieben hat, zugänglich sein.“

Der Wissenszuwachs in der Personalisierten Medizin ist in den letzten 15 Jahren enorm gestiegen, daher ist man heute in der Lage, umfassend behandeln zu können: ausgehend von präzisesten Diagnoseverfahren, über gezielte medikamentöse Therapie bis hin zur psychologischen Versorgung und Betreuung – Krebspatienten werden in Österreich sehr gut versorgt, wie auch die Überlebensraten belegen. Trotz des großen Fortschritts solle man sich vor dem Schüren unrealistischer Hoffnungen hüten, warnte Univ.-Prof. Dr. Günther Steger: „Krebs wird nicht in 20 Jahren heilbar sein, aber indem wir dank präziser Diagnostik Mechanismen erlernen und Gegenstrategien erkennen, werden wir in der Lage sein, einzelne Krebsarten zu einem gewissen Prozentsatz zu heilen – das zeigt, wie wichtig der personalisierte Ansatz ist.“ Mehr Fokus müsse auch auf die Früherkennung bzw. die Prävention gelegt werden, um Risikogruppen zu identifizieren.

Dass mit rechtzeitiger Investition in die klinische Forschung auch unnötige Ausgaben verhindert werden könnten, griff Sebastian Mörth auf: „Wie wir am Beispiel Brustkrebs nun wissen, bedeutet die zielgerichtete Therapie auch einen ökonomischen Gewinn.“ Er betonte, Österreich sei Standort der Spitzenmedizin und riet zu Verbesserungen beim Ressourcen-Management. Aufgrund des Aufkommens von Immuntherapeutika gäbe es außerdem einen Paradigmenwechsel in der Onkologie, womit gerade in diesem Bereich mit steigenden Kosten zu rechnen wäre. „Diese Innovation muss getragen werden, um für den Patienten mehr Benefit zu haben.“

Klare Worte fand in diesem Zusammenhand auch Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant: Die Personalisierte Medizin sei als direkte Übersetzung von Forschung in die klinische Praxis zu betrachten, wobei die Herausforderung darin bestehe, einen möglichst hohen Output für den Patienten zu generieren und auch eine Brücke zur menschlichen Medizin zu schlagen. Fehlende Strukturen und Forschungsgelder unter dem EU-Schnitt würden den Vorteilen der Personalisierten Medizin eindeutig im Weg stehen. „Was wir für die Zukunft brauchen, ist eine klare Forschungsorientierung, Wertschätzung für Interdisziplinarität und mehr Kommunikation. Wir haben großartige Behandlungen, aber wir befinden uns auch an einem Scheideweg. Denn wir bringen nicht genug Saat aus für das, was wir in fünf bis zehn Jahren ernten wollen.“

Einig war man sich beim hinsichtlich des Stellenwerts der Bioinformatik als wichtige Säule der Personalisierten Medizin, indem umfangreiche molekularbiologischen Daten über den Patienten und seinen Krankheitsphänotyp in Diagnose und Therapie mit einbezogen werden. Hier spiele die computergestützte Bioinformatik eine zentrale Rolle, weshalb es gilt, talentierten Nachwuchs zu fördern. In diesem Zusammenhang wurde auch das Thema Big Data von den Experten aufgegriffen: Um erhobene Daten effektiv nutzbar zu machen, brauche es Datenmanagement, ordentliche Register, globale wissenschaftliche Vernetzung und entsprechende Rahmenbedingungen.

Der angeregte Austausch mit dem Publikum im Anschluss an die Podiumsdiskussion, unterstrich die Aktualität und die Bedeutung der Personalisierten Medizin sowohl in der Forschungs-Praxis als auch in der gesellschaftlichen Debatte. Der Roche Health Talk endete mit interessanten Einblicken und neuen Erkenntnissen zum vorhandenen Potenzial der Personalisierten Medizin.

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