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Patientenselbstkontrolle

Gerinnungs-Selbstmanagement: Eine starke Partnerschaft zwischen Arzt und Patient.

Bei einer Reihe von Erkrankungen wie künstlichen Herzklappen, Gerinnungsstörungen, wiederholt tiefen Venenthrombosen oder Vorhofflimmern müssen Patienten regelmäßig gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, um Komplikationen wie einen Schlaganfall zu reduzieren.

In der Blutgerinnung spielt Vitamin K eine wichtige Rolle

Gerinnungshemmende Medikamente, sogenannte Vitamin K-Antagonisten (Gegenspieler) verzögern Gerinnselbildungen und schützen vor einer erhöhten Thromboseneigung. Gemessen wird der INR-Wert (International Normalized Ratio). Der INR-Wert sollte im vorgegebenen therapeutischen Zielbereich liegen (bei den meisten Patienten zwischen 2-3 INR) damit der Patient einem möglichst geringem Komplikationsrisiko ausgesetzt ist. Da bei einer Unterdosierung das Thromboserisiko und bei einer Überdosierung das Blutungsrisiko steigt, ist eine regelmäßige Kontrolle des Gerinnungsstandes notwendig. Dieser Wert kann sich, beispielsweise durch den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, verändern und muss kontinuierlich überprüft werden, um gegebenenfalls die Dosierung des Gerinnungshemmers anzupassen.

Häufiger im Zielbereich – weniger Komplikationen

Die INR-Messung kann alle 4 Wochen durch den Arzt, im Krankenhaus oder in einem Labor durchgeführt werden. Für Patienten besteht aber auch die Möglichkeit, den INR-Wert wöchentlich selbst zu bestimmen. Durch die häufigeren Messungen zuhause können Werte außerhalb des therapeutischen Bereichs schneller erkannt und korrigiert werden. Die Zeit im therapeutischen Bereich ist ein wichtiger Parameter für die Qualität der Blutgerinnungstherapie. Je häufiger sich die Werte im therapeutischen Zielbereich befinden, umso weniger Komplikationen treten auf.

Selbstmangement als Erleichterung für die Patienten

Für die INR-Messung benötigt man ähnlich wie bei der Diabetesmessung nur einen Tropfen Blut aus der Fingerbeere. Befindet sich der Wert innerhalb des therapeutischen Zielbereichs, so wird das Dosisschema beibehalten. Liegt dieser leicht außerhalb des therapeutischen Bereichs, kann der Patient die Medikamentendosis wie in der Gerinnungsschulung gelernt selbst anpassen. Wird ein INR-Wert gefährlich weit außerhalb des therapeutischen Bereichs gemessen, so ist der Patient verpflichtet einen Arzt zu kontaktieren.

Vorteile des Gerinnungs-Selbstmanagement für Patienten

  • Höhere Therapiequalität: Durch frühzeitiges Erkennen von INR-Werten außerhalb des therapeutischen Zielbereichs
  • Mehr Sicherheit: Durch die zeitnahe Anpassung der Medikamentendosis bei INR-Werten außerhalb des Zielbereichs
  • Mehr Flexibilität und höhere Lebensqualität: Gerinnungswerte im Blick: ob zuhause, im Berufsalltag oder im Urlaub

Der Arzt oder die Ärztin kontrolliert 1 Mal pro Quartal die Gerinnungswerte und überprüft den Therapieerfolg.

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